Tag-Archiv | Streit

Genug!

Ich habe langsam aber sicher genug! Und doch habe ich ein schlechtes Gewissen:

Gestern abend haben Töchterchen und ich zusammen TV geschaut. Sohnemann wollte noch eine Hausaufgabe machen und bemerkte, dass er seinen schwarzen Stift in der Schule vergessen hat. Ich sagte ihm, dass Töchterchen den gleichen habe und sie ihn ihm sicher leihen könne. Da meinte er „nein, lass, sie wird sich wieder darüber aufregen“ – „ich werd‘ sie fragen“ gab ich zur Antwort.

Aber Sohnemann hatte recht. Die Tatsache, dass Töchterchen sich vom Sofa erheben musste, um den Stift zu holen, trug dazu bei, dass sie anfing, sich über Sohnemann aufzuregen. „Dieser Idiot! Immer muss er alles vergessen, … „. Natürlich reagierte Sohnemann darauf „Siehst Du, ich hab’s dir gesagt. Sie nervt sich diese blöde Kuh!

(„Idiot“ und „blöde Kuh“ sind milde Ausdrücke. Sie betiteln sich oft mit viel krasseren Worten, die ich aber hier jetzt nicht unbedingt erwähnen will)

Ich habe dann Töchterchen eine Ansage gemacht. Solche Reaktionen sind sowas von übertrieben. Und solche Situationen erlebe ich mit den beiden täglich! Ich hab echt die Schnautze voll! Am Schluss sagte ich noch: „Ich hoffe, ihr zieht beide schnell aus! Das ist wirklich unaushaltbar mit euch!“ … das hätte ich wohl nicht sagen sollen, denke ich heute. Ich habe irgendwie fast ein schlechtes Gewissen deswegen.

Obwohl, nach meiner Ansage kehrte Ruhe ein und die beiden konnten normal miteinander reden. Aber ich finde es so nervenaufreibend. Jeden Tag, und wirklich ohne Ausnahmen jeden Tag (!), streiten die beiden wegen Banalitäten! Praktisch jedesmal wenn wir zusammen essen, fängt der eine oder andere an. So ist Zusammenleben einfach wirklich nur mühsam.

Nun denn, ich liebe die beiden natürlich trotzdem und würde sie niemals aus dem Haus schmeissen. Aber nach einem strengen Arbeitstag möchte ich abends halt gerne einfach ein harmonisches Zusammensein…

Hass-Liebe

Ich habe eine interssante Seite dazu gefunden:hass-liebe

Hassliebe ist eine intensive Beziehung zu jemandem, die wechselt zwischen Liebe und Hass, zwischen Zuneigung und Abneigung. … … … . Hassliebe ist eigentlich eine intensive Form der Liebe, die Erwartungen an den anderen hat, die nicht erfüllt werden. Im weiteren Sinn ist Hassliebe auch die Faszination an einer Sache, die man mal liebt, dann hasst.

… weiterlesen auf Yogawiki

Wieso ich dies auf dem Netz gesucht habe, fragt Ihr Euch? Nun, meine beiden Kinder verhalten sich so. Also vorallem Töchterchen. Sie sagt sogar manchmal, dass sie ihren Bruder nicht ausstehen kann. Aber nicht nur im Moment, sondern immer.

Mich verletzt es sehr, wenn sie so spricht. Heute z.B. habe ich sie gebeten, nach der Schule um 15h30 nach hause zu kommen und mit Sohnemann Hausaufgaben zu machen. Normalerweise geht er zu jemandem nach der Schule, um Aufgaben zu machen. Leider war diese Person heute verhindert. Sie kam also genervt nach hause – mit einer Freundin. Ich war damit nicht einverstanden, denn wenn ihre Freundin da ist, kann sich Sohnemann nicht richtig konzentrieren. Ausserdem ist dann auch Töchterchen gestresst, da sie ja lieber mit der Freundin reden oder etwas unternehmen will. Als ich sie dann fragte (am Telefon) was sie denn jetzt nach den Aufgaben macht, meinte sie, sie hätte noch mit Freunden abgemacht. Auf meine Bedenken, dass Sohnemann dann allein zu hause ist, meinte sie nur „Das ist nicht mein Problem!“ Natürlich nicht! und ich frage sie auch wirklich selten, sich um ihren Bruder zu kümmern. Heute ist eine Ausnahme. Umsomehr verletzt es mich…

Ich denke, dass ihrerseits eine Art Hass-Liebe besteht. Wenn Sohnemann nach der Schule manchmal nach hause kommt und erzählt, dass er irgendwelche Probleme in der Schule (mit jemandem) hatte, dann fragt sie immer wer und warum. Und sie käme sofort in die Schule und regle dass. Aber meistens regt sie sich über ihren Bruder auf. Die beiden streiten TÄGLICH mehrer Male – und nicht immer im normalen Rahmen. Es ist sehr ermüdend!

Ich habe auch einen Bruder, und als Kinder haben wir auch mal gestritteten – wie alle Geschwister. Auch heute kann ich mich manchmal über ihn aufregen – aber niemals in solchem Mass.

Diese Situation macht mich wirklich traurig.

 

Arme Kinder !

Mein Nachbar von oben hatte einen heftigen Streit mit seiner Freundin vorgestern abend. Es war kurz vor 21h und ich hörte Gerangel und Schreie im Treppenhaus. Nach gefühlten 10 Minuten (reell wohl nur etwa 2) ging ich raus, und fragte, ob was los sei und ob sie Hilfe brauchen – JA ! Ich ging hoch und er meinte: Kannst Du dich bitte um die Kleine kümmern (seine Freundin sass derweilen am Boden zusammengekauert und schrie, er hielt sie fest). Ich ging dann in die Wohnung, und fand die Kleine (4 !) weinend und sitzend in ihrem Bett mit ihren beiden Plüschtieren im Arm … „Papa! Papa!“ . Ich konnte sie aber relativ schnell beruhigen und wartete mit ihr im Zimmer.

Nach etwa 10 Minuten kam er dann – total erschöpft – und kümmerte sich um seine Tochter. Seine Freundin war gegangen. Ich sagte ihm, falls irgendwas sei, könne er streitjederzeit kommen oder anrufen und ging wieder runter.

Ich seh noch die Kleine, wie sie in ihrem Bett sass und total unwissend und ängstlich in ihrem Bett sass. Sie tat mir so leid. Wieso müssen Erwachsene bei einem Streit handgreiflich werden? Anscheinend – so wie mir mein Nachbar am nächsten Tag weinend in meiner Küche erzählte – sei sie ausgetickt (unbegründetet Eifersucht, laut ihm) und hätte ihn geboxt, worauf er ihr eine Ohrfeige gegeben habe… sie habe dann der Kleinen zugeschrien „Dein Papa schlägt mich !“ (sie ist nicht die Mutter).

Ich habe gerade noch diesen Artikel gefunden. Es ist ja sicher richtig, was die Frau Jacob sagt – aber manchmal nicht einfach umzusetzen. Und in diesem Artikel steht, unter anderem :

…Lässt sich der Konflikt vor Kinderohren nicht verbergen, kommt es vor allem auf den Tonfall und die Fähigkeit an, auf Augenhöhe zu kommunizieren. «Kinder sollten lernen, dass beim Streiten eine bestimmte Grenze nicht überschritten wird. Das heißt, dem anderen respektvoll begegnen, ihn ausreden lassen», rät Egert. …

Und wie soll man das bewerkstelligen, wenn der eine das tut, der andere aber nicht…? Es ist immer „einfach“ gute Ratschläge zu geben – sie umzusetzen… das ist ein anderes paar Stiefel…