Heute morgen um 4h war es wieder so weit : Morgestraich, vorwärts – Marsch !
Ich hab mich um 3h45 wecken lassen und den Morgenstraich dieses Jahr per live-stream auf TeleBasel mitverfolgt. Ich werde morgen hingehen und vielleicht auch am Mittwoch nochmal.
Leider hab ich jetzt niemanden mehr in Basel, bei dem ich übernachten kann. Mein Halbbruder ist kurz vor Weihnachten 2024 zu meinem Vater nach Frankreich gezogen. Meine Lieblingscousine wohnt seit einiger Zeit auch nicht mehr in Basel (sie ist arbeitsbedingt nähe Zürich gezogen – was für eine Schande 😅) und meine Lieblingstante wohnt auch eine knappe halbe Stunde von der Stadt entfernt…
Letztes Jahr war ich ja mit einem ehemaligen Arbeitskollegen, seiner Frau und Mama alle drei Tage dort. Wir waren im Hotel… aber das ist einfach teuer… 4 Nächte für ein Doppelzimmer mit Frühstück : CHF 1000.- …. vielleicht nächstes Jahr wieder – mal sehen.
Hier für Euch – wenn Ihr mögt – der Morgestraich aufgenommen mit dem Handy am PC :
Ja! Wenn ich mir aussuchen kann, wo ich – wenn es dann mal soweit ist – sterbe, dann wäre das inmitten einer Clique an der Basler Fasnacht.
Es war einfach ein Traum, die scheenste drei Dääg des Jahres in Basel verbracht zu haben. Und ich weiss jetzt auch, dass Petrus unwiderruflich ein Basler ist !
Wir (Mama und ich) kamen Sonntag gegen 18h im Hotel an und haben auch gleich meinen ehemaligen Arbeitskollegen und seine Frau angetroffen. Er hatte mich letzten August gefragt, ob sie beide wohl mit mir an die Fasnacht kommen dürfen, da sie gerne von einer Kennerin durch das melancholische Fasnachtstreiben in Basel geführt werden möchten. Eigentlich geh ich nicht gern mit Auswärtigen an die Fasnacht… ich kann es dann einfach weniger geniessen. Aber ich konnte ihm die Bitte nicht abschlagen und muss sagen, dass es super mit ihnen war !
Montagmorgen : Fast hätte ich verschlafen, denn ich habe meinen Wecker um 2h30 nicht gehört… Eigentlich hatten wir um 3h15 in der Hotelhalle abgemacht um gemeinsam an den Morgestraich zu gehen… als es um 3h30 an meiner Zimmertür klopfte, war ich ruck-zuck aus dem Bett und innert 5 Minuten draussen 😀 .
Der Morgestraich beginnt um 4h und wir waren 10 Minuten vorher am vorgesehenen Platz angekommen. Es war einfach – wie immer – mystisch, unglaublich und ein unbeschreibliches, sehr emotionales Gefühl für mich.
Wir haben es genossen und gegen halb sieben morgens kehrten wir in einer Beiz ein und assen Mehlsuppe und Ziibelewaie – die 2 traditionnellen Morgestraich-Gerichte. Danach schlenderten wir zurück zum Hotel und legten uns noch ein paar Stunden hin.
Um 13h hatten wir uns wieder in der Hotelhalle verabredet und waren schnell am Barfüsserplatz um den Cortège zu sehen. Das Wetter war herrlich und meine beiden Begleiter waren entzückt von der Vielfalt der Cliquen, Guggenmusik und Waggis-Wagen.
Wir verbrachten den Nachmittag draussen und gegen 19h30 wollten die beiden zurück ins Hotel. Ich blieb noch ein wenig und wollte eigentlich eine alte Bekannte treffen, die aktiv Fasnacht macht. Termin hatten wir um 21h45, aber meine Füsse schmerzten und es fing ein kleines bisschen an zu regen. Also war ich gegen 22h ebenfalls zurück zum Hotel und informierte meine Bekannte, dass wir uns morgen sehen.
Dienstagmorgen erwachte ich gegen halb neun und wir begaben uns in den Frühstückssaal. Dort traf wir meinen Arbeitskollegen mit seiner Frau und frühstückten gemeinsam. Das Frühstücksbuffet war ausgesprochen gut und wir genossen es.
Ab 13h waren wir wieder uf dr Gass und schlenderten in der ganzen Stadt umher. Am Dienstag ist immer Kinderfasnacht. Da gibt’s kein Cortège und auch die Cliquen haben nicht ihr Sujet-Kostüm an, sondern eines aus früheren Zeiten. Es gibt auch verschiedene Formationen, zusammengewürfelt aus Freunden, die miteinander Fasnacht machen. Man nennt diese Schissdräggzügli :-D.
Mama war auch dabei, allerdings blieb sie nicht immer und ging ab und zu zurück ins Hotel um sich auszuruhen. Meine beiden Begleiter kehrten ebenfalls kurz vor 20h zurück ins Hotel und ich blieb noch draussen. Ich traf mich dann mit meiner guten Bekannten, welche ich am Vortag ja schlussendlich nicht gesehen hatte und gässlete etwa 2 Stunden mit ihr.
Als ich mich nach dem gässle von Lea verabschiedet hatte, setzte ich mich auf einen breiten Fenstersims inmitten der Altstadt und genoss das Treiben. Plötzlich kommt ein ca 60-jähriger, kostümierter, allerdings ohne Larve (Maske) auf mich zu und fragte, ob er und sein Sohn sich neben mich setzen dürfen. Ich rückte etwas zur Seite und wir begannen zu plaudern. Er war so ein richtiger Basler. Typisch wie sie halt sind. Immer wieder ein Spruch und aber sehr angenehm und mit Respekt. Plötzlich meinte er, ob ich in den Keller mitkommen wolle. Es kämen noch Schnitzelbänke (das sind ironische und satirische Verse über Politik oder andere regionale, nationale oder internationale Themen, die von kostümierten Fasnächtlern vorgetragen werden). Ok, wieso nicht !? Ich ging mit ihm mit und er fragte mich, was ich trinken wolle. Etwas alkoholfreies sagte ich, worauf er entgegnete nicht mal einen Gin Tonic ? Na gut, ein Gin Tonic ist ok. (Man muss wissen : an der Basler Fasnacht geht es in erster Linie nicht um saufen !!). Der Gin Tonic wurde mir serviert und als ein paar Leute den Keller verlassen hatten, setzten wir uns etwas weiter nach vorn. Es kam ein Schnitzelbänkler und wir haben wirklich gelacht. Dann meinte Eddi (ja, inwischen hatten wir uns gegenseitig vorgestellt), ob ich gern Mandeln hätte. Na ja, kommt darauf an – wieso ? Er bestellte mir einen Kaffee Saifibleederli (Seifenblasen)… das ist ein Kaffee mit Amaretto und Schlagsahne. Ich bin jetzt kein grosser Fan von Amaretto… aber ok, er wollte mir unbedingt noch was spendieren, also hab ich es angenommen und – wenn auch etwas ungern – getrunken.
So eine Begegnung wie an diesem Dienstagabend ist mir bis jetzt noch nie and der Fasnacht passiert. Aber ich fand’s richtig toll ! Ob wohl meine Entscheidung anfang Jahres damit was zu tun hat ? Komm ich vielleicht offener rüber ? Na ja, egal – jedenfall hat es mir gut getan. Ich habe dann Eddi gegen halb ein Uhr morgens verlassen. Wir umarmten uns und ich meinte noch zu ihm also dann, schöne Fasnacht noch und vielleicht bis nächstes Jahr. Darauf entgegnete er ja, immer gerne, ich werde hier sein ! Man muss dazu noch sagen, dass dieser Keller von Generation zu Generation in seiner Familie ist. Schon sein Urgrossvater hätte den Keller gehabt…
Glücklich und etwas erschöpft war ich kurz vor 2h zurück im Hotel.
Am Mittwoch habe wir wieder alle gemeinsam gefrühstückt und waren um halb zwei an der Wettsteinbrücke. Dort kam auch der Cortège wieder vorbei und wir blieben da sicher 2 Stunden. Gegen 16h hatten wir mit einem Bekannten meines ehemaligen Arbeitskollegen abgemacht. Aber wir haben uns nicht gesehen. Meine Begleitung machte sich dann etwa 3 Stunden allein auf den Weg durch die Stadt und ich hab mit Mama einen guten Kaffee und Faschtewaie (ebenfalls eine Basler Spezialität) genossen.
Um 19h haben wir uns wieder getroffen und begaben uns dann in die Freie Strasse. Am Mittwoch kommen dort alle grossen Cliquen durch. Da sind dann Binggis (die ganz Kleinen), Junge, Stamm und die Alte gemeinsam unterwegs. Es ist absolut beindruckend, wenn soviele gemeinsam pfeiffen und trommeln.
Da wir alle sehr müde waren, machten wir uns gegen 22h auf zurück zum Hotel. Und siehe da, wir trafen zufällig den Bekannten meines ehemaligen Arbeitskollegen. Er ist mit einem Schissdräggzügli unterwegs. Das war ein wirklich schöner Abschluss. Adie Fasnacht !
Kurz vor elf waren wir im Hotel. Ich war glücklich, aber ich schlief nicht sofort ein. Das letzte Mal, dass ich auf die Uhr geschaut habe, war so gegen halb zwei Uhr morgens.
Am Donnerstag trafen wir uns zum letzten Mal zum gemeinsamen Frühstrück und verliessen dann das Hotel gegen 11h30.
Meinem ehemaligen Arbeitskollegen und seiner Frau haben die 3 Tage total gefallen und sie haben mir mehrere Male dafür gedankt, dass sie mit mir mitkommen durften.
Es war eine tolle Fasnacht und ich habe Basel mit einem lachenden und einem weinende Auge verlassen. Wie sagt man ? : Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht – ich freu mich jetzt schon auf die nächste im 2025 !
… Und somit ist die Basler Fasnacht 2015 auch schon wieder vorbei. Es war sehr schön, ausser Montag abend – da hat’s geregnet. Und nein, ich habe Pierre nicht getroffen…
Am Montag fäng in Basel wieder die Fasnacht an. Und ich freu mich total darauf, denn wir gehen an den Morgenstraich und bleiben alle 3 Tage. „die drei scheenschte Däg“ wie der Basler zu sagen pflegt. Meine Kids haben meistens keine Schulferien wenn Fasnacht ist. In 15 Jahren ist es erst das 3. Mal. Aber wir sind trotzdem jedes Jahr gegangen, wenn auch nicht alle drei Tage. Es ist ein MUST! In meinem ganzen Leben konnte ich 2 mal nicht hingehen. Da sass ich dann vor meinem Fernseher, bewaffnet mit Taschentüchern und heulte… ja, so bin ich halt. Emotional und eine absolute Heimwehbaslerin!
Nun denn, ich habe Pierre (der ja auch Basler ist) geschrieben, ob wir uns vielleicht treffen wollen. Gestern um Mitternacht kommt eine sms:
Ich werde wohl am Morgenstraich sein, jedoch mit meinen Schülern und einigen Eltern. Darum ist ein Treffen mit Dir schwierig… wir nehmen dann auch bald wieder den Zug nach B. Trotzdem wünsche ich Dir eine schöne Fasnach und …
Ich habe dann zurück geschrieben, dass es schade sei, ich es aber natürlich schon verstehen könne. Aber – das ist typisch ich ! – ich denke die ganze Zeit: … ein Treffen ist schwierig… ok, das heisst aber nicht, dass es unmöglich ist … Ich meine, ich könnte ja zufälligerweise am selben Ort wie er sein am Morgestraich. Soll ich dann so tun, als hätte ich ihn nicht gesehen? Ich mein, ich würd ihm ja nicht um den Hals fallen und abküssen – soviel Beherrschung und Respekt gegenüber seinen Schülern hätte ich ja schon. Und was sollen die drei Punkte am Ende seiner SMS?
Hier ein paar Impressionen vom Mittwoch Nachmittag – es war schön, wenn auch viel zu kurz! Aber nächstes Jahr kann ich die Fasnacht dann wieder in vollen Zügen alle drei Tage geniessen *freu*
Heute war in Basel Morgestraich. Leider konnte ich nicht gehen…*snif*, denn die Kids haben keine Ferien.
Ausserdem ist Töchterchen heute Morgen ins Skilager gefahren und ich muss mich wohl oder übel damit abfinden, dass ich nur am Mittwoch Nachmittag mit Sohnemann nach Basel fahren kann. Ich habe mir eine Tageskarte besorgt und wir werden die Bahn nehmen. Sohnemann freut sich schon wie verrückt. Das wird sicher ein toller Mama-Sohn-Nachmittag 😉
Hier könnt Ihr lesen, wie’s letztes Jahr war – alle drei Tage 😉 Ich werde dann berichten, wenn ich wieder von Basel zurück bin!
Und schon sind die „drei scheenschte Daag“ wieder vorbei. Es war eine wundervolle Fasnacht. Wir sind schon sonntags gegen 19h in Basel angekommen und konnten bei meiner Cousine – die 5 Gehminuten vom Stadtzentrum wohnt – übernachten.
Um 21h steckte ich die Kids (eine Freundin von Töchterchen war noch dabei) ins Bett – geschlafen haben sie allerdings nicht vor 23h… und um 2h45 hab ich sie dann geweckt. Selbst hab ich etwas über 2 Stunden geschlafen. Um halb vier waren wir vor dem Haus, wo eine gute Bekannte von mir schon mit ihrem Sohn auf uns wartete. Gemeinsam marschierten wir dann in die Altstadt und warteten gespannt auf 4h.
Kurz vor 4h wurde es muxmäuschenstill, keiner redete und alle warteten gespannt darauf, dass die Stadt im Dunkeln verschwand und nur noch die vielen Kopflaternen und Laternen der verschiedenen Cliquen die Dunkelheit erhellten. „Morgestraich, vorwärt, marsch!“ – wow, dieses Gefühl ist unbeschreiblich, wenn alle Pfeiffer und Trommler anfangen zu spielen.
Kurz vor fünf kehrten wir ein und es gab die obligate Ziibelewaie (Zwiebelwähe), Kääswaie (Käsewähe) und Basler Mehlsuppe. Es hat geschmeckt und gewärmt und gegen 6h in der früh waren wir wieder daheim.
Nachdem wir ein paar Stunden geschlafen haben, ging’s um 13h wieder „uff d’Gass“ (auf die Strasse). Der Cortège (Umzug) war bunt und das Wetter wunderbar…
Am Dienstag holten wir dann Mama am Bahnhof ab und waren ab 15h wieder in der Stadt. Wir haben meine Cousinen getroffen und schlenderten dann gemeinsam zu einer guten Bekannten, die jedes Jahr am Dienstag ab 16h „Open House“ macht. Das heisst: man kann zu ihr gehen und bekommt dort selbstgemachte Faschtewaie und Kaffee.
Knapp 1h30 später waren wir wieder „uf dr Gass“ und schauten dem Treiben zu. Das Guggenkonzert lassen wir jedes Jahr aus – wir sind nicht so Guggemuusig-Fans. Uns gefallen Cliquen viel besser. Und das schönste überhaupt an der Fasnacht ist das „gässle“. Das bedeutet: den Cliquen hinter her gehen, im gleichen Schritt, durch die ganze Stadt. Ich kann das stundenlang machen – bis morgens um 4h oder 5h… aber mit den Kindern geht das natürlich nicht. Also haben wir einen Kompromiss gefunden: wir bleiben etwas länger, setzen uns auf irgendeinen Fenstersims und schauen den vorbeigehenden Cliquen zu.
Am Mittwoch morgen, als wir aufstanden, mussten wir mit bedauern feststellen, dass das Wetter umgeschlagen hat. Es war grau, nieselte und schneite teilweise… wir waren nicht so motiviert, bei diesem Wetter rauszugehen. Also warteten wir etwas ab und wagten uns dann gegen 16h in die Kälte. Wir hatten Glück: es war zwar grau, aber es nieselte nicht mehr… Es war ein wundervoller Abend, die Cliquen pfiffen und trommelten was das Zeug hielt. Es blieb trocken und ich glaube, Petrus ist doch ein Basler ! 😉
Wir blieben bis nach Mitternacht in der Stadt und es war wiedermal eine Super-Fasnacht!
Übrigens: wer mal an die Basler Fasnacht kommen will, sollte unbedingt gewisse Regeln beachten und befolgen ! (durch Peter darauf aufmerksam geworden – danke für den Link !)