Tag-Archiv | Spiritualität

Kantorianerorden

Habe soeben mit einem Freund über die Idee geredet, ins Kloster zu gehen. Ich muss gestehen, wenn es einen Kantorianerorden wirklich geben würde, ich glaub ich würde sofort eintreten. Spiritualitàt durch singen, Natur, Tiere und Bescheidenheit – eigentlich alles was ich brauche.

Schaute mir grad folgendes Video nochmals an. Bei solch einer Interpretation (ab 1:25) bekomme ich Gänsehaut ❤️

Ich war ja damals schon total begeistert… und Daniel Brühl finde ich immer noch 😍

Von guten Mächten

1. Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

2. Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

5. Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

7. Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer

Lichtvoller Tag

Die allermeisten Kirchen sind nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Ist dir das schon einmal aufgefallen? Fast immer zeigt der Chorraum aber nach Osten – und das aus gutem Grund. Denn im Osten geht die Sonne auf. Von da kommt das Licht und beginnt jeder neue Tag. Das Licht vertreibt ja nicht einfach nur die Nacht. Es vertreibt auch die schlechten Gedanken, die mich manchmal plagen können. Wenn ein neuer Tag anbricht, dann ist das manchmal wie eine Erlösung.


Morgen beginnt die Karwoche, also die Woche, die an die letzten Tage im Leben von Jesus vor fast 2000 Jahren erinnert. Es waren finstere Tage – für Jesus selbst und genauso für seine Freunde. Für die Männer und Frauen die ihn nach Jerusalem begleitet hatten. Sie haben miterlebt, wie Jesus angefeindet wurde. Wie sich die Stimmung immer weiter aufgeheizt hat und es immer gefährlicher wurde für sie. Eine Zeit wie ein Albtraum in der Nacht. Und der einfach nicht enden wollte. Am Ende ist Jesus tot. Und seine Freunde? Verlassen und verloren, wie in einem Albtraum und wie gefangen in einer Nacht, die einfach nicht enden will.
Aber dann ist doch ein neuer Morgen angebrochen, an Ostern, drei Tage später. Und er hat die Männer und Frauen um Jesus herum erlöst aus dem Albtraum der Nacht. Sie konnten aufatmen, den Kopf heben und sich aufmachen in einen neuen Tag und eine neue Zeit.

Und davon erzählen die Gotteshäuser bis heute. Jedes Mal, wenn ein neuer Tag sie, von Osten her, zum Leuchten bringt. Möge es heute für euch alle ein licht-voller Tag werden!