Wenn eine Beziehung zu Ende ist, aus welchem Grund auch immer, kommt irgendwann ein Moment, da möchte man, dass alles gar nicht wahr ist. Man mancht sich Vorwürfe, klammert sich an Erinnerungen, ist traurig und versucht – auf welche Weise auch immer – den anderen festzuhalten. Gleichzeitig ist man aber auch wütend auf den anderen, ist verletzt und macht vielleicht sogar Dinge, die man in einem „Normalzustande“ nicht tun würde.
Dieser Zustand kann einerseits dann eintreten, wenn man verlassen wird – was wohl meistens der Fall ist. Andererseits kann dieses Gefühl auch erst dann eintreten, wenn man schon länger getrennt lebt. Meistens ist es, weil der Ex-Partner plötzlich jemanden kennen lernt. Noch schlimmer ist es dann, wenn man selbst niemanden hat. Dann kommt eine gewisse Eifersucht auf. Eigentlich ist das ziemlich egoistisch und für den anderen oft mühsam. Noch stärker zeigt sich das Ganze, wenn man mit dem Ex-Partner eigentlich ein normales Verhältnis hat (also nicht irgendwie im Krieg ist, sondern zivilisiert miteinander umgeht).
Der „festgehaltene“ Partner hat einerseits Mitleid, andererseits ist er genervt. Schliesslich hat er auch ein Recht darauf, zu leben – wieder zu leben und zu lieben. Wieder geliebt zu werden. Ohne Liebe kann man nicht leben. Man wird verbittert, frustriert und vegetiert nur noch vor sich hin. Wenn dann aber plötzlich jemand in sein Leben tritt, blüht er auf, liebt und lebt wieder!
Ich weiss das nur zu gut – ging mir ja nicht anders…. aber dieser Zustand lässt sich nicht so mir nichts, dir nichts ändern – leider. Doch das Leben geht weiter, morgens geht erneut die Sonne auf und die Welt dreht sich im 24h-Takt. Und irgendwann kann man loslassen, kann man verzeihen. Und schlussendlich weiss man: es musste so kommen und es ist gut so…