
Für Worte können wir dankbar sein, aber auch für das Schweigen. Für alle die Worte, die besser ungesagt bleiben – vielleicht, weil sie doch mehr schmerzen als nützen würden, spräche man sie aus. Und für alle die Worte, die ohnehin nur gesagt werden würden, weil da jemand Angst vor der Stille hat.
Worte können auch ein Schutzwall sein, den man um sich herum errichtet. Hinter Worten können wir uns leicht verstecken. Und gemeinsam zu schweigen, das sagt oft mehr aus als alle Worte.
Wenn man es wagt, einmal länger als ein paar Sekunden still zu sein, dann fängt auf einmal die Stille an zu reden – in ihrer eigenen Sprache. Wir lauschen ihr gemeinsam, im Schweigen verbunden. Die Gedanken gehen hin und her, von mir zu dir und wieder zurück. Und am Ende sind wir ganz eins, ohne dass wir darüber ein Wort verloren hätten.
Komm, lass uns wieder einmal miteinander schweigen.
Wer Frieden in der Seele hat, beunruhigt weder sich selbst noch einen anderen.
Epikur von Samos