Akzeptanz


„In dem Moment, in dem du die Schwierigkeiten akzeptierst, die dir gegeben wurden, wird sich die Tür öffnen.“
Rumi (1207–1273)

Dieses Zitat begleitet mich zurzeit sehr.

Seit Anfang Jahr nehmen Sohnemann und ich verschiedene Schwierigkeiten bewusst in Angriff – Dinge, die er lange vor sich hergeschoben hat. Aus Scham. Und wegen innerer Blockaden. Und langsam beginnt sich tatsächlich etwas zu bewegen.

Ein wichtiger Schritt war der Gang zum Sozialamt. Seit gut zwei Jahren versuchte ich, Sohnemann dazu zu ermutigen, Unterstützung für seinen weiteren Weg anzunehmen – nicht nur im psychologischen Sinn, sondern ganz allgemein. Mitte Januar sind wir dann gemeinsam hingegangen, und er hat endlich einen Termin vereinbart.

Inzwischen hatten wir das erste Gespräch zusammen, zum zweiten Termin ist er bereits allein gegangen. Ich war stolz auf ihn !

Der Sozialarbeiter ist sehr sympathisch – und Sohnemann fühlt sich verstanden. Das war meine grösste Sorge: Stimmt die Chemie? Wird es passen? Ja ! Es hat funktioniert, und Sohnemann scheint Vertrauen zu fassen. Denn ohne Vertrauen geht gar nichts.

Er wird nun bald in ein Unterstützungsprogramm für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren aufgenommen. Dort bekommt er Hilfe bei der Berufsfindung, bei persönlichen und psychologischen Anliegen sowie bei der Suche nach Praktikums- und später Ausbildungsplätzen.

Jetzt hoffe ich sehr, dass es bald losgeht. Diese Programme sind sehr gefragt, und manchmal dauert es, bis ein Platz frei wird. Trotzdem bin ich zuversichtlich.

Und ich glaube: Sobald er dort eingebunden ist, findet auch sein Alltag wieder einen gesünderen Rhythmus. Auch wenn er kein eigenes Geld erhält, werden zumindest Transport- und Verpflegungskosten übernommen.

Und ganz nebenbei öffnet sich damit für mich eine Tür, die seit fünf Jahren verschlossen war: Ich bekomme die Kinderzulage wieder. Seit er aus der Schule war und nichts Festes hatte, fiel sie weg. Umso mehr bedeutet dies eine kleine finanzielle Entlastung.

Vielleicht ist genau das gemeint mit Akzeptanz: nicht aufgeben, sondern annehmen, was ist – und Schritt für Schritt weitergehen.

2 Kommentare zu “Akzeptanz

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