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Welkes Blatt

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.

Hermann Hesse

Bild: Pinterest

Neulich traf ich Gott

Neulich traf ich Gott am Flaschencontainer, er wohnt hier im Viertel, aber wir hatten uns lange nicht gesehen. Der müde Zug um seine Augen war noch müder geworden, seine weißen Haare hätten einen Schnitt vertragen und er trug wieder den alten grauen Wollmantel, auch Lederhandschuhe; es ist nun kalt geworden und er scheint empfindlich zu sein.

Wir gingen einen Kaffee trinken.

Ob es ihn nicht jucke, frage ich: mal dreinzuhauen, den Mordgestalten zu zeigen, wo der Hammer hänge, Stichwort Sintflut, Stichworte Sodom, Gomorra.

Ja, aber wo fange man an, höre man auf?

Tag für Tag sei das Übel in der Welt, überall, da hätte er viel zu tun.

Er habe das Böse geschaffen, weil er gedacht habe: Wie solle man das Gute erkennen, wenn es das Böse nicht gebe? Wie könne man den Tag begrüßen, wenn man die Nacht nicht habe? Wie sei es möglich, das Leben zu schätzen, wenn es keinen Tod gebe?

Nicht falsch, oder?

Aber es quäle ihn, er sehe, was er angerichtet habe, bis zum Urknall zurück reue es ihn.

Was solle er tun?

Er sei Schöpfer, Rückbau sei seine Sache nicht, er wisse gar nicht, wie das gehe.

Was er überhaupt hier mache, im Viertel, frage ich.

Das sei eben die andere Seite, sagte er.

Das großartige Leben, das wir hier geschaffen hätten, die Zivilisation, die Toleranz, die Kultur.
Die kühlen Getränke.

Er habe es nicht mehr ausgehalten draußen, er sei quasi hierher geflüchtet, rief er, nun lauter, und warf mit rudernden Armen beinahe seine Tasse um.
Er sei Universumsflüchtling.
Das Alleinsein.
Die Ewigkeit.
Die Weite.
Dieses haltlose Herumschweben.
Das könne sich kein Mensch vorstellen.

Ob ich wisse, wie langweilig die Unendlichkeit sei?

Und deshalb sei er hier, weil er endlich einmal etwas haben wolle von dem, was er selbst geschöpft habe, ja, so drückte er sich aus, „geschöpft“ sagte er und fügte hinzu:
Endlich sei er hier!

„Blöder Zeitpunkt“, sagte ich.

„Kannst du laut sagen“, sagte er.

(Immer duzt er mich und ich sieze ihn, so ist das.)

„Macht mich fertig, ehrlich gesagt, nicht, weil es mich in  meinem Lebensgenuss stört, versteh das nicht falsch. Aber erstens bin ich schuld an allem, letztlich, zweitens kann ich euch nicht helfen.

Echt nicht.

Ihr müsst euch selbst helfen.

Könnt ihr auch.

Werdet ihr.“

(c) Axel Hacke

Sei ein Adler !

Wusstest Du, dass der einzige Vogel, der es wagt, einen Adler zu stören, die Krähe ist?

Er sitzt in vollem Flug auf dem Rücken und beißt sich in den Nacken, um ihn zu stören, ihm zu schaden, ihn zu bremsen. Der Adler 🦅 reagiert jedoch nicht und setzt seinen Weg fort. Er kämpft nicht gegen die Krähe; er verschwendet weder Zeit noch Energie auf diesen Vogel, der es nicht wert ist. Die einzige Reaktion des Adlers besteht darin, noch mehr Höhe zu gewinnen, da es für die Krähe schwierig ist, höher zu atmen, und aufgrund des Sauerstoffmangels fällt sie schließlich ab 🙃

Was ist die Moral dieser Geschichte? Spreize einfach Deine Flügel und gewinne an Höhe, wenn eine Krähe auf Deinem Rücken ist! Sie wird Dir nicht folgen können und von selbst abfallen – und Du kannst Deinen Weg fortsetzen 😊

Verschwende keine Energie an Krähen! Das ist es nicht wert! 😘

Sei ein Adler❣️

im Netz gefunden und für gut befunden

Achte auf diesen Tag !

Soeben habe ich eine „Dankeschön“-SMS von Pierre II bekommen. Die Karte hat ihn anscheinend erfreut 🙂

Ich sitze gerade im Büro und habe nicht wirklich viel zu tun… ich höre mir die Goudimel-Psalme auf youtube an. Dazu passt dieses Bild und diese Worte sehr gut :

Achte gut auf diesen Tag,
denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch, recht gelebt,
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.
Darum achte gut auf diesen Tag.
Rumi

Die Musik, das Bild und die Worte geben mir eine innere Ruhe. Nicht das ich aufgewühlt wäre, aber es ist ein Wohlfühl-Gefühl 🙂

Schönes Wochenende Euch allen !

Darf ich eine Frage stellen ?

Ich: Gott, ich kann dir mal eine Frage stellen?
Gott: Sicher.

Ich: Versprich mir, dass Du nicht sauer wirst?
Gott: Ich verspreche es.

Ich: Warum hast du mich heute so oft enttäuscht?
Gott: Was genau meinst du?

Ich: Nun, ich bin zu spät aufgewacht!
Gott: Ja.

Ich: Mein Auto ist andauernd nicht gestartet.
Gott: Okay.

Ich: Mittags machten sie mein Sandwich falsch und ich musste auf das zweite Sandwich warten – ich hasse es, zu warten.
Gott: Huummm

Ich: Als ich auf dem Weg nach Hause war, ging mein Handy kaputt, genau zu dem Zeitpunkt, als ich gerade einen Anruf bekam.
Gott: Alles klar.

Ich: Und zu allem kam noch dazu, dass, als ich nach Hause kam, um meine Füße in mein neues Fussmassagegerät zu stecken, um zu genießen und entspannen.

Aber das Gerät funktionierte einfach nicht!

Nichts ging heute richtig und gut! Warum hast Du das zugelassen?

Gott: Lass mich mal sehen…
Der Todesengel war heute Morgen an deinem Bett und ich habe meinen Engel zu dir gesandt, dass er für dein Leben kämpft. Und ließ dich währenddessen schlafen…
Ich (demütig): Oh!

Gott: Dann habe ich zugelassen, dass dein Wagen nicht gestartet ist, weil ein betrunkener Autofahrer unterwegs war genau auf deiner Strecke und du ihm dann nicht begegnet bist, weil du später gefahren bist.
Ich: (schämte mich)

Gott: Die erste Person, die Ihr Sandwich heute gemacht hat, war krank und ich wollte nicht, dass du die Krankheit bekommst, die sie hatte. Ich wusste, du kannst es dir nicht leisten, krank zu werden und nicht zur Arbeit zu kommen.
Ich (verlegen): Okay

Gott: Das Telefon war kaputt, weil die Person, die dich anrief, eine falsches Zeugnis geben würde über das, was du gesagt hättest. Und ich wollte einfach nicht, dass man deine Aussagen verfälscht, so habe ich erst gar nicht das Gespräch zustande kommen lassen.
Ich (leise): Ich sehe, Gott.

Gott: Oh, und das Fussmassagegerät hatte einen technischen Fehler und hätte alle Sicherungen im Haus durchknallen lassen. Ich dachte, du wolltest lieber nicht den ganzen Abend im Dunkeln sitzen.
Ich: Es tut mir Leid, Gott.

Gott: Es muss dir nicht leid tun – du musst nur lernen, mir zu vertrauen…in allen Dingen, ob sie nun gut laufen oder schlecht.
Ich: Ich werde dir vertrauen.

Gott: Und zweifle nicht, dass mein Plan für den Tag immer besser ist als dein Plan.
Ich: Ich will nicht zweifeln, Gott. Und lass mich noch sagen, Gott: Danke für alles heute!

Gott: Du bist willkommen, mein Kind. Es war nur ein weiterer Tag, dass ich dein Gott bin – und ich liebe es, nach meinen Kindern zu schauen!

unbekannt – im Netz gefunden und für gut befunden

Letztendlich ist alles eine Sache zwischen Dir und Gott

Es ist nicht einfach, Sinn und Erfüllung in einer verrückten Welt zu finden. Kent M. Keith und Mutter Teresa haben die 9 paradoxen Lebensregeln aufgestellt – die sogenannte Dennoch-Haltung. Seit Jahrzehnten verbreiten sich die „Paradoxen Gebote“ in der ganzen Welt.

Regel Nr. 1: Menschen sind oft unvernünftig, unlogisch und Ich-bezogen – vergib ihnen dennoch.

Regel Nr. 2: Wenn Du freundlich bist, kann es sein, dass andere Dir eigennützige Motive und Hintergedanken vorwerfen – sei dennoch freundlich.

Regel Nr. 3: Wenn Du erfolgreich bist, gewinnst Du möglicherweise einige falsche Freunde und einige regelrechte Feinde – sei dennoch erfolgreich.

Regel Nr. 4: Wenn Du ehrlich und offen bist, kann es sein, dass andere Dich übers Ohr hauen – sei dennoch ehrlich und offen.

Regel Nr. 5: Was Du jahrelang aufgebaut hast, kann ein anderer über Nacht zerstören – baue es dennoch auf.

Regel Nr. 6: Wenn Du gelassen und glücklich bist, kann es sein, dass andere eifersüchtig sind – sei dennoch glücklich.

Regel Nr. 7: Das Gute, das Du heute tust, werden die Leute morgen oft schon vergessen haben – tue dennoch Gutes.

Regel Nr. 8: Gib der Welt das Beste, das Du hast, auch wenn es nie genug sein wird – gib der Welt dennoch dein Bestes.

Regel Nr. 9: Letztendlich ist alles eine Sache zwischen Dir und Gott; es war ohnehin nie eine Sache zwischen Dir und den Anderen.

gefunden im Netz

Das wünsch ich Dir !

„Dir und mir
wünsche ich Augen
die die Lichter und Signale
in unseren Dunkelheiten
erkennen

Ohren
die die Rufe und Erkenntnisse
in unseren Betäubungen
vernehmen

dir und mir
eine Seele
die all das
in sich aufnimmt und annimmt

und eine Sprache
die in ihrer Ehrlichkeit
uns aus unserer Stummheit
herausführt
uns aussprechen lässt
was uns gefangen hält“

Margit Bickel

Wacht auf !

„Wacht auf, denn eure Träume sind schlecht! …
Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt
geschäftig sind!
Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind …
Tut das Unnütze, singt Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem,
seid Sand,
nicht das Öl
im Getriebe der Welt!“

Gerhard Engelsberger
Gerhard Engelsberger, geb. 1948, Autor mehrerer Kreuz-Bücher, ist Gemeindepfarrer in Wiesloch bei Heidelberg.
Quelle: Pastoralblätter 2015, Heft 9, S. 697
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright © Verlag Herder, Freiburg.
https://www.herder.de/pb/

Gedanken – Tipp

Denken hält uns davon ab, zu lieben.

All die schlechten Erfahrungen in unseren früheren Partnerschaften wiederholen wir nur deshalb, weil unser Verstand uns glauben macht, die Welt würde sich auch jetzt und in weiterer Zukunft exakt wieder so verhalten wie damals.
Unser Verstand kann nämlich nicht mit der Gegenwart umgehen. Er sucht ständig nach Lösungen, und die findet er nur in der Vergangenheit.
Deshalb wird unser Denken nur von unserer Vergangenheit bestimmt. Von all den Erlebnissen und Lösungen, die wir bereits gemacht haben. Das bedeutet, wenn wir denken, spielen wir die Vergangenheit ständig neu durch und interpretieren durch sie unsere Gegenwart.
Auf diese Weise lassen wir nichts wirklich Neues zu und sind nicht offen für Veränderungen. Weil wir uns aber in vielen Dingen bereits verändert haben, unser Denken aber noch immer an alten Lösungen festhält, werden wir uns selbst immer fremder. Wir fühlen uns nicht mehr wirklich wohl.
So lange wir dem Denken die Alleinherrschaft über uns geben, wird uns auch das Gefühl der Liebe nicht begegnen.

Denn mit wahrer Liebe kann unser Verstand nicht wirklich etwas anfangen. Eigentlich kennt er so etwas

„Diffuses“ wie die Liebe nicht. Und was der Verstand nicht kennt, gibt es für ihn nicht. Und was es für ihn nicht gibt, gibt es auch für dich nicht. Das würde deinem Verstand widersprechen. Und das darf er auf keinen Fall zulassen, sonst würdest du vielleicht an der Kompetenz des Verstandes zweifeln. Und das wäre sein Todesurteil. Und deine Rettung.

Der Verstand kennt die Liebe meist nur als Illusion, als Verletzung, als etwas Schmerzhaftes, als etwas, was man sich verdienen muss.
Dies alles redet uns der Verstand auch heute noch ein. Aber der Verstand hat keine Ahnung von der Liebe. Er ist ein Computer. Er kann nur denken.
Aber die Liebe denkt nicht. Sie wägt nicht ab. Sie kalkuliert nicht. Sie sucht nicht nach Vorteilen. Wer liebt, überlegt und interpretiert nicht mehr. Er bewertet und urteilt auch nicht mehr. Wer liebt, ist angekommen.
Wer vergleicht, liebt nicht mehr.
Wer liebt, vergleicht nicht mehr.
Jedes Mal, wenn wir also wieder zu denken beginnen, entfernen wir uns erneut von der Liebe. Sie wird für uns immer unerreichbarer.
Wie entkommen wir diesem Kreislauf der Gedanken?
Haben die Gedanken Kontrolle über uns, sind wir nur Beifahrer unseres eigenen Lebens ohne die Möglichkeit zu haben jemals das Steuer in die Hand zu nehmen.
Haben dagegen wir unsere Gedanken unter Kontrolle, haben wir unser Leben auch selbst im Griff.
Aber wie können wir das bewerkstelligen?
• Wie wäre es …
… wenn wir uns immer wieder klar machen, dass alles, was wir denken, – alles!- nur Gedanken sind.
Es sind nur Gedanken. Es ist nicht die Wahrheit.
Sie schwemmen nach oben, unkontrolliert, eigenständig und meist ziemlich aufdringlich. Oft genug aber tarnen sie sich auch und kommen schleichend, fast nicht wahrnehmbar in unser Bewusstsein, und wir registrieren erst nach geraumer Zeit, dass wir bereits für einen längeren Zeitraum nicht mehr wirklich anwesend waren, sondern in eigene Welten hineingedacht haben.
Das ist nicht weiter schlimm. Wenn Gedanken nach oben kommen, bekämpfe sie nicht. Lass sie einfach zu. Wenn wir sie bekämpfen, werden sie nur an Kraft zunehmen.
Wir können sie kurz registrieren und anschauen. Aber wir müssen uns nicht damit identifizieren. Wir müssen vor allem nicht unsere Umwelt nach diesen Gedanken beurteilen. Wir lassen sie einfach kommen und wieder gehen.
Wir geben ihnen keine Bedeutung. Es sind einfach nur Gedanken. Es ist nicht die Wahrheit.
Wir sind nicht der Verstand.
Das, was wir denken, erleben wir nicht real.
Nichts geschieht so, wie wir es denken.
Und wenn die Gedanken Misstrauen säen oder Trennung herbeiführen wollen, lächle, denn es sind nur Gedanken. Wie Seifenblasen blubbern sie hoch.
Wie Seifenblasen schweben sie davon. Wenn wir ihnen künftig keine allzu große Bedeutung beimessen, wird unser Leben mit jedem Tag angenehmer und schöner. Weil wir plötzlich bemerken, dass wir mit jedem Tag von unseren Scheingefechten und ewigen Selbstgesprächen freier werden.
Sie verlieren an Macht und Einfluss. Wir nehmen plötzlich wieder wesentlich bewusster an unserer Partnerschaft teil.
Und wenn wir es nicht schaffen, aus der Gedankenwelt der Ängste und des ewigen Vergleichens auszusteigen, dann wäre es gut, einfach unserem Partner darüber zu sprechen.
Sag ihm, dass du in einer Schleife gefangen bist, die nichts mit ihm zu tun hat, die er aber vielleicht ständig auslöst.

Sag ihm, dass du noch nicht frei bist, so zu reagieren wie du es gern möchtest. Bitte ihn um Hilfe, denn das

schafft Verständnis. Und Verständnis erzeugt Liebe. Und Liebe verscheucht alle Gedanken.

Vor allem aber:
Denke mit dem Herzen.
Denn bei Herzensangelegenheiten hören Liebende ausschließlich auf ihr Herz und das Gefühl.
Wenn es um Liebe geht, befragen wir schließlich auch nicht unseren Computer.
Höre immer nur auf deine Intuition und auf deinen Bauch. Überlege nicht, kalkuliere nicht, wäge nicht ab. Liebe einfach.
Alles, was wir mit den Herzen tun, ist zum Wohl aller. Vor allem aber zu deinem eigenen.
………………..
© Pierre Franckh
Falls du mehr darüber lesen möchtest…
Dies ist ein Auszug aus meinem Buch:  „21 Wege die Liebe zu finden“ . Hier findest du es.