Hallo Ihr Lieben. Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Festtage. Ganz vorbei ist es ja noch nicht – der 31.12.19 steht noch bevor…

Eigentlich wollte ich dieses Jahr an Weihnachten ja nicht zu Hause feiern. Mein Bruder sehe ich nun zum 2. Mal nicht an Weihnachten – er redet ja nicht mehr mit mir seit September 2018 … es ist sehr traurig, denn die Dinge, welche er mir vorwirft (ich habe eine ganze Liste bekommen) beinhalten Sachen wie :
- Ich hätte mich nicht genug gefreut, als seine Frau schwanger war (ich habe keinen Freudentanz aufgeführt und keine Annonce in der Lokalzeitung geschalten, aber ich war glücklich für die beiden)
- Ich hätte nicht beim Umzug geholfen (ich war in den Ferien – was er wusste. Ausserdem war er auch in den Ferien, als ich in die neue Wohnung zog…)
- Ich rede nur von mir und sei egoistisch (ehm… ja… nein, das bin nicht ich)
- Ich hätte nicht geholfen, beim Überraschungsgeburtstag zum 30. seiner Frau (was nicht stimmt. Ich habe Tisch und Stühle organisiert, Geburtstagskuchen gebacken, etc)
- uvm.
Nun denn, als ich dieses Jahr am 15. Juni ins Krankenhaus fuhr, um ihnen zur Geburt ihres Sohnes zu gratulieren, freute sich mein Brude ersichtlich… doch seit dann kam nichts mehr (obwohl ich ihm ein paar Tage später ein sms geschickt habe, und ihnen nochmals alles Gute mit dem Kleinen wünschte).
Ich habe am 23.12.19 noch sein Lieblingsweihnachtsgebäck in den Briefkasten gelegt…. bis jetzt keine Reaktion…
All das macht mich sehr nachdenklich, vorllem auch weil meine Stifmutter sehr krank ist. Sie hat Lungenkrebs und wiegt noch 47kg. Sie wird momentan künstlich ernährt. Wir haben also diese Jahr auch meinen Vater nicht gesehen an Weihnachten. Meine Erinnerung an die wunderbaren Weihnachtsfeste als ich noch Kind war, sind sehr präsent und stimmen mich auch traurig.
Am 24.12.19 hab ich natürlich Mama eingeladen. Vorgesehen war, dass wir im Wald ein Fondue machen. Doch leider spielte das Wetter überhaupt nicht mit. Also habe ich kurzerhand den Wald nach Hause geholt :

Man sieht es nicht so gut auf dem Foto, aber es sind verschiedene grössere und kleiner Tannen. Ich habe auch eine Feuerstelle improvisiert. Ein paar Holzscheiter mit 4 Grabkerzen im innern. Die Kids wurden von mir verkleidet (mit einem Mittelalterkleid) im Wald empfangen. Sie fanden es toll und wir hatten einen gemütlichen und ruhigen Abend zu fünft (wie gesagt, war Mama da und Töchterchens Herzbube).

(c) GettyImages
Am 25.12.19 war es irgendwie komisch. Sohnemann fragte mich, ob er bei einem Kumpel übernachten könne und Töchterchen war mehr oder weniger den ganzen Tag mit Herzbube in ihrem Zimmer. Ich habe Sohnemann gegen 15h zum Kollegen gefahren und ging dann bei Mama vorbei. Wir haben gemeinsam Kaffee getrunken und abens zusammen gegessen. Gegen 19h schlug ich vor, nach Montreux zu fahren und die Weihnachtsbeleuchtungen der verschiedenen Dörfer zu begutachten :-D. Das haben wir dann auch getan. Irgendwann sagte ich zu ihr „ich glaube, das wird unsere neue Weihnachtstradition für den 25.“.
Na ja, ich frage mich in letzter Zeit oft, wie es woh sein wird, wenn meine Mama mal nicht mehr da ist. Mein Bruder redet nicht mehr mit mir, meine Kids werden älter und ihr eigenes Leben leben. Nicht dass ich jetzt keinen Kontakt mehr haben werde, aber ich glaube, dass ich mit den beiden niemals ein Verhältnis haben werde, wie ich es mit meiner Mama habe… und irgendwie macht mich das traurig.
Na ja, ich werde mich damit abfinden – aber es macht mich doch nachdenklich … irgendwie fühlt es sich sehr nach Verlustangst an…