Archiv

Swing in the wind

Gestern Abend waren wir am Street Jazz Festival „Swing in the wind“ in Estavayer-le-Lac.

Eigentlich war es nicht wirklich geplant. Dazu gekommen ist es so: Als wir letzten Sonntag zu meinem Vater fuhren, sahen wir die Werbung dafür auf einem Auto. Ich dachte sofort: das wär eine Überraschung für Mama (sie liebt Jazz – und ich auch. Allerdings den alten. Mit modernem freestyle Jazz haben wir beide etwas Mühe…). Nun gut, wir haben das Datum reserviert und sind dann gestern ende Nachmittag hin gefahren.

Anfangs waren wir unten am See. Da gab’s verschiedene Bahnen, Schiessbuden, Wurststände, etc. Ein Rummelplatz halt. Irgendwie war es nicht das, was wir dachten. Wir sahen auch keine Bühne; aber wir blieben dann doch einen Moment dort, tranken einen Kaffee, die Kids durften jeder auf eine Bahn und jeder zweimal mit Pfeilen in einer Armbrust (extra für Kinder) schiessen.

Nach dem Rummel fuhren wir dann doch ins Städtchen hoch und fanden auch sehr zentral einen Parkplatz. Es gab drei Bühnen an drei Orten (Plätzen) in Estavayer.  Wir setzten uns erst mal bei der Hauptbühne hin, assen Pizza und warteten, dass um 19h die Band auf die Bühne kam. Anfangs war es gut, doch dann gings zu freestyle Jazz über und wir verliessen den Platz Richtung Bühne 2.

Es spielten dort die Sugarpie & The Candymen – einfach great ! Wir blieben bis am Schluss dort. Diese Band hat ein sehr grosses Répertoire. Über Klassiker von Aretha Franklin über Beatles und Queen (verjazzt natürlich) bis zu Walt Disney’s berühmten Songs wie „A spoon full of sugar“ (Mary Poppins) oder „The Bare necessities“ (Jungelbuch) war alles dabei.

Die Band kommt aus Norditalien und waren einerseits super Musiker, aber auch – Italiener halt 😉 – Kommedianten. Es war wirklich ein super Erlebnis und die Überraschung für Mama war gelungen.

Hier noch eine Kostprobe der Band (allerdings nicht von gestern – aber diesen italienischen Song haben sie auch gespielt) :

 

Mozart

Mozart ist – das wissen glaub einige von Euch schon – mein absoluter Favorit was klassische Musik betrifft. Es geht mir einfach unter die Haut. Soeben habe ich die Synphonie n° 25 am laufen :

Als ich in Wien war, besuchten wir das Mozarthaus. Es war ein komisches Gefühl durch das Haus zu gehen und zu wissen, dass vor über 200 Jahren genau in diesem Haus Mozart höchstpersönlich durch die Räume schritt. Es schauderte mich irgendwie bei dem Gedanken, es war, als wär sein Geist anwesend…

Ich hatte solche Gefühle auch schon anderswo. In alten Schlössern oder Burgen. Da spürt man (ich zumindest) dieses Präsenz der ehemaligen Bewohner. In solchen Momenten werde ich ganz kribbelig und würde am liebsten in eine Zeitmaschine hüpfen und zurück in die Vergangenheit reisen.

Mein Grossmammi

Ich weiss auch nicht wieso, aber eben ist sie mir in den Sinn gekommen.

Mein Grossmammi (Mutter meines Vaters) ist Anfang ‘97 gestorben. Ich habe sie immer nur “lustig” gekannt, denn Sie hatte (nimmt man an) Alzheimer und sagte oft lustige Sachen. z.B. gab es bei ihr die LiLoBis… was könnte das wohl sein?–> LippenLoses Biest (Menschen mit schmalen Lippen) <–

Wenn Sie Fotos machte, sagte sie immer: “Luege, Lächele”. Wenn wir Auto fuhren – sie durfte nicht mehr – nannte sie uns alle Bedeutungen der Strassenschilder. Wenn wir zusammen assen, wollte sie oft laut Musik hören und nervte alle damit. Sie “spielte” oft mit ihrem Gebiss und in ihrem Bett (wo wir selten schliefen) hatte es immer Brösmeli (weil sie manchmal im Bett ass). Sie war auch sehr gläubig und schickte mir mal einen Brief mit verschiedenen Brochüren über Gott. Der Brief war folgendermassen adressiert (ich erinnere mich, wie wenn’s gestern gewesen war):

An G. E., eben die Tochter meines Sohnes Ch. E. und seiner Frau E. E., eben die Eltern von G. E., Strasse, Ort

Und dieses Lied war ihr Lieblingslied (jedesmal, wenn ich das höre, kommen mir die Tränen… ) :

Jugend

Manchmal, da wär ich gern nochmal 18… ich komm darauf, weil ich eben dieses Lied gehört habe :

Als ich 18/19 war, ging ich Abends oft in eine Pianobar in einem der besten Hotels von Lausanne. Mit der Zeit kannte ich dort den Barman, den Pianisten und einige Gäste, welche – wie ich – oft da waren. Der Vorteil in dieser Pianobar war, dass man als Frau allein sehr gut dort hin gehen konnte. Man wurde nicht blöd angemacht oder schräg angeschaut. Ich ging sehr gern dorthin.

Ein Pianist dort war Brasilianer. Sah zwar sehr europäisch aus, kam aber ursprünglich von Rio. Er hiess Arnaldo und war damals etwa 60/65. Wir sympatisierten schnell und oft wünschte ich mir irgendwelche Musikstücke von ihm.

Unter anderem sang er eben auch The girl from Ipanema… ich asoziere dieses Lied (und noch ein paar andere) an diese sehr schöne Zeit. Manchmal möchte ich gern am Zeitrad drehen und nochmals zurück gehen.

Ich frage mich, ob Arnaldo noch lebt? Immerhin ist das jetzt 20 Jahre her…

Ich werd jetzt ein bisschen in Erinnuerungen schwelgen … hach…

Konzert

Gestern Abend hatten ich mein 1. Konzert mit dem Chor. Es fand in einer alten romanischen Kirche statt, gleich am Ufer des Genfersees. Die Ambiance war umwerfend, die Akkustik wunderbar und das Konzert ein voller Erfolg. Wir hatten zwei Zugaben und danach nur positives Echo vom Publikum. Auch meiner algerische Freundin hat es sehr gefallen. Sie fragte mich nach dem Konzert, was ich fühle, wenn ich singe. Irgendwie war diese Frage schwierig zu beantworten. Es ist ein Gefühl von Freude und Erleichterung. Es tut meiner Seele gut – ich fühle mich immer sehr frisch und glücklich nach dem Singen.

Heute Abend um 17h gibt’s nochmal ein Konzert. Diesmal in Genf, in der Eglise St Joséph. Ebenfalls eine sehr schöne Kirche, viel grösser als die von gestern. Ich freue mich darauf und hoffe inständig, dass eine gewisse Person zum Konzert kommt…

Nachtrag 26.05.2013, 22h54 –> Das heutige Konzert war noch besser als gestern ! Etwa 140 Zuhörer… die Akkustik noch besser… Was besagte „gewisse Person“ betrifft: sie war nicht da… aber ich geb die Hoffnung nicht auf… 😉

Eines meiner Lieblingslieder, das wir singen, ist „An die Sonne„:

 (das ist nicht mein Chor 😉 )