Innerliche Unruhe

Seit mehreren Tagen bin ich innerlich ziemlich unruhig, kann nur sehr schlecht einschlafen und habe das Bedürfnis, melancholische (Kirchen)-Musik zu hören. Keine Ahnung, weshalb. Es ist eigentlich kein unangenehmes Gefühl, es fühlt sich eher an, wie wenn man verliebt ist. Nein, ich bin nicht verliebt – zumindest nicht frisch verliebt. Also kann es das schon mal nicht sein.

Vielleicht liegts am Herbst? Der hat manchmal sowas melancholisch-schönes.

Hier ein Beispiel an Musik, die mich momentan sehr berührt:

Gestern Abend hatten wir eine SUPER Chorprobe. Ich hätte noch stundenlang so weiter proben können. Auch unser Chef war von der gestrigen Probe hell begeistert. Wir haben wirklich super gearbeitet. In 10 Tagen haben wir unser traditionelles Sing-Workshop-Wochenende und im November werden wir eine Cantate von Bach singen. Manchmal wünsche ich mir, dass ich professionnel mit (m)einem Chor in der Welt herum-toure :-D. Nächsten Sommer werden wir am internationalen Chorfestival „Europa Cantat“ in Tallinn (Estland) teilnehmen. Ich freu mich jetzt schon – auch wenn das ziemlich teuer wird…

Elternabend

Heute war in der Schule von Sohnemann Elternabend.

Sohnemann ist in einer Spezialklasse. Da er einige Lernschwierigkeiten hat und auch ein bisschen Legastheniker ist, kam er für die Oberstufe in diese Klasse. Das Schulprogramm ist das gleiche, nur die Lernmethode und der Lernrythmus sind angepasst.

Ich muss sagen, die beiden Lehrerinnen scheinen mir sehr kompetent und ich sehe auch, dass Sohnemann sich wohl fühlt. Er macht seine Hausaufgaben ohne Wenn und Aber, und die ersten Schulnoten waren ausgesprochen gut. Ich bin froh und stolz auf ihn.

Was mich allerdings erstaunt hat (und im Nachhinein etwas wütend): von 21 Schüleren waren grad mal 7 Eltern (alleine oder zu zweit) gekommen. Die anderen hielten es anscheinend nicht für nötig.

Als Sohnemann mir dann erklärte, dass die Eltern von 6 Schülern kein französisch verstehen und – da kein Übersetzer anwesend war – sie deshalb nicht gekommen seien, fand ich das schon ziemlich krass ! Die übrigen, welche mit ihrer Abwesenheit glänzten, hatten schlicht einfach keine Lust zu kommen… Was sind denn das für Eltern? Ich mein, ich hätte den Abend vielleicht auch lieber vor dem TV verbracht, aber es geht doch um’s eigene Kind. Und diejenigen, welche hier wohnen und kein Wort unserer Sprache reden… gut, dass sie das hier machen können…. Ich find’s unglaublich. Wie wär’s mit anpassen?

Na ja, ich werd mich jetzt nicht weiter darüber aufregen, aber ich find’s also schon haarsträubend!

Nun denn, gute Nacht, guten Morgen, schönen Tag – je nach dem halt 😉

Aufgewühlt

Seit ich den Film Vaya con Dios gesehen habe (3 x jetzt schon), bin ich irgendwie innerlich aufgewühlt, irgendwie ganz kribbelig. Fragt mich nicht wieso… der Schluss des Films ist verständlich und doch irgendwie traurig. Daniel Brühl spielt fabelhaft.

Vaya con Dios

Gestern hat auf FB eine Bekannte einen Youtube-Link gepostet. Ich war hin und weg und habe dann herausgfunden, dass dieses Video aus dem Film Vaya con Dios stammt. Leider habe ich den Film aber auf Youtube nicht gefunden und heute habe ich weiter gesucht, um schlussendlich die DVD zu bestellen. Der Versand erfolgt innert 3-5 Werktagen…

Da ich aber so verzaubert von diesen Gesängen bin, den Film unbedingt sehen will und  nicht 5 Tage warten kann, habe ich – danke Töchterchen – den Film via Streaming heute abend schauen können.

Ich bin überwältigt. Die Geschichte an sich und vorallem die Gesänge (was für Stimmen!) sind einfach unglaublich. Hier ein Ausschnitt – und wenn Ihr dazu kommt, den Film zu sehen (insofern ihr solche Musik mögt) : Es lohnt sich wirklich.

Hier könnt Ihr auch noch eine super Zusammenfassung des Films lesen.

Diese Musik bewegt mich unglaublich, gibt mir einerseits eine wahnsinnige Ruhe und inneren Frieden und gleichzeitig stimmt sie mich melancholisch… Ich könnte es stundenlang mit Kopfhörern hören und so in eine Welt eintauchen, die mir eine unglaubliche Kraft gibt…

Beziehung suchen?

Vor 2 Tagen hatten wir im Büro am Mittagstisch ein Gespräch über Beziehungen. Irgendwann erwähnte ich, dass ich eigentlich ganz froh bin, allein zu sein. So muss ich keine Rücksicht nehmen oder Kompromisse eingehen. Wenn ich eine politische Diskussion oder einen Gottesdienst am TV schauen will, oder aber plötzlich um 21h eine Freundin anrufe oder meine Mama vorbei kommt, muss ich niemanden fragen / informieren /Rechenschaft ablegen. Ich kann einfach tun und lassen wie’s mir gerade passt.

Da meinte die Chefin der Human Ressources: Sie wollen also lieber ihr ganzes Leben allein sein, als mal einen Kompromiss einzugehen?

Nein! So habe ich das nicht gemeint. Was ich damit sagen wollte ist eigentlich folgendes: ich bin nicht frustriert, weil ich niemanden habe, ich SUCHE nicht nach einer Beziehung. Ausserdem lebe ich schon seit Anfang 2011 mit meinen Kindern allein und habe halt so meine/unsere Gewohnheiten. Sollte sich aber irgendwann mal etwas ergeben, bin ich natürlich nicht abgeneigt und auch bereit, eventuelle Kompromisse einzugehen. Allerdings glaube ich kaum, dass ich mit jemandem zusammen ziehen würde (zumindest solang die Kids noch zu hause sind).

Ich versteh halt einfach nicht, dass es Menschen gibt, die unbedingt immer jemanden haben müssen. Ich lebe nach dem Prinzip: Lieber allein, als schlecht begleitet.

Natürlich sehne ich mich manchmal (vorallem halt abends) nach Nähe. Das muss nicht unbedingt körperliche Nähe sein – eine simple Präsenz würde manchmal reichen. Trotzdem bin ich aber weder frustriert noch unglücklich. Im Gegenteil: Ich würde mich selbst als ziemlich positiv, ausgeglichen und zufrieden bezeichnen.

Das Einzige, was mir allerdings manchmal zu denken gibt, ist: Wenn meine Kinder mal ihr eigenes Leben leben, wenn meine Mama mal nicht mehr da ist… dann werde ich wohl ziemlich oft allein sein… Aber das ist ja nicht gleich morgen der Fall. Darum: Ich geniesse das Leben und freue mich über kleine Dinge. Lasse schlechte Gedanken vorbeiziehen und konzentriere mich auf die tollen Begegnungen in meinem Job und meinem sozialen Umfeld und bin dankbar für alles.

2 Monate

Seit 2 Monaten hab ich keine News von Pierre. Auch ich habe mich nicht gemeldet. Ich verspüre auch überhaupt kein Verlangen.

Seine letzten sms vom 24. Juni (in Bezug auf ein Treffen) „Es wird schwierig… Vielleicht geht’s …. Ich gebe dir sehr bald wegen Sonntag bescheid…. jetzt muss es einfach klappen“

Nun… das „bald“ hat sich inzwischen in ein „nie“ verwandelt.

Am 3. September gibt’s ein Event, bei welchem er sicher dabei ist. Ich könnte hingehen – werde ich aber nicht. Ich weiss ja, dass er unschlüssig ist. Aber das hat mich doch ziemlich genervt und ich habe überhaupt keine Lust, ihn zu sehen. Und sollte er mir wieder mal schreiben… so wie ich jetzt drauf bin, werde ich ihm nicht antworten.

Vor 2 Tagen hat eine alte Schulfreundin angerufen. Sie ist seit ein paar Jahren geschieden und heiratet nächstes Jahr wieder. Sie meinte: Beim 2. Mal klappts vielleicht und ich solle schon mal den 7. Juli notieren. Ich bekäme dann noch ne Einladung. Tja… die einen finden die Liebe… bei mir ist die Liebe ausgewandert…

Für immer Adaline

Kennt Ihr diesen Film? Ich habe ihn vor 2 Tagen per Zufall am TV gesehen und fand ihn richtig gut. Hier ein kurzer Ausschnitt:

 

und HIER die Zusammenfassung auf Wikipedia. Falls Ihr aber vorhabt, den Film zu schauen (auf Youtube findet man ihn in voller Länge), dann würe ich die Zusammenfassung nicht lesen, sonst kennt Ihr den Film bevor Ihr ihn Euch anschaut 😉

Letzte Woche

Die letzte Ferienwoche der Kids ist fast um. Sohnemann habe ich für diese letzte Woche in einem Tages-Camp angemeldet. Es findet in Lausanne statt, wo ich auch arbeite. Und die Organisation sieht folgendermassen aus: Sohnemann kommt morgens um 7h15 mit mir mit und ich setze ihn dort ab. Abends kommt er dann von dort zu Fuss zu mir ins Büro und wir fahren gemeinsam nach Hause. Der Weg zu Fuss geht gut 10 Minuten.

Am Sonntagabend meinte er, er hätte keine Lust hinzugehen, aber er müsse ja wohl – was ich behjahte.

Am nächsten Morgen fuhr ich ihn dann hin. Eigentlich beginnt es um 9h aber man kann die Kids schon ab halb acht hinbringen. Um 8h45 kam eine Whatsapp-Nachricht von Sohnemann: „Es ist doof – alles nur kleine Kinder!“ (dieses Camp ist für Kinder zwischen 6 und 12 und er ist 12…). Ich schrieb zurück: „Warte doch erst mal ab. Es fängt ja erst um 9h an…“ – es kam nichts zurück. Und dann habe ich den ganzen Tag nix mehr von ihm gehört. Das letzte Mal auf Whatsapp war er morgens um 8h50…

Als er dann um halb sechs bei mir war, strahlte er übers ganze Gesicht und meinte: „Es war so cool! Wir haben dies und das und jenes gemacht. Und wir haben gesungen und das Lied geht so…. Und dann brauchten sie 9 Freiwillige für etwas. Und – Du kennst mich ja – hab sofort die Hand gehoben. Und XY hat uns eine super-interessante Geschichte erzählt, und …“. Er erzählte mir ganz enthusiastisch von seinem Tag und freute sich riesig auf den nächsten! Ich war ehrlich gesagt erleichtert und freute mich mit ihm. Gestern abend haben wir gemeinsam einen Schokoladencake gebacken, den er heute fürs „Zvieri“ mitgenommen hat . Er war ganz stolz darauf 🙂

Morgen ist der letzte Tag und die Eltern sind zu einem Apéro ab 17h30 eingeladen.

Ich bin froh, dass ich ihn angemeldet habe, er begeistert ist und eine tolle letzte Ferienwoche hat – welche zudem auch noch wirklich nützlich ist: Da er morgens früh aufstehen muss, kann er abends nicht so spät zu Bett und bekommt für den Schulanfang nächste Woche wieder einen geregelten Rythmus 😉