Nebel


Als ich heute morgen aufstand und aus dem Fenster sah, war alles im Nebel eingetaucht. Ich mag den Nebel. Es gibt mir das Gefühl von Geborgenheit.

Manchmal stimmt mich der Nebel auch etwas traurig und nostalgisch.

Das Gedicht von Hermann Hesse „Im Nebel“ hat mich schon früh berührt und geprägt. Kennen gelernt habe ich es durch meine Grossmutter – sie konnte es auch in hohem Alter noch auswendig. Ich finde dieses Gedicht wunderbar :

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

fog1

2 Kommentare zu “Nebel

  1. Dieses Gedicht gefällt mir auch sehr gut ! Und ich muss sagen, auch ich fühle mich bei Nebel geborgen, genau wie bei Schneefall und auch bei Regen !
    Die Einsamkeit des Menschen, trotz wunderbaren Freundschaften und guten Beziehungen, das ist in diesem Gedicht fantastisch und so wahr beschrieben – Danke Hermann Hesse !

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