Lebe Deine Leidenschaft – Hab‘ eine Affäre — So lautet der Slogan für eine Dating-Internetplattform und ich finde das irgendwie ziemlich krass.
Heute sind Partnerschaften eh nicht mehr das, was sie mal waren. Man gibt viel zu schnell auf, „wirft“ einen Partner viel zu schnell weg. Es gibt so viele, die die ganze Zeit – obwohl sie in einer Beziehung sind – diesen KICK brauchen, die Bestätigung, dass sie gefallen und das andere Geschlecht noch anziehen. Wenn ich da an eine Bekannte denke, die mir kurz vor ihrer Hochzeit sagte „Ach weisst Du, wenn’s nicht klappt, dann scheiden wir halt„. Sie ging schon mit dem Gedanken in die Ehe und nach knapp 2 Jahren wurde auch geschieden.
Ich hatte zwar wärend meiner Ehe auch Reibereien, aber ich lief nicht gleich beim ersten Streit davon. Wir waren immerhin 14 Jahre zusammen – was doch relativ lang ist für die heutige Zeit. Es gibt Leute, die sagen, dass Affären eine Beziehung beleben… aber irgendwie ist das doch unfair und hinterhältig. Man spielt dem Partner etwas vor, wärend man sich mit einem / einer anderen vergnügt. Ist es das Heimliche, das so anziehend ist?
Natürlich gab’s das schon immer – aber dass man jetzt via Internet den Liebhaber oder die Liebhaberin sucht? Hallo? Wie verknorkst ist eigentlich unsere Gesellschaft?
Irgendwie macht mir das Ganze Angst. Ich frage mich, wie unsere Kinder damit später umgehen? Sie sehen jetzt solche Werbungen am TV… das muss ja dann irgendwie völlig normal für sie erscheinen?
Ich habe letzhin ein Bild (Comic) gesehen, das ich leider nicht mehr finde. Aber es ging darum, dass ein Mädchen (ca 8) mit 3 Jungs (Markus, Stefan und David) spielte. Sie hatte eine Puppe auf dem Arm und sagte: „Also Markus, du nimmst die Kleine jedes 2. Wochenende und du David – als ihr Stifvater solltest dich schon etwas mehr kümmern…. “ auch wenn Stefan eigentlich der leibliche Vater ist (was aber Markus, der ExMann, nicht weiss).
Und so ist es heute schon irgendwie. Ich habe eine Bekannte, die hat zwei Kinder. Ein Mädchen aus 1. Ehe und ein Mädchen aus einer 2. Beziehung. Allerdings hat sie schon 3 Mal abgetrieben und die Mädchen haben die ganze Zeit andere Männer zu hause. Ich finde das für die Kinder nicht gerade witzig – aber so ist das heute oft.
Was denkt Ihr darüber?
Liebe Boelleli, ja, es ist, als habe auch die Liebe sich in jeder Hinsicht an die Konsumgewohnheiten angepasst: schnell soll es gehen, Spass soll es machen, immer was Neues und bloss keine Langeweile…
herzlichen Gruss
Jan
Genau ! Die heutige Gesellschaft ist sowas von konsumfreudig…. Ich habe mal gehört/gelesen/gesehen, dass das „Zauberwort“ Ent-schleunigen heisse… schlecht wär das wohl nicht…
„Konsumfreudig“ hört sich ja an, als wär‘ FREUDE dabei, aber das ist ja nicht der Fall, jedenfalls nicht, wenn Konsum die Hauptsache ist…also entschleunigen…bin unbedingt dafür, tu‘ das gefühls- und zwangsmässig seit Jahren…das hat mich allerdings doch nicht daran gehindert, den Vater meiner Mädels nach zwölf Jahren zu verlassen…
Na ja, die Gesellschaft „erfreut“ sich am Konsum… ist aber schlussendlich total unglücklich. Denn es ist nur der Kick im Moment selbst… doch kurz darauf kommt die Ernüchterung, und Neues muss her…
Ja, ich bin seit 16 Jahren verheiratet, davon seit 2 Jahren getrennt… und bald geschieden….
Es ist interessant, finde ich, solch eine Veränderung zu erleben (bei mir ist es schon acht Jahre her! Wie die Zeit vergeht…), ich bereue es auch nicht, aber immer mal wieder tut es heute noch weh, keine „komplette“ Familie mehr zu sein…