Gedanken und Gefühle vier Monate nach meinem 50. Geburtstag
50 werden? Kein Problem, dachte ich – Doch jetzt, fast vier Monate später, merke ich: Diese Zahl rüttelt mehr an mir, als mir lieb ist – und bringt Gedanken hervor, die mich selbst überraschen.

Im Kopf bin ich höchstens 35 – neugierig, voller Pläne, manchmal sogar ein bisschen unvernünftig. Doch mein Spiegelbild, meine Kondition und das Gefühl in meinem Körper erzählen mir eine andere Geschichte. Immer öfter ertappe ich mich dabei, wie mir bewusst wird: Ich bin nicht mehr auf dem Bergauf-, sondern auf dem Bergab-Weg. Und dieser Gedanke macht mir manchmal Angst – weil er so unwiderruflich klingt.
Und dann ist da dieses Gefühl, vielleicht etwas verpasst zu haben. Nicht, weil mir grosse Dinge gefehlt hätten, sondern eher aus einer stillen Neugier heraus, wie mein Leben wohl ausgesehen hätte, wenn ich an manchen Kreuzungen anders abgebogen wäre – zum Beispiel ohne Kinder. Meine Kinder möchte ich um nichts in der Welt missen, sie sind ein zentraler Teil meines Lebens. Aber manchmal blitzt eben dieser „Was-wäre-wenn“-Gedanke auf, bleibt einen Augenblick lang stehen – und löst sich dann wieder auf, weil das Hier und Jetzt zu wertvoll ist.
Es irritiert mich, solche Gedanken zu haben – und manchmal frage ich mich leise, ob es anderen wohl genauso geht. Vielleicht ist genau dieses Innehalten ein leiser Anstoss, das Kommende bewusster zu gestalten… ?