Claudius

Seit einiger Zeit bin ich wieder aktiver auf X (vormals Twitter) und es gibt einige ganz tolle Menschen die ich da kennen lerne (kennen gelernt habe).

Die meisten sind aus Deutschland oder Österreich. Auch wenn ich in der Romandie lebe, und hier die französische Mentalität überwiegt, bin ich doch im Herzen immer noch sehr Deuschschweizer. Meine Gene und meine Mentalität sind und bleiben germanisch (und noch ein kleines bisschen italienisch von Mama’s Seite) – auch wenn ich nie in die Deutschschweiz zurück gehen würde. Hier bin ich „die typische Deutschschweizerin“ und in der Deutschschweiz „typisch welsch“ … irgendwie witzig.

Na ja, jedenfalls habe ich zwei oder drei Follower (das klingt so trendy :-D) aus der Schweiz – der Deutschschweiz versteht sich – denn ich bin (wie auch hier) auf deutsch bei X unterwegs. Einer davon ist Claudius.

Seit 2 Wochen etwa ist er immer sehr reaktiv wenn ich was neues poste. Seine Kommentare gibt er auf Berndeutsch ab – und ich antworte dann auch auf schweizerdeutsch. Meinen Dialekt kann man als Deutscher oder Österreicher grösstenteils verstehen… Berner Dialekt hingegen ist relativ eigen. Wisst Ihr, z.B. was folgendes heisst : Ig gha de auwä hurtig na go es caffé reiche 😀 .

Als wir unter einem meiner Tweets so hin und her geschrieben haben, habe ich dann irgendwann eine private Nachricht geschickt in welcher ich als erstes „Sorry, dass ich hier schreibe. Hoffe es ist ok. Denke, wir müssen nicht die ganze Konversation öffentlich machen und ausserdem verstehen die anderen dein Berndeutsch sowieso nicht 😛 „ schrieb.

Das Eis war gebrochen und wir haben viel hin und her geschrieben. Irgendwann hab ich ihn gefragt, ob er auch WhatsApp habe – was er bejahte. Ich gab ihm meine Nummer und wir setzten unsere Konversation von nun an da fort.

Am Ostermontag haben wir praktisch den ganzen Tag hin und her geschrieben. Er ist Witwer, 51 und hat 2 Kinder (17 und 21. ). Seine Frau ist nach der Chemotherapie gegen Brustkrebs an einer Lungenembolie gestorben 😦 . Die Kinder waren 6 und 10 … muss nicht leicht gewesen sein. Er ist Koch in einem Altersheim und hat somit mehr oder weniger geregelte Arbeitszeiten von 7h – 17h. Oft arbeitet er am Wochenende und hat dafür dann Montag/Dienstag frei.

Irgendwann Montag abend schrieb ich ihm, dass ich gar keine Lust hätte morgen (also Dienstag) zu arbeiten. Aber ich könne ja schlecht krank sein – ist nach einem langen Wochenende jetzt nicht grad ideal „blau“ zu machen. Er meinte darauf, dass es das schon geben könnte. Er würde dann einen Krankenbesuch machen, falls ich „krank“ wäre :-).

Ich erklärte ihm dann, dass ich das nicht machen will, was er auch absolut verstand und auch nicht irgendwie enttäuscht darüber war. Wir haben dann noch den ganzen Abend weiter geschrieben und gingen irgendwann um Mitternacht zu Bett.

Dienstag morgen hatte ich eine „guten Morgen“-Nachricht auf dem Handy. Süss 🙂 . Ich mag sowas sehr. Gegen 9h war ich dann im Büro und die 1. Email war die Nachricht eines Todesfalles…:-O— und das hat mich grad etwas aus den Socken gehauen. Es war der ehemalige Seelsorger bei uns und ich hatte damals oft mit ihm geredet. Ein toller und einfühlsamer Mensch. Er war erst 69 und hatte Lungenkrebs. Das einzig etwas tröstliches war der Gedanke, dass er in der Osternacht gegangen ist. Als Geistlicher mit Leib und Seele – denn das war er – muss das doch schön sein, wenn man quasi aufersteht…

Nun denn, ich schrieb Claudius darüber und fragte ihn dann, ob wir uns eventuell irgendwo in der Mitte um 17h treffen wollen. Durch die traurige Nachricht hatte ich das Bedürfnis, jemanden zu sehen. Und zwar jemanden, der mich auf andere Gedanken bring.
Claudius wohnt natürlich – wie sollte es anders sein – nicht in meiner Nähe. Also haben wir je 45 Autofahrt auf uns genommen und uns auf dem Autobahnrestaurant in Estavayer-le-Lac getroffen.

Als ich ankam war er schon dort. Wir haben uns herzlich begrüsst – fast wie alte Freunde. Wir gingen rein und er bestellte uns Kaffee. Wir sind beide sogenannte Coffee-Junkies 😀 . Es war sehr interessant, lustig, manchmal etwas traurig, aber auch sehr erfrischend. Wir haben fast 4 Stunden miteinander geredet…

Als wir nach ein paar Kaffees und vielen positiven Eindrücken gegen 21h die Raststätte verliessen, umarmten wir uns herzlich zum Abschied. Ich hab schon gemerkt, dass er mich mag… und ich hab auch irgendwie gemerkt, dass er mich 2 oder 3 Mal wärend des Gesprächs gern an der Hand berührt hätte – aber er hat es nicht getan. Er ist Gentleman und eher alte Schule . Sowas mag ich sehr.

Knapp eine Stunde später war ich wieder zu hause und wir haben dann noch bis Mitternacht miteinander geschrieben. Und heute morgen hatte ich eine Guten-Morgen Nachricht 🙂 .

Wir werden sehen, wie es weiter geht…

Chaotisch vor 8h morgens…

2 Enten im Hof heut morgen

(die haben sich irgendwie verirrt – oder vielleicht wollten sie einfach einen Ausflug ins Städtchen machen… ? )

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1 Mann mitten in Lausanne im weissen Bademantel, Flip-Flops und Regenschirm

☔️

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1 Fahrradfahrer der ein Standpauke eines Fussgänger bekommt, weil er bei Rot über die Ampel gefahren ist…

🚴‍♂️

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und das alles vor 8h…

🤪

Irgendwie war heute morgen alles etwas chaotisch

Unorganisiert – Umorganisiert

Heute morgen um halb sieben bekomme ich von unserer Chorleiterin folgende Whatsapp-Nachricht :

Hallo, ich hoffe, es geht dir gut.
Sag mal, wegen des Wochenendes am 13. und 14. April, ich habe die Reservationsinfos für die Proben mit Orchester nicht richtig verfolgt…
Entschuldige bitte meinen frühen Stress.
Sind die beide am Morgen in der Kirche St. Jakob richtig?
Einen schönen Tag noch! ☀️

Ich bekam leicht Panik (das braucht viel bei mir, bis ich panisch werde). Ich habe unserem Präsidenten geschrieben und erklärte, dass ich jetzt ziemlich verunsichert sei, denn bis jetzt ist immer vom 14.4. am Nachmittag die Rede gewesen (das hatte ich vor knapp einem Jahr reserviert) und jetzt plötzlich ist es am 13. und 14. April, jeweils morgens… Er meinte darauf, er werde Nachschauen und mir bescheid geben, sobald er im Büro sei.

Inzwischen hab ich versucht, das Sekretariat zu erreichen, um zu fragen, ob eine zusätzliche Reservation am Samstag möglich sei (so kurzfristig, fast unmöglich). Leider konnte ich niemanden erreichen… bis kurz vor 12h. Uff, was für ein Wunder, der Saal und die Kirche sind am Samstag 13.4. noch verfügbar. Nun habe ich also provisorisch reserviert.

Knapp eine Stunde später bekomme ich die Info, dass die Probe vom Samstag nicht in Lausanne sondern in Neuenburg statt finden soll. Das sei so organisiert… und jetzt ist ein riesen Durcheinander… Einige haben Neunburg eingetragen, andere Lausanne… Es muss jetzt abgeklärt werden.

Wie kam es dazu ? Nun, unser nächstes Projekt mit 3 Konzerten in Genf, Lausanne und Neuenburg ist ein gemeinsames Projekt mit einem Chor aus Genf. Diesbezüglich gibt es ein „Sous-Comité“ welches Mitglieder beider Chöre hat. Das Problem : Das Sous-Comité macht und entscheidet Dinge, welche dann an das jeweilige Comité weitergegeben wird (zumindes sollte es das) … hat irgendwie nicht geklappt…

Nun denn, ich warte zur Zeit auf weitere Anweisungen…

Nacht im Hotel

Ich hab gar nicht von meiner Nacht im Hotel mit Otto erzählt.

Es ist mit ihm immer sehr angenehm, denn er gibt sich immer sehr viel Mühe : Kerzen, Wein oder Champagner, Trauben, Knabberzeugs, Musik, angenehmes und romantisches Ambiente.

Er verhält sich auch immer sehr süss, fast wie wenn man richtig zusammen wäre.

Ich kam also 3 Minuten nach ihm im Hotel an und er kam mich in der Hotelhalle holen. Im Zimmer, welches einen traumhaften Ausblick auf den Lac Léman hatte, haben wir zuerst mit einem Glas Wein angestossen. Wir genossen die Aussicht und das schöne Wetter auf dem kleinen Balkon und es gab auch erste physische Kontakte 🙂 … Ich werde jetzt hier keine Details erzählen.

.

Wir hatten einen sehr schönen Abend/Nacht und wir kamen beide auf unsere Kosten… Am nächsten Morgen musste Otto um 7h los, da er einen Kundentermin um 8h hatte. Wir tranken noch gemeinsam einen Kaffee und ich frühstückte dann allein (er hat darauf bestanden). Ich kam mir zwar etwas doof vor, so allein im Frühstückssaal, aber ich fand es süss von ihm, dass er das Zimmer mit Frühstück für eine Person gebucht hatte.

Um 8h war ich dann im Büro und war zurück in der Realität. Der Sex ist eine Sache, aber das ganze Drumherum ist eigentlich das, was mir in den letzten Wochen je längs je mehr fehlt…

So süss

Frank ist einfach so süss… Freitag ende Nachmittag klingelt das Telefon und Frank rief an. Ich war etwas verwundert, denn mit Frank kommunizieren wir eigentlich ausschliesslich schriftlich. Es ist 2 oder 3 Mal vorgekommen, dass er aus Versehen via Whatsapp anrief, aber gleich wieder auflegte. Also dachte ich, er hätte sich „vertippt“. Aber nein, er kingelte weiter und ich nahm ab.

Er erklärte mir dann, dass sein Handy einen Tauchgang gemacht hätte und er jetzt ein neues gekauft habe. Bis aber alles wieder richtig funktionniert, wolle er vermeiden, dass ich ihm eventuell etwas unterstellen könnte, wenn er nicht antwortet. Ich fand das wirklich sehr zuvorkommend und süss von ihm.

Am nächsten Tag schrieb ich ihm eine sms. Da wir seit letztem Juni täglich in Kontakt sind, konnte ich das irgendwie nicht, einfach nichts schreiben. Ich hätte es vielleicht nicht tun sollen – aber c’était plus fort que moi. Etwas später hab ich dann gesehen, dass er online auf Whatsapp war. Ich hab ihm aber nicht geschrieben. Zumindest nicht gleich. Als dann aber nichts kam, hab ich dann doch nachmittags um halb vier geschrieben, dass er anscheinend hier wieder verfügbar/erreichbar sei, doch wohl Wichtigeres zu tun hätte. Er meinte darauf, dass es erst notdürftig funktionniere und dann kam folgende Nachricht :

Wäre man Generation Z, die alle paar Tage mental ein neues zum Überleben zwingend braucht, setzt Generation Babyboomer auf nur notwendigen technischen Fortschritt. Das nächste Mal komme ich zu Ihnen, drücke den alten und neuen Elektroschrott mit einer Flasche Smirnoff Ihrem Sohn in die Hand und Sie und ich gehen währenddessen schick essen und anschliessend auf ein paar Cocktails.

Ich feier Frank ! Er hat so eine ausgesprochen akademische und interessante, sarkastische und manchmal nüchterne Art etwas zu schreiben. Ich liebe es einfach und könnte stundenlang lesen, wie er schreibt… und insgeheim erhoffe ich mir ja, dass wir wirklich bald mal zusammen essen gehen.

Selbst schuld !

Wenn man Dinge aufschiebt oder einfach gar nicht macht, muss man irgendwann mit den Konsequenzen rechnen…

Tja, jetzt werd ich es ausbaden müssen… selbst schuld !