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12. Dezember – Die Hand an der Rinde

💫

Liora lehnt sich an einen alten Baum.
Die Rinde ist rau.
Der Stamm warm von innen.
Als hätte er alles schon gesehen:
Wachstum, Fallen, Werden, Vergehen.
Und wieder Werden.

Sie legt ihre Stirn daran.
Und plötzlich wird ihr Atem langsamer.
Weiter.
Runder.

Manchmal müssen wir uns nicht stark halten.
Manchmal dürfen wir uns halten lassen.

💫


Achtsamkeitsmoment

Lehne dich heute innerlich oder äusserlich an etwas an:
einen Stuhl,
eine Wand,
einen Atemzug,
ein vertrautes Wort.

Du musst nicht alles selbst tragen.


„Manchmal muss man sich nur anlehnen, um getragen zu werden.“ 🕯️


11. Dezember – Die Wintersonne

💫

Zephira tritt aus dem Schatten des Waldes heraus.
Und plötzlich liegt das Licht auf ihr.
Warm.
Unerwartet.
Wie eine Hand, die niemand gelegt hat
und die doch da ist.

Sie bleibt stehen.
Nicht, um etwas zu denken.
Sondern um das Licht auf ihrer Haut zu spüren.

Manchmal öffnet sich Wärme
genau dort,
wo wir aufgehört haben, sie zu erwarten.

💫


Achtsamkeitsmoment

Wenn heute Licht fällt —
auf deine Hände,
dein Gesicht,
den Boden vor dir —

bleib einen Atemzug stehen.
Nicht, um nachzudenken.
Nur, um zu fühlen.


„Licht findet seinen Weg, auch durch Winterzweige.“ 🕯️


10. Dezember – Die federleichte Spur

💫

Liora entdeckt eine Spur im frischen Schnee.
Kaum sichtbar.
So leicht, dass sie mit dem nächsten Wind vergehen könnte.

Und doch:
Sie ist da.

Manchmal sind es die allerkleinsten Zeichen,
die uns zuflüstern:
Es geht weiter.
Auch wenn wir es kaum spüren.

Nicht alles, was bleibt, ist gross.
Manches ist sanft.
Und gerade darin liegt seine Wahrheit.

💫


Achtsamkeitsmoment

Sei heute dort sanft,
wo du hart sein könntest.

In einer Reaktion.
In einem Gedanken.
In einem Wort zu dir selbst.

Sanftheit ist kein Schwachsein.
Sie ist ein inneres Wissen.


„Manche Grüsse kommen federleicht und bleiben doch.“ 🕯️


9. Dezember – Der Bach

💫

Zephira hört das Wasser,
bevor sie es sieht.

Ein leises Murmeln,
wie ein Gespräch, das die Welt mit sich selbst führt.

Der Bach fliesst,
ohne zu eilen,
ohne zu halten,
ohne zu wissen, was kommt.

Er erinnert daran,
dass Zeit nicht drängt.
Sie strömt.

Und wir dürfen mit ihr fliessen.

💫


Achtsamkeitsmoment

Setz dich heute für einen Moment hin.
Tu nichts.
Halte nichts fest.
Lass nichts werden.

Nur atmen.
Und Zeit fliessen lassen.


„Alles fliesst. Auch, was wir festhalten wollten.“ 🕯️


8. Dezember – Der Pfad teilt sich

💫

Liora bleibt stehen.
Vor ihr teilt sich der Pfad.
Kein Schild.
Keine Richtung.
Kein Hinweis darauf, was „richtig“ wäre.

Sie schaut eine Weile einfach nur.
Nicht mit den Augen,
sondern mit dem Herzen.

Dann wählt sie den Weg,
der leiser wirkt.

Nicht weil sie sicher ist.
Sondern weil sie vertraut.

💫


Achtsamkeitsmoment

Wenn du heute vor einer Entscheidung stehst
— gross oder klein —
halte kurz inne.

Nicht fragen:
„Was sollte ich tun?“

Sondern:
„Welcher Weg fühlt sich leiser an?“

Dort entsteht Frieden.


„Nicht jeder Weg ruft laut. Manche flüstern nur – und doch sind sie wahr.“ 🕯️


7. Dezember – Tannenduft

💫

Zephira bleibt stehen.

Ein Duft steigt ihr in die Nase —
klar, harzig, vertraut.
Er erinnert sie an etwas Weiches in ihrer Kindheit,
an Hände, die Kerzen anzündeten,
an Räume voller Wärme und Atem.

Manchmal trägt uns ein Duft zurück
an einen Ort, den wir längst nicht mehr betreten können.
Und dennoch ist er in uns.

Heimat ist manchmal
nur ein Hauch.

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Achtsamkeitsmoment

Atme heute bewusst durch die Nase.
Suche keinen bestimmten Geruch.
Lass ihn finden.

Erkenne, was in dir anklingt —
ohne es festzuhalten.


„Heimat kann ein Duft sein, der uns heimruft.“ 🕯️


6. Dezember – Die warme Tasse

💫

Liora sitzt in einer kleinen Küche am Weg.
Der Raum ist schlicht, der Tisch aus hellem Holz.
Vor ihr steht eine Tasse Tee.
Der Dampf steigt langsam auf
und legt sich wie ein warmer Atem auf ihre Hände.

Es ist kein grosses Innehalten.
Nur ein Moment.
Doch in diesem Moment wird etwas weich.

Vielleicht braucht es manchmal nicht mehr
als Wärme, die wir uns erlauben.

💫


Achtsamkeitsmoment

Nimm heute einen Moment,
in dem du nichts leistest.

Nicht denken.
Nicht planen.
Nicht funktionieren.

Nur halten.
Und gehalten werden.


„Wärme ist nicht die Temperatur – sie ist ein Einverständnis mit sich selbst.“ 🕯️


5. Dezember – Die Spur im Schnee

💫

Zephira bleibt stehen.
Vor ihr — eine Spur im Schnee.
Klein.
Leise.
Lebendig.

Nichts Grosses geschieht.
Und doch geschieht etwas.

Manchmal erinnern uns gerade die unscheinbaren Spuren daran,
dass das Leben auch im Stillen weitergeht.

Dass wir nicht allein auf dem Weg sind.
Auch dann, wenn es so wirkt.

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Achtsamkeitsmoment

Nimm heute etwas Kleines bewusst wahr:
eine Geste, ein Duft, ein Blick, ein Geräusch.

Manchmal liegt in den kleinsten Dingen
der grösste Trost.


„Selbst im Schweigen hinterlässt das Leben Spuren.“ 🕯️


4. Dezember – Nebel

💫

Liora geht am frühen Morgen los.
Der Nebel liegt dicht über dem Weg,
verschluckt Formen, Ränder, Gewissheiten.

Doch ihr Schritt bleibt ruhig.
Sie hat es nicht eilig.
Sie muss nichts wissen.

Es gibt Wege, die man nur gehen kann,
wenn man es zulässt, dass nicht alles sichtbar ist.

💫


Achtsamkeitsmoment

Wenn heute etwas unklar ist,
versuche nicht, es zu lösen.

Setz dich.
Atme.
Lass den Nebel Nebel sein.

Klarheit kommt von selbst,
wenn sie bereit ist.


„Manches zeigt sich erst, wenn die Welt weich wird.“ 🕯️


3. Dezember – Die Laterne

💫

Zephira hält eine kleine Laterne in der Hand.
Das Licht ist schwach, kaum mehr als ein Atemzug aus Flamme.
Es reicht nicht, um den Weg voraus zu erhellen.
Aber es reicht für den nächsten Schritt.

Mehr braucht es heute nicht.

Vertrauen wächst nicht in Gewissheit,
sondern in Nähe.

💫


Achtsamkeitsmoment

Du musst nicht wissen, wie alles weitergeht.
Nur, was jetzt dran ist.

Ein Schritt.
Ein Atemzug.
Ein Licht, das du tragen kannst.


„Ein kleines Licht reicht, wenn das Herz bereit ist zu sehen.“ 🕯️