Panne


Am Dienstag abend wollte ich eigentlich nach Bern, um auf dem Bundesplatz das Spektakel „Rendez-Vous“ zu sehen.

Mama, Kids und Herzbube waren mit von der Partie und wir sind um 16h45 losgefahren. Wir haben genug Zeit eingerechnet, damit wir gemütlich fahren können. Auf der Autobahn hatte es ziemlich Verkehr  – Stosszeiten haben das so an sich 🙂

Nach ca. 25 Minuten Fahrt leuchtet plötzlich die Motor-Kontrolleuchte, und gleich darauf konnte ich kein Gas mehr geben. Gut, dass ich nicht am Überholen war und so gleich auf den Pannenstreifen rollen konnte.

Das Auto stand. Ich habe kein grosses Auto – der Renault Modus hat zwar Platz für 5 Personen, doch es war schon irgendwie eng. Ich rief den TCS an und nach einer Stunde kam der Abschleppdienst. Inzwischen war 18h vorbei und Bern somit abgeschrieben.

Wir mussten alle 5 in den Abschleppwagen steigen. Dann wurde mein Auto aufgeladen und wir wurden ins Depot gebracht. Fabian (der Pannendienstfahrer) hatte seinen kleinen Hund dabei. Er sass die ganze Zeit über auf meinem Schoss. Im Depot angekommen, führte Fabian uns in einen Aufenthaltsraum und meinte, wir sollen uns einfach bedienen (Kaffee/Tee/heisse Schokolade); er und seine Kumpels würden sich um alles kümmern.

Nach etwa 20Minuten kam er wieder mit einigen Papieren. Er hatte uns ein Mietauto organisiert und verlangte meinen Fahrausweis und meine ID-Karte. Beim Aufschreiben meinte er: „ahh, 1975 – bestes Jahr! Und erst noch ein gehörntes Sternzeichen. Die sind die besten!“„Wieso, sind sie auch von 1975?“„Ja, einen knappen Monat nach ihnen“„Echt? Das ist ja witzig. Mein Bruder heisst Fabian und ist vom 18. Mai“ (er vom 14. Mai). Nun sassen wir also da, zwei 1975-Jahrgänge und beide im Sternzeichen Stier :-). Wir haben alle zusammen gewitzelt und er schien etwas abgelenkt. Als wir dann im Mietauto sassen und davon fahren wollten, lief er hinterher und gab mir noch meinen Hausschlüssel (der am Autoschlüsselbund ist). 10 Minuten später – wir waren schon wieder auf der Autobahn – rief er mich auf dem Handy an. Sohnemann nahm ab. Er hätte vergessen, eine Kopie meines Fahrausweises und der ID zu machen… 🙂

Es wurde dann abgemacht, dass er mir eine SMS schickt mit der Email Adresse und ich sollte ihm ein Foto von den beiden Karten schicken. Am schluss seiner SMS schrieb er „schönen Berner-Abend ;-)“.  Ich bedankte mich und wünschte ebenfalls einen schönen Abend. Die Fotos habe ich ihm dann später noch per Mail geschickt und mich nochmals für die freundliche und professionnelle Art bedankt. Der Typ hat mich irgendwie ebenfalls etwas verwirrt, denn als ich am nächsten Morgen ins Büro fahren wollte (also gestern), kam mir in den Sinn, dass ich die Büro-Schlüssel in meinem Auto vergessen hatte…

… und so fing der gestrige Tag schon mal etwas gestresst an. Statt um 8h das Sekretariat zu öffnen, konnte ich erst um 8h45 einen anderen Schlüssel organisieren. Es stand schon jemand vor der Tür und wollte was von mir. Dann dachten irgendwie alle, dass sie mich anrufen müssen (ich habe praktisch nie Telefonate, drum war es sehr ungewöhnlich). Dann kamen noch 2 Leute vorbei. Und ich musste etwas wichtiges vorbereiten und eine Versand von 100 Briefen machen. Nachmittags hatte ich eigentlicht vor, zusammen mit den Kids zu essen, dann einkaufen zu gehen und auch ein paar Sachen für den Adventskalender meiner Freundin zu besorgen. Dann sollte noch eine gute Bekannte vorbei kommen, weil sie ein Problem mit ihrem Handy hat und abends hatte ich einen Termin um 17h bevor ich dann um 19h30 zur Chorprobe fahre.

Doch es kam alles anders: Das Mietauto musste bis spätestens 18h zurück gebracht werden –  Mein Auto musste ich bis spätestens 18h bei meinem Gargisten abholen – Töchterchen musste von der Schule abgeholt werden, da sie selbst einen Termin um 17h15 hatte und es ihr mit den ÖV zeitlich nicht gereicht hätte – ich musste den Schlüssel der Person (die mir am morgen ihren Schlüssen geliehen hat) wieder zurückbringen – und ich musste unbedingt den Versand vom Morgen auf die Post bringen… Also habe ich meiner Handy-Problem-Bekannten abgesagt – den Termin um 17h auf Samstag verschoben – das Abholen/Bringen von Töchterchen und den Versand habe ich an Mama weiter delegiert. So konnte ich das Mietauto und den Schlüssel zurück bringen. Auch das war eine kleine Odyssee: Es gibt in Lausanne 2 Herzt-Vertretungen. Ich wollte eigentlich zu der am Bahnhof, weil ich dort einen Bus nehmen kann der mich direkt zu meinem Garagisten fährt. Doch ich habe 3 mal die Runde gemacht und die Filiale einfach nicht gefunden. Schlussendlich brachte ich den Mietwagen dann zur anderen Vertretung und hatte somit (bedingt durch den Abendverkehr) fast eine ganze Stunde verloren.

Schlussendlich war alles gemacht und ich sass ziemlich müde in meinem Auto und kaute an einem an der Tankstelle gekauften Sandwich vor dem Saal und wartete auf die anderen Mitglieder des Chor-Comités, denn wir mussten noch was besprechen. In der 1/2 Stunde welche ich hatte, schrieb ich Fabian: „So, ich habe mein Auto wieder. Ein Problem der 2 von 4 Zündspulen (? keine Ahnung was das ist :-D). Schönen Abend“„Na wenigstens ist das Auto repariert, ist doch cool. Machen Sie’s gut une einen sehr schönen Abend noch. Mit besten Grüssen“.  Ehrlich gesagt war ich positif überrascht, hätte nicht gedacht, dass ich eine Antwort bekomme 🙂

Von 20h – 22h hatten wir dann Chorprobe und es war das erste Mal, dass ich wirklich froh war, als wir um 22h fertig waren – ich war total geschafft und freute mich wie schon lange nicht mehr auf mein Bett…

 

 

 

2 Kommentare zu “Panne

  1. Genau solche unerwarteten Erlebnisse machen das Leben doch oft abwechslungsreich und spannend (auch wenn die Ursache weniger schön war). So hat eine Panne durchaus auch mal was Gutes. 🙂

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