Ich glaube…

… ich geh ins Kloster.

Die Menschheit hat doch ein Rad ab! Unglaublich, was gewisse Dinge für Reaktionen auslösen und Menschen verändern können.

Ich bin nur froh, dass ich meinen Glauben habe. Ich bin davon überzeugt, dass Menschen die an etwas glauben – egal ob das Gott, Allah, das Universum, den Buddhismus oder was weiss ich  – mehr vom Leben haben, besser mit gewissen Situationen umgehen können und vielleicht auch besser vergeben und verstehen können.

Ich wurde schon oft enttäuscht, sowohl von Freunden, wie Familie oder Männern. Aber ich bin ein „Steh-Auf-Männchen“ und ich versuche immer, die Menschen zu verstehen – auch wenn gewisse Personen Dinge tun, die für mich fast unverständlich sind. Aber sie werden sicherlich einen Grund haben, weshalb sie dies oder jenes tun (oder nicht tun).

 

 

 

 

Die Stille geniessen

Gott,
wie ruhig und still es hier ist.
Weit und breit niemand, der etwas von mir will.028
In dieser Kirche muss ich keinem Rede
und Antwort stehen.
Hier kann ich durchatmen.
Hier darf ich sein, wie ich bin.
Deshalb komme ich gerne.
Deshalb fühle ich mich wohl hier.
Gott,
wenn es bei dir so ist wie hier,
so ruhig und still,
wenn du mich so lassen kannst,
wie ich bin,
wenn du mir so viel Raum gibst zum Atmen
und mich zu keiner Antwort zwingst,
dann könnte ich mich wohl fühlen bei dir.
Dann komme ich gerne –
zu dir.

Amen

Kirche St Peter & Paul in Bern

Aus den Augen – aus dem Sinn?

Augen23Viele werden denken, dass ich den Froschkönig (M.) sehr schnell abgehakt habe.

Nun, die Umstände (Pierre) haben dazu beigetragen, dass ich im Moment gefühlsmässig sehr verwirrt bin (war) und ich mich ablenken liess. Aber es ist nicht so, dass ich M. vergessen habe – im Gegenteil.

Jetzt, nach der „Ernüchterung“ (?) mit Pierre, bekomme ich langsam wieder einen klaren Kopf. Ich habe mich gefasst, heute (endlich!) meine Zahlungen gemacht, Wäsche versorgt, etc. Die letzten Tage kam das alles ein bisschen zu kurz… Na ja, es ist wie jedes Mal wenn ich Pierre gesehen habe… seine Funkstille trägt dazu bei, dass ich wieder „normal“ werde und denken kann.

Und ich muss eingestehen: die täglichen Whatsapp mit M., die Kommunikation zwischen uns fehlt mir schon. Er wird sicher von mir denken, dass ich mich schnell mit Pierre geströstet habe – das ist aber falsch. Auch wenn’s diesen Anschein gibt, habe ich M. nicht vergessen. Ich hatte sogar fast ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber – obwohl ich ja in besagtem Moment „frei“ war (und es immer noch bin).

Aber dass er denkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, kann ich ihm natürlich nicht übel nehmen – ich würde wohl das Selbe denken, wenn ich gelesen hätte, was zwischen mir und Pierre passiert ist. Ich hoffe einfach, dass er trotzdem weiss, dass ich ihn nicht vergessen habe und auch nicht vergessen werde. Die Zeit mit ihm war sehr schön und ich hoffe, dass seine beruflichen und privaten Erwartungen sich so entwickeln, wie er sich das wünscht !

Was immer geschieht…

Lüneburger_Heide_Heidschnuckenherde_Schäfer_schrägEin Wanderer: “Wie wird das Wetter heute?”
Der Schäfer: “So, wie ich es gerne habe.”
“Woher wisst ihr, dass das Wetter so sein wird, wie ihr es liebt?”
“Ich habe die Erfahrung gemacht, mein Freund, dass ich nicht immer das bekommen kann, was ich gerne möchte. Also habe ich gelernt, immer das zu mögen, was ich bekomme. Deshalb bin ich ganz sicher, das Wetter wird heute so sein, wie ich es mag.”

 

***

Was immer geschieht, es liegt an uns, Glück oder Unglück darin zu sehen.

~aus: “Zeiten des Glücks” von Anthony de Mello~

Taizé Gebete

Heute morgen war ich beim Taizé Gebet.

Das gibt’s bei uns hier einmal pro Woche, jeweils am Mittwoch morgen um 9h. Normalerweise kann ich da nicht hingehen, weil ich eine zwei-jährige hüte. Doch heute ist sie ausnahmsweise nicht gekommen. Also habe ich spontan entschieden, hinzugehen. Es hat mir gut getan.

Diese Taizé Gebete dauern jeweils 1/2 Stunde. Besinnung – ja fast eine Art Meditation. Kurze Gebete, Fürbitten, eine Lesung und singen.

Es hilft mir, in mich zu gehen, ruhig zu werden und gleichzeitig Energie zu tanken. Die Taizé-Lieder sind wunderschön (siehe z.B. hier). Heute morgen haben wir unter anderem DAS gesungen. Wenn man das immer wiederholt, kommt man (ich zumindest) in eine Art Trance  (Meditation). Es ist einfach unbeschreiblich, dieses Gefühl. Und wie die Taizé Gemeinde auf ihrer Internet schreibt:

Mit Gesängen beten ist eine wesentliche Form der Suche nach Gott. Kurze, stets wiederholte Gesänge schaffen eine Atmosphäre, in der man gesammelt beten kann. Der oftmals wiederholte, aus wenigen Wörtern bestehende und schnell erfaßte Grundgedanke prägt sich allmählich tief ein. Meditatives Singen ohne jede Ablenkung macht bereit, auf Gott zu hören. Alle können im gemeinsamen Gebet in solche Gesänge einstimmen und zusammen ohne engeren zeitlichen Rahmen der Erwartung Gottes Raum geben.
Wo es Vertrauen auf Gott zu wecken gilt, sind Stimmen von Menschen, die sich im Gesang vereinen, unersetzlich. Ihre Schönheit läßt – wie die Christen in der Ostkirche sagen – etwas von der „Freude des Himmels auf der Erde“ spüren. Inneres Leben kann sich entfalten.
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Pierre XX – Nicht nur Sex

hp32So, da bin ich wieder – zurück von B.

Ich wollte eigentlich heute abend um 19h15 losfahren (zu meiner Freundin – schliesslich hatte Pierre ja gesagt, dass er heute nicht da sei). Aber als dann mein Bruder kam (für die Kids), haben wir erst noch was getrunken und schlussendlich fuhr ich erst um 20h los.

Ich weiss auch nicht wieso, aber ich landete auf der Autobahn… ok, also fahr ich halt trotzdem nach B. – einfach mal schauen, wo er überhaupt wohnt, er ist ja nicht da. Als ich ankomme (mit dem GPS) traute ich meinen Augen nicht: Er schlenderte gerade nach Hause. Mir blieb fast das Herz stehen. Hatte er nicht gesagt, er sei nicht da? (Wär ich wie geplant um 19h15 los gefahren, hätte ich ihn gar nicht gesehen…).

Ich drehte also noch eine Runde und parkierte. Da er mein Auto nicht kennt, hat er mich nicht gesehen. Natürlich war er inzwischen im Haus verschwunden. Und wie er mir gestern am Telefon sagte, funktionniert die Klingel nicht. Also hab ich ihn angerufen… einmal, zweimal, dreimal…. dann schrieb ich ihm eine sms: Hey Pierre, ich steh vor Deiner Tür in B. Ich bin an dir vorbei gefahren und habe dich gesehen…

Es kam nichts zurück. Ich dachte: ich fahr hier nicht wieder weg bis ich ihn gesehen habe – und wenn ich warten muss, bis jemand ins oder aus dem Haus geht, respektive kommt.

Ich setzte mich neben der Tür auf einen Schaufensterbrettvorsprung und wartete. Es ging keine 10 Minuten bis er raus kam und mich einerseits sehr verlegen, andererseits sehr erfreut ansah. Ich sagte:

Siehst Du, ich habe gesagt, dass ich komme

Ja, ich seh’s – aber ich habe es vermutet

Ah ja? Sagtest Du nicht, dass Du heute abend nach Hause fährst?

Ja… also… ich hatte noch ein Elterngespräch (abends um 20h ? das eine Stunde dauert? Das war doch schon vorher bekannt)

Ah… ok…. ehm, und jetzt? Schickst Du mich heim?

Nein – gehen wir erst mal was trinken

Also spazierten wir etwa 10 Minuten bis zu einem kleinen Bistro in der Innenstadt. Wir bestellten und er sagte:

Weisst Du, wenn Du willst, können wir uns schon besser kennen lernen. Aber ich habe einfach Angst, dass es Verletzungen gibt.

Ja… ok, versteh schon. Aber was ich gerne wissen möchte: Wieso hast Du eigentlich so schnell geheiratet?

Na ja, ich habe meine Frau auf einer Vernissage kennen gelernt. Sie ist Malerin und ihre Bilder haben mir gefallen. Weisst Du, ich war mit zwei Frauen aus unserer Kirche länger zusammen, die auch Kinder haben. Und es hat nicht geklappt.

Ah ja – also bist du traumatisiert von Frauen unserer Kirche mit Kindern

(lacht) Nein, aber meine jetzige Frau und ich verstanden uns ganz gut, und ich dachte: sie ist älter als ich, hat keine Kinder und war sehr krank… es ist wohl meine Aufgabe diesem Menschen zu helfen. Und dann ging alles sehr schnell und wir heirateten.

Ich wusste nicht so recht, was ich darauf antworten sollte… eine Heirat aus Mitleid?? Ich schaute aus dem Fenster und spürte, wie er mich fixierte. Es war mir irgendwie etwas unagenehm.

Wir redeten noch über dies und das und nach eineinhalb Stunden gingen wir wieder.

Er brachte mich zum Auto, wir umarmten uns und er meinte: ich werde dich nicht vergessen – ich werde mich melden, versprochen !

Dann stieg ich ein, er ging und ich fuhr los.

Ich habe ihm eben eine sms geschrieben:

Danke für das Gespräch… Viel zu kurz.. Wieso hast Du das am Samstag nur getan? Ich bin schon etwas traurig und Deine Aussagen sind ziemlich widersprüchlich. Aber ich werde mich wohl damit abfinden müssen… Ich behalte es in schöner Erinnerung – wenn auch mit Wehmut… Ich habe das Gefühl, Du hast Angst, das Gesicht zu verlieren. Aber ich kann Dich verstehen und verlange nicht mehr von Dir solange Du das nicht willst… nur um Eines möchte ich Dich bitten: Melde Dich ab und zu – Du hast es mir versprochen…

Fazit Nr 1 –> Es geht ihm nicht nur ums Bett. Sonst hätte er heute abend die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mich in seine Wohnung mit genommen.

Fazit Nr 2 –> Eigentlich möchte er, traut sich aber einfach nicht, weil (für ihn) die Konsequenzen zu gross sind. Er würde seine kranke, ältere Frau verlassen. Meines Erachtens bleibt er bei ihr aus purem Mitleid. Und er würde gegenüber den Leuten (er ist ziemlich bekannt in diesen Kreisen) aus der Kirche das Gesicht verlieren.

Fazit Nr 3 –> Ich muss damit leben und damit klar kommen…

Pierre XIX – Noch was…

Eben habe ich noch das geschickt:

Noch was: Gegen Deine geradlinigkeit ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, es zeugt von gutem Charakter. Aber dann hättest Du am Samstag schon die Handbremse ziehen müssen; denn da warst Du nämlich auch schon verheiratet…

Mann Pierre, ich habe kaum geschlafen und ich will Dich auch nicht nerven… Aber was soll ich tun??? Du hast diesen Schritt gemacht und in mir soviel ausgelöst… Dinge, die ich all die Jahre verdrängt habe… Du hast das getan, was ich hätte tun sollen. Moral haben in aller Ehre – aber daran kaputt gehen? Ich bin daran kaputt gegangen und Du wirst es auch… Sonst bräuchtest Du wohl keine Schlafmittel … Ich möchte Dir soviel sagen, soviel geben…aber via sms oder Telefon ist das immer schwierig. Gib mir wenigstens die Chance. Überleg es Dir nochmal wegen heute abend – Bitte…

Pierre XVIII – Widersprüchlich

Gestern morgen folgende sms geschickt

Schlimme Nacht hinter mir… Happy und traurig gleichzeitig… Versteh es nicht… In solchen Momenten frag ich mich, was Gott uns damit sagen will… Ich möchte begreifen, warum?… Ich kann Dich nicht vergessen… Konnte es all die Jahre nie… Das wird sich wohl auch nicht ändern…. Und keine Antwort von Dir zu bekommen, nicht zu wissen wie’s Dir geht… ist hart und schmerzlich… Wieso nur? Wieso? Du bist in meinem Herzen verankert und wirst es immer bleiben. Sorry, wenn ich Dir schreibe, aber ich kann nicht anders…

Keine Antwort bekommen – war irgendwie logisch309945_527978330573048_1437552662_n

Heute morgen folgendes geschickt:

Oh Mann Pierre, ich bekomm Dich nicht mehr aus dem Kopf. Ich muss/will Dich sehen.

Ich könnte morgen abend nach B. kommen… müsste aber sicher sein, dass Du da bist.

Du hast mir an der Synode gesagt, dass Du mir nicht weh machen willst… aber indem Du mir nicht antwortest, tust Du das… Wieso machst Du es uns so schwer? Wenn Du mich lieber anrufen willst, dann kannst Du das bis 1h morgens bedenkenlos. Aber bitte lass mich nicht einfach so ohne News… das halte ich nicht aus… Wir wollen das doch beide… bitte – Du bist mein Seelenverwandter, meine grosse Liebe seit 15 Jahren…

Es kam wieder nichts zurück.

Bis gerade eben:

Bin eben erst nach Hause gekommen. … Ich weiss, dass es schwierig werden wird, aber ich bin verheiratet und ich kann nicht mit dir zusammen sein 😦 . Dann treffen wir uns, finden es schön und es kann keine Fortsetzung geben. Das gibt echte Verletzungen. Wir müssen vernünftig sein. Ich werde mich weiterhin melden und dich nicht vergessen. Mein Verhalten würde auch Dir zugute kommen, wenn ich mit dir zusammen wäre. Ich wünsche Dir eine gute Nacht, versuch zu schlafen. Ich geh gleich ins Bett, morgen muss ich um 5h auf!

Ok… ich schrieb ihm darauf gleich zurückt: kann ich Dich anrufen? Nur 5 Minuten? – No answer. Ich versuchte also zu telefonieren… er nimmt nicht ab. Ich denke, ich spinne… und da klingelt das Telefon…

Wir haben dann ca 1/2 Stunde telefoniert – allerdings fand ich ihn etwas komisch. Dann meinte er plötzlich, er hätte eben schon eine Schlaftablette genommen, weil er sonst nicht schlafen könnte. Ich merkte, dass er nicht mehr richtig registrierte, was ich sagte und auf meine Frage, wie’s mit morgen abend aussehe, meinte er: ich bin morgen abend  aber nicht da…Ich fahr nach Hause zu meiner Frau. Gut. Ich sagte dann, dass wir jetzt auflegen werden, denn er sei ja schon fast am schlafen. Wir legten auf.

297009_2531229240104_1234681744_33158351_1775384286_nIch musste das Gespräch (wenn man das so nenne kann, da er total vom Schlafmittel zugedröhnt war) setzen lassen. Nach etwa 15 Minuten schrieb ich ihm noch eine sms:

Du schläfst jetzt sicher… es bricht mir fast das Herz, dass ich nicht da sein kann – jetzt grad im Moment… Und morgen… na ja, es wäre die einzige Gelegenheit für mich gewesen, weil ich ausnahmsweise keine Kinder zum hüten habe… Du hast geschrieben, Du wollest mehr… Ich bin davon überzeugt, dass wir zusammen gehören… Lass uns einfach die Zeit geniessen, in welcher wir uns sehen können. Es könnte ja auch was dazwischen kommen, dass Du nicht nach Hause kannst. Lass es Dir bitte nochmal durch den Kopf gehen.

Du redest von Vernunft… Man lebt nur einmal und wir waren 15 Jahre vernünftig… Lass es zu… Bitte Pierre… Ich vermisse Dich schon so lang…

Mal sehen, ob was zurück kommt…

Soziale Ablehnung tut weh

estarsoloIch habe gestern den Newsletter von Zeit zu Leben bekommen. Wieder ein sehr interessanter Artikel:

Vielen zerreißt es richtiggehend das Herz, wenn sie von einem geliebten Menschen verlassen werden. Jeder, der das bei einem anderen oder am eigenen Leib erfahren hat, weiß, wie weh es tun kann, zurückgewiesen zu werden. Auch, wenn man vielleicht sogar damit gerechnet hat, dass die Beziehung bald vorbei ist. Mit diesen starken Schmerzen rechnet kaum einer. Und dann fühlt man sich doch innerlich wund gescheuert oder wie von einer schweren Grippe gemartert.

Zurückweisung und Ablehnung tun weh. Das muss nicht immer eine Liebesbeziehung sein. Manchmal entwickeln sich auch Freundschaften auseinander. Der andere scheint kein so großes Interesse mehr an gemeinsamen Treffen zu haben. Und auch darunter kann man stark leiden.

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