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„Nur, wer nicht in der Zeit, sondern in der Gegenwart lebt, ist glücklich.“

Ludwig Josef Johann Wittgenstein

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Das ist ja eigentlich auch richtig – aber nicht immer einfach. Vorallem auch dann nicht, wenn man eine Enttäuschung erlebt hat, oder etwas nicht so klappte, wie man sich das wünschte oder vorgestellt hat.

Ich bin zwar jemand, der immer versucht, in der Gegenwart zu leben. Doch manchmal ist es nicht einfach. Erinnerungen kommen hoch und man spürt einen Klotz im Hals, fragt sich, wieso ist dies oder das passiert? Was wäre wenn…

Und dann gibt es Situationen, in welchen man in Versuchung gerät, etwas nochmal zu probieren – obwohl es ja gescheitert ist. Und dann braucht es eine gewisse Willenskraft, mit dem Kopf zu sagen: NEIN ! Es funktionniert nicht!

In der Gegenwart zu leben… ja, aber: die Gegenwart ist ja geprägt durch das, was in der Vergangenheit gewesen ist. Und manchmal ist es sehr schwierig, loszulassen. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe, gewisse Dinge und Leute „loszulassen“, Leute oder Situationen (gefühlsmässig), die wie ein Damokless Schwert über meinem Kopf hingen, die es verhinderten, vorwärts zu kommen.

Sich neu verlieben hilft dabei sehr… Und es geht nur noch ein paar Tage, bis ich die 100%-ige Gewissheit habe, dass es wirklich passt. Ich lebe in der Gegenwart, die Vergangenheit ist passé und ich freu mich auf meine Zukunft !

Liebe auf Distanz

155071_289099314546170_408794029_nGeht das? Kann man sich verlieben, so richtig, auch wenn man sich noch nie gesehen hat?

Also mir geht’s momentan grad so… und eigentlich weiss ich, dass das möglich ist, denn meinen zukünftigen Ex-Mann habe ich ja auch so kennen gelernt. Allerdings unter etwas anderen Umständen, aber im Endeffekt doch gleich.

Seit meiner Trennung vor 2 Jahren habe ich immer gedacht, dass ich nie mehr so starke Gefühle für jemanden entwickeln kann…ich habe mir sogar geschworen, dass – wenn ich je wieder jemanden haben sollte – ich ihn nicht im Internet kennen lernen will. Ich habe mich geirrt…

Was da momentan mit M. passiert ist total crazy – es ist, als würde ich ihn schon Jahre kennen. Eine totale Vertrautheit hat sich innert kürzester Zeit installiert. Wir führen sowol lustige als auch ernste Gespräche. Irgendwie sind wir auf der gleichen geistigen Ebene und die gemeinsame Zeit am PC vergeht immer zu schnell.

Ich kann’s manchmal kaum fassen, kaum richtig begreifen, frage mich ob ich doch nicht nur träume…  und das Warten scheint unendlich…

 

 

Dieser Beitrag wurde am Januar 29, 2013 in M. veröffentlicht. 12 Kommentare

Engelskarten

Mam hat mir heute ihre Engelskarten ausgeliehen – meine bekomme ich bald 😀

Ich habe soeben folgende Frage gestellt:

Werden M. und ich eine gemeinsame Zukunft haben? Die Antwortkarten waren:

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Zuversicht…. hmmm, ja doch, ich bin zuversichtlich – sehr sogar

Anmut…. Ich denke, es beinhaltet den Ausdruck einer Harmonie zwischen Sinnlichem und Geistigem

Wahrheit…. Ist es die Wahrheit? Endlich das Wahre? Das, was ich mir immer gewünscht habe?

Die Karten sprechen mich sehr an… ja, ich bin zufrieden damit und freue mich von Tag zu Tag mehr… kann’s kaum erwarten…

Gebucht

Jetzt ist’s offiziell: Wir haben gebucht. Das heisst: ER hat gebucht. Ja, wir werden uns treffen – allerdings müssen wir noch etwas Geduld haben.

Nun frage ich mich natürlich: wie wird dieses Treffen wohl sein? Sicher werd ich total nervös  dort ankommen, und anfangs auch schüchtern sein – obwohl: ich habe in den letzten Jahren gelernt, solche Situation besser zu meistern. Ich habe heute mehr Selbstvertrauen, und das ist gut.

images6Wir haben in den letzten Tagen, Wochen kann man sagen, ein sehr intensives Vertrauen aufgebaut. Die tägliche Kommunikation – auf alle möglichen Arten – gemeinsame Fernsehabende (ja das geht auf Distanz! Siehe DA), gemeinsam die selben Lieder hören (danke youtube playlists) tragen dazu bei, dass ich mich von Tag zu Tag sicherer fühle. Wir haben soviele Gemeinsamkeiten, dass es fast unheimlich ist.

Und ich muss noch was sagen: es handelt sich hier nicht um ein Date, dass sich durch einen Chat-Room oder einer dieser Blind-Date-Plattformen ergeben hat. Denn da geht es ja von Anfang an immer nur um das eine. Die Ausgangslage ist anders: er hat mich angeschrieben, weil er sich von meinem Blog angesprochen fühlte, und das ist das schöne daran. Wir haben nicht von vornhinein den Gedanken an nur das eine, sondern wir fühlen uns durch tägliches Reden sehr miteinander verbunden. Was natürlich die Neugierde auf das andere nicht ausschliesst… Aber es ist nicht Priorität. Und das macht es ja gerade so spannend und speziell…

Jetzt heisst es also warten. Warten auf den Tag, an dem er und ich je 350km fahren werden, um uns zu sehen. Ich bin schon ganz kribbelig…

Die Prinzessin und der Frosch

Es war einmal eine Prinzessin, die war nicht sehr glücklich. Ihr Reich war verarmt und ihr Prinz hatte sie  verlassen. Alles was sie noch bessas, waren ihre Kinder und ihre Eltern.

Sie lebte von Tag zu Tag, war gegenüber ihren Mitmenschen immer freundllich und gutgelaunt – doch innerlich war sie traurig und verletzt. Vorallem abends, wenn alle schliefen und sie ganz mutterseelenallein in ihrem Palast sass, überkam sie oft dieses lähmende Gefühl der Einsamkeit. Sie weinte oft, ganz im Stillen und schrieb Tagebuch.

Eines Tages – als sie draussen im Garten war – hatte sie ihr Tagebuch dabei. Sie sass im Gras und las darin. Plötzlich wurde sie aus ihren Tagträumen gerissen und sie musste sofort weg. Sie rannte davon und vergass dabei ihr Tagebuch.

Als sie abends wieder einsam zu hause sass, klopfte es plötzlich am Fenster. Etwas stutzig öffnete sie es und sah einen Frosch auf dem Fensterbrett sitzen. Er hatte ihr Tagebuch dabei und sagte:

Meine hochwohlgeborene Prinzessin, ich habe Euer Tagebuch heute gefunden und mir erlaubt, es Euch zurück zu bringen – dabei streckte er ihr das Buch entgegen. Er errötete etwas und meinte: ich habe mir noch was erlaubt… ich habe in Eurem Tagebuch gelesen. Dabei schaute er etwas verlegen in eine Ecke. Die Prinzessin schaute ihn an und brach in Tränen aus. Der Frosch aber tröstete sie und sagte: wenn Ihr wollt, komme ich jeden Abend vorbei und Ihr erzählt mir, was Euch bedrückt oder gefreut hat. Die Prinzessin war einverstanden.

Nun kam also der Frosch jeden abend vorbei und die beiden redeten sehr viel. Über Gefühle, Ängste, aber auch Freuden und Zukunft. Mit der Zeit entwickelte sich eine solch grosse Vertrautheit, dass die Prinzessin tagsüber immer nur daran denken musste, was sie ihren Frosch abends alles fragen wollte.

Eines Abends meinte der Frosch, dass er bald von seinem Weiher wegziehen werde. Die Prinzessin stutzte etwas und fragte traurig: wieso denn?? Da beruhigte der Frosch sie, setzte sich auf ihre Schulter und flüsterte ihn ins Ohr: Weil ich in den Schlossparkweiher ziehen werde. Die Prinzessin freute sich so sehr, dass sie ihn drückte und küsste… doch dann erschrak sie: Der Frosch war fort und anstelle dessen stand ein Prinz in ihrem Schlafgemach.

Die beiden umarmten sich und kurz darauf wurde geheiratet. Und seit diesem Abend war die Prinzessin nie mehr einsam oder traurig…

Froschkoenig

Telefonitis

Das Telefon ist eigentlich überhaupt nicht mein Freund – ich habe es, wie die meisten, aus Gewohnheit und Bedarf. Ich rede jetzt nicht unbedigt vom Handy mit sms und pink_phone-ringing-Whatsapp, sondern eben vom eigentlichen Nutzungsgrund: dem Telefonieren.

Das ging früher sogar soweit, dass ich nicht mal einen Arzttermin telefonisch ausmachte, sondern vorbei ging. Durch die Geburt meiner Kinder und dem älter werden, habe ich jetzt schon gelernt, das telefonisch zu tun – aber immer noch äusserst ungern.

Also eigentlich geht es nicht um das Telefonieren an sich, viel mehr geht es darum, dass ich nicht gerne mit Leuten durchs Telefons spreche, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Ich fühle mich dann irgendwie unsicher und finde auch nicht immer grad die richtigen Worte.

Nun, gestern abend haben M. und ich erneut gechattet. Plötzlich meine er, sein Hund hätte grad das Ladekabel angeknabbert… er müsse mal schauen und komme gleich wieder. Ich wartete… nach 10 Mintuen meinte er via Whatsapp, er komme gleich, noch 5 Minuten. Ja, kein Problem – ich warte.

Er kam nicht… und ich fragte erneut via Whatsapp (Gott bin ich froh, dass es sowas gibt 😉 ), was los sei….Er meinte:  Scheibenkleister alles.

Na ja, war also nichts mehr mit chatten… aber wie gesagt: Whatsapp sei Dank ! Nach knapp 10 Minuten hin und her schreiben, meinte er: Darf ich dich anrufen? ………………………….. Ich hatte das Gefühl, mein Herz versagt ! Ehhhhh…..  Hab grad eine gewisse Nervosität entwickelt beim lesen, war meine Antwort. – Lol, darf ich?

Heart-Phone2Es ging ein Momentchen bevor ich „ok“ schrieb. Nicht weil ich nicht wollte, sondern aus obgenannten Gründen – Unsicherheit und hier vorallem auch Schüchternheit liessen mich einen kurzen Moment zögern…

Im Nachhinein bereue ich es keine Sekunde – wir haben geschlagene 2 Stunden geredet. Es war irgendwie umwerfend, welche Vertrautheit sofort da war – als würde ich ihn seit Jahren kennen. Als wir auflegten – was echt schwierig war – ging’s noch 20 Minuten via Whatsapp weiter. Es war einfach nur schön. Danke M., dass Du den Schritt gewagt hast !

Es gibt nur einen einzigen Nachteil: Wie soll ich jetzt bitte keine Sehnsucht haben? Das ist ja jetzt noch schlimmer als vorher….

Oh Mann…

… ich glaub ich lieb den Mann. Wie ist es möglich, jemanden zu lieben, den man noch nie gesehen hat? Sollte es sowas wie eine Seelenverwandtschaft sein?

Es ist unerklärbar, aber ich spühre es einfach. Uns verbindet so viel, unserer Gespräche bedeuten mir so viel und die Sehnsucht wächst von Sekunde zu Sekunde. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht verstehen …

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Freinacht

Als ich anfgang 20 war, machte ich sehr oft Freinächte. Ich verbrachte damals meine Nächte mit chatten und konnte dies mit meinen Arbeitstagen auch gut kombinieren. Schlafen konnte ich am Wochenede. Das letzte Mal, als ich eine Freinacht machte, liegt inwischen schon ein paar Jahre zurück. Vorallem die Geburt meiner Tocher vor 12 Jahren und meinem Sohn vor 8 Jahren, tragen dazu bei, dass ich es mir einfach nicht mehr leisten kann, die ganze Nacht wach zu bleiben und … – man wir älter.

Doch seit ein paar Tagen mache ich „Fast-Freinächte“: bis 3h, 4h einmal sogar fast 5h30 aufbleiben, dann 3 Stunden schlafen, kommt mit einer Freinacht fast gleich. Vorallem spührt man es aber nach ein paar Tagen… wenn die Müdigkeit Überhand nimmt.

chatten_comic_nutzung_bis_02_2008Ihr fragt Euch wohl, was ich mache… nun, ich habe vor ein paar Tagen eine sehr liebe Mail erhalten von einem Mann, der meinen Blog liest. Eigentlich habe zuerst ich seinen gelesen und einen Kommentar hinterlassen.  Er fragte mich in seiner Mail unter anderem, ob ich eventuell an einer Mail-Brieffreundschaft Interesse hätte. Da ich nun mal eine Person bin, die sehr gern schreibt, antwortete ich ihm gleich und schon nach wenigen Mails tauschten wir unsere FB und MSN Adressen aus, sowie unsere Handy Nummern.

Und jetzt kommunizieren wir täglich und nächtlich. Via Whatsapp, Mail, MSN und FB. Wir haben sowohl tiefgehende wie lustige Gespräche und ich fühle mich sehr geborgen, wenn ich mit ihm rede und wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten – manchmal ist das schon fast unheimlich.

Am Montag fängt der Altag wieder an und ich werde mich zwingen müssen, früher zu Bett zu gehen – das wird wohl sehr schwierig werden, denn der Austausch  mit ihm ist sehr bereichernd und anziehend.

Meine erster Gedanke am morgen gilt ihm – und nicht nur am morgen. Ich frage mich die ganze Zeit, was er wohl grad tut oder wo er grad ist.

Kann man sich verlieben, ohne sich je vorher gesehen zu haben? Oder ist das nur eine Illusion, einen Streich der mir mein Kopf, mein Herz spielt? Ich komme mir grad vor, als wär ich irgend ein Teenager und irgendwie macht mich das ein bisschen stutzig.

Die Distanz von 700km scheint in den Momenten unserer Kommunikation nicht wichtig. Wichtig sind im Augenblick nur die Gespräche. Wir haben schon davon gesprochen 324684_original_R_K_B_by_Didi01_pixelio.deund zu treffen. Im Frühling. Aber ich weiss nicht, ob ich so lange warten kann. Ich entwickle sowas wie Sehnsucht und ich glaube, dass ich wirklich dabei bin, mich zu verlieben. Gleichzeitig habe ich Angst davor. Angst, ihn zu enttäuschen – Angst, enttäuscht zu werden – Angst vor Wiederholung. Und wenn wir dann wirklich zusammen kommen? Wie soll das dann gehen mit so vielen km dazwischen? Weder er noch ich können – gebunden durch Job und vorallem familiäre Umstände nicht von heute auf morgen wegziehen. Und doch sage ich mir: geniesse es! Es geht dir gut! Du bist glücklich (wenn auch müde 😉 ), profitiere davon und lass deinen Gefühlen freien Lauf.

Gemerkt hat er es mit Sicherheit – und auch ich spühre, dass es ihm nicht viel anders geht.

Nun denn, ich lasse es auf mich zukommen und ich werde es zulassen. Vielleicht ist er wirklich die verwandte Seele, die ich seit Jahren vermisse…