Ich frage mich manchmal echt, was ich falsch mache. Jeden Monat, wenn ich meinen Lohn auf dem Konto habe, mache ich meine Zahlungen meistens gleich am Tag danach.
Im Schnitt bleiben mir dann noch zwischen 500.- und 700.- zum „leben“. Kann man das „leben“ nennen?
Meine Wohnung ist subventionniert (Gott sei Dank ! Ich wüsste sonst wirklich nicht, wie ich das
bezahlen könnte). Eine 90m2-Wohnung im Stadt-Zentrum für 1’185.- … das ist direkt billig verglichen mit „normalen“ Wohnungen…
Ok, ich rauche. Das könnte ich aufhören (was allerdings sicher nicht einfach wäre). Aber sonst… ich gehe selten bis nie aus, kaufe mir nicht jeden Monat neue Kleider oder Schuhe, habe überhaupt kein Interesse an irgend welchen Markenartiklen. Ich boykotiere sie eher !
Ich esse äusserst selten auswärts am Mittag. Normalerweise nehme ich etwas von zu Hause mit. Da mein Kühlschrank praktisch leer ist, gibt es heute Mittag „nur“ Tomaten Instant Suppe und Brot… Was noch im Kühlschrank ist, habe ich meinen Kindern gelassen, die haben nämlich momentan Ferien.
Ich habe ein Auto – das brauche ich vorallem für die Arbeit (aber natürlich auch für anderes). Ich habe es ausgerechnet (und ausprobiert!) und bin zum Schluss gekommen, dass es mit den öffentlichen Verkehrsmittel nicht wirklich billiger ist. Ausserdem ist man an Fahrpläne gebunden und im Schnitt braucht man mindestens doppelt so viel Zeit um von A nach B zu kommen (Also von Tür zu Tür):
- zu Fuss von daheim bis zur Bushaltestelle : 5 Minuten
- mit Bus zum Bahnhof fahren : 5 Minunten
- in die Bahn umsteige : 5 – 10 Min (je nach dem, ob ich auf den Zug warten muss)
- mit dem Zug nach Lausanne fahren : 15 Minuten
- von der Bahn wieder in einen Bus umsteige : 5 – 10 Min (je nach dem, ob ich auf den Bus warten muss)
- mit dem Bus so nahe wie möglich an meinen Arbeitsplatz fahren : 10 Minuten
- und anschliessend nochmals 5 Minuten zu Fuss gehen muss
bin ich mit dem Auto – ausserhalb der Stosszeiten – auf jeden Fall schneller ! Wenn ich das zusammenrechne, komme ich inklusive Fahrzeit mit Bus und Bahn auf 50 – 60 Minuten… mit dem Auto, ohne Verkeher : höchstens 20Min. Mit Verkehr max. 45 Minuten. Ausserdem hasse ich ÖV. All die Menschen, die zusammengepfercht mit meist finsterer Mine da sitzen oder stehen…. nein Danke !
Krankenkasse: bis vor einem Jahr bekam ich ca 80% der Prämie vom Staat bezahlt. Inzwischen verdiene ich ein paar hundert Franken mehr pro Monat und die Subvention ist von 300.-/Monat auf 50.-/Monat geschrumpft… :-(. Ich verdiene zwar mehr, muss aber das was ich mehr verdiene für die Krankenkassenprämie ausgeben. Also schlussendlich steh ich gleich da wie vorher… Die Krankenkasse ist sowieso ein Witz ! Töchterchen braucht Medikamente, da ihr Körper irgend etwas nicht richtig produziert, wenn sie in Stresssituationen ist. Dies hat Auswirkungen auf ihre Energie. Sie ist immer sehr müde. Nun hat der Arzt ihr eine 2-monatige Kur verschrieben. Die Medikamente dafür kosten über 100.- für 1 Monat und werden von der Krankenkasse nicht übernommen ! Was soll das!! Wieso gibt es überhaupt Medikament
e, welche nicht bezahlt werden ? Vorallem bei den Prämien, die wir bezahlen!
Gleich ist es auch mit den Steuern: Bis vor einem Jahr lag mein Einkommen unter dem Existenzminumum und ich musste keine Steuern bezahlen. Jetzt verdiene ich ein paar Franken mehr und haben monatlich 300.- Steuern zu bezahlen. Schlussendlich habe ich weniger zum Leben, als ich vorher hatte !
Einkäufe: Ich kaufe selten Fleisch, meistens nur Aktionen und so oft es geht die „billig-Ware“ von Coop (Garantie Prix) oder Migros (Budget). Bei Denner oder Aldi und Lidl geh ich auch ab und zu vorbei. Ich habe absolut nichts dagegen, keine Barilla-Teigwaren oder Bell-Würste zu kaufen, aber ich finde, dass die Lebensmittel einfach schon sehr teuer sind.
Wieviel gebt Ihr pro Woche für Einkäufe aus? Also für Essen, Pflege (z.B. Shampoo), Haushaltartikel (Waschmittel z.B.), etc …
Jedenfalls finde ich nicht, dass ich exzessiv lebe, und trotzdem sind wir immer am Limit, müssen jeden Rappen 2 Mal umdrehen, bevor wir etwas kaufen. Und für die Kids ist es auch nicht lustig. Es sind Ferien, die anderen fahren weg oder können sich in Europapark oder sonstigen Aktivitäten vergnügen. Ich muss meistens sagen: nein, sorry, geht nicht. Wir haben kein Geld.
Als ich noch vom Sozialamt unterstützt wurde, musste ich keine Krankenkasse, keine Steuern, keine Zahn- oder Arztkosten selbst bezahlen. Jetzt verdiene ich ca 400.- mehr und bin somit nicht mehr unter dem Existenzminimum. Da ich aber jetzt praktisch die volle Krankenkasseprämie (400.- ca), Steuern (300.-) und eventuelle Zahn- und Arztrechnungen selbst bezahlen muss, geht das irgendwie nicht auf… habe zwar 400.- mehr Einnahmen, dafür aber mindestens 700.- wenn nicht mehr Ausgaben als vorher…
Momentan mach ich mir schon etwas Sorgen. Ich verlange ja nicht, das ich tausende von Franken auf einem Konto habe und im Geld schwimme. Aber ich habe einfach NULL. Keine Rücklagen, nichts. Auch wenn ich noch wollte, ich könnte nicht mal jeden Monat ein paar Franken zur Seite legen…
Nun denn, wünsche Euch trotz allem eine gute Woche !