Ich bin es leid


Manchmal ist es wirklich zum Verzeifeln und ich bin es leid, immer kämpfen zu müssen.

Ich habe 2 Jobs, beziehe einen Teil Arbeitslosengeld und habe noch einen finanziellen Zustupf vom Sozialamt. Ich bekomme also monatlich 4 verschiedene Zahlungen auf mein Konto eingezahlt. Aber nicht alle gleichzeitig.

  1. vom 1. Arbeitsgeber am 25. des Monats
  2. vom 2. Arbeitsgeber anfags des Folgemonats
  3. Kinderzulage und Alimente in der 1. Woche des FolgemonatsDruck
  4. von der Arbeitslosenkasse (nachdem ich denen die Lohnausweise und zwei ausgefüllte Formulare (pro Arbeitgeber je eins) zugeschickt habe) zwischen dem 5. und 10. des Monats
  5. vom Sozialamt (nachdem ich die Zahlung der Arbeitslosenkasse bekommen habe) Mitte des Monats

Ausserdem muss ich jeden Monat meinen Kontoauszug dem Sozialamt schicken. Alles wird immer  kontrolliert und genaustens untersucht. Es ist ermüdend und irgendwie diskriminierend. Kompliziert und aufwendig.

Ich frage mich manchmal: wann hört das endlich auf!? Ich bräuchte einen Job, der es mir erlaubt, endlich von Arbeitslosen- und Sozialamt wegzukommen. Wenn ich so zurück denke: seit ich meinen Ex kennengelernt habe (das sind bald 20 Jahre!) bin ich finanziell am Ar*** . Ich bin es langsam aber sicher echt leid! Bin ausgelaugt und frage mich je längs je mehr: wie lange noch???

Auch was die Kids und mein Liebesleben betrifft: Ich kümmere mich zu 95% allein um meine beiden. Mit allen Höhen und Tiefen. Auf ihren Vater kann ich nicht zählen, weder moralisch  noch finanziell – gut habe ich meine Mama die stets „allzeit-bereit“ ist! Und was das Liebesleben betrifft: da fang ich gar nicht erst an, darüber zu reden….

Dann kommt noch dazu, dass ich unbedingt eine Wohnung finden  muss – was nicht einfach ist mit meiner finanziellen Lage. Als Teil-Sozialempfänger wird man oft als insolvent abgestempelt – was totaler Blödsinn ist, denn die Miete kann direkt vom Sozialamt an den Vermieter überwieden werden. Was im Endeffekt sicherer ist, als wenn man einfach einen normalen Job hat, denn der Staat garantiert die Miete! Aber das verstehen die meisten irgendwie nicht… 😦

8 Kommentare zu “Ich bin es leid

  1. Gefällt mir nicht, weil ich das auch kenne. Auch alleinerziehend, abhängig vom Staat kann ich seit zwei Jahren endlich durchatmen. Gib nicht auf, ich wünsche dir ganz viel Kraft und einen Job, der dich erfüllt und dir Sicherheit schenkt.

  2. Vielleicht steht es ja anderswo in deinem Blog, aber ich folge dir noch nicht lange: Was für einen Job suchst Du denn und wo? Ich bekomme bei meiner Firma und meinen Kunden im Moment immer nur mit, dass wir ohne Ende Leute suchen und nie genug Leute finden und von anderen höre ich es auch. Woran scheitert das bei dir bislang?

    • Ich bin kaufmännische Angestellte.
      Keine Ahnung, woran es scheitert. Die Region, in welcher ich in der Schweiz wohne, hat am meisten Arbeitslose und Sozialempfänger….

      • Tja, was in der Schweiz läuft, weiß ich nicht und auch in Deuschland gibt es natürlich abgelegene Gegenden, wo es schwieriger ist. In einem deutschen Ballungsgebiet oder sogar in einer ganz normalen mittelgroßen deutschen Stadt könntest Du als kaufmännische Angestellte im Moment immer was finden. Vielleicht nicht den Super-Job, aber auf jeden Fall genug, um mit einem Job klar zu kommen. Da bräuchtest Du wahrscheinlich gar nicht suchen, sondern nur ein paar Bekannte, die dich weiter empfehlen. Aber wenn Du aus deiner Gegend nicht weg kommst …

      • Sicher, dass Ihre Region, die mit die teuersten Lebenshaltungskosten der Welt aufweist, gleichzeitig die „sozial schwächste“ der Schweiz ist und wenn ja, wieso wohnt man dann ohne Speck auf den Rippen da?
        Überall auf der Welt kann man nur mit einem Ganztagsjob ohne Subventionen überleben. Vielleicht halten Sie andere Dinge als fehlende Arbeitsmöglichkeiten im kaufmännischen Bereich von einem Ganztagsjob ab. Darüber und über deren Relevanz kann man sich Gedanken machen. Kinder sind kein Grund, nicht zu arbeiten und ein Hund schon gar nicht. Es gibt überhaupt keinen Grund, nicht zu arbeiten. Und wenn es in Ihrer Region wirklich nichts gibt – was ich mir nicht vorstellen kann – , dann gehen Sie woanders hin oder pendeln. Z.B. in Deutschland, und das ist nicht gerade für unzulängliche Sozialleistungen bekannt, würden Sie überhaupt kein Arbeitslosengeld bekommen, wenn Sie nicht für ein gigantisches räumliches Einzugsgebiet zur Verfügung stehen würden.

  3. Schauen Sie sich doch mal in Genève, Lausanne und Bern um. Ich bin mir sicher, dass Sie im kaufmännischen Bereich dort Unmengen von Ganztagsstellen mit für Ihre teure Region typischen hohen Gehältern finden werden.
    Sie kennen die Geschichte von den Bankmitarbeitern in Genève, deren Sport in der Mittagspause Vorstellungsgespräche sind. Dieser Markt muss so ergiebig sein, dass die Leute ständig hin- und herwechseln, nur um ihr Gehalt nach oben zu treiben. Ich bin mir sicher, dass in Ihrer Region was geht, und das kurzfristig. LG Joachim

  4. Und warum sind Sie „finanziell am Ar***“ (Zitat Ende), seit Sie Ihren Ex-Mann kennengelernt haben? Jemanden kennenzulernen führt nicht zwangsläufig dazu, zu arbeiten aufzuhören, d.h. daran kann es schwer liegen. Es gibt ja keinen Grund, seine Versorgung abzuschneiden. Hat Ihr Ex-Mann in irgendeiner Form Ihr Gehalt abgezogen und ist das dokumentiert, d.h. können Sie das zurückfordern / einklagen?

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