Es war Schicksal, anders ist das nicht zu erklären!
Als ich gestern um halb fünf in der Kirche wartete, dass das Konzert anfängt, sehe ich plötzlich Pierre eintreten. Mir stand der Atem für einen kurzen Moment still. Er hat mich nicht gesehen und ging an mir vorbei. Da sagte ich: Ja guten Abend Herr Dupont! Pierre drehte sich um und war ziemlich überrascht – freute sich aber ersichtlich und fragte, ob der Platz neben mir noch frei sei. Natürlich war er das (es sass niemand sonst in dieser Reihe) und Pierre setzte sich.
Das Konzert fing pünktlich um 17h an und wir haben beide- teils mit geschlossenen Augen – die Musik genossen. Bei einem Gesang haben wir sogar beide mitgesummt. Er Bass und ich Alto Stimme. Ich fühlte mich sehr wohl, hatte nicht mal weiche Knie oder nasse Hände. Es war einfach total entspannt und cool. Wir berührten uns ab und zu „zufällig“ am Bein oder Arm – aber alles sehr diskret.
Nach einer Stunde war das Konzert fertig und ich erfuhr, dass seine Mutter in diesem Ensemble mitgesungen hatte (ich habe sie vor Jahren ein einziges Mal gesehen und hatte sie nicht wieder erkannt). Pierre stellte sich dann mit einem Körbchen für die Kollekte zur Tür und als ich rausging meinte er hastig Es gibt noch einen Apéro nebenan! Ich lächelte, nickte und ging raus.
Nach gut 10 Minuten kam seine Mutter zu mir und fragte „Sie kennen meinen Sohn??“ Es kam fast etwas agressiv rüber und ich antwortete „ja, wir kennen uns schon seit gut 15 Jahren. Wir haben mehrere Lager gemeinsam gemacht“. Ihr Gesicht erhellte sich und sie schien „beruhigt“. Ich folgte ihr in den Saal und ergatterte ein Glas Wasser. Ich setzte mich an den Tisch und wartete. Plötzlich kam sie zu mir und meinte „Pierre kommt sicher gleich“. Ich fragte mich, wieso sie mir das so sagt, aber gut.
Pierre kam dann weitere 10 Minuten später und steuerte direkt auf mich zu. Willst du ein Glas Wein? – Nein danke, ich muss noch fahren – ich auch, komm schon, ein Glas! – na gut, aber nur ein halbes.
Wir plauderten dann gemeinsam mit dem Pfarrer. Ab und zu kam mal eine Bemerkung welche nur er oder ich verstand und nach knapp einer Stunde gingen dann die ersten Leute nach Hause und verabschiedeten sich.
Auch ich machte mich bereit aufzubrechen und so verliessen wir gemeinsam den Saal. Als wir draussen standen fragt er wo hast du dein Auto? – da vorn – ah ok, ich gleich hier. Fahr mir doch kurz nach – ok…
Als ich im Auto sass, fragte ich mich, wo er mich jetzt hinführt. Irgendwo in den Wald, in einen dunklen Winkel? Wir fuhren keine 10 Minuten und kamen bei einem Stadt-Reienhaus an. Als wir beide ausgestiegen waren, schritten wir vielleicht 50m zu einer Tür und er meinte, das sei das Haus seiner Urgrossmutter. Er kramte den Schlüssel hervor und wir traten ein. Er erklärte mir dann, dass die untere Wohnung dieses alten Stadthauses eigentlich seiner Mutter gehöre, sie aber nicht hier wohne und dies nur dazu diene, wenn er oder sein Bruder kämen und hier übernachten. Aha. Also ich wusste schon, dass seine Mutter in dieser Stadt wohnte, das allerdings hätte ich nicht erwartet.
Nachdem er mir die kleine 3-Zimmer-Wohnung gezeigt hatte und wir im Korridor standen, packte er mich plötzlich und drückte mich gegen die Wand. Wir küssten uns leidenschaftlich und es war einfach nur magisch – fast wie im Film. er flüsterte mir ins Ohr ich hätte dich damals in Adelboden oder damals auf der Bettmeralp fragen sollen, ob du mit mir schläfst (da war er solo und ich verheiratet) aber ich traute mich nicht, da du verheiratet warst. – Ja, hättest du…
Wir küssten uns weiter und plötzlich drückt er mich weg und meint ich darf dir das nicht antun! Ich kann dir niemals geben was du verdienst! Ich schaute ihn nur an und küsste ihn. Nach einigen weiteren Küssen trat er einen Schritt zurück, schaute mir fest in die Augen und meinte wenn wir miteinander schlafen, dann missbrauche ich dich. ich will dich nicht verletzen. – Wenn ich es auch will, ist das kein Missbrauch. Ich weiss ja wie die Lage ist. – Ich will aber nicht, dass du leidest – das tu ich sowieso seit 15 Jahren schon, kommt nicht mehr darauf an. Weisst Du, ich liebe dich. Er küsste mich und zog mir meinen Mantel aus. Dann stiess er mich sanft den Gang entlang ins hintere Zimmer. Ich zog ihm sein Hemd aus und als wir beide nur noch in der Unterwäsche auf dem Bett lagen, stand er plötzlich auf und meinte wir dürfen das nicht. Ich bin zu egoistisch zu chaotisch, ich werde dich nur verletzen! Es ist Missbrauch. Ich zog ihn zu mir heran, küsste ihn und flüsterte Es ist Schicksal… ich will es, also ist es kein Missbrauch. – Bist du sicher? Ich nickte.
Als er in mich eindrang, schaute er mir in die Augen und wollte wissen, ob ich Kinder bekommen könne. Ich verneinte und der Akt war zwar sehr kurz aber um so intensiver. Kurz darauf stand er auf, schüttelte den Kopf und hielt ihn mit beiden Händen. Ich umarmte ihn, gab ihm einen Kuss auf die Wange und sagte mach dir keinen Kopf. Es musste sein.
Wir zogen uns an und setzten uns aufs Bett. Sein Blick war auf den Boden gerichtet und er meinte weisst du, wir könnten uns schon ab und zu treffen, aber ich will nicht nur Sex mit dir. Ich wär sonst schon längst zu Dir gefahren. Aber ich kann dir nicht mehr geben. Wir (seine Frau und er) sind eben erst umgezogen und ich fühle mich innerlich nicht bereit, zu gehen. Ja, wenn sie geht oder stirbt, aber so…!? – ich weiss, mach dich nicht verrückt – du darfst nicht auf mich warten! – was soll ich denn tun? Ich hatte einen Freund und dachte doch nur die ganze Zeit an dich! Ich habe schon so viele Jahre gewartet, da kommt es nicht mehr drauf an. Er küsst mich.
Ich verlangte ihm dann noch ein Glas Wasser und er begleitete mich hinaus. Er müsse noch ein paar Dinge ins Auto packen und seine Gedanken ordnen. Ich nickte, küsste ihn und ging.
Als ich im Auto sass und heimwärts fuhr, fühlte ich mich gut. Nicht traurig, nicht hoffend, einfach nur gut.
Zu hause angekommen, schrieb ich ihm :
… so mein Lieber. Ich habe meine Kids eingesammelt und bin gut zuhause angekommen.
Es war wohl Schicksal heute… wunderschön wenn auch kurz…
Mach Dir keine Vorwürfe – es musste sein, davon bin ich überzeugt!
Schlaf gut und denk ein bisschen an mich 😉
Je t’aime – kann nichts dafür… küsschen :-* ❤
Ich erwartete keine Antwort und legte das Handy beiseite. Ich schlief dann auch relativ rasch ein. Als ich heute morgen erwachte, hatte ich eine Nachricht : … eine ganz gute Nacht!
Ich habe darauf nicht geantwortet und werde auch nicht darauf reagieren. Nächsten Samstag hat er Geburtstag, da wird er eine sms bekommen…