Manche Beziehnung entstehen durch Zufälle – so wie meine irgendwie. Ich glaube daran, dass nichts grundlos passiert. Dass es Schicksal ist, wenn zwei Menschen zusammen kommen – unter welchen Umständen auch immer.
Um eine neue Beziehung eingehen zu können, muss man „frei“ sein, muss man das Alte hinter sich lassen und nach vorn schauen. Ich sage mir immer: meine Zeit mit meinem Mann war schön – mit Höhen und Tiefen – aber diese Zeit ist nun vorbei und ich behalte die schönen Augenblicke in Erinnerung. Ich habe damit abgeschlossen und wir können heute normal miteinander umgehen – was ich sehr schön finde. Und es gibt weder von seiner noch von meiner Seite Andeutungen, dass wir den anderen wieder wollen. Wir haben ein familiäres Verhältnis – was nach 14 Jahren Ehe ja irgendwie auch normal ist und ich gönne es sowohl ihm wie auch mir, dass wir beide wieder jemanden gefunden haben, den wir lieben.
Allerdings brauchte ich schon eineinhalb Jahre um darüber hinwegzukommen. Und es kommt auch immer darauf an, wie man sich getrennt hat: wurde oder hat man verlassen für jemanden anderen? Hat man sich in gegenseitigem Einverständnis getrennt? Hat oder wurde man den/vom anderen verlassen, weil es einfach nicht mehr passte (ohne dass da ein neuer Partner/eine neue Partnerin war) ? Hat oder wurde man betrogen? Und es kommt auch darauf an, ob man der Verlassende oder der Verlasser ist…
Es gibt aber auch Leute, die glauben, eine Beziehung erzwingen zu müssen. Dass sie damit noch die letzte eventuelle Chance verspielen ist ihnen in dem Moment nicht bewusst. Anstatt sich damit abzufinden, zerstören sie die letzte eventuelle Möglichkeit. Aber warum tun das gewisse Leute? aus Liebe (wobei man sich da dieFrage stellen sollte, ob man sich nicht nur was vormacht ?) aus Frust?aus Eifersucht? aus Habgier? aus Angst vor dem Alleinsein? aus Rache? aus finanzieller Abhängigkeit? Solche Versuche, die Liebe des anderen wieder zu bekommen, respektive erzwingen zu wollen, scheitern oft daran, dass sie glauben, der andere käme zurück, indem sie böse oder gemeine oder verletzende Sachen sagen oder tun, Drohungen aussprechen oder versuchen eine neue Liebe zu entzweien – dabei verlieren sie nur noch mehr und verspielen sich sogar die Eventualität, dass eine Beziehung auf freundschaftlicher Basis entstehen könnte… oder zertören die letzten freundschaftlichen Gefühle des anderen…
Nun, wie auch immer: es ist nicht einfach Liebe wirklich zu erkennen und von Freundschaft zu trennen, aber es kommt darauf an, was geschehen ist. Um es mit den Worten von Charles Tschopp zu sagen:
Ich denke, es gibt viele Gründe dafür, eine Beziehung mit aller Kraft erhalten oder nicht wahrhaben zu wollen, dass sie vorbei ist. Meist ist die Folge dann eine Mischung aus Wut, Enttäuschung, Ängsten, Zweifeln …
Wenn man sich einmal umsieht, wozu Menschen, die verzweifelt sind, fähig werden, spricht das Bände. Und so eine Trennung kann, gerade wenn sie für eine Seite überraschend kommt, auch die pure Verzweiflung bedeuten. Ich vermute, dass man sich der „Folgeschäden“ gar nicht bewusst ist, die man im Affekt hinterlässt. In sofern habe ich zum Teil dafür Verständnis, aber es gibt natürlich Grenzen, die nicht überschritten werden sollten oder auch dürfen.
Ich würde jedenfalls nie behaupten, dass meine Ehe eine Katastrophe war. Es gab wirklich schöne Jahre, die ich nicht missen möchte, aber ich musste irgendwann akzeptieren, dass sich unsere Vorstellungen von Ehe, Familie, Lebensinhalten generell unterschiedlich entwickelt haben. Das hat auch die Eheberaterin festgestellt. Trotzdem wollte es meine Frau nicht wahr haben, selbst dann nicht, als ich eines Tages gesagt habe, dass ich gehe. Sie brauchte sehr lange, um mit dieser Enttäuschung umgehen zu können. Noch heute, nach sechs Jahren, hab ich manchmal das Gefühl, dass der Stachel immer noch tief sitzt. Sie war in der Rolle der Verlassenen, die immer die schwierigere ist, und natürlich braucht es Zeit, darüber hinweg zu kommen. Dass sie aber noch jetzt, mit neuem Freund, weiterhin mit unserer Trennung hadert, erstaunt mich schon. Es gelingt ihr nicht, die Vergangenheit ruhen zu lassen und im Heute zu leben, einfach zu genießen.
Ich hoffe trotzdem, dass sie wieder glücklich wird, so wie ich es nun auch bin 🙂
mhm guter eintrag eben gelesen hab danke .