
💕🍀🌷🌿🌸


Nach der Chorprobe gibt es bei uns jeweils einen Apéro. Ich finde das immer toll, weil wir noch ein bisschen zusammenstehen und den Abend ausklingen lassen.
Ich gehe in dieser Zeit meistens kurz raus – eine Zigarette. Einfach ein paar Minuten für mich.
Gestern stand ich also draussen, als zwei neue Choristinnen – sie sind erst seit etwa einem Monat dabei – ebenfalls hinauskamen. Eine von ihnen blieb stehen, schaute mich an und meinte:
„C’est original…“
Ich war kurz irritiert.
„Was meinst du?“
„Dass du rauchst“, sagte sie. Der Tonfall war… sagen wir mal, nicht ganz neutral.
Ich habe die beiden etwas „böse“ angeschaut und gekontert:
„Weisst du, ich fühle mich als Raucher in einer Minderheit, auf die man ziemlich leicht ein bisschen abwertend schaut.“
Die beiden schauten mich etwas überrascht an.
Und irgendwie kam ich dann ins Reden und erzählte von all diesen Diskussionen über Inklusion und Sonderregelungen für einzelne.
Und ganz ehrlich: Ich habe echt Mühe damit.
Bei uns im Büro zum Beispiel wird für alles und jeden eine Lösung gesucht – sogar genderneutrale Toiletten haben wir wegen einer einzigen Person, die nicht mal täglich da ist – aber wir Raucher stehen draussen im Regen. In einer kleinen Ecke hinter dem Haus. Ohne Dach.
Wenn schon, dann doch bitte für alle gleich.
Ich habe dann noch einen draufgesetzt:

„Auf den Zigarettenpackungen steht gross ‘Rauchen ist tödlich’. Was ja stimmt. Aber warum steht das nicht auf Bierflaschen? Oder auf Wein? Alkohol kann genauso zerstören – aber da sagt niemand etwas.“
Es wurde kurz still.
Die beiden wirkten plötzlich etwas verlegen.
„Ja… das stimmt schon“, meinten sie leise.
Dann verabschiedeten sie sich ziemlich schnell.
Und ich blieb noch einen Moment draussen stehen.
Mit meiner Zigarette.
Und einem kleinen inneren Schmunzeln.
Ich gebe zu: Ich habe es ein bisschen genossen, wie sie von ihrem hohen Ross plötzlich ganz klein mit Hut davongegangen sind.
Nicht, weil ich jemanden „fertig machen“ wollte – sondern weil es manchmal gut tut, den Spiess kurz umzudrehen und einen Spiegel vorzuhalten.
Und zu zeigen, dass Dinge eben nicht immer so eindeutig sind, wie sie auf den ersten Blick wirken.
Kürzlich bin ich im Internet auf einen Text gestossen, der mich nachdenklich gemacht hat.
Er handelt von einer Frau, die sich nach zwölf Jahren Ehe von ihrem Mann trennt – obwohl er nach aussen als «guter Mann» gilt: zuverlässig, treu, im Alltag präsent.
Der Grund ist kein grosser Streit, sondern ein Satz, der sich über Jahre hinweg wiederholt hat:
«Sag mir einfach, was ich tun soll.»
Er hilft – aber nur, wenn sie ihn darum bittet.
Sie hingegen trägt alles im Kopf: Termine, Organisation, Alltag.
Ein Moment bringt das Fass zum Überlaufen:
Als er sie fragt, was sie seiner Mutter zum Geburtstag gekauft haben, wird ihr klar, wie selbstverständlich diese Verantwortung für ihn geworden ist.
Nicht die einzelnen Aufgaben sind das Problem.
Sondern dass sie alleine dafür verantwortlich ist, überhaupt daran zu denken.

Dieser Text hat bei mir etwas getroffen.
Diese mentale Last – dieses ständige Mitdenken – ist schwer zu erklären, wenn man sie nicht selbst erlebt hat.
Es geht nicht um einzelne Dinge. Es ist dieses Dauerhafte.
Ich kenne das aus meiner eigenen Vergangenheit.
Mein Ex-Mann hatte durchaus Bereiche, in denen er gut war – handwerklich oder bei juristischen Themen.
Aber im Alltag lag praktisch alles bei mir.
Die Kinder sowieso.
Um unsere damals eineinhalbjährige Tochter hat er sich genau vier Tage lang gekümmert – und das auch nur, weil ich selbst nach einem Rückenproblem auf ärztliche Anordnung mehrere Tage nicht aufstehen durfte.
Und selbst darüber hinaus war der Umgang mit den Kindern oft ein schwieriges Thema zwischen uns. Es hat mich belastet, wie er in gewissen Momenten mit ihnen umging – und es war immer wieder ein Punkt, an dem Konflikte entstanden.
Und ich habe mitgemacht. Viel zu lange.
Ich habe Dinge übernommen, die eigentlich nicht meine Aufgabe gewesen wären.
Ich bin für ihn Schuhe kaufen gegangen, weil er keine Lust hatte. Habe sie zurückgebracht, umgetauscht, mich darum gekümmert.
Wenn ich ihn um etwas bat, kam es oft mit Widerstand – oder nur dann, wenn es für ihn gerade passte.
Gleichzeitig war er extrem eifersüchtig.
Für sich selbst nahm er sich jedoch Freiheiten heraus, die für ihn bei mir undenkbar gewesen wären.
Einmal sassen wir in einer Bar, als eine Gruppe Männer hereinkam. Sie sprachen Schweizerdeutsch – hier in der Romandie eher ungewöhnlich – und ich drehte mich deshalb kurz um. Mehr war da nicht.
Daraus entstand eine Eifersuchtsszene, die damit endete, dass ich mich rechtfertigen musste. Der Streit ging bis tief in die Nacht – und am nächsten Tag war mir die Nacht noch deutlich anzusehen.
Heute sehe ich das klarer.
Es geht nicht darum, ob jemand «gut» ist.
Und auch nicht darum, ob jemand punktuell hilft.
Es geht darum, ob man wirklich gemeinsam Verantwortung trägt.
Und vielleicht auch darum, wie lange man selbst bereit ist, mehr zu tragen, als eigentlich gut für einen ist.
Ich sehe heute auch, welche Rolle ich damals eingenommen habe – eine Rolle, die ich so eigentlich nie wollte. Ich habe vieles einfach über mich ergehen lassen. Heute weiss ich jedoch, dass ich es nie wieder so weit kommen lassen würde.
Am Ende hat mein Mann mich für eine andere verlassen. Damals hat mich das sehr getroffen.
Heute kann ich sagen: Ich bin ihm dafür sogar dankbar.
Denn rückblickend war es wohl der Schritt, den ich selbst nicht gegangen wäre – und mir geht es heute deutlich besser.


In meinem letzten Beitrag habe ich Euch ja erklärt, wie meine aktuelle Situation gerade aussieht.
Heute habe ich die Einsprache gegen die Kündigung geschrieben und werde sie nachher zur Post bringen. Zum Glück habe ich die Möglichkeit, solche Dinge im Büro zu erledigen – vor allem an Tagen wie heute, an denen nicht viel läuft.
Ich gebe zu, es hat mich etwas Überwindung gekostet. Solche Schritte liegen mir nicht besonders – und trotzdem weiss ich, dass es wichtig ist, für sich einzustehen.
Es ist kein grosser Moment, eher ein leiser. Aber einer, der sich trotzdem bedeutsam anfühlt.
Jetzt heisst es warten. Und das Vertrauen, das ich in mir trage, festzuhalten – auch dann, wenn es zwischendurch leise wird. Aufgeben ist keine Option.

Aktuell bin ich auf Wohnungssuche.
Ich wohne zurzeit in einer subventionierten 4-Zimmer-Wohnung, die nun, da ich nur noch mit meinem Sohn hier lebe, als unterbelegt gilt. Deshalb muss ich mich neu orientieren.
Grundsätzlich hätte ich weiterhin Anspruch auf eine subventionierte 3-Zimmer-Wohnung. Gleichzeitig würde ich aber lieber eine „normale“, nicht subventionierte Wohnung finden – mit Blick nach vorne, um nicht in ein paar Jahren wieder in der gleichen Situation zu sein, wenn mein Sohn auszieht.
Hinzu kommt: Ich möchte gerne in der Region bleiben, in der ich heute lebe.
Ich bin zuversichtlich, dass ich etwas Passendes finden werde.
Aber ehrlich gesagt graut mir jetzt schon vor dem Aussortieren, Packen und dem ganzen Drumherum.
Falls jemand Tipps oder Ideen hat – sei es zur Wohnungssuche oder zum Ausmisten und Packen – ich bin sehr dankbar dafür.
Seit Montag ist Sohnemann nun in einem Programm zur Wiedereingliederung in die Berufswelt. Nach sechs – teils schwierigen – Jahren ist er endlich wieder auf dem Weg.
Am Mittag des ersten Tages kam er zu mir ins Büro, und wir haben gemeinsam gegessen. Er wirkte etwas frustriert, denn gleich am Morgen standen ein Französisch- und ein Mathetest auf dem Programm. Er meinte, er habe nichts von „2a + 2b“ bzw. „(a + b)“ verstanden. Ich konnte ihn etwas beruhigen und erklärte ihm, dass es dabei nicht um Noten geht, sondern darum zu sehen, was aufgefrischt werden muss.
Am Nachmittag ging er wieder zurück. Als wir kurz vor 17 Uhr gemeinsam auf dem Heimweg waren, sagte er: „Heute Nachmittag war okay. Der Mathe- und der Französischlehrer sind in Ordnung.“
Heute ist Donnerstag, und die erste Woche ist bald vorbei.
Es ist noch alles neu, vielleicht auch noch ein bisschen unsicher.
Aber da ist etwas in Bewegung gekommen.
Und ich habe ein gutes Gefühl… !


Ich hoffe, Ihr hattet schöne und vielleicht auch ein wenig ruhige Ostertage 🌿🐰💕
Meine waren dieses Jahr… intensiv.
Schön. Voll. Und am Ende auch ein bisschen erschöpfend.
Der Karfreitag begann für mich früher als für die meisten. Bereits um 12h30 war ich in der Kapelle, um alles vorzubereiten. Die Bilder für den Kreuzgang hatte ich im Vorfeld erstellt – mit ein bisschen Unterstützung 😉 – auf A3 ausgedruckt und laminiert.
Um 15h war es dann soweit.
Der Gottesdienst begann. Und ich hatte das Gefühl: es hat sich gelohnt. Die Rückmeldungen waren durchwegs sehr positiv – viele fanden den Kreuzgang besonders stimmig und schön gestaltet.

Der Karsamstag führte mich dann nach Frankreich, gemeinsam mit meinem Sohn.
Ein kleines Familientreffen bei meinem Vater: zwei meiner drei Brüder mit Partnerinnen, drei Cousins und Cousinen mit ihren Partnern, meine Lieblingstante, mein Papa, mein Sohn, ich – und mittendrin meine zwei Monate alte Nichte.
Hin- und Rückfahrt am selben Tag, je knapp drei Stunden… ja, das war ein bisschen happig.
Aber es hat sich gelohnt.
Allein schon für das Gigot d’Agneau, langsam gegart und einfach nur délicieux. Und die Apfeltorte.
Ein intensiver, voller, schöner – und ja, auch anstrengender Tag.
Der Ostersonntag begann früh. Sehr früh.
Um 8h ging es los zur Taufe meines Neffen – erneut in Frankreich, diesmal „nur“ eine Stunde entfernt, nahe Genf.
Wir mussten rechtzeitig los, denn dort ist jeden Sonntag Markt. Parkplätze? Fehlanzeige rund um die Kirche. Also lieber etwas früher da sein, um nicht in Stress zu geraten.

Die Ostermesse mit drei Taufen war wunderschön.
Die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt – wie so oft an Ostern und Weihnachten.
Mit meiner Mama habe ich danach schmunzelnd beschlossen, dass wir irgendwann einmal an einem „ganz normalen“ Sonntag hingehen sollten. Einfach, um zu sehen, wie viele tatsächlich regelmässig kommen 😊
Nach der Taufe gab es einen einfachen Brunch in einem kleinen Café gleich neben der Kirche.
Ein kurzer Moment zum Durchatmen – bevor es weiterging.
Um 14h45 sind wir aufgebrochen – zurück Richtung Lausanne.
Denn um 17h war unsere eigene Ostermesse.
Und da ich so etwas wie die Sakristanin unserer Kirche bin (ja, das mache ich auch noch 😄), musste ich natürlich früh genug vor Ort sein.
Kurz nach 16h war ich da. Genug Zeit, alles in Ruhe vorzubereiten.

Die Messe selbst war dann… besonders.
Ich durfte „À toi la Gloire“ gemeinsam mit einer Kirchgängerin singen, begleitet von einer weiteren Kirchgängerin aus unserer Gemeinde an der Querflöte sowie vom Harmonium.
Ein Moment, getragen von unserer eigenen Gemeinschaft – leise, schön und irgendwie ganz bei sich.
Nach dem Gottesdienst – wie so oft – ein Apéro riche.
Begegnungen, Gespräche, Lachen.
Und irgendwann, als alles vorbei war, alle gegangen waren, alles aufgeräumt war…
war ich um 21h30 endlich zuhause.
Und: k.o.
Der Ostermontag war dann das genaue Gegenteil.
Nichts.
Einfach nichts.
Ich sass auf meinem Sofa und habe mich ausgeruht.
Durchgeatmet.
Erst am Abend ging es noch kurz zu meiner Mama, zusammen mit meinem Sohn – zum Abendessen mit meinem Bruder und meinem Neffen.
Ein ruhiger Abschluss.
Und heute?
Heute bin ich wieder im Büro.
Viele sind noch in den Ferien, es ist ruhig, nicht allzu viel zu tun.
Und ganz ehrlich?
Das tut gerade richtig gut 😊
Vielleicht genau das, was nach solchen intensiven Tagen auch ein bisschen dazugehört.

Es gibt Momente, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken – ein politischer Entscheid, ein Gesetz, eine formale Anerkennung.
Und doch tragen sie eine Geschichte in sich, die viel tiefer geht.
Vor wenigen Tagen wurde im Kanton Waadt ein solcher Entscheid gefällt:
Die Föderation der anglikanischen und christkatholischen Kirchen (FACCV) wurde als Gemeinschaft von öffentlichem Interesse einstimmig mit einer Enthaltung vom Grossen Kantonsrat anerkannt.
Ein Entscheid, der nicht einfach «vom Himmel gefallen» ist.
Es ist das Resultat eines langen, anspruchsvollen Prozesses – begonnen bereits 2016, mit zahlreichen Prüfungen, Abklärungen und Anforderungen.
Ein Entscheid, der bestätigt:
Diese Kirche ist da.
Sie ist Teil dieser Gesellschaft.
Und sie trägt etwas bei.
Denn genau darum geht es bei dieser Anerkennung:
Nicht um Privilegien – sondern um Sichtbarkeit, um Dialog, um einen Platz im gesellschaftlichen Gefüge.
Es ist persönlich.
Meine Familie gehört zu den Gründungsmitgliedern der christkatholischen Kirche der Schweiz im Jahr 1871.
Diese Geschichte ist also nicht etwas, das ich «irgendwann entdeckt» habe.
Sie ist Teil meiner Wurzeln.
Und dann kam Lausanne.
Als wir 1990 hierhergezogen sind, war die christkatholische Kirchgemeinde praktisch nicht mehr existent.
Man könnte auch sagen: Sie war am Verschwinden.
Dass es sie heute noch gibt, ist nicht selbstverständlich.
Es ist das Resultat von Menschen, die geblieben sind.
Allen voran meine Mutter – still, beharrlich, treu.
Ich bin stolz auf uns – und vor allem auf meine Mama, die nie aufgegeben hat.
Kirche ist Beziehung.
Kirche ist Präsenz.
Kirche ist das stille Dranbleiben über Jahre hinweg.
Der Kanton anerkennt heute eine Organisation.
Ich sehe darin vor allem die Anerkennung von Menschen, von Engagement, von gelebtem Glauben – oft im Kleinen, oft im Verborgenen.
Und vielleicht ist genau das das Schönste daran:
Dass etwas, das lange unsichtbar war, plötzlich sichtbar wird.
Nicht, weil es sich verändert hat.
Sondern weil jemand hinschaut.
Nach Jahren des Engagements.
Nach Jahrzehnten des Dranbleibens.
Nach Generationen von Menschen, die diese Kirche getragen haben.
Ist dieser Moment mehr als ein Entscheid.
Er ist ein Zeichen.
Ein Zeichen dafür, dass Treue Spuren hinterlässt.
Auch wenn es lange dauert, bis sie sichtbar werden.
Ich funktioniere.

Das sagen viele, als wäre es etwas Positives.
Als würde es zeigen, dass man alles im Griff hat.
Und ja – vielleicht stimmt das auch.
Aber ist das wirklich das Ziel?
Der Inhalt eines Lebens – funktionieren?
Oder ist es einfach nur die bequemste Antwort,
die in unseren Alltag passt,
damit man in der Gesellschaft nicht untergeht?
Funktionieren heisst oft einfach weitermachen.
Tag für Tag.
Ohne gross zu hinterfragen.
Weil stehenzubleiben
sich kaum jemand leisten kann.
Und irgendwann merkt man vielleicht,
dass man zwar alles schafft –
aber sich selbst dabei ein bisschen verliert.
Und das Merkwürdige ist:
Niemand merkt es.
Vielleicht geht es gar nicht darum, immer zu funktionieren.
Sondern darum, kurz stehenzubleiben
und sich zu fragen:
Lebe ich das hier eigentlich noch –
oder erledige ich nur, damit es funktioniert?
Neulich hatte ich ein Gespräch mit Frank.
Es ging um ganz praktische Dinge: Berufe, Zukunft, Ausbildung.
Und mitten in diesem Gespräch fiel ein Satz, der mir seither immer wieder durch den Kopf geht.
Er wäre wohl ein leidenschaftlicher Laternenanzünder geworden.
Ein Laternenanzünder – ein Beruf aus einer anderen Zeit. Einer, der heute kaum noch existiert.
Und doch begann dieses Bild in meinem Kopf weiterzuleuchten.
Ein Laternenanzünder geht durch die Strassen und entzündet Licht für andere. Abend für Abend. Still, ohne grossen Applaus. Die Menschen gehen unter den Laternen hindurch, vielleicht ohne gross darüber nachzudenken, dass jemand zuvor dort gewesen ist und das Licht angezündet hat.
Während ich darüber nachdachte, musste ich plötzlich an ein anderes Bild denken, das mich schon länger begleitet: den Leuchtturm.
Ein Leuchtturm steht fest an seinem Platz und sendet sein Licht hinaus in die Nacht. Nicht laut, nicht aufdringlich. Einfach da. Für die Schiffe, die draussen unterwegs sind.
Und das Schiff wiederum bewegt sich. Es fährt durch Wellen, manchmal durch Nebel, manchmal durch ruhiges Wasser. Es sucht seinen Weg – und irgendwo in der Dunkelheit taucht dann ein Licht auf.
Vielleicht ein Leuchtturm.
Vielleicht eine Laterne.
Und in diesem Moment wurde mir plötzlich klar, warum mich dieser Satz nicht mehr losliess.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Gespräche genau so sind.
Frank ist dabei eher der, der das Licht trägt.
Ruhig, manchmal etwas distanziert, manchmal fast nüchtern – und doch mit einer Klarheit, die Orientierung geben kann.
Und ich bin wohl eher das Schiff, das unterwegs ist.
Das Fragen stellt, Gedanken bewegt und manchmal einfach nur nach dem nächsten Licht sucht.
Der Laternenanzünder bringt viele kleine Lichter in die Welt.
Der Leuchtturm ein einziges grosses.
Aber im Grunde tun beide dasselbe: Sie sorgen dafür, dass es im Dunkeln nicht völlig dunkel bleibt.
Vielleicht war sein Satz nur ein beiläufiger Gedanke. Ein kleines Bild aus einem Gespräch.
Aber seit diesem Moment sehe ich ihn ein bisschen als Laternenanzünder.
Und mich vielleicht ein wenig als Schiff.
Und irgendwo zwischen Laternenlicht und Leuchtturm entsteht manchmal genau das, was gute Gespräche ausmacht:
ein kleines Stück Orientierung in der Dunkelheit.
Manchmal reicht schon ein einziges Licht.
Und ich habe das Gefühl, dass ich meinen Leuchtturm – und manchmal auch meinen Laternenanzünder – in Frank gefunden habe.
Dafür bin ich sehr dankbar.