Fix & fertig

Ich bin wirklick langsam am Limit.

Zu meinen finanziellen Sorgen kommen auch all jene mit Sohnemann, der nicht mehr zur Schule will. Obwohl wir jetzt mit der Schulleiterin einen Schritt weiter gekommen sind, ist doch alles sehr langwierig und Sohnemann verliert langsam die Geduld… . Er möchte einfach arbeiten und Geld verdienen und nicht mehr zur Schule. Ein Projekt ist im Aufbau, und wenn alles klappt, kann Sohnemann mit einer art Praktikum schon am nächsten Montag beginnen.

Das Schlimmste ist, dass jetzt mein Ex-Mann sich einmischt. Er hat mich gestern ganz nervös gemacht mit seinen ständigen Nachrichten. Das löst bei mir einen innerlichen Stress aus, der verbunden ist mit einer Art Angst. Das hat damit zu tun, dass ich – psychologisch gesehen – in solchen Momenten zurück in meine Ehejahre versetzt werde, welche nicht immer rosig waren.

Gestern Abend hat Sohnemann mit seinem Papa in einem Restaurant gegessen. Gegen halb zehn rief er mich weinend an, er wolle keinen „solchen“ Vater mehr. Mein Ex hat mir viel kaputt gemacht mit seinem gestrigen Verhalten. Er hat meinen Sohn emotional/psychisch mit seiner Art zu reden sehr verletzt, und es hat mir fast das Herz zerissen, als Sohnemann nach Hause gekommen ist.

Als Vater ist er wirklich eine Null. Allgemein für zwischenmenschliche Beziehungen eigentlich. In seinem Beruf als Jurist ist er super, aber sonst… jedenfalls hat er sich verhalten, wie wenn wir 1940 oder früher wären. Ohne jegliche psychologische Diplomatie. Sohneman zu sagen, er würde das Sorgerecht beantragen und dann mit Sohnemann und der neuen Frau nach Frankreich ziehen, ihn dann schon „richtig drannehmen“ und all solche Sachen… mir hat’s ehrlich gesagt etwas die Sprache verschlagen.

Ich konnt dann Gott sei Dank Sohnemann beruhigen und ihm versichern, dass das NIEMALS passieren wird. Aber es macht mich fertig… 😦

Das liebe Geld

Ich frage mich manchmal echt, was ich falsch mache. Jeden Monat, wenn ich meinen Lohn auf dem Konto habe, mache ich meine Zahlungen meistens gleich am Tag danach.

Im Schnitt bleiben mir dann noch zwischen 500.- und 700.- zum „leben“. Kann man das „leben“ nennen?

Meine Wohnung ist subventionniert (Gott sei Dank ! Ich wüsste sonst wirklich nicht, wie ich das bezahlen könnte). Eine 90m2-Wohnung im Stadt-Zentrum für 1’185.- … das ist direkt billig verglichen mit „normalen“ Wohnungen…

Ok, ich rauche. Das könnte ich aufhören (was allerdings sicher nicht einfach wäre). Aber sonst… ich gehe selten bis nie aus, kaufe mir nicht jeden Monat neue Kleider oder Schuhe, habe überhaupt kein Interesse an irgend welchen Markenartiklen. Ich boykotiere sie eher !

Ich esse äusserst selten auswärts am Mittag. Normalerweise nehme ich etwas von zu Hause mit. Da mein Kühlschrank praktisch leer ist, gibt es heute Mittag „nur“ Tomaten Instant Suppe und Brot… Was noch im Kühlschrank ist, habe ich meinen Kindern gelassen, die haben nämlich momentan Ferien.

Ich habe ein Auto – das brauche ich vorallem für die Arbeit (aber natürlich auch für anderes). Ich habe es ausgerechnet (und ausprobiert!) und bin zum Schluss gekommen, dass es mit den öffentlichen Verkehrsmittel nicht wirklich billiger ist. Ausserdem ist man an Fahrpläne gebunden und im Schnitt braucht man mindestens doppelt so viel Zeit um von A nach B zu kommen (Also von Tür zu Tür):

  • zu Fuss von daheim bis zur Bushaltestelle : 5 Minuten
  • mit Bus zum Bahnhof fahren : 5 Minunten
  • in die Bahn umsteige : 5 – 10 Min (je nach dem, ob ich auf den Zug warten muss)
  • mit dem Zug nach Lausanne fahren : 15 Minuten
  • von der Bahn wieder in einen Bus umsteige : 5 – 10 Min (je nach dem, ob ich auf den Bus warten muss)
  • mit dem Bus so nahe wie möglich an meinen Arbeitsplatz fahren : 10 Minuten
  • und anschliessend nochmals 5 Minuten zu Fuss gehen muss

bin ich mit dem Auto – ausserhalb der Stosszeiten – auf jeden Fall schneller ! Wenn ich das zusammenrechne, komme ich inklusive Fahrzeit mit Bus und Bahn auf 50 – 60 Minuten… mit dem Auto, ohne Verkeher : höchstens 20Min. Mit Verkehr max. 45 Minuten. Ausserdem hasse ich ÖV. All die Menschen, die zusammengepfercht mit meist finsterer Mine da sitzen oder stehen…. nein Danke !

Krankenkasse: bis vor einem Jahr bekam ich ca 80% der Prämie vom Staat bezahlt. Inzwischen verdiene ich ein paar hundert Franken mehr pro Monat und die Subvention ist von 300.-/Monat auf 50.-/Monat geschrumpft… :-(. Ich verdiene zwar mehr, muss aber das was ich mehr verdiene für die Krankenkassenprämie ausgeben. Also schlussendlich steh ich gleich da wie vorher… Die Krankenkasse ist sowieso ein Witz ! Töchterchen braucht Medikamente, da ihr Körper irgend etwas nicht richtig produziert, wenn sie in Stresssituationen ist. Dies hat Auswirkungen auf ihre Energie. Sie ist immer sehr müde. Nun hat der Arzt ihr eine 2-monatige Kur verschrieben. Die Medikamente dafür kosten über 100.- für 1 Monat und werden von der Krankenkasse nicht übernommen ! Was soll das!! Wieso gibt es überhaupt Medikamente, welche nicht bezahlt werden ? Vorallem bei den Prämien, die wir bezahlen!

Gleich ist es auch mit den Steuern: Bis vor einem Jahr lag mein Einkommen unter dem Existenzminumum und ich musste keine Steuern bezahlen. Jetzt verdiene ich ein paar Franken mehr und haben monatlich 300.- Steuern zu bezahlen. Schlussendlich habe ich weniger zum Leben, als ich vorher hatte !

Einkäufe: Ich kaufe selten Fleisch, meistens nur Aktionen und so oft es geht die „billig-Ware“ von Coop (Garantie Prix) oder Migros (Budget). Bei Denner oder Aldi und Lidl geh ich auch ab und zu vorbei. Ich habe absolut nichts dagegen, keine Barilla-Teigwaren oder Bell-Würste zu kaufen, aber ich finde, dass die Lebensmittel einfach schon sehr teuer sind.

Wieviel gebt Ihr pro Woche für Einkäufe aus? Also für Essen, Pflege (z.B. Shampoo), Haushaltartikel (Waschmittel z.B.), etc …

Jedenfalls finde ich nicht, dass ich  exzessiv lebe, und trotzdem sind wir immer am Limit, müssen jeden Rappen 2 Mal umdrehen, bevor wir etwas kaufen. Und für die Kids ist es auch nicht lustig. Es sind Ferien, die anderen fahren weg oder können sich in Europapark oder sonstigen Aktivitäten vergnügen. Ich muss meistens sagen: nein, sorry, geht nicht. Wir haben kein Geld.

Als ich noch vom Sozialamt unterstützt wurde, musste ich keine Krankenkasse, keine Steuern, keine Zahn- oder Arztkosten selbst bezahlen. Jetzt verdiene ich ca 400.- mehr und bin somit nicht mehr unter dem Existenzminimum. Da ich aber jetzt praktisch die volle Krankenkasseprämie (400.- ca), Steuern (300.-) und eventuelle Zahn- und Arztrechnungen selbst bezahlen muss, geht das irgendwie nicht auf… habe zwar 400.- mehr Einnahmen, dafür aber mindestens 700.- wenn nicht mehr Ausgaben als vorher…

Momentan mach ich mir schon etwas Sorgen. Ich verlange ja nicht, das ich tausende von Franken auf einem Konto habe und im Geld schwimme. Aber ich habe einfach NULL. Keine Rücklagen, nichts. Auch wenn ich noch wollte, ich könnte nicht mal jeden Monat ein paar Franken zur Seite legen…

Nun denn, wünsche Euch trotz allem eine gute Woche !

Rückenschmerzen

Ich habe für Sohnemann ein Planning für die 1. Ferienwoche errichtet (ist halt auf französisch, aber nicht kompliziert) :

Morgens muss er jeweils aufstehen und dann entweder zu hause oder mit mir im Büro, oder mit seiner Grossmutter oder seinem Vater essen (Repas). Nachmittags hat er frei (libre). Grasse matinée bedeutet soviel wie „ausschlafen“.

Consignes importantes : Wichtige Hinweise –>

  • Wärend der freien Zeit, muss er fortwärend erreichbar sein
  • Bevor er irgendwo hin geht, muss er fragen
  • Wenn an einem Tag die aufgeführten Dinge nicht gemacht werden, wird der freie Nachmittag gestrichen.

Gestern, also Montag (lundi) hat schon mal nicht so gut geklappt. Er konnte ausschlafen und sollte sein Zimmer aufräumen. Danach hatte er frei. Ausgeschlafen hat er… das Zimmer allerdings war abends nicht aufgeräumt. Und zwischen 11h und 16h30 gab es grosse Disskussionen via Whatsapp, weil er bei einem Freund übernachten wollte. Aber ich habe nicht locker gelassen und schlussendlich hat er es eingesehen und blieb brav zu Hause. Er hat dann abends gekocht und noch sein Zimmer aufgeräumt.

Heute morgen war es ein ziemlicher Kampf in aus dem Bett zu bringen. Wir waren schlussendlich um 10h in meinem Büro… 2 Stunden später als geplant. Dann sass er unmotiviert und mit einem 7-Tage-Regenwetter-Gesicht auf dem Stuhl und schaute Videos auf Yout*** . Ich versuchte ihn zu motivieren, einen Bewerbugsbrief für eine Lehrstelle zu schreiben. Zumindest es zu versuchen, damit wir es dann abends gemeinsam korrigieren und verbesseren können. Unmöglich ! Nichts zu machen. Er blieb stur und meinte, das bringe ihm nichts. Er hat dann allerdings ein paar schriftliche Fragen meinerseits beantwortet (via Mail – schliesslich muss er das ja auch lernen und dann können. Vorallem in unserer heutige Ära). Er hat es so recht und schlecht gemacht. Heute ist wirklich kein guter Tag. Schlussendlich haben wir zusammen im Büro gegessen und ich habe ihn um 13h45 gehen lassen, mit der Bedingung, um 18h30 wieder hier zu sein, damit wir noch gemeinsam einkaufen gehen können.

Wieso mein Post „Rückenschmerzen“ heisst ? Na ja, ich habe seit gestern ziemliche Rückenschmerzen und ich bin davon überzeugt, dass es mit der ganzen Situation von Sohnemann zusammen hängt… es lastet schwer auf mir… und gibt mir Rückenschmerzen….

Fragt mich nicht, …

… weshalb ich gestern bei Whatsapp nach Pierre gesucht habe. Er hat ja kein Whatsapp… bis vor 2 Wochen ! Seit dem 28. September ist er nun dort „online“…

Ich bin fast umgekippt – hatte ich doch die letzten Wochen ein ungutes Gefühl. Ich habe sogar im Netz nach Todesanzeigen gesucht, denn ich machte mir wirklich langsam Sorgen.

Ich habe ihm dann kurz geschrieben : Ja was !? Du auf Whatsapp… immerhin weiss ich jetzt, dass du noch lebst. Ich habe mir wirklich langsam Sorgen gemacht! Schönen Abend und Küsschen.

Wie erwartet, kam nichts zurück. Aber das macht nichts, immerhin lebt er noch …

Eine Freundin meinte, wieso ich mir das antue… Frag mich nicht ! gab ich zur Antwort – denn ich weiss es selbst nicht…

Viel los

(c) GettyImages

In letzter Zeit ist sehr viel los und es raubt mir viel Energie. Vorallem mit Sohnemann ist es zur Zeit sehr happig …

Gestern Abend war ich über zwei Stunden mit der Schulleiterin zusammen, um Lösungen zu finden. Schlussendlich haben wir beschlossen, Sohnemann folgendes zu sagen : „Ok, du willst nicht mehr zur Schule, also gehst Du arbeiten“ und ich habe ihn heute mit ins Büro genommen (gut dass ich einen Job habe, wo das möglich ist !).

Es hat ziemlich gut geklappt. Ich gab ihm eine Liste mit 5 Aufgaben (Arbeit) – die er zwischen 9h und 15h30 erledigen musste – gegeben. Er hat alles gemacht, ausser einer Sache: einen Lebenslauf und einen Bewerbungsbrief. Das könne er nicht. (Zur Information: vor ca 10 Tagen meinte er, dass er sich selbst aus der Situation manövriere und eine Lehrstelle suche… nun hat er den Beweis, dass er es alleine nicht schafft.)

Ich habe ihm dann gesagt, das sei normal, schliesslich habe er das ja noch nie gemacht. Er könne mal auf Internet schauen, ob er irgendwelche Modelbriefe finde. Das hat er dann gemacht, allerdings hat er nichts selbst geschrieben. Er meinte, da er nicht wisse wie, könne er es nicht tun. Ich werde also mit ihm gemeinsam dieses Wochenende einen Lebenslauf une einen Bewerbungsbrief schreiben.

(C) GettyImages

Gegen halb elf heute morgen meinte er, er wolle seine Mittagspause von 11h bis 14h machen. Das geht natürlich nicht ! 3 Stunden Mittag… ich habe ihm dann erlaubt von 11h30 bis 13h Mittag zu machen. Um 12h45 war er wieder hier 🙂

Um halb drei fand er dann, er hätte jetzt genug, er wolle jetzt gehen, er habe keine Lust mehr. Worauf ich entgegnete: „Ich habe auch keine Lust mehr und würde jetzt viel lieber mit einer Freundin irgenwo einen Kaffee trinken.“ … es gab dann eine kurze Diskussion, und schlussendlich setzte er sich wieder an den Laptop und blieb bis 15h30 wie es ausgemacht war.

Tja, es ist happig – aber ich denke, es war eine gute Entscheidung dies heute zu machen. Mal sehen, wie’s weiter geht…

Die Puppe

Im Netz gefunden und frei vom Französisch ins Deutsch übersetzt :

 

(c) GettyImages

Ein Jahr vor seinem Tod, hatte Franz Kafka ein sehr ungewöhnliches Erlebnis. Bei einem Spaziergang durch den Steglitz-Park in Berlin fand er ein weinendes Mädchen, das ein gebrochenes Herz hatte: Sie hatte ihre Puppe verloren. Kafka bot an, ihr bei der Suche nach der Puppe zu helfen und bereitete sich darauf vor, sie am nächsten Tag am selben Ort zu treffen.

Da er die Puppe nicht finden konnte, verfasste er einen Brief, den die Puppe „geschrieben“ hatte, und las ihn, als sie sich wieder trafen, vor : „Bitte weine nicht, ich machte eine Reise, um die Welt zu sehen. Ich werde dir über meine Abenteuer berichten … “

Das war der Anfang vieler Briefe. Als er und das Mädchen sich trafen, las er diese sorgfältig geschriebenen Briefe mit imaginären Abenteuern der geliebten Puppe vor und das Mädchen wurde somit getröstet.

Am Ende der Treffen gab Kafka ihr eine Puppe. Sie sah offensichtlich anders aus als die Originalpuppe. Ein beigefügter Brief erklärte: „Meine Reisen haben mich verändert …“

Viele Jahre später fand das jetzt erwachsene Mädchen einen Brief, welcher in einem unbemerkten Spalt in ihrem Handgelenk versteckt war. Kurz gesagt, stand darin: „Alles, was du liebst, wird wahrscheinlich verloren gehen, aber irgendwann wird die Liebe auf eine andere Weise zurückkehren.“ Franz Kafka

Künstlerin: Marlene López

Aus dem Englischen ins Französisch übersetzt Try Life :

Un an avant sa mort, Franz Kafka a vécu une expérience très inhabituelle. En se promenant dans le parc Steglitz à Berlin, il a trouvé une fille en pleurs qui avait le cœur brisé: elle avait perdu sa poupée. Kafka proposa de l’aider à chercher la poupée et se prépara à la rencontrer le lendemain au même endroit. Incapable de trouver la poupée, il composa une lettre „écrite“ par la poupée et la lut quand ils se retrouvèrent: „S’il te plaît, ne pleure pas, je suis parti en voyage pour voir le monde. Je vais t’écrire à propos de mes aventures … “ Ce fut le début de nombreuses lettres. Quand la jeune fille et lui se sont rencontrés, il a lu ces lettres soigneusement composées d’aventures imaginaires sur la poupée bien-aimée. La fille était réconfortée. À la fin des réunions, Kafka lui a donné une poupée. Elle avait visiblement l’air différent de la poupée originale. Une lettre ci-jointe expliquait: „Mes voyages m’ont changé …“ De nombreuses années plus tard, la jeune fille maintenant grande a trouvé une lettre cachée dans une fissure inaperçue à l’intérieur de son poignet. En bref, elle disait: „Tout ce que tu aimes risque fort de se perdre, mais finalement, l’amour reviendra d’une manière différente.“ Franz Kafka
Artiste: Marlene López
Traduit de l’anglais Try Life

Leben

(c) GettyImages

Wer sein Leben

nicht selbst in die Hand nimmt,

muss sich mit einem Leben

aus zweiter Hand abfinden.

~ © Ernst Ferstl ~

Mittelalter

Porträt der französischen Philosophin und Schriftstellerin Christine von Pizan (1368-1430) (imago stock&people/Leemage)

Wie einige ja sicherlich wissen, bin ich ein Mittelalterfan – ich bin fasziniert von dieser Epoche. Eben habe ich in meinem Blog diesen Beitrag wieder gefunden 🙂 aber auch dieser Beitrag ist schon ein paar Jahre alt…

Ich will unbedingt mal auf so eine Mittelalterveranstaltung. Bis jetzt hat es einfach nie geklappt – und dann frage ich mich, wie ich dort hin gehen würde ? In einem Mittelalterkleid oder doch eher „in zivil“ ? Allerdings käme ich mir „in zivil“ irgendwie komisch vor – denke ich. Wart Ihr schon mal auf so einer Veranstaltung ?