Ich wohne zurzeit in einer subventionierten 4-Zimmer-Wohnung, die nun, da ich nur noch mit meinem Sohn hier lebe, als unterbelegt gilt. Deshalb muss ich mich neu orientieren.
Grundsätzlich hätte ich weiterhin Anspruch auf eine subventionierte 3-Zimmer-Wohnung. Gleichzeitig würde ich aber lieber eine „normale“, nicht subventionierte Wohnung finden – mit Blick nach vorne, um nicht in ein paar Jahren wieder in der gleichen Situation zu sein, wenn mein Sohn auszieht.
Hinzu kommt: Ich möchte gerne in der Region bleiben, in der ich heute lebe.
Ich bin zuversichtlich, dass ich etwas Passendes finden werde. Aber ehrlich gesagt graut mir jetzt schon vor dem Aussortieren, Packen und dem ganzen Drumherum.
Falls jemand Tipps oder Ideen hat – sei es zur Wohnungssuche oder zum Ausmisten und Packen – ich bin sehr dankbar dafür.
Seit Montag ist Sohnemann nun in einem Programm zur Wiedereingliederung in die Berufswelt. Nach sechs – teils schwierigen – Jahren ist er endlich wieder auf dem Weg.
Am Mittag des ersten Tages kam er zu mir ins Büro, und wir haben gemeinsam gegessen. Er wirkte etwas frustriert, denn gleich am Morgen standen ein Französisch- und ein Mathetest auf dem Programm. Er meinte, er habe nichts von „2a + 2b“ bzw. „(a + b)“ verstanden. Ich konnte ihn etwas beruhigen und erklärte ihm, dass es dabei nicht um Noten geht, sondern darum zu sehen, was aufgefrischt werden muss.
Am Nachmittag ging er wieder zurück. Als wir kurz vor 17 Uhr gemeinsam auf dem Heimweg waren, sagte er: „Heute Nachmittag war okay. Der Mathe- und der Französischlehrer sind in Ordnung.“
Heute ist Donnerstag, und die erste Woche ist bald vorbei. Es ist noch alles neu, vielleicht auch noch ein bisschen unsicher. Aber da ist etwas in Bewegung gekommen.
Ich hoffe, Ihr hattet schöne und vielleicht auch ein wenig ruhige Ostertage 🌿🐰💕
Meine waren dieses Jahr… intensiv. Schön. Voll. Und am Ende auch ein bisschen erschöpfend.
Der Karfreitag begann für mich früher als für die meisten. Bereits um 12h30 war ich in der Kapelle, um alles vorzubereiten. Die Bilder für den Kreuzgang hatte ich im Vorfeld erstellt – mit ein bisschen Unterstützung 😉 – auf A3 ausgedruckt und laminiert. Um 15h war es dann soweit. Der Gottesdienst begann. Und ich hatte das Gefühl: es hat sich gelohnt. Die Rückmeldungen waren durchwegs sehr positiv – viele fanden den Kreuzgang besonders stimmig und schön gestaltet.
Apérol Spritz bei Papa
Der Karsamstag führte mich dann nach Frankreich, gemeinsam mit meinem Sohn. Ein kleines Familientreffen bei meinem Vater: zwei meiner drei Brüder mit Partnerinnen, drei Cousins und Cousinen mit ihren Partnern, meine Lieblingstante, mein Papa, mein Sohn, ich – und mittendrin meine zwei Monate alte Nichte. Hin- und Rückfahrt am selben Tag, je knapp drei Stunden… ja, das war ein bisschen happig. Aber es hat sich gelohnt. Allein schon für das Gigot d’Agneau, langsam gegart und einfach nur délicieux. Und die Apfeltorte. Ein intensiver, voller, schöner – und ja, auch anstrengender Tag.
Der Ostersonntag begann früh. Sehr früh. Um 8h ging es los zur Taufe meines Neffen – erneut in Frankreich, diesmal „nur“ eine Stunde entfernt, nahe Genf. Wir mussten rechtzeitig los, denn dort ist jeden Sonntag Markt. Parkplätze? Fehlanzeige rund um die Kirche. Also lieber etwas früher da sein, um nicht in Stress zu geraten.
Kirche Cruseilles
Die Ostermesse mit drei Taufen war wunderschön. Die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt – wie so oft an Ostern und Weihnachten. Mit meiner Mama habe ich danach schmunzelnd beschlossen, dass wir irgendwann einmal an einem „ganz normalen“ Sonntag hingehen sollten. Einfach, um zu sehen, wie viele tatsächlich regelmässig kommen 😊
Nach der Taufe gab es einen einfachen Brunch in einem kleinen Café gleich neben der Kirche. Ein kurzer Moment zum Durchatmen – bevor es weiterging.
Um 14h45 sind wir aufgebrochen – zurück Richtung Lausanne. Denn um 17h war unsere eigene Ostermesse. Und da ich so etwas wie die Sakristanin unserer Kirche bin (ja, das mache ich auch noch 😄), musste ich natürlich früh genug vor Ort sein.
Kurz nach 16h war ich da. Genug Zeit, alles in Ruhe vorzubereiten.
Die neue Osterkerze
Die Messe selbst war dann… besonders. Ich durfte „À toi la Gloire“ gemeinsam mit einer Kirchgängerin singen, begleitet von einer weiteren Kirchgängerin aus unserer Gemeinde an der Querflöte sowie vom Harmonium. Ein Moment, getragen von unserer eigenen Gemeinschaft – leise, schön und irgendwie ganz bei sich.
Nach dem Gottesdienst – wie so oft – ein Apéro riche. Begegnungen, Gespräche, Lachen.
Und irgendwann, als alles vorbei war, alle gegangen waren, alles aufgeräumt war… war ich um 21h30 endlich zuhause.
Und: k.o.
Der Ostermontag war dann das genaue Gegenteil. Nichts. Einfach nichts.
Ich sass auf meinem Sofa und habe mich ausgeruht. Durchgeatmet.
Erst am Abend ging es noch kurz zu meiner Mama, zusammen mit meinem Sohn – zum Abendessen mit meinem Bruder und meinem Neffen. Ein ruhiger Abschluss.
Und heute?
Heute bin ich wieder im Büro. Viele sind noch in den Ferien, es ist ruhig, nicht allzu viel zu tun.
Und ganz ehrlich?
Das tut gerade richtig gut 😊
Vielleicht genau das, was nach solchen intensiven Tagen auch ein bisschen dazugehört.
Es gibt Momente, die auf den ersten Blick unspektakulär wirken – ein politischer Entscheid, ein Gesetz, eine formale Anerkennung. Und doch tragen sie eine Geschichte in sich, die viel tiefer geht.
Vor wenigen Tagen wurde im Kanton Waadt ein solcher Entscheid gefällt: Die Föderation der anglikanischen und christkatholischen Kirchen (FACCV) wurde als Gemeinschaft von öffentlichem Interesse einstimmig mit einer Enthaltung vom Grossen Kantonsrat anerkannt.
Ein Entscheid, der nicht einfach «vom Himmel gefallen» ist. Es ist das Resultat eines langen, anspruchsvollen Prozesses – begonnen bereits 2016, mit zahlreichen Prüfungen, Abklärungen und Anforderungen.
Ein Entscheid, der bestätigt: Diese Kirche ist da. Sie ist Teil dieser Gesellschaft. Und sie trägt etwas bei.
Denn genau darum geht es bei dieser Anerkennung: Nicht um Privilegien – sondern um Sichtbarkeit, um Dialog, um einen Platz im gesellschaftlichen Gefüge.
Und doch ist das für mich mehr als ein politischer Akt.
Es ist persönlich.
Meine Familie gehört zu den Gründungsmitgliedern der christkatholischen Kirche der Schweiz im Jahr 1871. Diese Geschichte ist also nicht etwas, das ich «irgendwann entdeckt» habe. Sie ist Teil meiner Wurzeln.
Und dann kam Lausanne.
Als wir 1990 hierhergezogen sind, war die christkatholische Kirchgemeinde praktisch nicht mehr existent. Man könnte auch sagen: Sie war am Verschwinden.
Dass es sie heute noch gibt, ist nicht selbstverständlich.
Es ist das Resultat von Menschen, die geblieben sind. Allen voran meine Mutter – still, beharrlich, treu.
Ich bin stolz auf uns – und vor allem auf meine Mama, die nie aufgegeben hat.
Denn Kirche ist nicht nur Struktur.
Kirche ist Beziehung. Kirche ist Präsenz. Kirche ist das stille Dranbleiben über Jahre hinweg.
Der Kanton anerkennt heute eine Organisation. Ich sehe darin vor allem die Anerkennung von Menschen, von Engagement, von gelebtem Glauben – oft im Kleinen, oft im Verborgenen.
Und vielleicht ist genau das das Schönste daran:
Dass etwas, das lange unsichtbar war, plötzlich sichtbar wird.
Nicht, weil es sich verändert hat. Sondern weil jemand hinschaut.
Ein Moment des Innehaltens
Nach Jahren des Engagements. Nach Jahrzehnten des Dranbleibens. Nach Generationen von Menschen, die diese Kirche getragen haben.
Ist dieser Moment mehr als ein Entscheid.
Er ist ein Zeichen.
Ein Zeichen dafür, dass Treue Spuren hinterlässt. Auch wenn es lange dauert, bis sie sichtbar werden.
Neulich hatte ich ein Gespräch mit Frank. Es ging um ganz praktische Dinge: Berufe, Zukunft, Ausbildung. Und mitten in diesem Gespräch fiel ein Satz, der mir seither immer wieder durch den Kopf geht.
Er wäre wohl ein leidenschaftlicher Laternenanzünder geworden.
Ein Laternenanzünder – ein Beruf aus einer anderen Zeit. Einer, der heute kaum noch existiert. Und doch begann dieses Bild in meinem Kopf weiterzuleuchten.
Ein Laternenanzünder geht durch die Strassen und entzündet Licht für andere. Abend für Abend. Still, ohne grossen Applaus. Die Menschen gehen unter den Laternen hindurch, vielleicht ohne gross darüber nachzudenken, dass jemand zuvor dort gewesen ist und das Licht angezündet hat.
Während ich darüber nachdachte, musste ich plötzlich an ein anderes Bild denken, das mich schon länger begleitet: den Leuchtturm.
Ein Leuchtturm steht fest an seinem Platz und sendet sein Licht hinaus in die Nacht. Nicht laut, nicht aufdringlich. Einfach da. Für die Schiffe, die draussen unterwegs sind.
Und das Schiff wiederum bewegt sich. Es fährt durch Wellen, manchmal durch Nebel, manchmal durch ruhiges Wasser. Es sucht seinen Weg – und irgendwo in der Dunkelheit taucht dann ein Licht auf.
Vielleicht ein Leuchtturm. Vielleicht eine Laterne.
Und in diesem Moment wurde mir plötzlich klar, warum mich dieser Satz nicht mehr losliess.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Gespräche genau so sind.
Frank ist dabei eher der, der das Licht trägt. Ruhig, manchmal etwas distanziert, manchmal fast nüchtern – und doch mit einer Klarheit, die Orientierung geben kann.
Und ich bin wohl eher das Schiff, das unterwegs ist. Das Fragen stellt, Gedanken bewegt und manchmal einfach nur nach dem nächsten Licht sucht.
Der Laternenanzünder bringt viele kleine Lichter in die Welt. Der Leuchtturm ein einziges grosses.
Aber im Grunde tun beide dasselbe: Sie sorgen dafür, dass es im Dunkeln nicht völlig dunkel bleibt.
Vielleicht war sein Satz nur ein beiläufiger Gedanke. Ein kleines Bild aus einem Gespräch.
Aber seit diesem Moment sehe ich ihn ein bisschen als Laternenanzünder.
Und mich vielleicht ein wenig als Schiff.
Und irgendwo zwischen Laternenlicht und Leuchtturm entsteht manchmal genau das, was gute Gespräche ausmacht: ein kleines Stück Orientierung in der Dunkelheit.
Manchmal reicht schon ein einziges Licht.
Und ich habe das Gefühl, dass ich meinen Leuchtturm – und manchmal auch meinen Laternenanzünder – in Frank gefunden habe.
„Verlieb dich in einen Menschen, mit dem du reden kannst – stundenlang. Denn alles andere ist vergänglich. Wenn die Worte fehlen, fehlt alles.“
Es gibt diese seltene Form von Verbindung, die nichts Lautes braucht.
Keine grossen Gesten. Keine ständige Bestätigung. Nicht einmal permanente Nähe.
Nur Worte.
Nicht die schönen Worte. Nicht die romantischen. Sondern die ehrlichen. Die klugen. Die unbequemen. Die, die weiterdenken. Die nachfragen. Die widersprechen dürfen.
Manchmal entsteht zwischen zwei Menschen eine eigene Sprache. Ein gedanklicher Raum, in dem man sich bewegt, ohne sich erklären zu müssen. Wo ein halber Satz genügt. Wo Ironie verstanden wird. Wo auch Distanz nicht sofort Abwesenheit bedeutet.
Und manchmal ist es gerade der nüchterne Blick, der mehr Nähe schafft als jedes grosse Gefühl.
Vielleicht liegt in solchen Begegnungen auch eine leise Sehnsucht. Keine, die etwas zerstören will. Keine, die fordert oder drängt. Sondern eine, die weiss, wo ihre Grenze ist.
Manchmal spürt man, dass zwischen zwei Menschen mehr Raum wäre – mehr Gespräch, mehr Tiefe, mehr gemeinsames Denken. Und gleichzeitig weiss man, dass nicht jeder Raum betreten werden muss, nur weil er existiert.
Es ist eine stille Form von Verzicht. Nicht aus Mangel. Nicht aus Angst. Sondern aus Verantwortung.
Und doch darf es Momente geben, in denen diese Grenze leise schmerzt – gerade weil man weiss, wie kostbar das Ungesagte ist.
Im Wissen darum, dass man einander noch viel zu sagen hätte – und dass genau dieses Wissen manchmal genügen muss.
Und vielleicht ist es das, was trägt – auch wenn vieles längst seinen Platz gefunden hat: Dass da jemand ist, der unsere Gedanken berührt. Und sie still ein Stück weiterdenkt.
Eine Woche Ferien. Eine Woche ohne Wecker, ohne wichtige Termine im Kalender, ohne funktionieren müssen. Einfach Zeit. Und ein paar Vorhaben im Kopf.
Morgen früh um vier beginnt in Basel der Morgenstraich. Während dort die Lichter ausgehen und dieses magische, leicht melancholische Gefühl sich mit den leuchtenden Laternen vermischt, werde ich noch hier sein – vermutlich am Schlafen. Oder vielleicht auch vor dem Fernseher, um wenigstens ein bisschen dieses Gefühl und die ersten Piccolos durch den Bildschirm zu erleben.
Wären die Menschen, bei denen es eine Schlafmöglichkeit gab, noch da, wäre ich womöglich heute schon dort. Aber die Zeiten ändern sich leise: Die, die einmal in Basel wohnten, leben heute verstreut. Und ein Hotel für drei Nächte Fasnacht liegt finanziell einfach nicht drin.
Also gehe ich dieses Jahr nur am Mittwoch. Ein einziger Tag Fasnacht statt drei – einer mit Vorfreude. Auch wenn drei Tage natürlich besser wären als einer: Ganz ohne geht nicht. Sonst sitze ich heulend vor dem Fernseher.
Ansonsten habe ich diese Woche nur noch ein Projekt: Sohnemann und sein Zimmer. Ich trage seit Tagen die Idee mit mir herum, dass ein Umstellen guttun würde. Frischer Blick, neue Ordnung, vielleicht sogar ein neues Bett – nicht neu gekauft, sondern von jemandem, der seines loswerden will. Noch weiss Sohnemann nichts davon. Aber ich werde es mit ihm besprechen, mit vorsichtigen Vorschlägen statt grossen Plänen. Das fruchtet meist mehr.
Überhaupt stehen wir gerade an einer kleinen Schwelle: Am 3. März beginnt für ihn etwas Neues. Und bevor es losgeht, gibt es noch dies und das vorzubereiten, zu ordnen, zu klären. Nichts Dramatisches – aber Dinge, die getan werden müssen, bevor es losgeht. Ich freue mich und habe grosse Hoffnung, dass Sohnemann jetzt endlich etwas weiterkommt und seine Zukunft klarer sieht.
Und zwischen all dem hoffe ich auf freundliches Wetter. Nicht unbedingt sonnendurchflutet und warm – einfach hell genug, um hinauszugehen, durchzuatmen, vielleicht irgendwo einen Kaffee zu trinken oder ein Stück Weg ohne Ziel zu gehen. Ferien brauchen gar nicht viel. Ein wenig Licht, etwas Zeit, ein paar Vorhaben, die nicht drängen.
„Es sind die stillen Tage, in denen sich das Leben neu ordnet.“
Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.
Gedanken haben Macht. Nicht, weil sie die Realität verändern, sondern weil sie bestimmen, wie wir ihr begegnen. Je mehr wir konstruktive Gedanken pflegen, desto eher entsteht diese Positiv-Spirale, die uns durch den Alltag trägt.
Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch. Es braucht viel, bis ich wirklich ratlos oder am Boden zerstört bin. Und dieses ewige „Wenn ich nur … dann …“ führt ohnehin nur in eine Sackgasse. Das Leben lässt sich nicht zurückspulen. Es ist, wie es ist – wie wir damit umgehen, ist der springende Punkt !
Momentan habe ich zum Beispiel – wieder einmal – ein Auto-Problem.
Vor zwei Wochen, morgens um 7h. Es regnete in Strömen, es war noch dunkel. Ich stieg ins Auto, startete den Motor und fuhr vorwärts aus dem Parkplatz, weil vor mir kein anderes Auto stand. Normalerweise fahre ich rückwärts hinaus.
Dann dieses Kratzen.
Bis ich realisiert hatte, was los ist, war es schon zu spät.
Als ich anhielt und ausstieg, traf mich der Anblick mit voller Wucht: Die gesamte Fahrerseite zerkratzt, die Tür nur noch halb zu öffnen. Ein klassischer Moment für Ärger, Frust, Selbstvorwürfe.
Ich zeig Euch das mal :
Dieses Teil …… von dieser Tafel …… hat diesen Schaden angerichtet
Mein erster Gedanke: So ein Mist. und gleich danach : Aber immerhin kann ich noch fahren.
Natürlich hat mich der Schaden genervt. Aber er hat mich nicht bestimmt. Denn effektiv ist ein Auto für mich ein Mittel, um von A nach B zu kommen. Nicht mehr, nicht weniger. Sein Wert liegt in seiner Funktion, nicht in seiner Optik.
Natürlich hätte ich nichts dagegen, wenn mir jetzt jemand 20K geben würde und ich mir damit dieses Auto kaufen könnte. Bis es aber soweit ist, bleib ich positiv und fahr halt mit diesem rum.
Morgen fahre ich zu einem Bekannten. Vielleicht lässt sich die Tür so richten, dass sie wieder ganz aufgeht. Der Rest? Bei einem Auto von 2006 investiere ich kein grosses Geld mehr. Gelassenheit ist manchmal die klügere Entscheidung als Perfektion.
Positiv zu bleiben heisst nicht, alles schönzureden. Es heisst auch nicht, keine schlechten Tage zu haben. Es bedeutet, den Dingen nicht mehr Macht zu geben, als sie verdienen.
Positiv zu bleiben heisst nicht, alles schönzureden. Es heisst auch nicht, nie schlechte Tage zu haben. Es bedeutet, den Dingen nicht mehr Macht zu geben, als sie verdienen.
Vielleicht liegt genau darin diese alte stoische Weisheit: Wir kontrollieren nicht die Umstände – aber wir entscheiden, welche Gedanken wir ihnen schenken. Und genau dort entsteht unser innerer Frieden.
Welche Gedanken wählst du, wenn dir das Leben wieder einmal einen Kratzer verpasst?
„Ich friere“, sage ich. „Aber laut Thermometer sind es vierundzwanzig Grad“, bekomme ich zur Antwort.
Beides kann gleichzeitig stimmen. Und trotzdem fühlt sich niemand verstanden.
Manchmal reden wir genau so aneinander vorbei. Nicht, weil wir uns nicht mögen – sondern weil wir unterschiedliche Sprachen sprechen.
Es gibt Menschen, die teilen Gedanken sofort. Sie erzählen vom Tag, schreiben kleine Nachrichten zwischendurch oder wünschen einfach „Gute Nacht“. Nicht, weil es wichtig ist – sondern weil sie den anderen an ihrem Leben teilhaben lassen möchten. Nähe entsteht für sie im Gespräch, im Mitteilen, im Dasein.
Und es gibt Menschen, die zeigen Nähe auf eine andere Weise. Sie ordnen, strukturieren, denken nach und suchen nach Lösungen. Vieles tragen sie still mit sich, ohne jeden Schritt auszusprechen. Wenn man sagt „Es tut weh“, möchten sie helfen, etwas leichter oder sicherer zu machen. Nicht aus Kälte, sondern weil sie Fürsorge eher im Tun als in Worten ausdrücken.
Beide meinen es gut. Sie sprechen nur unterschiedliche Sprachen.
Schwierig wird es, wenn Gefühl auf Kalkulation trifft. Wenn der eine verstanden werden möchte – und der andere beginnt zu erklären. Wenn Nähe gesucht wird – und man stattdessen Argumente bekommt.
Ich habe gelernt: Gefühle lassen sich nicht beweisen. Und nicht wegdiskutieren. Man kann sie nur ernst nehmen.
Manchmal braucht es kein Thermometer. Manchmal reicht ein „Ich verstehe dich“.