Letztes Wochenende war also mein Neffe „bei uns“. Sprich : geschlafen hat er bei Mama, ansonsten waren wir die ganze Zeit zusammen.
Meine SchwÀgerin und wir haben je den halben Weg gemacht und uns auf dem Parkplatz vom McDo in N. getroffen. Sie hatte VerspÀtung durch Stau am Zoll. Sie wohnen ja ca 20 Autominuten von der Genfergrenze in Frankreich.
Als sie mit meinem Neffen ankam, haben wir uns „herzlich“ (wir können gut schauspielern) begrĂŒsst, die Tasche vom einen in das andere Auto gepackt, den Kleinen im Kindersitz festgeschnallt und uns wieder verabschiedet.
Wir wussten, dass meine SchwĂ€gerin am Samstag meinen Bruder aus dem Krankenhaus fĂŒrs Wochenende nach Hause holt, um zu sehen „wie’s so geht“… und am Sonntag, wenn wir uns wieder treffen, kĂ€me dann mein Bruder mit, zusammen mit ihr und ihrem Vater. Denn das Auto meines Bruder stand seit dem 14.11.24 auf dem Besucherparkplatz bei Mama… und es wurde ausgemacht, dass wir das Auto am Sonntag mitbringen. Da aber Bruderherz noch nicht fahren darf, kam der Schwiegervater mit…
Nun gut. Klein M. war ziemlich still auf der Nachhause-Fahrt und als wir bei Mama daheim waren, haben wir etwas gegessen und dann noch ein wenig miteinander Eisenbahn gespielt.
Als es Zeit war, zu Bett zu gehen, wurde klein M. ganz still und fing leise an zu weinen. Papa fehlt mir, schluchtze er. Es war herzzerreissend und ich habe ihm erklĂ€rt, dass Papa bald wieder gesund sei und nach hause komme. Er weinte sich in den Schlaf…
Am Samstag Nachmittag habe ich klein M. und Mama zu mir geholt und wir haben gemeinsam MailĂ€nderli gemacht. Klein M. hatte viel Spass daran und wir haben dann auch gemeinsam zu Abend gegessen… CrĂȘpes-Party geht immer đ .
Gegen 20h sind wir dann zu Mama zurĂŒck und ich habe klein M. zu Bett gebracht. Er meinte, dass er jetzt wieder traurig werden wĂŒrde, weil Papa nicht da sei… aber er hat nicht geweint. Wir haben zusammen abgemacht, dass ich am Sonntag morgen zum FrĂŒhstĂŒck komme und blieb dann noch 5 Minuten bei ihm. Kurz darauf ist er eingeschlafen… ganz ohne weinen.
Sonntagmorgen gegen 9h war ich dort, wir frĂŒhstĂŒckten gemeinsam und haben dann noch gemĂŒtlich den Morgen mit spielen und zeichnen verbracht. Gegen halb eins gab’s Mittagessen und dann war es auch schon Zeit klein M. wieder zurĂŒck zu bringen.
Wir waren vor den anderen am vereinbarten Ort und gingen rein. Als Bruderherz, SchwĂ€gerin und deren Vater kamen, setzten sie sich und Mama fragte, ob sie auch einen Kaffee wollen. Bruderherz meinte, vielleicht ein Cappucchino wĂ€r gut. Da sagte meine SchwĂ€gerin wie aus der Pistole geschossen „Kommt gar nicht in Frage! Das ist verboten ! Man trinkt keinen Cappucchino nachmittags in Italien !“ … đź Ich glaubte, ich spinn und wollte eigentlich sagen „wir sind hier aber nicht in Italien!“ aber ich sagte nichts… das hĂ€tte nur ein Hin- und Her gegeben und wĂ€r noch mehr Stress fĂŒr Bruderherz gewesen. Dieser hat dann kleinlaut beigegeben und ok, ist gut gesagt. Und dann wollte er nicht mal einen normalen Kaffee und niemand von den 3 hat etwas bestellt.
Mein Bruder sah aus wie ein Zombie. Total mĂŒde und irgendwie zugedröhnt. Die neune Medikamente sind noch nicht ganz richtig eingestellt und es braucht eine gewisse Zeit, bis sich das einpendelt und er dann wieder stabil und normal ist. Aber ich war froh zu wissen, dass er abends zurĂŒck ins Krankenhaus geht.
Wir haben uns dann verabschiedet und Mama ist noch einen Moment zu mir nach Hause gekommen.
Montag morgen, knapp vor 10h bekomme ich von meinem Bruder eine Whatsapp : Ich werde heute entlassen. Ich war einen Moment sprachlos und schrieb dann zurĂŒck „Ah ja ? das geht jetzt aber schnell finde ich.“ darauf meinte er, das sei halt so, die (Ărzte) wollen keine Patienten behalten, denen es besser geht.
Ich habe keinen Moment geglaubt, dass die Ărzte das gesagt haben und war davon ĂŒberzeugt, dass meine SchwĂ€gerin ihn unter Druck gesetzt hat, indem sie ihm sagte „ich brauch dich, reiss dich zusammen und komm endlich raus“ oder so Ă€hnlich. Dann hab ich den ganzen Tag nichts von ihm gehört und schrieb ihm gegen 21h ob er nun zuhause sei. Worauf ein „ja, seit 14h“ kam.
Und gestern, also Dienstag, fragte Bruderherz Mama, ob er und klein M. zu ihr kommen könnten von Di bis Mi (so wie das oft der Fall war vor der grossen Kriese). Sie kamen also gestern Abend und ich ging auch hin. Und als ich ihn sah, dachte ich wie kann man nur so unverantwortlich sein. Er sieht immer noch aus wie ein Zombie. Und dann hab ich bestĂ€tigt bekommen, dass er (also Bruderherz) sich selbst entlassen hat (mit Sicherheit auf Forderung meiner SchwĂ€gerin). Die Medikamente machen ihn immer noch sehr mĂŒde… wie kann eine Mutter ihr eigenes Kind solch einer Gefahr aussetzen ??? Sie (also meine SchwĂ€gerin) lĂ€sst den Sohn mit dem Vater im Auto fahren, obwohl er eigenlich gar nicht Auto fahren sollte. Wie egoistisch und narzisstisch muss man sein, um so etwas zu machen ?
Ich versteh’s nicht, wirklich nicht… ich könnte meine SchwĂ€gerin echt grad erwĂŒrgen…