2024 – 13

Der Durst

Gott, du bist mein Gott
Und ich suche dich vom Morgengrauen an.
Meine Seele dürstet nach dir.
Ich bin wie ein ausgetrocknetes Land,
Ohne Wasser, ein durstiges Land.

Herr, meine Seele dürstet nach dir.
Psalm 63

Glühwein

Mögt Ihr Glühwein ?

Ich habe damals an Weihnachten 2020 zum 1. Mal Glühwein für den Weihnachts-Apéro nach der Messe gemacht. Da Corona allgegenwärtig war und man nicht eine Schüssel mit Erdnüsschen aufstellen durfte, wollte ich mir was Spezielles überlegen. Etwas, dass trotzdem weihnachtlich ist und in Erinnerung bleibt.

Ich habe etwa 20 kleine Säckchen (mehr sind wir nie) vorbereitet, in welchen es selbstgemachte Weihnachtsgutzeli, ein paar Erdnüsse, eine Mandarine und ein kleines Tässchen ohne Henkel hatte. Befüllt habe ich diese natürlich mit desinfizierten Händen – alles nach Vorschrift.

Und dann habe ich 2 grosse Thermoskrüge (ca 4 Liter) Glühwein mitgeracht und jeder konnte sich in seinem kleinen Tässchen davon nehmen, respektive sich welchen einschenken lassen. Somit gab es kein direkter Kontakt und die „Sicherheit“ war gewährleistet.

Es waren alle so begeistert von dieser Idee, dass man mir im Jahr darauf schon im Oktober begreiflich machte, dass die kleinen Tassen für den Weihnachts-Apéro mitgebracht werden…

Und so enstand eine Art Tradition : ich mach seit 2020 jedes Jahr 4 Liter Glühwein, jeder bringt sein Tässchen mit und natürlich habe ich immer etwa 4 neue Tässchen dabei, falls mal jemand Neues dazu kommt. Natürlich gibt’s auch meine selbst gemachten Weihnachts-Gutzeli und sonst noch ein paar Leckerein.

Ich finde es toll, dass wir in unserer Kirchgemeinde so eine kleine Tradition haben 🙂

Falls jemand gern das Rezept möchte, lasst einfach einen Kommentar hier und ich schick es gerne zu.

2024-12

Weihnachten, eine lange Wartezeit

Weihnachten bedeutet, dass Gott zu uns nach Hause kommt.
Früher, vor langer, langer Zeit, haben viele Gläubige auf Gott gewartet.
Sie warteten wirklich auf ihn, mit viel Geduld und Freude,
Sie warteten auf ihn wie auf einen König,
Sie sagten dies in Gedichten…

2024-11

Der Anfang
Weihnachten ist wie ein schöner Morgen, der den kommenden Tag verspricht.
Wir haben auf ihn gewartet.
Er ist da mit seinen Geheimnissen, und etwas beginnt.
In der Frische dieses Anfangs ist man voller Hoffnung und Zuversicht.

Herr, an Weihnachten beginnst du in meinem Leben zu zählen.

(Psychische Krankheiten VII) – Herzschmerzen

Bruderherz ist jetzt also seit einer Woche aus dem Krankenhaus. Am letzte Dienstag ist er mit meinem Neffen und Hund zu Mama gekommen – obwohl er ja am Sonntag noch nicht Auto fahren durfte. Aber er meinte, er hätte keine Wahl…

Und jetzt ist er am Wochenende, also jetzt am 7. und 8 Dezember wieder mit Neffe und Hund zu Mama gekommen. Am Samstag ging’s einigermassen, aber Sonntag hatte er starke Schmerzen in der Brust, respektive in der Herzgegend. Er krümmte sich gradezu vor Schmerzen. Er hat sich dann hingelegt und es ging etwas besser. Doch kaum stand er auf, fing es von vorne an. Irgendwann sagte ich ihm, er sollte zum Arzt. Darauf meinte er nein, schon ok – das geht vorbei. Ich hab keine Wahl. Muss noch nach Hause fahren.

Da hat’s mir kurz dr Nuggi useghaue (ich hab mich echauffiert) und ihm gesagt, dass seine Frau absolut unverantwortlich sei, ihn mit dem Kind fahren zu lassen. Keine normale Mutter würde so etwas zulassen ! Und dann noch mit dem Hund – ein zusätzlicher Stressfaktor. Was überlegt diese Frau ? Hat sie in irgend einer Weise so etwas wie Mitgefühl oder ist ihr das ganz abhanden gekommen. Unfassbar !

Und dann ist er gegen 17h gegangen und mit Schmerzen nach Hause gefahren. Er wohnt ja in Frankreich, ca 15 Minuten nach der Grenze. Man braucht eine gute Stunde von mir zu ihm. Er musste 3 oder 4 mal anhalten, weil er so extreme Schmerzen hatte und nicht weiter fahren konnte … Wir waren erleichtert, als er uns geschrieben hat, dass er nun angekommen sei.

Gestern morgen hat er mir Sprachnachrichten geschickt. Er hätte die Nacht und auch am morgen immer wieder Schmerzen und sei jetzt in der Notaufnahme. Ich muss gestehen, ich war erleichtert, dass er in die Notaufnahme gefahren ist. Seine gesprochene Nachricht klang nicht gut, man hätte meinen können, er würde demnächst sterben. Ok, er ist ein Mann und neigt vielleicht zu Übertreibungen, aber trotzdem, es hat mir schon etwas Angst gemacht.

Um 17h war er ist immer noch dort. Es wurde ein EKG gemacht, eine Blutanalyse, Röntgenaufnamen und ein Ganzkörper – MRT. Er wartete nun auf die Resultate.

Ich hoffte sehr, dass er im Krankenhaus bleibt… er ist viel zu früh raus nach dieser grossen Kriese und ich bin überzeugt davon, dass diese Schmerzen teils zumindest psychisch und stressbedingt sind. Oder findet Ihr es normal, dass man am Montag aus dem KH kommt, am davorigen Sonntag aus ärztlicher Sicht nicht Auto fahren durfte und dann am Dienstag gleich mit Kind und Hund und noch nicht richtig eingestellten Medikamenten über 1 Stunde von Frankreich in die Schweiz fährt ??

Kurz vor 18h kam dann eine Sprachnachricht von ihm. Ich erkannte, dass er im Auto war und er meinte, er sei jetzt auf dem Nachhauseweg. Er hätte eine Virusinfektion auf den Lungen und für 7 Tage Antibiotika bekommen.

Dass es „nur“ ein Virus ist, ist ja schon mal beruhigend, aber als dann 2 Stunden später Mama eine Whatsapp mit der Frage „Können klein M. und ich morgen abend bis Mittwoch zu dir kommen?“ bekam, dachte ich, ich seh/hör/les nicht richtig. Hallo ? Ein Virus ist ansteckend… Mama hat ihm dann auch so geantwortet, dass sie es keine gute Idee fände und so. Darauf kam, der Arzt hätte gesagt, es sein nicht ansteckend… ob das stimmt ? Keine Ahnung. Jedenfalls kommt er heute abend mit klein M. (und wohl auch dem Hund) wieder zu Mama…

Ich habe Mama gesagt, dass ich heute Abend keine Zeit habe. Ich brauch mal einen Abend für mich allein. Ausserdem will ich noch Glühwein mache…

2024 – 10

Weihnachten ist wie ein schönes großes Feuer, das die Erde und alle ihre Bewohner wärmt.
Weihnachten ist wie eine sanfte Wärme, die Kälte, Böses, Angst und alles, was in den Herzen der Menschen hart ist, auf unerklärliche Weise abschwellen lässt.

Herr, du bist die Liebe in meinem Herzen.

2024 – 9

Frieden


Weihnachten ist ein bisschen so, als würde der Frieden in dicken Flocken auf die ganze Welt fallen.


Kleine Streitereien, große Kämpfe und sogar Kriege hören für einen Moment auf.
Es herrscht Waffenstillstand.


Herr, du bist es, der die Kraft des Friedens schenkt.


Andererseits ist die Weihnachtszeit – zumindest die letzten Jahre empfinde ich es so – eine angespannte Zeit.

Meine Kindheitserinnerungen an die Adventszeit sind – verglichen mit den letzten Jahren – nur noch Erinnerungen…

2024 – 8

Warten… die Adventszeit lehrt uns geduldig zu sein.

Man zählt jeden Tag, öffnet jedes Fenster des Adventskalenders, als würde man eine Stufe nach der anderen auf einer Treppe zum Licht hinaufsteigen.

Meine Grossmamme sagte immer Geduld ist die Tugend der Könige.

Ich denke, ich bin ein sehr geduldiger Mensch… auch wenn bei gewissen Dingen das Warten meine Geduld auf die Probe stellt.

Herr, ich suche dich und warte geduldig.

2024 – 7

Weihnachten, ein Fest ganz tief in uns drin


Weihnachten ist eine einzigartige Zeit, in der Gott kommt.
Dann läuten die Glocken in den Kirchtürmen und die Herzen schlagen höher.
Weihnachten erklingt und eine Nacht lang scheinen alle Menschen zueinander zu finden.

Ich finde es sehr schade, dass in unsere heutigen Zeit – eigentlich schon seit mehreren Jahren – viel Menschen Weihnachten nur feiern, weil man es halt macht.

Den eigentlichen Grund verstehen und leben die meisten nicht mehr wirklich… genau so wenig wie an Ostern, Pfingsten oder St. Nikolaus… irgendwie macht mich das traurig.

2024 – 6

Heute ist Sankt Nikolaus.

Jedes Jahr habe ich meine Kindheitserinnerungen die hoch kommen.

Dr Santiglaus und dr Schmutzli kamen vorbei, las in seinem Buch was er über uns das ganze Jahr notiert hatte vor, sprich tadelte und lobte uns, und wir hõrten ehrfürchtig zu.

Wir Kinder hatten danach ein Gedicht oder etwas auf dem Klavier vorgetragen und dann wurde der Sack ausgeleert und Nüsse, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen und Geléefrüchte purtzelten auf den Boden.

Als die beiden dann wieder gegangen waren, gab’s Kakao und dazu die feinen Sachen die Sankt Niklaus uns gebracht hatte.

Schade, dass es hier in der Romandie diese Tradition so nicht gibt. Ich hätte sie gern an meine Kinder weiter gegeben, damit auch sie später diese schönen Erinnerungen hervorrufen können.