All die schlechten Erfahrungen in unseren früheren Partnerschaften wiederholen wir nur deshalb, weil unser Verstand uns glauben macht, die Welt würde sich auch jetzt und in weiterer Zukunft exakt wieder so verhalten wie damals.
Unser Verstand kann nämlich nicht mit der Gegenwart umgehen. Er sucht ständig nach Lösungen, und die findet er nur in der Vergangenheit.
Deshalb wird unser Denken nur von unserer Vergangenheit bestimmt. Von all den Erlebnissen und Lösungen, die wir bereits gemacht haben. Das bedeutet, wenn wir denken, spielen wir die Vergangenheit ständig neu durch und interpretieren durch sie unsere Gegenwart.
Auf diese Weise lassen wir nichts wirklich Neues zu und sind nicht offen für Veränderungen. Weil wir uns aber in vielen Dingen bereits verändert haben, unser Denken aber noch immer an alten Lösungen festhält, werden wir uns selbst immer fremder. Wir fühlen uns nicht mehr wirklich wohl.
So lange wir dem Denken die Alleinherrschaft über uns geben, wird uns auch das Gefühl der Liebe nicht begegnen.
Denn mit wahrer Liebe kann unser Verstand nicht wirklich etwas anfangen. Eigentlich kennt er so etwas
„Diffuses“ wie die Liebe nicht. Und was der Verstand nicht kennt, gibt es für ihn nicht. Und was es für ihn nicht gibt, gibt es auch für dich nicht. Das würde deinem Verstand widersprechen. Und das darf er auf keinen Fall zulassen, sonst würdest du vielleicht an der Kompetenz des Verstandes zweifeln. Und das wäre sein Todesurteil. Und deine Rettung.
Der Verstand kennt die Liebe meist nur als Illusion, als Verletzung, als etwas Schmerzhaftes, als etwas, was man sich verdienen muss.
Dies alles redet uns der Verstand auch heute noch ein. Aber der Verstand hat keine Ahnung von der Liebe. Er ist ein Computer. Er kann nur denken.
Aber die Liebe denkt nicht. Sie wägt nicht ab. Sie kalkuliert nicht. Sie sucht nicht nach Vorteilen. Wer liebt, überlegt und interpretiert nicht mehr. Er bewertet und urteilt auch nicht mehr. Wer liebt, ist angekommen.
Wer vergleicht, liebt nicht mehr.
Wer liebt, vergleicht nicht mehr.
Jedes Mal, wenn wir also wieder zu denken beginnen, entfernen wir uns erneut von der Liebe. Sie wird für uns immer unerreichbarer.
Wie entkommen wir diesem Kreislauf der Gedanken?
Haben die Gedanken Kontrolle über uns, sind wir nur Beifahrer unseres eigenen Lebens ohne die Möglichkeit zu haben jemals das Steuer in die Hand zu nehmen.
Haben dagegen wir unsere Gedanken unter Kontrolle, haben wir unser Leben auch selbst im Griff.
Aber wie können wir das bewerkstelligen?
• Wie wäre es …
… wenn wir uns immer wieder klar machen, dass alles, was wir denken, – alles!- nur Gedanken sind.
Es sind nur Gedanken. Es ist nicht die Wahrheit.
Sie schwemmen nach oben, unkontrolliert, eigenständig und meist ziemlich aufdringlich. Oft genug aber tarnen sie sich auch und kommen schleichend, fast nicht wahrnehmbar in unser Bewusstsein, und wir registrieren erst nach geraumer Zeit, dass wir bereits für einen längeren Zeitraum nicht mehr wirklich anwesend waren, sondern in eigene Welten hineingedacht haben.Das ist nicht weiter schlimm. Wenn Gedanken nach oben kommen, bekämpfe sie nicht. Lass sie einfach zu. Wenn wir sie bekämpfen, werden sie nur an Kraft zunehmen.
Wir können sie kurz registrieren und anschauen. Aber wir müssen uns nicht damit identifizieren. Wir müssen vor allem nicht unsere Umwelt nach diesen Gedanken beurteilen. Wir lassen sie einfach kommen und wieder gehen.
Wir geben ihnen keine Bedeutung. Es sind einfach nur Gedanken. Es ist nicht die Wahrheit.
Wir sind nicht der Verstand.
Das, was wir denken, erleben wir nicht real.
Nichts geschieht so, wie wir es denken.
Und wenn die Gedanken Misstrauen säen oder Trennung herbeiführen wollen, lächle, denn es sind nur Gedanken. Wie Seifenblasen blubbern sie hoch.
Wie Seifenblasen schweben sie davon. Wenn wir ihnen künftig keine allzu große Bedeutung beimessen, wird unser Leben mit jedem Tag angenehmer und schöner. Weil wir plötzlich bemerken, dass wir mit jedem Tag von unseren Scheingefechten und ewigen Selbstgesprächen freier werden.
Sie verlieren an Macht und Einfluss. Wir nehmen plötzlich wieder wesentlich bewusster an unserer Partnerschaft teil.
Und wenn wir es nicht schaffen, aus der Gedankenwelt der Ängste und des ewigen Vergleichens auszusteigen, dann wäre es gut, einfach unserem Partner darüber zu sprechen.
Sag ihm, dass du in einer Schleife gefangen bist, die nichts mit ihm zu tun hat, die er aber vielleicht ständig auslöst.
Sag ihm, dass du noch nicht frei bist, so zu reagieren wie du es gern möchtest. Bitte ihn um Hilfe, denn das
schafft Verständnis. Und Verständnis erzeugt Liebe. Und Liebe verscheucht alle Gedanken.
Vor allem aber:
Denke mit dem Herzen.
Denn bei Herzensangelegenheiten hören Liebende ausschließlich auf ihr Herz und das Gefühl.
Wenn es um Liebe geht, befragen wir schließlich auch nicht unseren Computer.
Höre immer nur auf deine Intuition und auf deinen Bauch. Überlege nicht, kalkuliere nicht, wäge nicht ab. Liebe einfach.
Alles, was wir mit den Herzen tun, ist zum Wohl aller. Vor allem aber zu deinem eigenen.
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© Pierre Franckh
Falls du mehr darüber lesen möchtest…
Dies ist ein Auszug aus meinem Buch: „21 Wege die Liebe zu finden“ . Hier findest du es.
