Verdrängen


Mein Bruder wurde letzte Woche von seiner Freundin verlassen – einfach so, aus heiterem Himmel. Mich hat es sehr erstaunt, sagte sie (die Freundin) doch oft, wir seien ihre Familie – wir nannten uns schon gegenseitig Schwägerin… und vor noch gar nicht all zu langer Zeit, habe ich sie gefragt, ob sie die Patentante von Sohnemann sein möchte – was sie total freute und gerne annahm. Sie redete von Kindern, von Heirat und die beiden haben sich vor etwa einem Monat Ringe (für mich sah es nach Verlobungsringen aus) gekauft…?

Irgendwie fühle ich mich auch verlassen. Es stellen sich Fragen, die man vorher nie gewagt hätte zu stellen… und doch studiere ich dran rum… also irgendwas ist daran komisch. Kann man sich so in einem Menschen täuschen? Hat sie uns allen wärend 2,5 Jahren etwas vorgespielt? Hat sie nur davon – resektive von meinem Bruder – finanziell profitiert? Sie hat ihre Ausbildung jetzt fertig und verlässt ihn kurz danach? Eigentlich sollte mein Bruder jetzt eine Fortbildung anfangen – jetzt, da sie einen richtigen Lohn hat… Was ist an der Sache faul?

Mein Bruder war jetzt eine Woche weg (war schon lange geplant) und es ging ihm mehr oder weniger gut. Doch jetzt, seit er wieder zu hause ist, geht es ihm doch ziemlich besch…

Als er die Woche nicht zu hause war, war es ihm wohl nicht so bewusst. Doch als er nun am Samstag heim kam und all ihre Sachen weg waren, knallte ihm die Realität ins Gesicht. Er hatte es diese Woche einfach nur verdrängt.

Tausend Fragen und keine Antworten… Ich kenne das nur zu gut. Und ich weiss auch, wie gut man Dinge verdrängen kann, welche einen dann wie eine Ohrfreige treffen, wenn man plötzlich wieder damit konfrontiert wird.

Man verdrängt Sachen um sich selbst zu schützen, um nicht in ein Loch zu fallen… Friede, Freude, Eierkuchen…. doch schlussendlich wird man irgendwann davon eingeholt und muss sich der Sache stellen. Man muss da durch – auch wenn’s schwierig ist und weh tut.

 

geb-herzDie Zeit heilt Wunden, sagt man. Doch Narben bleiben immer zurück…

3 Kommentare zu “Verdrängen

  1. Ganz recht – man muss da durch, die Ereignisse holen einen zwangsläufig ein. Manchmal ganz bewusst, manchmal nur zufällig … Ich selbst neige dazu, unmittelbar in ein tiefes Loch zu fallen. Es schmerzt dann sehr, aber nach zwei Wochen geht es mir spürbar besser.
    Liebe Grüße und alles Gute!

  2. das dachte ich mal vor JAHRE(n)so demnach was ich bis HEUTE erlebt habe….trägt mich die Gewissheit in ein AblenkungsMANÖVER hinein in die weiten WELTen,das eine WUNDE nicht richtig ausHEILEN kann wenn überhaupt zu tief sitzt der SCHMERZ um zu vergessen….Die SEELE(n)narben bleiben oft für den anderen MENSCHen unSICHTbar,ausser der MENSCH sieht mit dem HERZen gut

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