Die Prinzessin und der Frosch


Es war einmal eine Prinzessin, die war nicht sehr glücklich. Ihr Reich war verarmt und ihr Prinz hatte sie  verlassen. Alles was sie noch bessas, waren ihre Kinder und ihre Eltern.

Sie lebte von Tag zu Tag, war gegenüber ihren Mitmenschen immer freundllich und gutgelaunt – doch innerlich war sie traurig und verletzt. Vorallem abends, wenn alle schliefen und sie ganz mutterseelenallein in ihrem Palast sass, überkam sie oft dieses lähmende Gefühl der Einsamkeit. Sie weinte oft, ganz im Stillen und schrieb Tagebuch.

Eines Tages – als sie draussen im Garten war – hatte sie ihr Tagebuch dabei. Sie sass im Gras und las darin. Plötzlich wurde sie aus ihren Tagträumen gerissen und sie musste sofort weg. Sie rannte davon und vergass dabei ihr Tagebuch.

Als sie abends wieder einsam zu hause sass, klopfte es plötzlich am Fenster. Etwas stutzig öffnete sie es und sah einen Frosch auf dem Fensterbrett sitzen. Er hatte ihr Tagebuch dabei und sagte:

Meine hochwohlgeborene Prinzessin, ich habe Euer Tagebuch heute gefunden und mir erlaubt, es Euch zurück zu bringen – dabei streckte er ihr das Buch entgegen. Er errötete etwas und meinte: ich habe mir noch was erlaubt… ich habe in Eurem Tagebuch gelesen. Dabei schaute er etwas verlegen in eine Ecke. Die Prinzessin schaute ihn an und brach in Tränen aus. Der Frosch aber tröstete sie und sagte: wenn Ihr wollt, komme ich jeden Abend vorbei und Ihr erzählt mir, was Euch bedrückt oder gefreut hat. Die Prinzessin war einverstanden.

Nun kam also der Frosch jeden abend vorbei und die beiden redeten sehr viel. Über Gefühle, Ängste, aber auch Freuden und Zukunft. Mit der Zeit entwickelte sich eine solch grosse Vertrautheit, dass die Prinzessin tagsüber immer nur daran denken musste, was sie ihren Frosch abends alles fragen wollte.

Eines Abends meinte der Frosch, dass er bald von seinem Weiher wegziehen werde. Die Prinzessin stutzte etwas und fragte traurig: wieso denn?? Da beruhigte der Frosch sie, setzte sich auf ihre Schulter und flüsterte ihn ins Ohr: Weil ich in den Schlossparkweiher ziehen werde. Die Prinzessin freute sich so sehr, dass sie ihn drückte und küsste… doch dann erschrak sie: Der Frosch war fort und anstelle dessen stand ein Prinz in ihrem Schlafgemach.

Die beiden umarmten sich und kurz darauf wurde geheiratet. Und seit diesem Abend war die Prinzessin nie mehr einsam oder traurig…

Froschkoenig

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