Archiv

Zwischen den Jahren

Es ist der letzte Tag des Jahres.
Ich brauche kein Feuerwerk –
nur einen Moment der Stille.

Heute setze ich mich hin und verinnerliche:

Ich habe dieses Jahr gelebt.
Mit allem, was dazu gehört.
Und ich bin weitergegangen.

Ich schicke ein kleines Dankeschön in den Himmel.
Nicht für das, was gut war.
Auch nicht für das, was schwer war.
Sondern dafür, dass ich in diesem Jahr
ein Stück mehr zu dem Menschen geworden bin,
der ich sein will.

Zwischen den Jahren
ist der Raum,
in dem wir still werden dürfen,
bevor alles wieder beginnt.

Danke, dass du dieses Jahr
mit meinen Worten gegangen bist.
Danke für dein Vertrauen,
für deine Stille,
für dein Mitspüren.

Möge das kommende Jahr
leise beginnen…

25. Dezember – Weiterklingen

💫

Der Advent ist still geworden.

Nicht weil er vorbei ist,
sondern weil er seinen Platz gefunden hat.

Zephira und Liora sitzen noch immer in der Kapelle,
umgeben vom warmen Atem einer einzigen Flamme.
Sie müssen nichts mehr suchen.
Nichts mehr erreichen.
Nichts mehr verstehen.

Ankunft ist kein Moment.
Sie ist ein Zustand.

Und manchmal beginnt dieser Zustand
erst dann,
wenn alle Türen offen sind.

Auch die inneren.

Vielleicht nimmst du heute
einen leisen Nachhall mit —
einen Atemzug,
eine Spur Wärme,
ein Licht,
das dich nicht verlässt,
weil es dein eigenes geworden ist.

Für diesen Advent danke ich dir.
Fürs Mitgehen.
Fürs Mitfühlen.
Fürs Leisewerden.

Möge das Licht,
das dich in diesen Tagen begleitet hat,
auch morgen
und übermorgen
und an jedem gewöhnlichen Tag
ein kleines Stück weiterklingen.

💫



🕯️🕯️🕯️


24. Dezember – Das Licht

💫

Sie öffnen die Tür.

Kein Klang.
Kein Schatten, der sich bewegt.
Nur eine einzige Kerze,
die in der kleinen Kapelle brennt —
so still,
als halte sie die ganze Nacht
für einen Augenblick an.

Zephira und Liora setzen sich.
Nicht nebeneinander,
nicht gegenüber,
sondern so,
wie es sich richtig anfühlt.

Keine Worte.
Kein Bedürfnis, etwas zu erklären.
Das Licht spricht für sie.

Und in diesem Licht
werden sie still.
Ganz still.
Nicht, weil etwas endet,
sondern weil etwas ankommt.

Ein Frieden,
der nicht gemacht ist.
Sondern gefunden.

💫


Achtsamkeitsmoment

Verweile heute einen Moment
mit deinem Herzen.

Nicht im Denken.
Nicht im Erinnern.
Nur im Sein.

Lass das Licht
dort ankommen,
wo du es brauchst.


„Im Licht werden wir still – und finden uns selbst wieder.“🕯️


23. Dezember – Die Schwelle

💫

Zephira und Liora stehen vor der Tür der Kapelle.
Ein alter Griff aus Eisen,
kalt und doch vertraut,
als hätten unzählige Hände ihn berührt,
ohne ihn zu verändern.

Sie atmen ein.
Atmen aus.
Der Moment liegt dicht zwischen ihnen —
nicht schwer,
sondern bedeutungsvoll,
wie eine leise Verheißung.

Es gibt Schwellen,
die wir nicht einfach überschreiten.
Schwellen, die uns innerlich sammeln,
bevor wir eintreten.

Manchmal ist die Schwelle selbst
ein heiliger Ort.

💫


Achtsamkeitsmoment

Bevor du heute irgendwo eintrittst —
in einen Raum,
in ein Gespräch,
in einen Gedanken —

halte einen Atemzug inne.

Spüre die Schwelle.
Sie verändert,
wer wir sind,
wenn wir hinübergehen.


„Die Schwelle ist ein heiliger Ort.“🕯️


22. Dezember – Die Kapelle im Wald

💫

Zwischen den Stämmen taucht sie auf:
die Kapelle.

Nicht groß.
Nicht hell.
Ein Bau aus Stein,
verwittert, bemoost,
als stünde sie schon seit Jahrhunderten hier
und wüsste mehr über Stille
als jeder Mensch, der sie betritt.

Zephira und Liora bleiben stehen.
Nicht aus Ehrfurcht,
sondern weil etwas in ihnen
in diesem Augenblick zu Ruhe kommt.

Manche Orte warten.
Geduldig.
Jahr um Jahr.
Nicht auf Besucher —
sondern auf die,
die bereit sind zu hören.

💫


Achtsamkeitsmoment

Gehe heute einen Moment bewusst
durch eine „innere Tür“:
vom Außen ins Innen,
vom Denken ins Spüren,
vom Müssen ins Sein.

Lass den Übergang wirken.
Er ist Teil der Ankunft.


„Manche Orte warten. Geduldig. Jahr um Jahr.“🕯️


21. Dezember – Ein Moment des Einverstandenseins

💫

Zephira und Liora setzen sich auf einen umgestürzten Baumstamm.
Kein Wort.
Kein Tun.
Nur das gemeinsame Sitzen im weichen Licht,
als würde die Welt für einen Augenblick
den Atem anhalten.

Sie schauen nicht einander an.
Sie müssen es nicht.
Das Einverstandensein geschieht zwischen ihnen,
wie ein stiller Raum,
der sich öffnet,
weil beide bereit sind,
nichts zu müssen.

Manchmal ist Nähe
kein Schritt, keine Bewegung, keine Berührung.
Manchmal ist Nähe einfach
Dasein. Nebeneinander. Jetzt.

💫


Achtsamkeitsmoment

Nimm heute einen Moment wahr,
in dem du einfach da bist
ohne Rolle,
ohne Aufgabe,
ohne Erwartungen.

Nur du.
Und der Augenblick.
Mehr braucht es nicht.


„Hände müssen sich nicht berühren, wenn Herzen sich erkennen.“🕯️


20. Dezember – Gemeinsamer Schritt

💫

Sie gehen los.
Nicht als zwei Wege nebeneinander,
sondern als ein gemeinsamer Rhythmus.

Keine Eile.
Keine Erklärung.
Nur Schritt für Schritt —
wie zwei Takte eines Liedes,
das sie beide kennen,
ohne es je gelernt zu haben.

Es braucht keine Worte,
wenn Herzen im selben Tempo gehen.

Und oft ist genau das:
Ankommen.

💫


Achtsamkeitsmoment

Geh heute ein Stück bewusst:
langsam, spürend, gegenwärtig.

Versuche nicht, irgendwohin zu gelangen.
Geh einfach nur.

Und schau, wie es sich anfühlt,
wenn dein Körper den Weg kennt.


„Zwei Schritte. Ein Atem. Ein Weg.“🕯️


19. Dezember – Das Wiedererkennen

💫

Sie biegen gleichzeitig
auf denselben Pfad ein.

Kein Erschrecken.
Kein Staunen.
Nur dieses tiefe, ruhige Gefühl von:
Natürlich bist du hier.

Zephira und Liora stehen sich gegenüber,
und für einen Moment
wird die Welt ganz still.
Nicht, weil etwas Großes geschieht,
sondern weil etwas Wahres geschieht.

Manchmal ist Heimkommen
nicht ein Ort.
Sondern eine Begegnung.

💫


Achtsamkeitsmoment

Erinnere dich heute an jemanden,
bei dem du innerlich weich wirst.

Du musst ihn nicht kontaktieren.
Nur das Gefühl wahrnehmen.

Verbundenheit wirkt auch im Stillen.


„Manchmal ist Heimkehr eine Begegnung.“🕯️


18. Dezember – Der Klang

💫

Liora bleibt mitten auf dem Weg stehen.
In der Ferne erklingt ein leises Läuten —
zu zart, um zu rufen,
zu klar, um Zufall zu sein.

Es ist kein Ruf.
Es ist ein Hinweis.
Ein Klang, der nicht Richtung gibt,
sondern Vertrauen.

Sie lauscht.
Nicht mit den Ohren,
sondern mit dem Herzen.

Und der Weg wird ein Stück weicher..

💫


Achtsamkeitsmoment

Achte heute auf das Sanfte:
klirrendes Geschirr,
ein Lachen in der Ferne,
dein eigener Atem.

Manchmal sind es die leisesten Klänge,
die uns am tiefsten berühren.


„Das Leben läutet leise, wenn es uns ruft.“🕯️