Wenn Kinder nerven


Geschwister-StreitEben habe ich einen Artikel darüber gelesen. Ich nerv mich manchmal auch ab meinen Kindern. Es gibt vorallem 2 Dinge die mich nerven bei meinen Kindern:

1) Sie streiten sich zu oft, nämlich täglich mindestens 4-5 Mal wenn nicht mehr. Ich kann einfach nicht verstehen, wieso sich Geschwister sooft streiten. Natürlich, es gehört dazu, aber immer? täglich? die ganze Zeit?

Ich meine, ich habe 3 Brüder, mit einem habe ich zusammen gelebt – die anderen waren aus 2. Ehe meines Vaters. Ich bin die älteste und mein „kleiner Bruder“ ist 6 Jahre jünger. Klar haben wir mal gestritten, aber nicht täglich.

Vielleicht liegt es auch am Charakter? Meine Kids haben beide einen sehr starken Charakter, sind beide sehr eifersüchtig aufeinander, wollen immer besser sein als der andere, mich immer mehr haben als der andere. Ich denke, es ist ein echter Konkurrenzkampf zwischen den beiden, was dann halt zu täglichen Streitereien führt… aber manchmal macht mich das fast wahnsinnig…

2) Wenn ich 100 mal das selbe sagen muss, täglich das gleiche. z.B.

  • Häng Deine Jacke auf und stell Deine Stiefel richtig hin.
  • Mach den Hund nicht verrückt
  • Renn nicht in der Wohnung rum
  • Mach das TV leiser
  • Setz Dich korrekt hin um Aufgaben zu machen
  • Red nicht rein, wenn ich mit jemandem spreche
  • Steh auf, es ist schon halb acht (um 7h45 muss Töchterchen aus dem Haus!)
  • Deine Sachen gehören nicht auf den Boden sondern in Dein Zimmer
  • Man spielt nicht mit Zündhölzern, das ist gefährlich
  • Lehn dich nicht aus dem Fenster

Das schlimme daran finde ich, dass sie mir beide immer sagen „Ja, ok, Mama“ und dann aber immer wieder weiter machen. Ich versteh das nicht. Wenn meine Mam mir als Kind sagte, tu das nicht (immer mit Begründung – das tu ich auch!), dann tat ich es auch nicht mehr. Ich habe bei meinen Kids manchmal das Gefühl, ich rede an eine Wand. Hier rein, da raus…

Das sind die 2 Dinge, die mich wirklich nerven bei meinen Kids – aber ich liebe sie trotzdem über alles !!!

11 Kommentare zu “Wenn Kinder nerven

  1. Drei Kinder habe ich groß gezogen und bin Grundschullehrerin gewesen. Sehr, sehr geholfen haben mir die Bücher von Rudolf Dreikurs, z.B. „Kinder fordern uns heraus“……….Ich weiß, jetzt ist ein Jesper Juul voll IN, aber der Dreikurs hat es eben mir gebracht….
    Liebe Grüße
    Sonja

  2. Hallo! Du scheinst viel Energie darauf zu verwenden, vielleicht klappt es besser, wenn du die „Befehle“ so formulierst, dass sie auch ankommen, indem du das Wort „nicht“ weglässt.

    Also statt „Red nicht rein“ „Sei jetzt bitte ruhig, jetzt bin ich dran“ und „Lass den Hund in Frieden“ statt „Mach ihn nicht verrückt“.

  3. Mir ist noch eingefallen, dass man dafür den Begriff „Muttertaub“ hat. Wenn die Kinder Jaja sagen, es aber nicht echt h ö r e n.
    Um Muttertaubheit zu heilen, kann man sich lustige Strategien ausdenken…

  4. Danke für Eure Ratschläge.

    @ Wildganss: ich kannte bis anhin Jesper Juul nicht – wieder was gelernt 😉 …. Muttertaubheit, hmmm, interessanter Begriff. Was für lustige Strategien denn z.B.?

    @ Paula: Ja, Energie wende ich schon auf. Und ich finde es auch enorm wichtig, den Kindern zu erklären, weshalb sie etwas tun oder nicht tun sollen. Das Wort „nicht“ benutze ich ja nicht immer. Ich sage z.B. oft: Hör auf den Hund verrückt zu machen, oder Häng bitte deine Jacke auf…. aber das scheint nichts daran zu ändern, dass sie es am nächsten Tag, manchmal sogar nur ein paar Stunden später schon wieder machen.

    • Strategien, die bei meinen Kindern gut geklappt haben: z.B. lachen. Oder wie empört an der Garderobe stehen, laut sagen: ich fass es nicht, ich fass es nicht, da HÄNGT die Jacke. Wie toll ist DAS denn?
      Also einfach die Spielchen durchkreuzen mit absurden oder unvorhersehbaren Aktionen…gern auch mal unerwünschtes Verhalten einfach nicht beachten (geht natürlich nicht, wenn ein Kind beispielsweise rumzündelt…).
      Gruß von Sonja

  5. Lach….

    Ja. An der Formulierung kannst du wenn du willst noch feilen. Z.B. Die Jacke liegt am Boden…

    ….und auch über dich nachdenken. Ich frage mich immer warum regt mich das auf? Was hat das mit mir zu tun? Gibt es nicht manchmal Dinge die wichtiger sind als jeden Tag 3 mal die Jacke aufzuhängen? Und die Stiefel? Gerade hinstellen? Na ja…. Diese Dinge sind für mich auch wichtig aber nicht sooo wichtig. Und wie ist es mit loben? Lobst du sie dann dafür wenn sie gut sind? Und auch so laut wie du kritisierst? Auf 1mal kritisieren sollte 3 mal loben kommen.

    Das alles nur so nebenbei und guten Herzens gemeint. Ich hab auch Kinder, ich red also nicht von etwas was ich irgendwo gelesen hab.

    Alles Liebe für dich.

    Bettina

    • Oh, ich denke viel über mich (und vieles anderes) nach und ich weiss auch, dass ich selbst seit einiger Zeit etwas reizbarer bin … aber ich meine: wenn die Kids später mal arbeiten und jedesmal muss der Chef ihnen sagen, schreiben sie das mit mit einem roten Stift – aber jedesmal wird es mit blau geschrieben… oder die Regel der Firma besagt, dass jeder Kunde einen Kaffee angeboten bekommt, aber bei jedem zweiten tun sie es nicht…na ja, irgendwann hat der Chef genug und ihnen wird gekündigt….

      Ich finde, das Ganze hat eben auch mit Kameradschaft zu tun. Wir leben ja sozusagen in einer Gemeinschaft – wir sind eine Familie und leben alle zusammen. Nutzen gemeinsam das Wohnzimmer, das Bad, die Küche, etc. Wieso also sollten sie nicht ihre Sachen vom Wohnzimmer wegräumen, wenn sie fertig gespielt haben? Ich habe ja nichts dagegen, dass sie da spielen, aber ich habe auch das Recht im Wohnzimmer zu sein ohne das Gefühl zu haben, ich sei in einem Kindergarten…Oder wieso sollten sie nicht ihre Jacken aufhängen anstatt sie im Flur auf den Boden zu schmeissen? Ich habe auch das Recht, nicht mit Sieben-Meilen-Stiefeln mich durch den Flur kämpfen zu müssen… Ausserdem: in jeder Gemeinschaft, Firma, Organisation gibt es Regeln… und die sollten von allen gleichermassen eingehalten werden… nicht nur vom „Chef“… und: ich bin kein Dienstmädchen…

      Natürlich lobe ich sie. Gerade eben bin ich mit Sohnemann nach hause gekommen. Er hat seine Jacke aufgehängt! Ich habe ihm gesagt: Wow, toll! Du hast die Jacke gleich aufgehängt – das ist sehr gut. Das finde ich auch normal und nötig… in den Firmen heute fehlt das allerdings oft, dabei würde eine Firma viel besser funktionnieren, wenn der Chef auch mal die guten Dinge beim Namen nenne würde – sprich, die Angestellten lobt…

      Aber es liegt wohl an der heutigen Generation: In den 70ern wurde die antiautoritäre Erziehung gross geschrieben. In meinen Augen ein totaler Schwachsinn und ich hoffe, das nächste Generationen sich wieder etwas besinnen und etwas mehr Autorität zeigen. Etwas mehr Respekt gegenüber seinen Mitmenschen würde niemandem schaden…

  6. Also ich weiß nicht recht . Sicher interessant was ihr so schreibt. Aber wenn ich ehrlich bin ,ist das genau das Spiegelbild der Gesellschaft. Nicht die anderen machen etwas nicht oder eben die Fehler, sondern ich . Nicht das Kind hebt seine Jacke nicht auf … nein bevor ich mich darüber ärgere mache ich es lieber selber 10 mal . Sorry . Ich seh das anders , ich bin auch mit den Wörtern :ja,nein, bitte ,danke aufgezogen worden . Und wow welch Erkenntnis ich hab es überlebt. Wenn meine Eltern sagten lehn dich nicht aus dem Fenster ,das ist gefährlich . Dann tat ich es nicht mehr.
    Bettina du schreibst, ob es nicht Dinge gibt die wichtiger sind ,ja sicher gibt es Dinge die wichtiger sind , nur leider fehlt mir eben dann die Zeit dazu wenn ich ständig hinterherräumen muss. Mehr loben als kritisieren ist schon richtig, aber man kann das doch nicht in einem Verhältnis sehen. Ich führe doch keine Strichliste . Wird etwas gut gemacht gibt es ein Lob , ist etwas schlechter wird drüber geredet , im Wiederholungsfall gibt es eben Kritik .
    Auch wüsste ich jetzt nicht was sich an der Formulierung besser anhört . Die Jacke liegt am Boden. Mein Sohn würde dazu sagen, ja ich weiß . Und Nun? Deswegen hängt er sie nicht schneller auf .
    Wie gesagt das sind meine Gedanken, ich habe selbst 3 Kinder und bin mit 3 Geschwistern aufgewachsen. Wenn es bei Euch alles so funktioniert freut mich das natürlich.
    LG

      • lach…das ist lustig. Ich hab genügend Zeit für mich. Ich räum doch nicht hinterher. Das lass ich doch auch liegen:-))
        …aber unsere Jungs…tun die Dinge die sie müssen…kein Gemurre….im Haushalt mithelfen…ihre Zimmer alles in Ordnung halten…und sie haben grossen Anstand, sind sehr gut durch die Schule gekommen und haben auch nicht die Farbstifte verwechselt:-)
        So sind sie nun bereits junge Kerle geworden. Ich bin sehr stolz auf sie.

        Ja. liebe Boelleli. In den Unternehmen wird viel zu wenig gelobt für die Arbeit und viel zu wenig Wertschätzung für die jeweilige Person ausgesprochen. Da hast du sehr recht.

        Ja. lieber Mr. Moose und Sie haben auch recht. Es geht nicht um Strichlisten. Es geht einfach ein bisschen um Reflektion manchmal ….kritisier ich nur oder lob ich auch? Aber das scheint ja auf Frau Boelleli zuzutreffen. Sie ist sicher gut auf Ihrer Reise unterwegs und jetzt hat sie hat sie ja noch Sie getroffen. Gegenseitige Unterstützung und Liebe…wirkt sich wunderbar aus….

        Das Beste für euch.

        Bettina

  7. 😀 also Zeit für mich habe ich auch… und ich bin auch nicht oberpingelig was das Aufräumen anbelangt. Auch bei mir wird mal die Küche nicht grad sofort nach dem benutzen aufgeräumt, sondern vielleicht erst etwas später – dagegen habe ich auch nichts. Es ist halt einfach so, dass ich nicht verstehe, wieso es nicht – von mir aus auch etwas später – einfach gemacht wird. Mich würde das nerven, wenn mir jemand täglich das gleiche sagen würde/müsste. Schon nur deswegen…

    Es freut mich, dass Ihre Jungs keine Farbstifte verwechselten 😉 und gut durch die Schule gekommen sind. Und ich wäre an Ihrer Stelle sicher auch sehr stolz auf sie. Auch ich bin ja – jetzt schon – stolz auf meine beiden, so allgemein gesehen, aber eben: dieses ständige Wiederholen find ich halt manchmal müsam…
    Was den Anstand betrifft: das fehlt heute oft und ich muss sagen, da werd ich von meinen Bekannten und Freunden gelobt: wie nett und anständig meine Kinder seien. Hallo und auf Wiedersehen sagen, danke und bitte, anständig am Tisch sitzen und essen… das freut mich natürlich und ich denke: es nutzt also doch – Erziehung sieht man ja bekanntlich nicht unbedingt daheim sondern bei den anderen ;-).

    Und was Mr Moose angeht … ja, mit Unterstützung und Liebe geht alles leichter und ich glaube auch, dass diese Begegnung eine sehr positive Wirkung hat – auf alles…
    – Danke für Ihre Wünsche, Bettina 😉

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