In unserer Leistungsgesellschaft
ist das Fingerspitzengefühl
in die Ellenbogen gerutscht.
~ ©Dr. phil. Jürgen Wilbert ~
It’s so AMAZING !!!
Am Freitag abend war ich in Basel an einem Konzert. Ich habe dann bei einer Bekannten übernachtet und wollte eigentlich am Samstag – also gestern – irgendwann so gegen 10h wieder nach Hause fahren.
Aber: 1. Kommt es ander und 2. als man denkt 🙂
Ich bin seit kurzem wieder in Kontakt mit einem ehemaligen Schulkamaraden aus der 2. Primar. Damals war er mein „Schulschatz“ … na ja, wir schreiben uns regelmässig sms und haben uns vor ca. 3 Wochen auch mal wieder gesehen. Er war grad in der Gegend und kam vorbei. Es war toll, denn als er kam, hatte ich das Gefühl, es sei erst 2 Tage her seit unserer letzten Begegnung.
Nun gut, gestern morgen also schrieb er mir eine sms und fragte mich dann unter anderem, ob ich mit ihm an den Titisee kommen wolle. Es habe dort ein Event auf dem See und er habe ein Gummiboot… 🙂 . Na ja, es tönte ja verlockend, aber meine Kleidung und vorallem auch meine Schuhe wären nicht sehr angebracht für ein Gummiboot gewesen 😛 .
Ich fragte ihn dann, ob wir nich was anderes unternehmen könnten. Gesagt – getan.
Wir trafen uns um 11h in Solothurn und schlenderten gemütlich erst durch die Altstadt. Dann besuchten wir die christkatholische Kirche bevor wir dann gemütlich zusammen Mittag assen.
Wir redeten sehr toll und angeregt, über Gott und die Welt – es war herrlich und tat richtig gut! Nachdem wir gut 3 Stunden im Restaurant verbracht hatten und zum Auto
zurückkehrten, meinte ich ganz banal : „Ich könnte noch stundenlang mit dir weiter quatschen“… darauf meinte er : „Ja, was wollen wir noch machen?“.
Ich schlug dann vor, mit zwei Autos bis zum Grauholz bei Bern zu fahren und noch einen Kaffee zu trinken. Er fand die Idee klasse und so trafen wir uns 1/2 Stunde später wieder.
um 16h30 trennten sich dann unsere Wege und er wird in 2 Wochen übers Wochenende zu mir kommen. Ich freue mich sehr darauf. Und ich habe nicht mal unbedingt irgendwelche Hintergedanken ! Es ist einfach sehr bereichernd, mit ihm zu reden. Bis jetzt zumindest, haben wir so ziemlich die gleiche Wellenlänge und ich hoffe, dass ich in ihm einen neuen ECHTEN Freund gefunden habe… Aber wir wollen jetzt nicht zu euphorisch sein… Kommt Zeit – kommt Rat 😉
Ich habe das Gefühl, dass ich seit einiger Zeit wirklich eine gewisse Wandlung durchmache.
Fitness 2 x pro Woche, Aufbau eines Clubs, demnächst einem Chor beitreten… ausserdem: ich bin mir ernsthaft am überlegen, ob ich den Job als Tagesmutter hinschmeissen und wieder auswerts jobben soll. Allerdings möchte ich nicht, dass die Kinder dann – wie so viele – mal da und mal dort sein müssen…zudem kommt auch noch, dass die Kids, welche ich hüte, mir doch sehr ans Herz gewachsen sind. Ob ich vielleicht beides verbinden kann?
Dann frage ich mich auch, ob ich hier wohnen bleiben will. Das Quartier und die Menschen hier bedeuten mir zwar viel, aber : es war unsere erste
(und einzige) gemeinsame Wohnung – seit 1999. Obwohl ich, seit P. weg ist, sehr viel (eigentlich alles) umsgestellt und neu eingerichtet habe, haften noch viele (positive wie negative) Erinnerungen in diesen Mauern. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum ich immer noch nicht ganz von P. losgelöst bin und losgelassen habe?
Ich hab mir vorgenommen, bis Ende Jahr eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht erst das Problem mit dem Job, dann das mit der Wohnung… oder doch lieber umgekehrt? Hach, ich weiss es nicht… noch nicht…
Eben komme ich vom Abendspaziergang mit meinem Hund zurück. Es ist schon nach 23h, die Kids schlafen und es war ein kurzer, aber intensiver Rundgang.
Weshalb intensiv fragt Ihr Euch? Na ja, die Sterne sah man heute besonders gut, und jedesmal wenn ich den grossen Wagen sehe, muss ich an einen ehemaligen Freund von mir denken. Er hatte ihn mir damals in St. Malo gezeigt. Dort, wo wir uns kennen lernten.
Es war 1990 als ich einen Sprachaufenthalt in Frankreich machte und keinesfalls Lust dazu hatte. Aber meine Mama fand, das sei gut für mich, da wir kurze Zeit danach in die französischsprechende Schweiz zogen und ich eine ziemliche Null in Französisch war.
Nun gut, meine Gastfamilie war mehr oder weniger ok, die Leute der Schule auch – nur : französisch lernten wir nicht wirklich, waren wir doch alles Deutschschweizer und immer zusammen…
Läggerli – so wurde der einzige Basler der Clique genannt – fand ich anfangs irgendwie etwas schräg. Leicht rötliche Haare, ziemlich chaotisch und irgendwie anders als alle andern.
Eines abends – wir waren alle am Strand – redeten wir viel zusammen. Beide aus Basel hatten wir einiges gemeisam ;-). Gegen Mitternacht wollte ich nach Hause und er meinte, er begleite mich. Wir schlenderten auf der Stadtmauer und schauten uns den Sternenhimmel an. Den grossen Wagen kannte ich natürlich schon, aber : er stand ganz nah zu mir, legte seinen Arm um mich und zeigte mir den grossen Wagen… und dann… na ja, dann küssten wir uns und waren fortan ein Paar.
Nach diesen Sprachferien sahen wir uns noch 2 oder 3 mal. Als ich vor dem Umzug eine Abschlussparty machte, war er natürlich auch dabei – am Ende der Party machte ich Schluss. Über 200km Distanz – das konnte einfach nicht funktionnieren.
Wir blieben aber trotz allem in Kontakt und als er seine RS (Rekruten Schule – Militär) machte, war er ganz in meiner Nähe stationniert. Das war 1995 im Feburar/März. Eines Abends rief er mich an und wir verabredeten uns für den nächsten Abend. Wir hatten es richtig schön und als ich ihn zurück in die Kaserne fuhr, meinte er beim aussteigen: „Du siehs immer noch sehr hübsch aus!“ . Dann verschwand er in der Nacht.
An jenem Abend hatte ich ihn zu meinem 20. Geburtstag eingeladen. Im April sollte das Fest stattfinden. Aber ich bekam nie eine Zusage…
Die Party war schon voll in Gang als plötzlich Läggerli auftauchte… es war mein schönstes Geburtstagsgeschenk! Und an diesem Abend kamen wir uns auch wieder näher.
Uns trennten immer noch 200km und als ich am Muttertag in seiner Gegend war, traf ich ihn in einem Restaurant – diesmal machte er Schluss (aus gleichem Grund wie ich vor 5 Jahren).
Na ja, ich war traurig und ging ziemlich geknickt nach Hause.
Kurz darauf fand ein Konzert statt. Da er bei solchen grossen Events manchmal als Securitas arbeitet, wollte ich vorbei gehen. Die Wahrscheinlichkeit ihn bei solch einer Menschenmenge zu treffen, war sehr gering… doch kurz nach meiner Ankunft erblickte ich ihn. Er sah mich, kam auf mich zu und küsste mich – ich verstand gar nichts mehr.
Er musste dann wieder auf seinen Posten und seitdem hab ich ihn nie wieder gesehen…
Nun schreiben wir 2005 – 10 Jahre sind vergangen; inzwischen war ich verheiratet und hatte eine kleine Tochter. Am 31.12.2005, irgendwann kurz vor Mitternacht, habe ich eine Email von ihm erhalten. Ich war total baff.
Natürlich habe ich am nächsten Tag auf seine Mail geantwortet, doch zurück kam seitdem nichts mehr…
Aber auch heute noch, frage ich mich oft, was wohl aus ihm geworden ist – und wenn ich den grossen Wagen sehe, dann denke ich immer: hoffentlich geht’s ihm gut….
FaceBook ist eine echte Falle…
Habe ich doch heute gesehen, dass er eine Neue hat. Er schreibt ihr die selben Sachen wie mir vorher… „mein Herz, meine Liebe, etc“….
Ich habe ihm eine Message geschickt und gesagt, dass ich es schon sehr feige finde. Er hätte mir ja einfach sagen können, dass er eine andere hat…
Na ja… Männer !!