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Haiku

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Meine Grossmamma liebte Haikus. Sie hat auch selbst welche geschrieben.

Dieser Post ist für Dich, Grosmamme ♥ R.I.P.

An die Sonne

10563257-sonnige-herbst-laub[O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Leben erhellt;]
O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Rund erhellt
In lichter Majestät;
Erhab’nes Wunder einer Hand,
Die jene Himmel ausgespannt
Und Sterne hingesät!

Noch heute seh‘ ich deinen Glanz,
Mir lacht in ihrem Blumenkranz
Noch heute die Natur.
Der Vögel buntgefiedert Heer
Singt morgen mir vielleicht nicht mehr
Im Wald und auf der Flur.

Ich fühle, daß ich sterblich bin,
Mein Leben welkt wie Gras dahin,
Wie ein verschmachtend Laub.
Wer weiß, wie unerwartet bald
Des Höchsten Wort an mich erschallt:
Komm wieder in den Staub!

O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Leben erhellt;
O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Rund erhellt
In lichter Majestät;
Erhab’nes Wunder einer Hand,
Die jene Himmel ausgespannt
Und Sterne hingesät.

 

(c) Johann Peter Uz   —>  Musikalisch von Franz Schubert

***

Das fettgedruckte finde ich extrem aussagestark. Einerseits sehr poetisch und doch so real. Wunderbar, wie dies in Worte gefasst wurde.

Manchmal denke ich darüber nach, wofür wir gewisse Dinge tun wenn wir ja sowieso sterben. Man rackert sich ab, gibt sich Mühe, hat Träume und Wünsche … aber schlussendlich muss man ja sowieso eines Tages gehen…

Bin irgendwie grad sehr melancholisch drauf… gibt mehrere Gründe dafür:

Das Warten: Ich habe das Gefühl, ich sei immer nur am Warten… auf ein Wiedersehen, auf bessere Zeiten, auf einen Job, auf schönes Wetter…

Die Sehnsucht: Ja, habe ich, extrem…

Meine Mama: es geht ihr nicht besonders gut. Ich glaube, sie hat ein wenig Depressionen, bedingt durch Stress, vorallem im Job und mit ihrer Schwester. Ich mag es nicht, wenn meine Mam schlecht drauf ist. Als ich noch Kind war, ging’s ihr immer gut (respektive, sie zeigte es nicht, wenn’s ihr schlecht ging). Seit ich erwachsen bin, hat sich das geändert. Sie sieht mich halt – Gott sei Dank einerseits – nicht mehr als Kind, vor welchem man immer gut drauf sein muss. Also bekomme ich all ihre Stimmungen mit. Aber sie ist immer noch meine Mam… und meiner Mam muss es einfach gut gehen…

Gewicht: ja, ja, das liebe Gewicht. Hmmmm…. teilweise ist es mir total egal, aber momentan nervt es mich grad enorm…

Ich versuche natürlich, Dinge mit Humor zu nehmen, mich positiv zu motivieren… aber es gelingt mir halt nicht immer. Heute eben nicht so…

 

Spätherbst

Wald-Natur-Nebel

Der graue Nebel tropft so still

Herab auf Feld und Wald und Heide,

Als ob der Himmel weinen will

In übergroßem Leide.

Die Blumen wollen nicht mehr blühn,

Die Vöglein schweigen in den Hainen,

Es starb sogar das letzte Grün,

Da mag er auch wohl weinen.

(c) Hermann Allmers   —>   HIER noch musikalisch von Brahms (das singen wir z.Z.)

***

Dieser Text passt irgendwie zum momentanen Wetter und meiner Stimmung. Man könnte meinen, es sei Herbst. Ab und zu mal einen schönen Tag (wie gestern) und dann wieder, grau, nass, kalt… langsam aber sicher schlägt’s aufs Gemüt… aber die Musik… also ich finde die Harmonien wunderschön. Melancholisch, in Moll… einfach wunderbar.

 

Leidenschaft

Wenn Liebe zur Passion wird,

verlieren Dinge ihre Wichtigkeit,

werden Gefühle zu Strudeln

und Sehnsüchte zur Hauptbeschäftigung.

boelleli

Passion : Leidenschaft = sich in starkem Gefühl, in heftigem, ungestümem Besitzverlangen äußernde Zuneigung zu einem Menschen.

In dem Wort Leidenschaft steckt das Wort leiden. Wir benutzen das Wort Leidenschaft aber in einem positiven Sinn, doch wenn man es genau nimmt, hat es keine positive Bedeutung.

Durch das Gefühlschaos – den Strudel – und der Sehnsucht nach dem anderen Menschen, entwickeln wir diese Leidenschaft für den anderen und leiden : Wir quälen uns mit Warten auf eine sms, ein Telefon, eine Mail, das nächste Wiedersehen! Wie ertragen Enttäuschungen, weil wir gewisse Sachen erwarten oder uns wünschen.

Einerseits ist dies ein irrealer Zustand und doch eigentlich ziemlich masochistisch.

Liegt es daran, dass es viel Geduld und Kraft brauch, dies auszuhalten – durchhalten bis endlich „die Erlösung“ (das Wiedersehen / die Erwartung) kommt?
leidenschaft

Liegt es nur am sexuellen Verlangen des anderen ?

Gibt es unendliche Leidenschaft oder erlischt sie irgendwann?

Zerstört es uns, wenn das Gegenüber unsere Leidenschaft nicht erwidert?

Zeigt uns dieser Zustand, dass wir lebendig und verletzlich sind?

Der französische Poet, Schriftsteller und Journalist Sébastien Chamfort sagte:

„Durch die Leidenschaft lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er bloss.“

Ein bisschen wie Sterben…

… so kommt es uns vor, wenn wir uns auf Widersehen sagen müssen.

M. ist Montag abend erst angekommen – etwas später als vorgesehen. Durch Autopanne war es leider nicht anders möglich – aber Hauptsache: er war hier ! Es war total toll und die Zeit verging viel zu schnell…

Seit er heute morgen kurz vor 11h wieder fahren musste, fehlt er mir so. Es ist so leer ohne ihn… Sehnsucht ohne Ende. Ich konnte nicht nach Hause gehen. Zu gegenwärtig war er noch. Ich fuhr zu Mama und wollte die Kids holen. Doch wir redeten, gingen noch einkaufen und sogar Abend essen. Zu Hause war ich erst um 20h. Als ich die Haustür öffnete, dachte ich: es kann nicht sein, dass er schon wieder weg ist…

6788_sehnsucht

Sehnsucht nach dem anderen zu haben, ist gleichzeitig schön und schmerzhaft. Das Verlangen, den andern bei sich zu haben – auch nur, um gemeinsam Kaffee zu trinken – ist gewaltig.

Ich habe vor über 15 Jahren mal dieses Gedicht geschrieben, was ziemlich gut beschreibt, was ich empfinde:

Sehnsucht

Oft bekommt man sie zu spüren,
ohne sich gross zu rühren,
fällt sie plötzlich über einen her

Man wird nicht von ihr gewarnt,
schliesst die Augen- ist umarmt,
doch alles war nur Vorstellungskraft

Man kann nichts gegen sie machen,
sie auch nicht verschachern,
sie kommt und geht unverständlich

Manchmal wünscht man sie sich fort,
weit weg an einen fernen Ort,
doch sie kehrt immer wieder

Man kann sie nicht so recht beschreiben,
und mancher würde dazu neigen,
in die Verbannung sie zu schicken

Doch dies wär’ dann doch wohl zu schade,
denn in gewisser Weise ist es Gottes Gabe,
solche Gefühle zu empfinden

Nein, ich möchte sie nicht missen,
obwohl in gewisser Weise ich möcht’ wissen,
was genau sie ist

Doch anstelle mich zu fragen,
ziehe ich es vor mich zu erlaben,
an jener Sache, nämlich der Sehnsucht

(c) by boelleli, 1996

Gedanken

 

070

Die Stille lenkt meine Gedanken zu Dir,

sind nicht abzuwenden – sind in mir.

Die Erinnerung an uns’re gemeinsame Zeit,

sieht mein inneres Auge als Vollkommenheit.

 

Deine Berührungen fehlen mir so sehr,

Ich lechze nach noch so viel mehr.

Ich spür‘ Dich trotz der Distanz ganz nah,

Ich wünscht‘ mir so, Du wärst jetzt da!

 

Es fühlt sich alles so gut an,

Ja – Du hast es mir angetan.

Will Dich küssen und Dir sagen:

Werd Dich lieben – an allen Tagen…

(c) by boelleli

Schutzengel

309919_290083904447711_371068439_nBildquelle: Angel’s Attic

๑ ♡ ๑ Schutzengel ๑ ♡ ๑

Ich schick Dir einen Engel,
der Dich stets bewacht,
der mit Dir ein Tränchen weint,
aber auch mal lacht.

Ich schick Dir einen Engel,
der sich um Dich sorgt,
der Dir wenn Du ratlos bist,
gern sein Ohr mal borgt.

Ich schick Dir einen Engel,
der Dich innig liebt,
der mit seinem Flügelschlag
Dir wieder Hoffnung gibt.

© Norbert van Tiggelen