Archiv | Oktober 2015

Kleiner Mann – Grosse Erkenntnis

mutter-und-sohn-26739284Gestern Abend war Sohnemann (10 1/2) traurig. Er hätte keine Freunde ausser sich selbst…. und unseren Hund. Und ausserdem bekäme er oft ein „nein“ auf seine Fragen oder Wünsche. Und seine Schwester habe ihn auch nicht gern, und sowieso sei das Leben langweilig: Immer nur Schlafen, Essen, Schule oder Arbeit – das sei doch kein Leben. Moralisch war er irgendwie ziemlich unten.

Ich versuchte ihm dann klar zu machen, dass halt das Leben nicht immer einfach sei – „das Leben ist kein Ponyhof“, wie man so schön sagt. Aber er müsse halt vorallem sehen, dass er eine tolle Familie habe, die immer für ihn da sei, die ihn liebe – auch seine Schwester (obwohl sie ihm das schon nicht so deutlich zeigt, aber sie ist auch knapp 15, hat einen Freund und ich würde meinen, dass man im Teenie-Alter halt vorallem seine Freiheit und Unabhängigkeit sucht. Ich habe ihm aber versichert, dass sie ihn lieb hat. Immerhin hat sie jetzt schon das Geburtstagsgeschenk für ihn…). Und wir haben alles war wir zum leben brauchen: ein Dach über dem Kopf, zu essen, Kleider.

Und dann erinnerte ich ihn an meine beste Freundin: sie wurde als Kind von ihren Eltern weggegeben in ein Heim. Die Mutter wollte nichts mehr von ihr wissen, der Vater war Alkoholiker. Schlussendlich landete sie auf der Strasse und in den Drogen. Sie hat weder Familie, noch Freunde. Inwzischen ist sie seit 20 Jahren clean und nicht mehr in den Drogen. Sie hat einen Starken Willen. Da meinte Sohnemann:

Doch! Sie hat(te) einen Freund!

Ah ja? Wen?

Die Drogen !

Ja, das ist vollkommen richtig – sagte ich zu ihm. Es war ihr Freund, ein sehr schlechter Freund, der sie kaputt machte.

Wow – ich war baf. Ein 10-jähriger, der die Situation durchschaut hat.

Ich habe ihm dann noch einiges erklärt und wir hatten ein wirklich gutes Gespräch, welches wir dann mit einem Tee abrundeten. Am ende meinte er noch: Danke Mama, dass wir geredet haben – jetzt geht es mir viel besser!

Ich liebe Dich, mein Sohnemann ❤ !

Ich liebe Dich…

traurigerengelUnbedeutend und klein
Sitz ich ganz allein
In der stillen Kirche…

Betend geh ich in mich
Und vermiss’ dich
Tränen fliessen…

Will dich loslassen
Will dich hassen
Ich liebe Dich…

.

Wo leben wir eigentlich?

Langsam aber sicher fühlt man sich wirklich nicht mehr wohl im eigenen Land! Es ist schlimm. Meinen 2 besten Freundinnen ist dieses Wochenende folgendes passiert :

Freundin M. ist Schweizerin. Sie geht Samstag abend mit ihren zwei Huskys nochmal raus und macht einen Rundgang durch die Stadt Thun. Es ist knapp 22h und plötzlich verstellen ihr 3 Typen den Weg und einer fängt an, gegen einen der Hunde zu treten. M. zieht sofort ihren Husky zu sich und wehrt sich mit Worten. Die 3 Typen bedrängen sie und sie „flüchtet“ in den Vorraum einer Bank (dort wo die Geldautomaten sind). Von dort aus ruft sie die Polizei an, denn inzwischen stehen 5 Typen vor der Glastür… als die Polizei kommt, werden die 5 gebeten, weiter zu gehen und meine Freundin wird gefragt, was sie denn um diese Zeit hier mache… :-O Hallo ?? Wo sind wir? Darf man abends um 22h nicht mehr in die Stadt als Schweizer? Nur als Ausländer? Sorry… aber es waren nun mal Ostgoten…tag emoji 9

Freundin L. kommt aus Algerien und wohnt seit über 20 Jahren in der Schweiz. Sie ist integriert, arbeitet und liebt die Schweiz über alles. Sie geht am Sonntag Nachmittag in Lausanne in den KNIE-ZOO mit ihrem 10-jährigen Sohn. Sie verbringen einen wundervollen Nachmittag und wollen dann gegen 17h mit der Bahn nach Hause. Am überfüllten (!) Bahnhof fängt plötzlich ein Typ (arabischer Herkunft) an sie zu beschimpfen. Du Schla***, warum schupfst du mich!!? (Sie hatte überhaupt nichts getan). Er bedrängte sie, beschimpfte sie und meinte, solche wie sie bräuchten wir hier in der Schweiz nicht (solche wie ihn mit Sicherheit auch nicht!!!). Und sie müsse ja nicht meinen, das Gesetz sei auf seiner Seite, ausserdem sei er Jurist (wer’s glaubt!). Sie versuchte 2 mal mit ihrem Handy die Polizei zu rufen, doch der Typ nahm ihr das Handy aus der Hand. Beim 3. Versuch klappte es und die Polizei kam erst, als sie ein 2. Mal anrief. Beide (also der Typ und sie) wurden getrennt auf offener Strasse „verhört“. Schlussendlich durften beide gehen und meiner Freundin wurde gesagt, wenn sie Anzeige erstatten wolle, solle sie an einem Wochentag kommen, denn jetzt sei der Polizeiposten dafür nicht offen.

Ich glaub ich spinn!! Wo leben wir eigentlich?? Man traut sich ja nicht mehr auf die Strasse… Ich fass es nicht.