1. Dezember – Meine Sehnsucht lässt mich suchen

Meine Sehnsucht ist der Schlüssel, durch den sich mir Weihnachten erschliesst.

Meine Sehnsucht, die mich suchen lässt und mich vor Selbstgenügsamkeit bewahrt.

Die mich immer wieder aufbrechen lässt und das Ziel nicht aus dem Blick verliert.

Dir mir die Augen öffnet für das, was wirklich leben heisst.

Die das Echte und das Wahre aufspürt und sich nicht mit halben Wahrheiten zurfrieden gibt.

Dir mir den Mut gibt, meinen eigenen Weg zu gehen.

Die beides verbindet.

Die Liebe nach aussen und zu mir selbst, die mich empfäglich macht für die Not der anderen.

Die mich frei macht von Erwartungen und Zwängen.

Die zur Ruhe kommt wenn ich mich dem Kind öffne, das Leben heisst.

Beate Schlumberger

Ohnmacht

Letzten Freitag bin ich nachts zur Toilette gegangen und fiel – wärenddem ich auf dem stillen Örtchen war – in Ohnmacht. Keine Ahnung weshalb. Das passiert mir so all 5 – 7 Jahre einmal. Ich war auch schon 2 mal verschieden Tests machen. Man hat aber nie irgendwas gefunden. Wohl einfach einen Blutdruck-Sturz.

Allerdings bin ich noch nie so blöd gefallen wie dieses Mal. Gut, bin ich nicht in einer Partnerschaft – mir würde sonst wohl niemand glauben, dass ich in Ohnmacht gefallen bin :

Welkes Blatt

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind dich will entführen.

Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Laß es still geschehen.
Laß vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.

Hermann Hesse

Bild: Pinterest

Neulich traf ich Gott

Neulich traf ich Gott am Flaschencontainer, er wohnt hier im Viertel, aber wir hatten uns lange nicht gesehen. Der müde Zug um seine Augen war noch müder geworden, seine weißen Haare hätten einen Schnitt vertragen und er trug wieder den alten grauen Wollmantel, auch Lederhandschuhe; es ist nun kalt geworden und er scheint empfindlich zu sein.

Wir gingen einen Kaffee trinken.

Ob es ihn nicht jucke, frage ich: mal dreinzuhauen, den Mordgestalten zu zeigen, wo der Hammer hänge, Stichwort Sintflut, Stichworte Sodom, Gomorra.

Ja, aber wo fange man an, höre man auf?

Tag für Tag sei das Übel in der Welt, überall, da hätte er viel zu tun.

Er habe das Böse geschaffen, weil er gedacht habe: Wie solle man das Gute erkennen, wenn es das Böse nicht gebe? Wie könne man den Tag begrüßen, wenn man die Nacht nicht habe? Wie sei es möglich, das Leben zu schätzen, wenn es keinen Tod gebe?

Nicht falsch, oder?

Aber es quäle ihn, er sehe, was er angerichtet habe, bis zum Urknall zurück reue es ihn.

Was solle er tun?

Er sei Schöpfer, Rückbau sei seine Sache nicht, er wisse gar nicht, wie das gehe.

Was er überhaupt hier mache, im Viertel, frage ich.

Das sei eben die andere Seite, sagte er.

Das großartige Leben, das wir hier geschaffen hätten, die Zivilisation, die Toleranz, die Kultur.
Die kühlen Getränke.

Er habe es nicht mehr ausgehalten draußen, er sei quasi hierher geflüchtet, rief er, nun lauter, und warf mit rudernden Armen beinahe seine Tasse um.
Er sei Universumsflüchtling.
Das Alleinsein.
Die Ewigkeit.
Die Weite.
Dieses haltlose Herumschweben.
Das könne sich kein Mensch vorstellen.

Ob ich wisse, wie langweilig die Unendlichkeit sei?

Und deshalb sei er hier, weil er endlich einmal etwas haben wolle von dem, was er selbst geschöpft habe, ja, so drückte er sich aus, „geschöpft“ sagte er und fügte hinzu:
Endlich sei er hier!

„Blöder Zeitpunkt“, sagte ich.

„Kannst du laut sagen“, sagte er.

(Immer duzt er mich und ich sieze ihn, so ist das.)

„Macht mich fertig, ehrlich gesagt, nicht, weil es mich in  meinem Lebensgenuss stört, versteh das nicht falsch. Aber erstens bin ich schuld an allem, letztlich, zweitens kann ich euch nicht helfen.

Echt nicht.

Ihr müsst euch selbst helfen.

Könnt ihr auch.

Werdet ihr.“

(c) Axel Hacke

Kürbiswähe

Heute habe ich eine Kürbiswähe gemacht. Einfach Handgelenk x Pii … ohne Rezept. Mal schauen, wie sie schmeckt. Optisch finde ich sie jedenfalls sehr appetittlich 🙂

Home Office zum 2.

Seit einer Woche sind wir wieder im Home Office – ausser am Montag. Die Direktion hat beschlossen, dass jeder Service 1 Tag im Büro sein soll und unser Service ist am Montag dran. Aber das ist ok so. Ich bin froh, dass wir wieder im Home Office sind. Ich finde es sehr angenehm, so zu arbeiten. Sohnemann hat mir einen 2. Bildschirm und eine (Gamer-)Tastatur ausgeliehen… somit habe ich praktisch die selbe Konfiguration wie im Büro 😀

Wie geht es Euch so ?

Glück im Unglück

Am Samstag war ich mit Töchterchen ein bisschen shoppen. Ich habe ein kleines Täschchen, in welchem einerseits einen Kartenhalter mit meinen 2 Postcheckkarten, andererseits einen Kartenhalter mit meiner ID, Fahrausweis, Visa.

Ich habe also nur den Kartenhalter mit den 2 Postcheckkarten in den Laden mitgenommen – verstaut in meiner Jackentasche.

Wir haben den Rundgang im Laden gemacht und als wir an der Kasse waren und ich zahlen wollte, war mein Kartenhalter nicht mehr da. :-O Schreck lass nach ! Gemeinsam mit Töchterchen haben wir 3 oder 4 Mal den ganzen Laden abgesucht. Mehrere Verkäufer haben uns dabei geholfen – aber es war unaufindbar.

Nun denn, wir liessen die Einkäufe an der Kasse und ich überquerte die Strasse, um bei der Post die beiden Karten sperren zu lassen. Ich erkläre also dem freundlichen Postbeamten, was passiert ist und er veranlasste die Sperrung der Karten. In diesem Moment läutet mein Telefon. Normalerweise nehme ich ja nicht ab, wenn ich die Nummer nicht kenne. Doch durch die Umstände entschied ich mich, abzunehmen.

Guten Tag, hier ist die Post in E. haben Sie ihre Postcheckkarte verloren ? – Ich schaute mich um und sah, dass die Kollegin des Postbeamten, welcher mit mir am Schalter war, mich anrief. Der Herr neben mir am Schalter hatte meinen Kartenhalter gefunden :-D.

Leider muss ich trotzdem pro Karte CHF 20.- bezahlen, da sie 1. gesperrt wurden und ich 2. neue Karten bekomme. Leider konnte der Beamte die Prozedur nicht rückgängig machen. Aber egal – ich war dankbar und freute mich, dass es doch noch ehrliche Menschen gibt !

Ausflug nach Basel

Ich habe diese Woche Ferien. Da die aktuelle Situation ja keine grossen Reisen zulässt, haben wir gestern einen Ausflug in meine Heimatstadt Basel gemacht.

Das Rathaus sowie das Münster haben wir besucht – Fotos habe ich nicht viele gemacht… hatte fast keine Batterie mehr auf meinem Handy 😀

Herbst auf der ganzen Linie

(c) GettyImage

Nun gibt der Herbst dem Wind die Sporen.
Die bunten Laubgardinen wehn.
Die Straßen ähneln Korridoren,
In denen Türen offen stehn.

Das Jahr vergeht in Monatsraten.
Es ist schon wieder fast vorbei.
Und was man tut, sind selten Taten.
Das, was man tut, ist Tuerei.

Es ist, als ob die Sonne scheine,
Sie lässt uns kalt. Sie scheint zum Schein.
Man nimmt den Magen an die Leine.
Er knurrt und will gefüttert sein.

Das Laub verschießt, wird immer gelber,
Nimmt Abschied vom Geäst und sinkt.
Die Erde dreht sich um sich selber.
Man merkt es deutlich, wenn man trinkt.

Wird man denn wirklich nur geboren,
Um, wie die Jahre, zu vergehn?
Die Straßen ähneln Korridoren,
In denen Türen offen stehn.

Die Stunden machen ihre Runde.
Wir folgen ihnen Schritt für Schritt
Und gehen langsam vor die Hunde.
Man führt uns hin! Wir laufen mit.

Man grüßt die Welt mit kalten Mienen.
Das Lächeln ist nicht ernst gemeint.
Es wehen bunte Laubgardinen.
Nun regnet’s gar. Der Himmel weint.

Man ist allein und wird es bleiben.
Ruth ist verreist, und der Verkehr
Beschränkt sich bloß aufs Briefeschreiben.
Die Liebe ist schon lange her!

Das Spiel ist ganz und gar verloren.
Und dennoch wird es weitergehn.
Die Straßen ähneln Korridoren,
In denen Türen offen stehn …

Erich Kästner