Zwischen Kontostand und Uhrwerk


Manchmal beneide ich Menschen, die sich sicher sind.
Diese leise, unerschütterliche Sicherheit, die offenbar keinen täglichen Zweifel braucht.

Da ist der eine : mit dem Blick auf Zahlen und das Morgen. Finanzen als Fundament, Absicherung als Pflicht. Ich bewundere diesen Weitblick – und merke zugleich, wie schwer er mir manchmal fällt. Ich lebe gern im Hier und Jetzt. Und wünschte mir doch manchmal, ich hätte öfter diesen Blick auf morgen.

Und dann ist da der andere : jeden Tag dieselbe Routine. Die gleiche Uhrzeit, derselbe Ablauf, dieselben Wege. Verlässlichkeit wie ein Uhrwerk. Für manche ein Halt – für mich oft eher Enge. Zu viel Gleiches fühlt sich für mich schnell nach Stillstand an.

Zwischen diesen beiden Polen bewege ich mich :
– Zwischen Absicherung und Gegenwart.
– Zwischen Struktur und dem Wunsch nach Bewegung.

Sicherheit beruhigt – Das Jetzt lebt.

Vielleicht braucht es beides. Nur nicht immer im gleichen Mass.


Und du?
Lebst du eher mit dem Blick nach vorn oder im Moment?
Gibt dir Routine Halt – oder raubt sie dir eher Lebendigkeit?

13 Kommentare zu “Zwischen Kontostand und Uhrwerk

  1. Natürlich plane ich mein Morgen.
    Stell dir vor, eine finanzielle Absicherung ist morgen nicht mehr da.
    Was und welche Gedanken würden dann in deinem Kopf herumgehen?

    Routine ist gut und wichtig, aber eine gewisse Spontanität ist wichtig für Kreativität und neue Ideen.
    Ansonsten wäre ich wohl im Öffentlichen Dienst gelandet *lach*

    • Danke dir für deine Gedanken. Ja, Planung ist wichtig – der Gedanke, plötzlich ohne Absicherung dazustehen, ist natürlich schon irgendwie beängstigend. Man (ich) hat aber schon manchmal die Tendenz, das im Alltag zur Seite zu schieben …

      Und zur Routine: Ja, sie gibt sicher Halt, aber ein bisschen Spontanität braucht es einfach, sonst wäre das Leben doch ziemlich eintönig. 😊

      • Das ist richtig. Das Leben ist aber kein Ponyhof und schon gar nicht schwarzweiß.
        Planung ist existentiell, aber eben auch nicht jeden Tag. Dann und wann sollte man aber einen Gedanken verschwenden und mit allem am Ziel arbeiten. Es lohnt sich.

  2. Mir gehts wie Dir zumal man mit Bürgergeld eh nix planen kann.
    Ich lebe auch eher im hier und jetzt.
    Weiß aber, ich muss meine Miete heute überweisen + 2 weitere Überweisungen tätigen und dann mein Geld auf dem Konto lassen bis alles abgebucht ist.
    Fällt mir unsäglich schwer.

    • Das kann ich gut nachempfinden. Wenn man so wenig Spielraum hat, fühlt sich Planen oft eher wie ein ständiges Aufpassen an. Immer im Kopf zu behalten, dass noch dies und jenes gezahlt werden muss, zehrt manchmal sehr an den Nerven – und man mag einfach nicht mehr. Besonders, wenn man eigentlich lieber im Hier und Jetzt lebt.

      Ich wünsche dir sehr, dass es irgendwann wieder ein klein wenig Luft nach oben gibt. Und bis dahin gilt: Wir sind stark und lassen uns nicht unterkriegen! Es ist schon viel, das alles überhaupt im Blick zu behalten. 🍀

      • Danke, ich hab alles für heute erstmal bezahlt.
        Eigentlich hab ich das Problem auch nicht.
        Aber ich habe von meiner Genossenschaft letzten Monat eine Nachzahlung von 2023 aufs Konto bekommen und das musste ich auf dem Konto lassen,
        damit ich meine Miete diesen Monat Dezember bezahlen kann.
        Somit hat das Jobcenter mir ja weniger überwiesen und jetzt muss ich gucken was noch abgebucht wird.

      • Oh ja, das kenne ich nur zu gut. Im Dezember bekomme ich den Lohn immer zwischen dem 15. und 20., und der muss dann bis Ende Januar reichen.
        Das ist oft eine echte Geduldsprobe – das Geld zu sehen und ganz genau zu wissen, dass man stark bleiben muss und nicht in Versuchung geraten darf. Aber bisher hat es irgendwie immer gereicht.

      • Eine Nachzahlung bekommt man nicht, sondern eine Gutschrift.
        Eine Nachzahlung muss man leisten, wenn die Betriebskosten höher waren als der Abschlag.

        Wenn du „Bürgergeld“ bekommst, wird die Miete und Nebenkosten in deinem Fall auch übernommen. Somit gehört die Gutschrift nicht dir, sondern dem Staat, denn der hat die Vorschüsse geleistet, nicht du.

      • Ich weiß,
        ist ja auch ok so,
        man muss dann aber halt sein Geld für den Rest des Monats zusammen halten,
        besonders wenn es wesentlich mehr als die Miete ist.
        Anstatt dass das Jobcenter es mit der Genossenschaft verrechnet oder die Genossenschaft mit dem Jobcenter was früher üblich war wird das heute mit mir verrechnet was ich persönlich total umständlich finde.
        Weil ich nicht meine ganze Miete selber bezahle sondern 230€ das Jobcenter an meinen Vermieter überweist.
        Das nervt eh.

      • Eine Verrechnung ist legitim und nicht umständlich, wenn du dein Geld nicht schon ausgegeben hast. In diesem Fall wird’s natürlich eng, aber es ist nichts, was man nicht mit dem Taschenrechner nachvollziegen kann.

        Warum zahlt das Jobcenter direkt an den Vermieter?
        Das passiert eigentlich nur in Ausnahmefällen.

        „Zwangsweise Direktzahlung: Wenn ein Bürgergeldempfänger Mietschulden hat oder die Miete zweckwidrig verwendet, kann das Jobcenter die Direktzahlung auch ohne Zustimmung anordnen.
        Vermieter haben keinen eigenen Anspruch, die Direktzahlung der Miete vom Jobcenter zu verlangen.11.06.2025“

        Aber das ist hier keine Lebenshilfe zur Lebensplanung. Kümmere dich, denn diese Zahlungen gehen geregelte Bahnen.

      • Ich weiß, daß es legitim ist.
        Ich bezahle alleine meine Miete, außer diese 128€, die zahlt das Jobcenter an meinen Vermieter. Warum dem so ist und ich nicht selber alles bezahle bleibt irgendwie ein Rätsel.
        Ist aber eh alles erst so, seitdem es Bürgergeld heißt.
        Bis ich den Job hatte hat das Jobcenter meine Miete ganz bezahlt,
        weil es viel Ärger gab und ich 2 mal meine Wohnung fast verloren hätte.
        Und damit das nicht mehr passiert, hatte ich mit denen abgemacht, daß Sie es ganz bezahlen und ich nur Strom und Wasser bezahlen muss.
        Meine Genossenschaftsanteile ans Sozialamt hab ich inzwischen auch abgestottert.
        Ich habe keine Ahnung warum es immer noch geteilt wird. Ich zahle 347,21 € und 128€ bezahlt das Jobcenter.
        Das muss irgendwas mit dem Bürgergeld und meiner Jobaufgabe bei der 16i Stelle zu tun haben.
        Ich wollte das mal klären beim nächsten Termin.
        Ich denke ich werde im Januar eh eine Vorladung bekommen und werde mal fragen, ob wir das ganze ändern können.
        Falls Er nicht wieder so ne Laune wie beim letzten Mal hat heißt das.

  3. Ja das ist wahrlich nicht einfach ! Ich finde es wichtig, die Dinge in die Hand zu nehmen, sich dem Problem zu stellen und vor allem …. am Ball bleiben – denn das verhindert Stress … und du kannst dich mit innerer Ruhe anderen Dingen zuwenden und … – wenn auch bescheidene … – aber dennoch schöne Dinge des Lebens geniessen !

    Liebe Grüsse „anneeulia“

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