Tag-Archiv | Melancholie

Herbst

Die Blätter tanzen im Wind, die Sonne liegt nun tiefer, die Tage werden kürzer und die Schatten länger.

Ich mag den Herbst, mit seinen melancholischen Facetten, den vielen Farben, den von Nebel umhüllten Morgen und dem wohligen Kaminfeuer (ich hab zwar keinen Kamin, aber ich habe eine grosse Vorstellungskraft 😀 ), Kürbissuppe und Wildgerichte – ein Gaumenschmaus. Halloween allerdings ist nicht so meins, auch wenn die geschnitzen Kürbisse manchmal echte Kunstwerde sind.

Als Kind allerdings liebte ich den Räbeliechtli-Brauch in der Deutschschweiz . In Richterswil findet jedes Jahr ein bekannter Umzug statt. Dieses Jahr fällt es auf den 11.11. – Geburtstag meiner Tochter 🙂
Ich finde es schade, dass dieser Brauch hier in der Westschweiz nicht bekannt ist. Ich hätte ihn gerne meinen Kindern weiter gegeben – aber allein mit 2 Kindern in der Kleinstadt einen Umzug zu veranstalten hielt ich dann doch für etwas übertrieben 😀 . Doch jedes Jahr denke ich nostalgisch an diese Zeit zurück.

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Im Herbst bin ich auch oft etwas kreativer als sonst. Ich habe vor 10 Jahren mal ein Gedicht über den Herbst, respektive den Eté indien geschrieben und dieses Foto hab ich vor über 10 Jahren in unserer damaligen Strasse gemacht :

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Albert Camus drückt wunderschön aus, was der Herbst ist :

Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird.


An die Sonne

10563257-sonnige-herbst-laub[O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Leben erhellt;]
O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Rund erhellt
In lichter Majestät;
Erhab’nes Wunder einer Hand,
Die jene Himmel ausgespannt
Und Sterne hingesät!

Noch heute seh‘ ich deinen Glanz,
Mir lacht in ihrem Blumenkranz
Noch heute die Natur.
Der Vögel buntgefiedert Heer
Singt morgen mir vielleicht nicht mehr
Im Wald und auf der Flur.

Ich fühle, daß ich sterblich bin,
Mein Leben welkt wie Gras dahin,
Wie ein verschmachtend Laub.
Wer weiß, wie unerwartet bald
Des Höchsten Wort an mich erschallt:
Komm wieder in den Staub!

O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Leben erhellt;
O Sonne, Königin der Welt,
Die unser dunkles Rund erhellt
In lichter Majestät;
Erhab’nes Wunder einer Hand,
Die jene Himmel ausgespannt
Und Sterne hingesät.

 

(c) Johann Peter Uz   —>  Musikalisch von Franz Schubert

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Das fettgedruckte finde ich extrem aussagestark. Einerseits sehr poetisch und doch so real. Wunderbar, wie dies in Worte gefasst wurde.

Manchmal denke ich darüber nach, wofür wir gewisse Dinge tun wenn wir ja sowieso sterben. Man rackert sich ab, gibt sich Mühe, hat Träume und Wünsche … aber schlussendlich muss man ja sowieso eines Tages gehen…

Bin irgendwie grad sehr melancholisch drauf… gibt mehrere Gründe dafür:

Das Warten: Ich habe das Gefühl, ich sei immer nur am Warten… auf ein Wiedersehen, auf bessere Zeiten, auf einen Job, auf schönes Wetter…

Die Sehnsucht: Ja, habe ich, extrem…

Meine Mama: es geht ihr nicht besonders gut. Ich glaube, sie hat ein wenig Depressionen, bedingt durch Stress, vorallem im Job und mit ihrer Schwester. Ich mag es nicht, wenn meine Mam schlecht drauf ist. Als ich noch Kind war, ging’s ihr immer gut (respektive, sie zeigte es nicht, wenn’s ihr schlecht ging). Seit ich erwachsen bin, hat sich das geändert. Sie sieht mich halt – Gott sei Dank einerseits – nicht mehr als Kind, vor welchem man immer gut drauf sein muss. Also bekomme ich all ihre Stimmungen mit. Aber sie ist immer noch meine Mam… und meiner Mam muss es einfach gut gehen…

Gewicht: ja, ja, das liebe Gewicht. Hmmmm…. teilweise ist es mir total egal, aber momentan nervt es mich grad enorm…

Ich versuche natürlich, Dinge mit Humor zu nehmen, mich positiv zu motivieren… aber es gelingt mir halt nicht immer. Heute eben nicht so…

 

Melancholie

o1zpqtfkIch sitze hier am PC… Sohnemann schläft (halb krank – fiebrig), Töchterchen ist nicht da (kommt morgen vom Skilager zurück – juppi), ich höre Alan Parson – wundebar, und irgendwie bin ich melancholisch.

Einerseits ist alles wunderbar, könnte eigentlich besser nicht sein. Und doch bin ich irgendwie traurig, fühle mich allein. Wieso gibt es im Leben plötzlich und quasi aus heiterem Himmel solche melancholische Momente? Wer oder was ist der Auslöser? Im jetzigen, aktuellen Moment ist ja nichts vorgefallen… Warum also bin ich down?

So viele Fragen – und keine Antwort… Sie fehlt mir…. Er fehlt mir… grad jetzt bräuchte ich wenigstens einen der beiden der mich einfach nur hält oder mich wenigstens anruft…