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Pierre VIII

Am 31. 12.2010 verliess mein Mann mich und die Kinder um 23h, kam am 1. Januar 2011 gegen 15h nach Hause, um dann um 17h wieder zu gehen. Ab dann ging das einen ganzen Monat so. Er kam und ging wie es ihm passte, sagte mir nie, wohin er geht oder wie lange er weg bleibt. Es war ein schlimmer Monat für mich.

Ende Januar stellte ich ihn dann zur Rede und wir vereinbarten gemeinsam, dass es so nicht weiter gehen kann und er ausszieht.

Es war natürlich DIE Gelegenheit und ich schrieb Pierre eine Mail in welcher ich ihm erklärte, dass ich mich von meinem Mann getrennt hätte. Es kam – wieder mal – kein Antwort.

Im Vorjahr hatten wir abgemachte, dass wir zusammen an die Fasnacht gehen (abends, ohne Kinder) und so schrieb ich ihm einen Tag vor Beginn der Fasnacht eine sms, um zu fragen, wie’s aussehe. Wieder keine Antwort.

Am nächsten Tag schrieb ich ihm morgens wieder eine sms: ich sei ab 19h ca vor Ort – no answer…

Am selben Abend gegen 23h schrieb ich ihm : Und? Wo bist Du? Ich bin da und da – keine Reaktion…

Um 1h morgens kehrte ich dann heim und da kam eine sms von ihm…

Fortsetzung folg

Pierre VII

Ab und zu schrieb ich ihm mal ne sms. Eher belanglos, wie Hallo, wie gehts, ich wünsche Dir einen schönen Tag. Aber nie kam eine Antwort. Ich versuchte mich in ihn hinein zu versetzen. An seiner Stelle hätte ich vielleicht – aus Eigenschutz – auch nicht geantwortet. Denn ich merkte jedesmal, dass er sich enorm zurück halten musste, wenn wir uns sahen.

Nun war es soweit, dass das alljährliche Treffen der französischsprechenden Gemeinden wieder statt fand. Ich freute mich darauf – freute mich auf ihn. Als wir ankamen, steuerte er direkt auf mich zu, umarmte mich und schien sehr erfreut zu sein. Wärend der Messe flirteten wir wie noch nie. Irgendwie war mir nicht so recht wohl und doch genoss ich das Gefühl.

Beim Mittagessen dann bestand er darauf, mir seine Familie vorzustellen: Seine Mutter, seine Nichte und sein Neffe, die Schwester. Wir sassen gemeinsam an einem Tisch. Es war total gemütlich und am liebsten wär ich gar nicht mehr gegangen.

Als er sich dann vor mir verabschieden musste, war ich DIE EINZIGE, welcher er persönlich auf Wiedersehen sagte (mit Umarmung und Küsschen auf die Wange)… allen anderen winkte er nur kurz zu.

Beim Heimfahren schickte ich ihm wieder eine sms „Es war toll heute, ich hoffe, Du kommst gut nach Hause. Bis bald und knuddel“ … wieder keine Antwort…

Forsetzumg folgt…

Pierre VI

Inzwischen war ich seit über 12  Jahren verheiratet und hatte 2 Kinder. Pierre hat mal hier und dort eine kurze Beziehung, aber nie etwas wirklich dauerhaftes. Ich habe es auch nie von ihm direkt erfahren sondern immer über andere Kirchenmitglieder.

Ich schickte ihm eine sms als ich an der Fasnacht war. Gegen 22h30 antwortete er mir erst, er käme eben aus einer Sitzung in Olten und bis er da sei, sei es ein bisschen spät. Aber ich solle ihm doch morgen um 15h Bescheid geben, wo ich sei, da komme er.

Gesagt – getan und er kam um 15h an abgemachten Ort. Wir verbrachten – zusammen mit den Kindern – eine tollen Nachmittag an der Fasnacht. Als ich dann abends heim musste und wir uns verabschiedeten, umarmte er mich und liess mich fast nicht mehr los.

Als ich dann auf der Heimfahrt eine sms schrieb, um ihm zu sagen, wie toll es gewesen sei, kam keine Antwort zurück…

Fortsetzung folgt…

Pierre V

In den nächsten paar Jahren haben wir uns ab und zu mal an kirchlichen Events gesehen und noch ein Lager zusammen gemacht. Jedesmal war diese Spannung in der Luft und jeder konnte es sehen. Ein Beispiel aus unserem letzten gemeinsamen Lager:

Ich hatte die Einkäufe gemacht und kam schwerstbeladen nach Hause. Für 30 Personen zu kochen ist nicht ohne – vorallem wenn man nicht professionneller Koch ist. Nun gut. Ich ging ins Haus und Pierre sass mit zwei anderen Leitern an einem Tisch und besprach irgendwas. Ich sagte: “ Hallo, ich bräuchte einen Mann der mir hilft die schweren Taschen rein zu tragen…“ . Da drehte sich eine Lagerleiterin um und meinte: „Pierre, Du wirst verlangt“ …. ähhh…?!!

Ein ander Mal in diesem Lager habe ich Käsekuchen gemacht. Die Bleche (etwa 6 Stück) waren etwa 2 mal so gross wie normale Backbleche und dementsprechend schwerer. Ich mühte mich damit ab und plötzlich stand Pierre in der Küche und meinte : „Warte, ich helfe Dir, das ist doch viel zu scher“ …

Dann, am letzten Tag, ich war am Küche putzen, kam Pierre zu mir mit seinem Fotoapparat. Er müsse unbedingt noch ein Foto von mir haben…

Es war offensichtlich… aber ich halt immer noch verheiratet.

Fortsetzung folgt…

Pierre IV

Das Telefon klingelte nachmittags um drei. Ich kannte die Nummer nicht und nahm ab. Am anderen Ende war Pierre. Was für eine freudige Überraschung ! Wir quatschten fast eine ganze Stunde lang über dies und das, und erst am Schluss des Gespräches rückte er mit dem eigentlichen Grund seines Anrufes heraus: Am kommenden Sonntag war eine Radio-Messe in unserer Gemeinde geplant und er sollte als Chor-Leiter dabei sein. Nach dem Gottesdienst wollte er mich zum Mittagessen einladen…

Ich sagte natürlich zu und freute mich riesig.

Am Samstag vor der Messe kam eine Email, in welcher er mir schrieb, dass er am Sonntag nicht dabei sein könne, weil er krank sei. Natürlich war ich enttäuscht und fragte mich, ob dies nicht psychologisch sei? Vielleich ist er plötzlich ab seinem eigenen Mut erschrocken…?

Die Radio-Messe verlief aber trotzdem gut und das Leben ging weiter…

Fortsetzung folgt…

Pierre III

Nach unserer Hochzeit im Juni 1997 stand wieder mal ein Lager an. Natürlich war ich mit von der Partie… sowie auch Pierre. Gross war die Freude des Wiedersehens, und gross war die Verwunderung, als Pierre mir sagte, er hätte sich von seiner Partnerin getrennt…

Ich war erst seit kurzem verheiratet und liebte meinen Mann. Doch irgenwas lag in der Luft. Jeder konnte es spüren.

Eines Abends waren wir gemeinsam draussen und rauchten eine Zigarette, da meinte er plötzlich :“Also eigentlich könnten wir ja jetzt zusammen da nach hinten gehen und… , aber weisst Du, wenn ich in eine verheiratete Frau verliebt bin, dann unternehme ich nichts, denn ich will nicht der Grund für Ehestreit oder sogar Trennung sein“. Ich wusste nicht recht, was ich darauf antworten sollte, fand es aber ziemlich nobel von ihm.

Nachdem die Lagerwoche vorbei war und auch nichts passiert ist, ging wieder jeden seinen Weg.

Fortsetzung folg…

Pierre II

Pierre ist Diakon in unserer Kirche und ich bin als Organistin in unserer Kirchgemeinde tätig und somit auch relatif aktiv.

Ab und zu gibt es Events, bei welchen mehrere Kirchgemeinden zusammen was unternehmen. Zum Beispiel treffen sich alle französischsprechenden Kirchgemeinden der Schweiz jeweils an Auffahrt. Aber auch sonstige Anlässe wie z.B. die Synode bringen die verschiedenen Gemeindemitglieder zusammen.

Eigentlich treffen wir uns ausschliesslich, wenn irgendwas mit der Kirche los ist. Die Spannung in der Luft war für jeden spürbar und ein Kribbeln im Bauch vor dem Treffen verstärkte das Ganz zusätzlich jedes Mal.

Doch Pierre war ja vergeben – also hab ich mich andersweitig umgeschaut und mit 22 meinen Mann kennen gelernt. Es war Liebe auf den 1. Blick und wir heirateten auch schon nach nur 6 Monaten.

Fortsetzung folgt…

Pierre I

Eigentlich heisst Pierre nicht Pierre, aber ich nenne ihn jetzt hier so, da ich seinen richtigen Namen nicht preis geben will.

Also Pierre kenne ich seit ich 18 bin. Als wir uns das erste Mal im Kirchenlager trafen, war er als Hauptleiter und ich als Köchin im Lager.

Wir fanden uns gegenseitig auf Anhieb sehr sympatisch, kamen wir doch beide aus der gleichen Gegend und lieben unsere Heimatstadt über alles. Wir redeten sehr viel und verbrachte auch jeden möglichen Moment miteinander. Es war, als würden wir uns schon seit Jahren kennen.

Pierre war in einer Beziehung, deshalb habe ich ihm auch nicht unbedingt zu verstehen gegeben, dass ich an ihm „interessiert“ bin … obwohl – gemerkt hat es jeder, und auch Pierre gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich ihm gefiel. Da wir aber beide wussten, dass er „nicht frei“ war, beliessen wir unsere Beziehung auf freundschaftlicher Basis.

Als das Lager nach einer Woche vorbei war, kehrte jeder wieder zu sich zurück. Er in die Deutschschweiz, ich in die Romandie (französischer Teil der Schweiz) und wir verloren uns ein wenig aus den Augen.

Fortsetzung folgt…