Die Stille dazwischen

Seit ein paar Wochen ist Frank spürbar distanzierter.
Warum das so ist, kann ich nicht wirklich sagen. Es gibt keine klaren Worte, keine offensichtlichen Gründe. Nur dieses leise Gefühl, das sich eingeschlichen hat – und geblieben ist.

Manchmal frage ich mich, ob ich ihm zu viel bin. Oder ob ich mehr von seiner virtuellen Präsenz erwarte, als er im Rahmen unserer Freundschaft geben möchte.
Vielleicht täusche ich mich. Und doch fühlt es sich so an.

Diese Unsicherheit macht mich ein wenig traurig.
Es ist keine laute Traurigkeit, sondern eine stille. Eine, die zwischen den Zeilen entsteht – dort, wo Fragen unbeantwortet bleiben oder abgestritten werden und Vertrautheit sich plötzlich anders anfühlt als zuvor.

Ein Moment des Innehaltens – im Gebet, in der Musik und in Solidarität

Heute kamen in der Christ Church Lausanne lediglich eine gute Handvoll Menschen zu einem Moment des Innehaltens zusammen – im Rahmen des nationalen Trauertages und im Gedenken an die Tragödie von Crans-Montana.
Und doch war dieser Moment tief berührend.

In der Schlichtheit von Gebet, Stille und Musik wurde etwas Wesentliches spürbar: eine geteilte Präsenz, eine aufrichtige Aufmerksamkeit füreinander, eine Solidarität, die über die Zahl der Anwesenden hinausgeht. Denn entscheidend ist nicht, wie viele wir waren, sondern dass wir da waren – gemeinsam – vereint in Mitgefühl und Erinnerung.

Ich teile hier ein kurzes Video dieses Moments, begleitet von der Musik, die am Ende des Innehaltens gespielt wurde. Es wurde von einer Person in einer Nacht der Schlaflosigkeit geschrieben – in einem Moment, in dem das Herz frei sprechen durfte.

Nationaler Trauertag – 9. Januar

Heute am 9. Januar, dem nationalen Trauertag, schliessen wir uns als christkatholische Kirchgemeinde, gemeinsam mit der anglikanischen Gemeinschaft, dem landesweiten Moment des Innehaltens in der ganzen Schweiz an. In dieser Verbundenheit sind wir an diesem Nachmittag in der anglikanischen Kirche zusammen, um solidarisch zu sein, still zu werden und gemeinsam zu gedenken.

Um 14 Uhr wird – in Verbundenheit mit vielen anderen Orten im Land – ein symbolisches Glockenzeichen erklingen. Da die Kirche selbst über keine Glocken verfügt, wird dieses Zeichen bewusst und schlicht gesetzt: als Ausdruck gemeinsamer Trauer, Verbundenheit und Solidarität.

Die anglikanische Kirche ist an diesem Nachmittag von 13 bis 15 Uhr offen – ein Raum zum Ankommen, Verweilen oder Stillwerden.
Gegen 14.15 Uhr ist eine kurze Zeit der Besinnung vorgesehen (ca. 10–15 Minuten), um der Opfer zu gedenken und ihre Familien sowie Angehörigen in Gedanken und im Gebet zu begleiten.

Ich habe dafür 2 Gebete geschrieben :


Gott des Lebens,
halte deine schützende Hand
über jene, deren Weg jäh erschüttert wurde,
und über alle, die ihre Trauer tragen.
Schenke Kraft, Geduld und Hoffnung,
um jeden neuen Tag zu bestehen.
Amen.


Herr

wir legen dir die Familien und Angehörigen ans Herz,
die von der Tragödie in Crans-Montana betroffen sind.

In Schmerz, Angst und Stille
komm und schenke deinen Frieden dort,
wo Worte fehlen.

Umgib mit deinem Licht alle, die leiden,
und nimm die Seelen derer auf,
die viel zu früh gegangen sind.

Schenke Kraft, Mut und Sanftmut
allen, die zurückbleiben,
und lass die menschliche Solidarität
stärker sein als die Nacht.

Amen.

Eine unbequeme Frage

Seit sich die Tragödie in Crans-Montana ereignet hat, erreichen mich täglich neue Erkenntnisse und Informationen. Auch bedingt durch meine Arbeit in der Kommunikation der kantonalen reformierten Kirche und als Kommunikationsverantwortliche unserer christkatholischen Kirchgemeinde.

Seit ich – ungewollt – durch das Kennen eines Brandopfers noch näher dran bin, stellt sich mir diese eine Frage immer dringlicher:

Ist das – ganz nüchtern betrachtet – eine Art Weckruf?

Ich habe schon länger das Gefühl, dass die Menschheit auf einer falschen Spur unterwegs ist. Zu schnell. Zu rücksichtslos. Zu egoistisch und egozentrisch. Zu sehr gefangen im Dauerrauschen.

Solche Ereignisse werfen uns aus der Bahn. Zurecht?
Zumindest reissen sie uns aus einem Zustand, in dem vieles zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Für einen Moment wird es still. Und plötzlich zählen andere Dinge. Leben. Verantwortung. Mitgefühl.

Vielleicht zeigen solche Erschütterungen, wie weit wir uns vom realen, menschlichen Leben entfernt haben. Und vielleicht mahnen sie uns – schmerzhaft –, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren.

Vielleicht sollten wir wirklich einmal innehalten.
Und darüber nachdenken.

Wenn Worte kaum ausreichen – ein stilles Gebet

Manche Nachrichten treffen uns wie ein Schlag ins Herz. Sie lassen uns verstummen, weil kein Wort sofort passt.
Eine solche Nachricht hat mich erreicht. Sie betrifft den Sohn einer Choristin und eines Kirchgemeindemitglieds – eine Familie, die ich relativ gut kenne und deren Leben in einem einzigen Moment aus den Fugen geraten ist.

In jener Nacht in Crans-Montana war ihr Sohn mitten im Geschehen … und hat überlebt.
Heute liegt er im Universitätsspital Zürich auf der Station für Schwerbrandverletzte. Sein Körper trägt schwere Spuren des Feuers: Rund 40 % des Körpers sind von Verbrennungen zweiten und dritten Grades betroffen. Und doch ist sein Leben bewahrt geblieben. Er ist bei Bewusstsein, sein Zustand ist stabil, er wird achtsam und kompetent betreut, und die erste Hauttransplantation ist bislang gut verlaufen.

Der Weg der Heilung hat begonnen – langsam, schmerzhaft, Schritt für Schritt. Viele Tage des Wartens und Hoffens liegen noch vor der Familie. Wie lange dieser Weg dauern wird, weiss im Moment niemand. Doch sie sind nicht allein. Freunde und Angehörige stehen der Familie in dieser schweren Zeit zur Seite.

Diese traurige Nachricht hat mich tief bewegt. Als Mutter. Als Mensch. Wenn ich mir vorstelle, es wäre eines meiner Kinder gewesen – der junge Mann ist so alt wie mein Sohn –, wird die Vorstellung kaum erträglich.

Ich habe der Familie eine stille Nachricht der Nähe und des Gebets geschickt. Ohne Fragen, ohne Erwartungen – im Vertrauen darauf, dass Gott da ist, wo menschliche Worte enden.

Ich glaube daran, dass Gott auch in der Dunkelheit gegenwärtig ist.
Dass er trägt, wenn die Kraft fehlt.
Und dass sein Licht selbst dort leuchtet, wo alles verbrannt scheint.


Gott des Lebens,
halte deine schützende Hand über diesen jungen Menschen
und über alle, die ihn lieben.
Schenke Kraft, Geduld und Hoffnung für jeden neuen Tag.
Amen.

„Der Herr behüte dich.“
(Psalm 121,7)


Epiphanias

Die Heiligen Drei Könige – Caspar, Melchior und Balthasar – werden am 6. Januar, dem Dreikönigstag (Epiphanias), gefeiert. Laut dem Matthäus-Evangelium waren sie Weise oder Sterndeuter aus dem Morgenland, die einem besonderen Stern folgten – suchend und vertrauend –, um dem neugeborenen Jesuskind zu begegnen. Ihre Geschenke – Gold, Weihrauch und Myrrhe – stehen symbolisch für Königtum, Göttlichkeit und Vergänglichkeit; sie lassen sich auch als Zeichen von Würde, Verehrung und der Zerbrechlichkeit des Lebens lesen.

Erst im Mittelalter erhielten die Weisen ihre Namen und wurden als Könige dargestellt. Sie symbolisieren die damals bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika und stehen sinnbildlich für die gesamte Menschheit, die sich auf den Weg macht.

Bis heute prägen Traditionen wie das Sternsingen (eher in D, in der CH nicht so verbreitet) oder der Dreikönigskuchen den Dreikönigstag.

Mit dem Segensspruch C + M + B – Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus)
wird ein stilles Zeichen des Schutzes und der Hoffnung gesetzt.

Zugleich markiert dieses Fest das Ende der Weihnachtszeit und erinnert an die Offenheit des christlichen Glaubens für alle Menschen.

Ein stiller Blick auf das, was bleibt

Gedanken zum Drama in Crans-Montana

Manche Ereignisse erschüttern nicht nur eine Region, sondern auch etwas in uns selbst.

In den letzten Tagen habe ich viele Augenzeugenberichte gesehen. Menschen, die diese Katastrophe überlebt haben. Und auffallend viele erzählten, dass sie Gott gedankt haben. Einige sagten, sie hätten während der ganzen Zeit ihr Kreuz, das sie um den Hals tragen, festgehalten, gebetet, gehofft.

In einer Zeit, in der Religion oft belächelt, verdrängt oder als überholt betrachtet wird, wenden sich Menschen im Moment grösster Angst plötzlich wieder an Gott. Sie gehen in Kirchen, setzen sich still in eine Bank und beten, zünden Kerzen an. Sie weinen. Sie suchen Trost. Halt. Sinn. Nähe.

Gleichzeitig beeindruckt mich die Solidarität, die jetzt sichtbar wird – über Grenzen hinweg. Es braucht kein vereintes Europa auf dem Papier, keine grossen Worte oder Programme. Wir sind auch so vereint. Wenn es darauf ankommt, sind Menschen füreinander da. Unabhängig von Herkunft, Sprache oder Nationalität. Hilfe kennt in solchen Momenten keine Grenzen.

Das berührt mich. Nicht, weil es spektakulär wäre, sondern weil es so selbstverständlich wirkt. Still. Menschlich. Echt.

Vielleicht erinnern uns solche Tage daran, was wirklich trägt:
Glaube, Hoffnung – und das Wissen, dass wir einander nicht gleichgültig sind, wenn alles andere ins Wanken gerät.

Die Menschen, die wir lieben,
sind beim Herrn, und der Herr hat uns versprochen, bei uns zu sein.
Wenn sie bei Ihm sind und Er bei uns,
dann können sie nicht fern sein.
Peter Marshall

N.B.
Am 9. Januar gibt es einen nationalen Trauertag und laut Bundespräsident Guy Parmelin werden im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute.

21 Jahre – und so viel Weg hinter uns

Heute vor 21 Jahren, um 12.28 Uhr, kam mein Sohn per Kaiserschnitt zur Welt. Ich sehe den Kreisssaal noch immer ganz klar vor mir und erinnere mich an die grosse Erleichterung, als man mir dieses kleine Wesen zeigte: Was für ein hübsches Baby.
Natürlich sagen das alle Mütter. Das ist mir bewusst.

Wenn ich heute zurückblicke, staune ich darüber, wie schnell diese 21 Jahre vergangen sind. Viel zu schnell. Und sie waren nicht leicht – weder für ihn noch für mich. Es gab schwierige Zeiten. Und es gibt sie bis heute.

Als er fünf Jahre alt war, sagte er eines Tages, als ich ihn von der Vorschule abholte:
„Mama, dieses Leben gefällt mir nicht. Ich will nicht mehr.“
Dieser Satz hat mich tief erschüttert. Ich reagierte sofort, sprach mit der Schulleitung, und es wurden Massnahmen ergriffen. Ein Schulpsychologe wurde hinzugezogen. Man stellte eine leichte Dyslexie fest – doch rückblickend wurde viel zu wenig daraus gemacht.

In der Oberstufe wurde er gemobbt. Am Ende entwickelte er eine ausgeprägte Schulphobie. Die Rektorin und ich standen täglich in Kontakt. Schliesslich sorgte sie dafür, dass er sein letztes obligatorisches Schuljahr ausserhalb des eigentlichen Schulkomplexes, aber weiterhin im schulischen Rahmen, beenden konnte.

Und dann kam Corona.

Die Struktur, in der er sich befand, brach komplett zusammen. Es wurde nichts aufgefangen, nichts begleitet. Die Kinder waren auf sich allein gestellt. In diesem Abschlussjahr gab es keine Prüfungen – nur der Notendurchschnitt zählte.
(Zur Erklärung: In der Schweiz ist 6 die beste und 1 die schlechteste Note. Ab der Note 4 gilt eine Leistung als „genügend“.)

Mein Sohn hatte aufgrund seiner Schulphobie im gesamten Schuljahr nur eine einzige Note im Zeugnis: eine 5 in Mathematik. Das reichte nicht aus, um ihm das Abschlussdiplom zu geben. Er erhielt lediglich ein Attest über den Abschluss der obligatorischen Schulzeit.

Hinzu kam eine massive Angst vor Corona. Er zog sich völlig zurück und verschanzte sich in seinem Zimmer. Ich musste ihn regelrecht zwingen, wenigstens 10/15 Minuten pro Tag an die frische Luft zu gehen. Er rutschte in eine Depression. Psychologen lehnte er strikt ab – zu viele Enttäuschungen in all den Jahren, zu viel verlorenes Vertrauen.

Heute mache ich mir oft Vorwürfe.
Ich hätte eingreifen sollen. Auf eine Nachprüfung bestehen. Irgendetwas erzwingen.
Aber auch ich mache Fehler – Auch ich bin nur ein Mensch…

Seit fast sechs Jahren ist er nun überwiegend zu Hause. Im letzten Frühling fand er – eher zufällig – eine Arbeit, die ihm wirklich Freude machte. Er blühte auf. Ich war so erleichtert. Man lobte ihn, versprach ihm viel – auch mir gegenüber. Und dann wurde er von einem Tag auf den anderen entlassen. „Restrukturierung“, hiess es.
Ich bin überzeugt: Das war von Anfang an so geplant. Hätte man offen gesagt, dass man für zwei Monate Personal für einen Grossauftrag braucht, wäre es ehrlicher gewesen. So aber war es ein Schlag ins Gesicht – und ein Stich mitten ins Mutterherz.

Ich werde nie vergessen, wie er mir abends gegen 23h unter Tränen sagte, dass ihm und drei Kollegen fristlos gekündigt wurde.

Diese Erfahrung warf ihn um Monate zurück. Wieder Depression. Wieder Stillstand. Ich musste kämpfen, um ihn überhaupt dazu zu bringen, hin und wieder eine Bewerbung zu schreiben.

Im September 2025 bezahlten sein Vater und ich ihm eine zweitägige Schulung zum geprüften SUVA-Gabelstaplerfahrer. Wenigstens einmal tat sein Vater etwas für ihn. Auch das ist eine Baustelle: ein Vater, der nie wirklich da war, der spürbar machte, dass er die Schwester bevorzugt. Wie kann man nur? Aber Sohnemann hat die Prüfung mit Bravour und mit nur 2 Fehlern bestanden. Ich war sehr stolz auf ihn.

Mein Sohn tut mir oft unendlich leid. Mein Mutterherz schmerzt.
Er ist nicht dumm. Im Gegenteil: Er ist aufmerksam, informiert, empathisch. Er würde sein letztes Hemd hergeben, wenn er helfen kann. Aber sobald es um Arbeit geht, scheint eine unsichtbare Barriere da zu sein.

Und dann – im Dezember – geschah etwas.
Ich weiss nicht, was der Auslöser war. Aber er begann, sich autodidaktisch beizubringen, wie man PCs aufrüstet. Er baute für einen Freund einen kompletten Computer zusammen und installierte zwei Tage später telefonisch Windows 11. Er verkaufte Teile seines eigenen PCs, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen und etwas zum gemeinsamen Essen beizusteuern. Mit seinem Weihnachtsgeld kaufte er sich zwischen den Feiertagen neue Kleidung – schöne Stücke, alles im Ausverkauf. Ein neuer Stil. Er steht ihm. Wirklich sehr.

Und heute feiert er seinen 21. Geburtstag.

Ein Freund lud ihn ein, eine Woche bei ihm in Lille zu verbringen. Am 2. Januar reiste er frühmorgens mit dem TGV von Genf aus ab. Die Reise finanzierte er mit dem restlichen Geld aus dem Verkauf der PC-Komponenten – es war ihm wichtig, das selbst zu bezahlen.

Er versuchte ausserdem, zwischen Weihnachten und Neujahr einen kleinen Job zu finden, um vor Ort etwas Taschengeld zu haben. Leider ohne Erfolg. Das war frustrierend – und doch geht er weiter, auf seine eigene Weise.

Ich bin stolz auf ihn. Und ich habe das Gefühl, dass dieses Jahr ihm endlich neue Türen geöffnet werden könnte.

Ich sagte in meinem Umfeld einfach, dass – falls jemand ihm zu seinem Geburtstag eine kleine Aufmerksamkeit machen möchte – er diese vor Ort gut nutzen kann. Eine Arbeitskollegin, ein ehemaliger Arbeitskollege und ein Ex-Freund haben ihm ebenfalls etwas zukommen lassen. Der restliche Betrag kam aus der Familie – von Eltern, Grosseltern, seiner Schwester und Onkeln. So konnte ich ihm insgesamt 500 Franken schicken.

Soeben habe ich ein Video von meinem Sohn erhalten. Die Mutter seines Freundes hat extra für ihn eine Schwarzwälder Torte gebacken. Das kennt man in Nordfrankreich so nicht. Aber sein Freund habe seiner Mutter davon erzählt, und sie habe nur gelächelt und gesagt: „Ich liebe Herausforderungen.“
Die Torte sieht gut aus und sei gut gewesen – aber doch weit entfernt von meiner.
Balsam für mein Mutterherz.

Solche kleinen Momente berühren mich tief. Sie zeigen mir, dass er gesehen wird, dass er willkommen ist und dass es Menschen gibt, die sich Mühe für ihn geben. Und genau diese Augenblicke geben mir Hoffnung.

Und nun wünsche ich mir für dieses neue Jahr nur eines:
Dass es sein Jahr wird.
Er hat es verdient, endlich Glück zu haben.
Und endlich anzukommen.

Wenn konstruktive Kritik Türen öffnet

Ich arbeite in der Kommunikation.
Und doch ist das mehr als nur ein Beruf.

Mein Vater hatte eine Werbeagentur, die ich mir lange als meinen späteren beruflichen Ort vorgestellt hatte. Durch Fehlentscheidungen kam es zum Konkurs, und dieser Weg schloss sich.
Auch wenn vieles vergangen ist: Die Nähe zur Kommunikation, zur Werbung und zur Wirkung von Sprache ist geblieben.

Vielleicht ist dies der Grund, dass mich Themen wie Sprache, Vermittlung und Verbindung bis heute begleiten. Dass ich sensibel reagiere, wenn Kommunikation nicht nur informieren, sondern Brücken schlagen kann.

Vor kurzem habe ich dem Kommunikationsverantwortlichen der Christkatholische Kirche nachträglich frohe Weihnachten gewünscht – verbunden mit einer Rückmeldung zum Newsletter. Wertschätzend, ehrlich, mit zwei kleinen Beobachtungen. Und mit einem Gedanken, der mir schon lange wichtig ist:
dass die Verbindung zwischen der Romandie und der Deutschschweiz nicht nur organisatorisch besteht, sondern auch spürbar gelebt wird. Gemeinsam ist man stark !

Was darauf folgte, hat mich ehrlich gefreut.

In meiner Rückmeldung hatte ich angeregt, deutsch- und französischsprachige Beiträge gemeinsam im Newsletter sichtbar zu machen – als Zeichen der Verbundenheit. In der Antwort wurde mir erklärt, dass der Newsletter als französische Ausgabe separat geplant ist.

Vor allem aber entstand aus diesem Austausch ein Dialog. Eine Einladung. Die Möglichkeit, gemeinsam über Kommunikation, Sprache und Verbindung nachzudenken.

Es hat mich positiv überrascht, was das in mir ausgelöst hat. Dass aus ein paar Zeilen ein echtes Gespräch wurde.
Es fühlt sich vertraut an. Nicht wie ein Zurückgehen, sondern wie ein Wiederaufnehmen eines Fadens, der nie ganz verschwunden war.

Noch ist nichts entschieden. Und das ist in Ordnung. Ich freue mich über den offenen Raum, der sich gerade zeigt – und darüber, dass meine Erfahrung darin Platz haben darf und man mich „dabei haben will“ 🙂

Im Moment bin ich vor allem dankbar und neugierig, wie sich das Ganze entwickeln wird.