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Unser Lied…
Es ist schon sehr traurig das alles… Ich komme mir vor, als wär ich 2 Jahre zurück versetzt, damals, als mein Mann mich verliess.
Manchmal habe ich das Gefühl, ich ziehe die problematischen Beziehungen an… die dann schlussendlich zum scheitern verurteilt sind…
Nachtrag 18:30 — Heute hätte ich meinen 15. Hochzeitstag (kirchliche Trauung). Irgendwie komisch, dass das grad heute ist…
Erwartungen
Man sagt, man soll ohne Erwartungen leben, um nicht enttäuscht zu werden… aber das ist irgendwie nicht möglich. In gewissen Situationen erwartet man etwas Bestimmtes. Ganz banal z.B. : wenn ich jemanden grüsse, erwarte ich, dass ich zurück gegrüsst werde.
Wenn ich jemandem eine sms schreibe „Ich wünsche Dir einen schönen Tag“ erwarte ich nicht automatisch eine Antwort. Wenn ich aber schreibe „Kommst Du am Sonntag zum Konzert?“ und es kommt einfach nichts zurück, dann bin ich schon sehr enttäuscht. Natürlich gibt’s sicher solche, die jetzt sagen: Wenn keine Antwort kommt, ist die Person nicht daran interessiert – sprich: kommt nicht. Aber ist das anständig? Man kann doch schreiben oder anrufen und kurz sagen, dass es aus diesem oder jenem Grund nicht geht… oder seh ich das falsch?
Ich erwarte auch, dass man ein Versprechen hält. „Ich melde mich – versprochen“… dann BITTE melde dich… natürlich kann man sich auch erst nach 2 Jahren melden. Aber wenn ich sowas sage, dann melde ich mich in den nächsten Tagen… und wenn ich keine Lust dazu habe, schreibe ich zumindest eine Nachricht à la „sorry, aber momentan hab ich grad viel um die Ohren und komme nicht dazu“ oder so ähnlich. Ich hasse es, wenn man einfach auf „Funkstille“ stellt.
Vielleicht erwarte ich auch einfach nur, dass andere genau so reagieren wie ich ? Es ist sehr schwierig, sich in jemanden hinein zu versetzen. Vielleicht bin ich zu gutgläubig? Vielleicht zu wenig egoistisch? Zu lieb? zu naiv?
Nochmal 23…
Dieses Wochenende war ganz schön was los. Am Samstag hatte Bruderherz Geburtag. Es gab eine Überraschungsparty für ihn. Am Sonntag kam einer der Zwillige (meine Halbbrüder) vorbei. Er übernachtete und wir hatten es lustig. Mit den Kids waren wir bowlen und er hat ihnen Billiard beigebracht.
Als er heute um knapp 13h wieder ging, fuhren wir gleichzeitig los. Ich musste nochmal zu Bruderherz. Als Brüderchen mich überholte, dachte ich: „hach, wär ich nochmal 23… ich würd so einiges anderes machen…“
Natürlich möcht ich meine Kinder niemals missen, aber wenn ich die Zeit zurück drehen könnte… ich hätte vieles nicht getan oder getan. Mein Leben wär wohl ganz anders verlaufen.
Es gibt Dinge, die ich sehr bereue, mich selbst ohrfeigen könnte, dass ich nicht anders gehandelt habe – aber es gehört wohl zum Leben, Fehler zu machen, die man nicht wieder gut machen kann…
Pfingsten
Pfingsten ist ein christliches Fest. Gefeiert wird von den Gläubigen die Entsendung des Heiligen Geistes. Es wird am 50. Tag des Osterfestkreises, also 49 Tage nach dem Ostersonntag, begangen.
Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren (Apg 2,1-41 EU). Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt.
Als Kind fuhren wir über Pfingsten immer an den Neuenburgersee zum Camping. Ich habe diese Tage sehr genossen, weil wir da immer alle zusammen waren: die 2 Brüder und 3 Schwestern meines Dads – teils mit ihren Partnern und Kindern – manchmal kam auch meine Grossmama mit. Ich genoss es, wenn wir alle gemeinsam am Feuer assen, lachten, sangen, spielten.
Einmal hat es die ganzen Pfingsten nur geregnet. Und wir haben mit Suppenlöffeln Gräben um die Zelte gegraben. Im Moment selbst war das natürlich mühsam, aber im Nachhinein ist es eine lustige Erinnerung.
Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr, mit den Kids mal im Sommer 1 oder 2 Wochen auf diesen schönen Campingplatz zu fahren. Ich würde gern wieder mal dort hingehen. Es gibt an diesem See sogar Sandstrand und man fühlt sich fast wie am Meer…
Erleichtert
Heute morgen war ich beim Frauenarzt. Eigentlich hätte ich die Spirale entfernen sollen und ich hatte ziemlich Bammel davor. Denn das Einsetzen war schon ziemlich schmerzlich und ich fühlte mich danach, als hätte ich ein Kind geboren… da graute mir vor dem Entfernen noch mehr…
Ausserdem habe ich seit 4-5 Tagen so ein komischen Ziehen unten (genau wie damals, als ich mit meinem Sohn schwanger war) und ich hatte einige Bedenken. Die Möglichkeit konnte bestehen, auch wenn das Risiko bei dieser Spirale „nur“ 2 zu 1000 ist…
Aber 1. : ich kann noch ein Jahr warten mit dem Entfernen und 2. ich bin nicht schwanger ! Gott sei Dank. Das wär wirklich nicht der richtige Zeitpunkt gewesen…
Es kamen dann noch die üblichen Untersuchungen und nach gut 20 Minuten war ich wieder draussen.
Ich war so erleichtert, dass ich zur Kirche ging. Beim Eintreten überkam es mich und ich musste mich erst wieder sammeln, bevor ich wieder raus gehen konnte.
Ich denke, diese Ungewissheit hatte eine grosse Wirkung auf meinen moralischen Zustand… es geht mir heute viel besser als die letzten Tage.
Stärke
„Kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird.“
Karl Johann Hödl
Das starke und das schwache Geschlecht… ja, heutzutage weiss ja nun (fast) jeder, dass das starke Geschlecht eben nicht der Mann sondern die Frau ist.
Wir verstehen uns: man redet nicht von Muskel- sondern von emotionaler Stärke. Eine Frau hält von Natur aus schon nur durch die Geburt eines Kindes mehr Schmerz aus als ein Mann sich je vorstellen kann.
Und doch fühle ich mich zeitweise total schwach, habe das Gefühl, dass ich gewisse Dinge nicht mehr aushalte. Emotional total am Boden und doch stark genug, mich um die Kids zu kümmern, „gut drauf bin“… Friede, Freude, Eierkuchen… dabei ist es gar nicht so.
Die letzten Tage waren irgendwie ziemlich stressig. Freundinnen die kommen oder anrufen, weil sie irgendwelche Probleme haben – Helfersyndrom? Ich kann irgendwie nicht nein sagen – dabei geht’s mir ja selbst auch nicht gerade super… und doch finde ich es schön, dass andere das Vertrauen haben und zu mir kommen. Aber ich muss irgendwie ein bisschen bremsen, sonst brauch ich selbst noch eine Therapie…
Ich weiss auch nicht wieso, aber seit 3-4 Tagen bin ich total mies drauf. Ich versuche, es mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen, aber die kurzen Nächte und (fast) nichts essen helfen nicht gerade…
Es gibt Dinge…
Verzweiflung
Heute morgen hab ich zufälligerweise Stunde des Höchsten gesehen. Die Predigt ging um Verzweiflung und sie hat mich irgendwie sehr berührt.
ein Ausschnitt davon:
Hier könnte Ihr die ganze Predigt lesen.
Warten
Ich habe das Gefühl, dass ich immer nur warte, und das seit Jahren.
Das Universum (Gott, oder was oder wer auch immer) scheint es lustig zu finden, mich die ganze Zeit warten zu lassen…
… auf eine Antwort … auf eine Begegnung … auf eine Entscheidung … auf einen Kuss … auf eine Umarmung … auf eine sms … auf ein Telefon …
Manchmal hab ich so genug davon, immer nur zu warten. Und an Tagen wie heute, da möcht ich am liebsten weit weg gehen, alles stehen und liegen lassen, keine Verpflichtungen haben, ausbrechen aus dem Altag. Dieses „gefangen sein“ im Altag zerreisst mich manchmal fast. Ich möchte ausbrechen, das tun, wozu ich jetzt grad im Moment Lust habe… aber nein, ich muss warten… immer warten…




