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Psychische Krankheiten VI

Letztes Wochenende war also mein Neffe „bei uns“. Sprich : geschlafen hat er bei Mama, ansonsten waren wir die ganze Zeit zusammen.

Meine Schwägerin und wir haben je den halben Weg gemacht und uns auf dem Parkplatz vom McDo in N. getroffen. Sie hatte Verspätung durch Stau am Zoll. Sie wohnen ja ca 20 Autominuten von der Genfergrenze in Frankreich.

Als sie mit meinem Neffen ankam, haben wir uns „herzlich“ (wir können gut schauspielern) begrüsst, die Tasche vom einen in das andere Auto gepackt, den Kleinen im Kindersitz festgeschnallt und uns wieder verabschiedet.

Wir wussten, dass meine Schwägerin am Samstag meinen Bruder aus dem Krankenhaus fürs Wochenende nach Hause holt, um zu sehen „wie’s so geht“… und am Sonntag, wenn wir uns wieder treffen, käme dann mein Bruder mit, zusammen mit ihr und ihrem Vater. Denn das Auto meines Bruder stand seit dem 14.11.24 auf dem Besucherparkplatz bei Mama… und es wurde ausgemacht, dass wir das Auto am Sonntag mitbringen. Da aber Bruderherz noch nicht fahren darf, kam der Schwiegervater mit…

Nun gut. Klein M. war ziemlich still auf der Nachhause-Fahrt und als wir bei Mama daheim waren, haben wir etwas gegessen und dann noch ein wenig miteinander Eisenbahn gespielt.

Als es Zeit war, zu Bett zu gehen, wurde klein M. ganz still und fing leise an zu weinen. Papa fehlt mir, schluchtze er. Es war herzzerreissend und ich habe ihm erklärt, dass Papa bald wieder gesund sei und nach hause komme. Er weinte sich in den Schlaf…

Am Samstag Nachmittag habe ich klein M. und Mama zu mir geholt und wir haben gemeinsam Mailänderli gemacht. Klein M. hatte viel Spass daran und wir haben dann auch gemeinsam zu Abend gegessen… Crêpes-Party geht immer 😀 .

Gegen 20h sind wir dann zu Mama zurück und ich habe klein M. zu Bett gebracht. Er meinte, dass er jetzt wieder traurig werden würde, weil Papa nicht da sei… aber er hat nicht geweint. Wir haben zusammen abgemacht, dass ich am Sonntag morgen zum Frühstück komme und blieb dann noch 5 Minuten bei ihm. Kurz darauf ist er eingeschlafen… ganz ohne weinen.

Sonntagmorgen gegen 9h war ich dort, wir frühstückten gemeinsam und haben dann noch gemütlich den Morgen mit spielen und zeichnen verbracht. Gegen halb eins gab’s Mittagessen und dann war es auch schon Zeit klein M. wieder zurück zu bringen.

Wir waren vor den anderen am vereinbarten Ort und gingen rein. Als Bruderherz, Schwägerin und deren Vater kamen, setzten sie sich und Mama fragte, ob sie auch einen Kaffee wollen. Bruderherz meinte, vielleicht ein Cappucchino wär gut. Da sagte meine Schwägerin wie aus der Pistole geschossen „Kommt gar nicht in Frage! Das ist verboten ! Man trinkt keinen Cappucchino nachmittags in Italien !“ … 😮 Ich glaubte, ich spinn und wollte eigentlich sagen „wir sind hier aber nicht in Italien!“ aber ich sagte nichts… das hätte nur ein Hin- und Her gegeben und wär noch mehr Stress für Bruderherz gewesen. Dieser hat dann kleinlaut beigegeben und ok, ist gut gesagt. Und dann wollte er nicht mal einen normalen Kaffee und niemand von den 3 hat etwas bestellt.

Mein Bruder sah aus wie ein Zombie. Total müde und irgendwie zugedröhnt. Die neune Medikamente sind noch nicht ganz richtig eingestellt und es braucht eine gewisse Zeit, bis sich das einpendelt und er dann wieder stabil und normal ist. Aber ich war froh zu wissen, dass er abends zurück ins Krankenhaus geht.

Wir haben uns dann verabschiedet und Mama ist noch einen Moment zu mir nach Hause gekommen.

Montag morgen, knapp vor 10h bekomme ich von meinem Bruder eine Whatsapp : Ich werde heute entlassen. Ich war einen Moment sprachlos und schrieb dann zurück „Ah ja ? das geht jetzt aber schnell finde ich.“ darauf meinte er, das sei halt so, die (Ärzte) wollen keine Patienten behalten, denen es besser geht.

Ich habe keinen Moment geglaubt, dass die Ärzte das gesagt haben und war davon überzeugt, dass meine Schwägerin ihn unter Druck gesetzt hat, indem sie ihm sagte „ich brauch dich, reiss dich zusammen und komm endlich raus“ oder so ähnlich. Dann hab ich den ganzen Tag nichts von ihm gehört und schrieb ihm gegen 21h ob er nun zuhause sei. Worauf ein „ja, seit 14h“ kam.

Und gestern, also Dienstag, fragte Bruderherz Mama, ob er und klein M. zu ihr kommen könnten von Di bis Mi (so wie das oft der Fall war vor der grossen Kriese). Sie kamen also gestern Abend und ich ging auch hin. Und als ich ihn sah, dachte ich wie kann man nur so unverantwortlich sein. Er sieht immer noch aus wie ein Zombie. Und dann hab ich bestätigt bekommen, dass er (also Bruderherz) sich selbst entlassen hat (mit Sicherheit auf Forderung meiner Schwägerin). Die Medikamente machen ihn immer noch sehr müde… wie kann eine Mutter ihr eigenes Kind solch einer Gefahr aussetzen ??? Sie (also meine Schwägerin) lässt den Sohn mit dem Vater im Auto fahren, obwohl er eigenlich gar nicht Auto fahren sollte. Wie egoistisch und narzisstisch muss man sein, um so etwas zu machen ?

Ich versteh’s nicht, wirklich nicht… ich könnte meine Schwägerin echt grad erwürgen…

Der Mensch ist eine Fehlkonstruktion

Meine Mama sagt das oft – und ich bin da je längs je mehr ganz ihrer Meinung. Menschen verkomplizieren sich ihr Leben selbst. Einer der Hauptgründe ist wohl das Empfinden von Dingen. Es gibt Situationen, da hat man das Gefühl, dies oder jenes sei passiert; dadurch wird man hibbelig, bekommt Bauchschmerzen, macht sich Sorgen… und im Endeffekt kommt raus, dass es ganz anders war, als man dachte und überhaupt nicht schlimm. Oder es war einfach ein Missverständnis.

Man schliesst auch oft von sich auf andere. Wenn ich z.B. eine Whatsapp bekomme, dann antworte ich in der Regel umgehend. Wenn ich das nicht tue, hat es 2 Gründe :

  1. ich bin z.B. in einer Sitzung und kann durch die Umstände nicht antworten – tu es aber, sobald ich die Möglichkeit habe.
  2. ich antworte extra nicht umgehend (was mir in der Regel sehr schwer fällt), weil diese Person immer Stunden braucht, um zu antworten – obwohl sie die Nachricht gesehen hat.

Oder wenn ich etwas geschenkt bekomme, freu ich mich zwar mit Sicherheit sehr darüber, kann es aber nicht unbedingt überschwänglich zeigen. Mein Gegenüber aber hätte das vielleicht gern, wenn ich mich auch so wie er freuen würde und versteht nicht, wieso ich es nicht tue. Wenn ich jemandem was schenke, und dann – fast übertrieben in meinen Augen – ein Freudentanz aufgeführt wird, mir zig Mal gedankt wird und allen rundherum ausgibig erklärt wird, wie toll dieses Geschenk ist… finde ich das nicht nötig.

Oder folgende Konversation :
XY : Ich wünsche Dir einen schönen Tag
ich : Danke, das wünsch‘ ich Dir auch
XY: Bitte – Danke

Wozu das „Bitte“ ?? Frank meint, das sei einfach nur höflich. Ok, ist es. Aber mich nervt es. Ich find es absolut unnötig, immer und bei allem „bitte“ zu sagen.

Ich glaube auch, dass der Mensch generell nicht dafür gemacht ist, zusammen zu leben. Wir tun das wohl aus verschiedenen Gründen : um nicht allein zu sein (dabei ist das manchmal so toll), um günstiger zu wohnen, um einander zu unterstützen. Aber eigentlich ist jeder Mensch sehr individuel, hat seine Gewohnheiten, seine Ansichten und geht sowieso meistens Konzessionen ein, wenn er mit jemandem zusammen lebt (beidseitig sollte es in der Regel sein, was auch nicht immer der Fall ist). Aber eigentlich, wenn wir uns ganz nüchtern als Säugetier ansehen und den Verstand ausschalten würden : wir würden uns wohl treffen für die Paarung und dann ginge jeder wieder seinen Weg – wie das bei den meisten Tieren üblich ist.

Na ja, wie gesagt : Der Mensch ist eine Fehlkonstruktion, und doch brauchen wir einander 🫂

Was ist Liebe ?

Was ist wirkliche Liebe ? Ein Gefühl, dass man gar nicht wirklich beschreiben kann. Man spürt es einfach. Und wenn man wirklich liebt, dann akzeptiert man auch vieles. Aber sollte man das ? Eigentlich – wenn die richtige Liebe auf Gegenseitigkeit beruht – sollte alles harmonisch verlaufen und keiner müsste irgendwelche Konzessionen machen. Aber wann weiss man, dass es sich wirklich um LIEBE und nicht nur um körperliches Verlangen handelt ?

Wie sollte eine Partnerschaft aussehen ? „Jemand“ meint, dass wir schon als Kind dazu erzogen werden, wie eine Partnerschaft laufen sollte. Es gibt Schema A, B, C, …. und jeder lebt sozusagen nach einem solchen in einer Beziehung. Wie seht Ihr das ?

Eigentlich bin ich ziemlich damit einverstanden. Wir leben ja in dieser einen Gesellschaft, die heute grösstenteils von Mainstream-Medien und Gruppenzwang existiert. Und irgendwie müssen wir damit zurechtkommen – auch wenn uns die Gesellschaft eigentlich nicht passt. Wir sind in einem System, der Matrix, und es ist sehr schwierig, wenn man sich nicht „fügt“, darin zu überleben – vorallem wenn man sich weder manipulieren lässt, noch mit dem Strom schwimmt.

Oft gilt man als Aussenseiter oder wird von den anderen nicht wirklich wahrgenommen, wenn man nicht in die gleiche Richtung schaut. Ich habe das mehrfach erlebt wärend Corona… aber auch in meinem Job bei Team-Building Tagen. Da gab’s mal Fragen, die man mit JA oder NEIN beantworten sollte. Man musste also auf die rechte (ja) oder linke (nein) Seite stehen und danach wurde einer gefragt, warum er JA oder NEIN sagt/denkt.
Bei einer Frage war ich allein auf weiter Flur mit NEIN. Auf die Frage „warum“ habe ich geantwortet und danach (also als diese „Übung“ fertig war) kam jemand auf mich zu der JA gesagt hatte und meinte „Danke, dass Du Stand gehalten hast“ … Hallo !!? Also dieser jemand war eigentlich meiner Meinung, traute sich aber nicht, das auch öffentlich und offiziell zu bekunden und dazu zu stehen… und von diesen JEMANDS gibt es massenhaft…

Es ist nicht immer leicht, wenn man anders ist – aber ich bin trotzdem froh, dass ich so bin wie ich bin…

Wenn Tage kürzer…

… und Nächte länger werden.

Nicht nur Saison-, sondern vorallem Gemüts-bedingt.

In letzter Zeit habe ich wieder grosse Mühe, einzuschlafen und durch zu schlafen. Ich denk einfach zu viel nach…

Frank ist eine grosse Hilfe – aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich ihn nerve. Auch wenn er dies wehement verneint, glaub ich trotzdem, dass ich ihm manchmal auf den Wecker gehe.

Frank wär eigentlich ein toller Mann. Er sagt zwar immer, ich kenne ihn nicht (wir haben uns ja noch nie getroffen – nur 2 Mal telefoniert und sonst nur per Whatsapp). Und dann denkt er auch, er sei zu alt (für mich) und natürlich ist da – wie sollte es auch anders sein – die Distanz. 600km sind nicht ohne. Aber ich bin sehr dankbar, ihn als Freund zu haben.

Manchmal denke ich, dass ich nicht normal bin. Ich bin (und war noch nie) ein „Mitläufer“ und wenn ich gewisse Dinge sehe oder höre, frage ich mich, ob ich oder die anderen keinen Durchblick haben ? Aber die heutige Gesellschaft ist so… ach ich weiss gar nicht wie ich das nennen soll.

Na ja, der Mensch ist ein komisches Tier…

Ein hoffnugsloser Fall

Pierre : Muss noch auf die Bestätigung warten…
Ist noch frei…

boelleli 🐘 : Ok, donc ? (donc = also)

Pierre : Hab gefragt wie ich vorgehen soll. Ist kompliziert

boelleli 🐘 : In wie fern kompliziert?

Pierre : Anmeldung ist im Spam gelandet, man kann nur über sms reservieren… aber wie weiter? Jetzt wart ich auf Meldung. Es ist frei, das ist schon mal positiv
Er fragt mich, ob ich noch nie dort gewesen sei… nö noch nie. Jetzt warte ich

boelleli 🐘 : Ah so… ok
Na dann hoffen wir, dass er bald antwortet

Pierre : Mein Bauchgefühl ne me prédit rien de bon ! (sagt mir nichts gutes)
Erst keine Antwort, Hinweis auf Spam. Drei Tage keine Nachricht, dann finde ich doch eine Nachricht im Spamordner und jetzt kann man sich nur via SMS anmelden…. und diese Frage. C‘est louche (ist suspekt) …. wart immer noch auf seine Antwort

boelleli 🐘 : Also falls es nicht klappen sollte, dann treffen wir uns aber trotzdem… ich muss dich wirklich sehen

Pierre : Wo und wann? Wär schön sich zu sehen …

boelleli 🐘 : Ja, ich will dich unbedingt seh’n 😚
E. z.B. und dann schauen wir ?
Ich kenn mich sonst nicht wirklich in B./B. und Umgebung aus

Pierre : Ok E., kann um 14h30 dort sein.

boelleli 🐘 : 14h30 ist perfekt – beim Parkplatz vor dem Eingang.

Pierre : Genau. Freu mich – muss jetzt dringend ins Bett; hab schon eine Stunde geschlafen… gute Nacht

boelleli 🐘 : Ok ist guet – dann bis morgen. Ich freu mich 💕
Schlaf guet 💫😇

Pierre : 👙💫

Inwischen war 22h vorbei und ich ging – für meine Verhältnisse früh – zu Bett. Dann, kurz vor 23h :

Pierre : Morgen um 14h30 in A., es klappt. Judihui !! Komm doch sonst erst auf 14h45 dann hast du keinen Stress !
boelleli 🐘 : Ich arbeite bis 13h… wollen wir uns nicht in E. treffen und dann mit einem Auto hinfahren? Oder ist das blöd für dich ?

Das verneinte er, und wir machten also auf 14h in E. ab.

Gestern morgen habe ich dann mit relativ viel Arbeit die Zeit schnell herum gebracht. Um 13h fuhr ich los und als ich dann in E. ankam, war er schon da.

Ich stieg aus, wir umarmten und begrüssten uns wie zwei gute Freunde. Dann fuhren wir mit seinem Auto nach A. und warteten bis die Person mit dem Schlüssel für das Zimmer kam.

Ehrlich gesagt war (und ist) mir das irgendwie peinlich. Obwohl, der nette Herr schien damit keine Probleme zu haben. Er meinte sogar, er wäre froh gewesen, wenn es solche Zimmer „zu seiner Zeit“ gegeben hätte… schliesslich lebe man nur einmal… ok, so gesehen hat er ja nicht unrecht.

Das Zimmer und die Modalitäten wurden uns gezeigt / erklärt und dann wurden wir allein gelassen.

Das Zimmer war ganz ok, aber irgendwie war’s komisch. Wir haben dann aber beide unsere erste Scham abgelegt und küssten uns. Na ja… das letzte Mal als wir uns geküsst haben ist Jahre her… weiss nicht mal mehr, wieviele Jahre das jetzt sind, denn das letzte Mal als wir uns im August 2021 sahen, gingen wir „nur“ miteinander essen – sonst ist da nichts (nicht mal ein Kuss) passiert.

Ein Kuss gab den anderen und mehr… aber das werd ich jetzt hier nicht erläutern – ihr wisst ja alle, wie das geht 😀

Plötzlich setzte er sich auf den Bettrand, stützte seinen Kopf in die Hände und schüttelte ihn. Ich fragte, ob alles ok sei und er meinte, er gehe kurz unter die Dusche, um den Kopf frei zu bekommen. „Nimm Dir die Zeit die du brauchst“ gab ich zurück und er verschwand im Bad.

Nach 10 Minuten kam er wieder.

Wir lagen nebeneinander im Bett und redeten. Er erzählte mir, dass er und seine Frau ein anderes Haus suchen. Vielleicht sogar nach Frankreich ziehen wollen – obwohl, seine Frau wolle nicht nach Frankreich, wenn er weiterhin in der Schweiz arbeite. Aber es sei schwierig, ein Haus zu finden, das so allein und verlassen steht, dass keine Wi-Fi Felder u. ä. da sind (seine Frau hat Elektrosmog) und das auch bezahlbar ist. Häuser in der Schweiz kosten ein Vermögen und Hypotheken hat man lebenslänglich…

Zusammengefasst wird er seine Frau nicht verlassen – zumindest im Moment nicht – weil : sie könnte niemals allein ein Haus halten… wie auch mit einer Rente von CHF 600.- ?? Sie ist 64 (9 Jahre älter als er, 16 Jahre älter als ich … ) und war/ist Kunstmalerin und Kunsttherapeutin … selbständig… also Minimalrente… Sie wär ja blöd, sich von ihm zu trennen : er arbeitet, zahlt alles und kümmert sich auch noch um Einkauf, Garten, etc… Und er als „gute Seele“ und verantwortungsvoller Mann kann keine kranke, „alte“ Frau verlassen. … Voilà – alles auf Anfang.

Als ich ihn darauf ansprach, wie er das denn meinte, dass sein Ziel sei, die 20 verlorenen Jahre nachzuholen, meinte er, dass dies in dem Moment als er das geschrieben habe, wirklich so gemeint gewesen sei. Inzwischen habe sich aber das Klima zu hause etwas verbessert und er könne nicht einfach so gehen.

Dann ist er auch extrem viel beschäftig mit den verschiedenen Engagements als Musiker nebst seinem Hauptberuf als Lehrer. Ich habe ihm gesagt, er sollte einige Dinge vielleicht aufgeben. Er ist erschöpft und das wirkt sich schlussendlich auf seine Gesundheit (sowohl körperlich wie mental) aus.

Wir haben auch viel über die Kirche (Leute die wir beide kennen und allgemein) geredet und es war interessant. Trotz der ernüchternden Erkenntnis, dass es so wie bisher weiter gehen wird, habe ich die Zeit mit ihm genossen. Und ich rede jetzt nicht von Sex, sondern allgemein.

Um halb sechs verliessen wir das Zimmer, verabschiedeten uns und jeder ging seines Weges.

Auf der Heimfahrt habe ich viel nachgedacht, Frank und einer guten Freundin Sprachnachrichten (Berichterstattung) geschickt. Auch wenn ich den beiden gesagt habe, was Sache ist, und dass das so ok für mich sei (so nach dem Motte : nimm was du kriegen kannst – immer noch besser als nichts), ist es das natürlich nicht…
Aber hab ich eine Wahl ? Ok, ich könnte ihn blokieren, seine Nummer löschen… und dann ? Ich weiss genau, dass wenn er mir früher oder später schreibt oder über den Weg läuft, ich nicht die Kraft hätte, ihn zu ignorieren… ich weiss – ich bin ein hoffnugsloser Fall… und die Leute können mich nicht verstehe’n.

Ich war froh, dass ich um 20h Chorprobe hatte… und um halb zwölf war ich dann zu hause. Pierre bekam von mir dann folgende Nachricht – und ich erwartete keine Antwort (es kam auch keine) :

Ich hoffe, du bist gut gefahren und dass die Musikprobe gut war.
Bin jetzt grad von meiner Répétition heim gekommen.

Es war – wenn auch kurz – schön mit dir. Dich zu spüren, dich zu küssen, mit dir reden. Einfach mit dir zusammen sein. Ich fühl mich so wohl mit dir zusammen (nicht nur für das eine) .
Ich hoff wirklich, dass wir das wiederholen können (wenn möglich nicht erst in 2 Jahren).

Es macht mir ein wenig Angst, dass du so überlastet (erschöpft) bist. Bitte pass auf dich auf 🙏🏻💕
Ich wünsche dir eine gute Nacht ✨ und freu mich, wenn du mir zurück schreibst.

Nun… wir werden sehen wie’s und ob’s und vorallem wann’s weiter geht…

Erwartung

Ich habe schon mehrere Male über Erwartungen geschrieben (gebt es in der Suchfunktion ein, wenn es Euch interssiert). Aber heute muss ich nochmal darüber berichten.

Ich habe eine sehr gute Freundin, mit welcher ich fast jeden Morgen ein paar Sprachnachrichten hin und her schicke. Einfach um sich gegenseitig einen schönen Tag zu wünschen, mal etwas los zu werden oder sich über jemanden zu beklagen 😀

Heute morgen war meine Freundin nicht gut drauf. Ihr Lebenspartner und Vater ihrer 2. Tochter verhält sich wie ein Kind. Obwohl : sind Männer nicht immer irgendwie wie Kinder ? Also ich kenne wenige, die sich nicht in irgend einer Weise manchmal kindisch benehmen…

Wenn also ihr Freund frei hat (er ist Polizist und hat nicht unbeding Samstag/Sonntag frei), dann hat er FREI – sprich, er tut nichts. Weder sich um die Tochter kümmern, noch mit dem Hund raus gehen, den Abfall entsorgen oder was sonst noch so alles in einem Haushalt anfällt. Denn schliesslich hat er „Wochenende“. Hat aber meine Freundin „Wochenende“ kümmert sie sich trotzdem um die Tochter (sie ist 5), den Hund und den ganzen Rest.

Eigentlich könnte man doch erwarten, dass der Partner einem das eine oder andere abnimmt, wenn er frei hat und der andere arbeitet, oder ? Oder ist diese Erwartung falsch / zu hoch?

Normalerweise erwartet man von den anderen, dass sie so agieren, wie wir es selbst tun würden, nicht ? Das gilt für alles.

Wenn ich z.B.

  • eine Whatsapp Nachricht erhalte, dann antworte ich – immer – auch wenn es nur aus Höflichkeit ist.
  • von jemandem gegrüsst werde – grüsse ich zurück
  • von jemandem Hilfe bekommen – in welcher Form auch immer – bin ich immer bereit, ebenfalls zu helfen, wenn ich kann

die Liste ist unendlich erweiterbar…

Na ja, jedenfalls hab ich ihr dann gesagt, dass es bei ihnen wohl an Kommunikation fehle, was sie einerseits bejahte und andererseits damit begründete, dass sie keine Konflikte haben will. Ich kenn das nur zu gut. Ich sag(t)e oft auch nichts, nur um irgendwelchen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Ich hasse das. Wenn man so ist, dann muss man allerdings akzeptieren, dass nicht immer alles so läuft wie man das gerne hätte…

Jedenfalls bin ich in solchen Momenten froh, dass ich allein bin. Und je länger man allein ist, je höher werden wohl die Erwartungen an jemanden. Ich könnte mir – zumindest jetzt im Moment – gar nicht vorstellen, mit jemandem (einem Partner) zusammen zu leben. Ich bin seit 2011 allein und hab so meine Gewohnheiten und Macken… und ich bin mir nicht sicher, dass ich diese aufgeben möchte und dass ein potentieller Parner diese akzeptieren würde / das in Kauf nähme… 😀

Aber wer weiss – vielleicht täusch ich mich ja. Um das heraus zu finden, müsste ich allerdings erst mal jemanden haben 😀 . Und das wird wohl nicht so schnell der Fall sein…

Richard

Gestern Abend hatte ich – wie jeden Mittwoch – Chorprobe. Wir kommen ganz gut mit Mozart voran, langsam „nimmts Klang an“.

Nach der Probe gibt’s immer einen Apéro riche im Tournus-Verfahren und wir quatschen noch miteinander.

Richard ist 56 und wir mögen uns ganz gut. Er hat bei uns im 2017 angefangen und nach seinem 1. Konzert (Requiem von Mozart), nachdem das Publikum schon weg war, kam er auf mich zu, umarmte mich herzlich und meinte „Das war einfach so toll !“ Er war total begeistert von dieser Erfahrung und musste seine Freude einfach irgendwie kund tun. Ich fand das irgendwie sehr berührend.

Zurück zu gestern : nach der Probe und vor dem Apéro stapelt jeder seinen Stuhl. Ich wollte dies also grad tun und da stand Richard neben mir und meinte „lass, ich mach das“. Das war nicht das erste Mal, dass er das tat. Ausserdem arrangierte es mich zusätzlich, da ich immer noch – wenn auch etwas weniger – Rückenschmerzen und ein hexenschussmässiges Ziehen im Bein habe.
Ich bedankte mich bei ihm und erwähnte meine „kleinen“ Beschwerden. Da meinte er lachend „wirst du etwa alt ?“ Ich entgegnete, dass das sehr wohl der Fall sei, immerhin werde ich in 2 Jahren 50 😀 . – „Was soll ich denn sagen, in 2 Jahren werd ich 58. Und schau doch mal, wie ich aussehen, schon ganz graue Haare“. – „Na und ? Männer mit grauen Haaren haben etwas charmantes ;-)“ „Meinst Du ? Aber ich habe ja sonst nichts“ (er ist gelernter Ingenieur, ist aber schon über 2 Jahre arbeitslos und darbt mehr oder weniger dahin. Er hat einen 40% Sekretariats-Job gefunden, was ihm – nebst den Sozialleistungen die er empfängt – ein minimales Einkommen bring.) „Ja ok, aber das ändert ja nichts an der Tatsache, dass Männer mit grauen Haaren etwas anziehendes haben können.“ Darauf lächelte er verlegen und wir begaben uns in den Flur wo der Apéro statt fand. Wir haben dann noch ein wenig zusammen geplaudert und ein Stück Zitronen-Kuchen gegessen. Dann versabschiedete sich Richard.

Ich mag Richard – und er mich scheinbar auch – aber auch er ist (wieder mal) ein Typ Mann, der mir zu instabil ist… und in seinem Alter noch einen „guten“ Job zu finden, gestaltet sich eher schwierig.
Mit meinem Ex hatte ich lange genug einen Mann, der – trotz guter Ausbildung – nichts auf die Reihe kriegt(e), Pierre ist emotional instabil und Richard scheint zwar bodenständig zu sein, aber ist auf dem Sozialamt. Ich habe grundsätzlich nichts dagegen (war ja selbst jahrelang vom Soz abhängig), aber ich will niemanden mehr, der finanziell nicht ein Minimum von Sicherheit hat – es reicht, wenn ich es nicht habe…

Ja, meine Kriterien in Bezug auf Männer werden langsam von den rationalen Überlegungen übertrumpft…

Try and error

Gestern haben Frank und ich über Frau und Mann geredet. Es war ein interssantes Gespräch. Irgendwann meinte Frank, dass man sich an Frauen normalerweise die Zähne ausbeisst, weil eine Frau nie wisse, was sie wirklich wolle : „Weiss auch nicht, vielleicht, oder auch nicht oder dann doch, vielleicht morgen, vielleicht auch nicht, …“

Darauf antwortete ich, dass ich eigentlich schon wisse, was ich will und schlug vor :

boelleli 🐘: Versuchens Sie’s doch… Sie werden schon sehen…

Frank : In der Ökonomie heisst diese Methode „try and error“.

boelleli🐘: Ich bin aber nicht Ökonomie…

Frank : aber ich

boelleli🐘: Wenn Sie Frauen mit Ökonomie vergleichen, kann’s ja nicht funktionnieren…

Frank : Es gibt in allen Wissenschafts- und Forschungsgebieten übergreifende Ergebnisse. Da die Frau zwar das meisterforschte, aber trotzdem am wenigsten erschliessbare Thema ist, projiziert man Ergebnisse aus den anderen Wissenschaften zunächst mal darauf, um vielleicht im Zeitverlauf (ich rechne in Generationen) zusammenhanglose einzelne Felder anzufangen zu erschliessen zu versuchen.

boelleli 🐘: Eine Frau sollte man(n) nicht mit Wissenschaft vergleichen… Eine Frau ist mehr als Wissenschaft.
Eine Frau muss man nicht verstehen, sondern fühlen (nicht nur körperlich)
Eine Frau ist etwas, was man nicht erklären kann (genau so wenig wie ein Mann).
Wenn eine Frau nicht versucht den Mann zu ändern und der Mann nicht versucht, eine Frau zu ändern, sondern jeder den anderen in seinem Wesen akzeptiert, kann es wunderbar funktionnieren.
Eine Partnerschaft sollte immer gleichberechtigt sein, nicht einer der über den anderen bestimmt, jedem seine Macken und Freiheiten lassen, loyal sein, Vertrauen haben… dann funktionniert’s

Da musste ich dann eingestehen, dass das stimmt, und ich aus meinen Erfahrungen schliesse, wie er auch… .

Man sollte sich wirklich bemühen, nicht zu denken, dass nur das was man selbst denkt, fühlt, tut oder erlebt (hat) auf alle zutrifft. Man sollte Niemanden kategorisieren, weil jeder auf seine Art einzigartig ist. Jeder hat seinen Charakter, seine Macken, seine Fehler, seine Begabungen. Jeder Mensch versucht doch eigentlich nur sein Bestes, das was für ihn richtig ist und logisch scheint. Doch manchmal (oft sogar) schliesst man einfach automatisch von sich auf alle anderen, was wohl menschlich ist… und dadurch urteilt man indirekt über den anderen.


Grundsätzlich will ja ein Mensch weder leiden, noch anderen Schaden zufügen. Natürlich gibt es Personen, die böse, gemein oder unsenibel und gefühlskalt sind. Aber wurden sie das vielleicht, weil sie verletzt wurden ? Es gibt emotionale und körperliche Verletzungen. Beide sind sehr schmerzhaft. Wir kennen das Leben jedes Einzelnen nicht bis ins Detail und können deshalb auch manchmal nicht verstehen, wieso der andere dies oder das tut (oder nicht), weil wir selbst es nicht so handhaben würden. Man sollte wirklich versuchen, den anderen einfach so zu nehmen und akzeptieren, wie er ist.

Was gedacht wird – was wir wirklich wollen

Wir denken, wir wollen S*x. Dabei geht es gar nicht immer darum.

Wir wollen

  • Intimität
  • Berührt werden
  • Angeschaut werden
  • Angelächelt werden
  • Mit jemandem lachen
  • Uns sicher fühlen
  • Uns geborgen fühlen
  • Unsere Sorgen teilen
  • Komplimente bekommen
  • Verstanden werden
  • Zuhören
  • Unterstützt werden
  • Auf Augenhöhe sein
  • Das Gefühl haben, dass jemand einen wirklich sieht

Das ist es, wonach wir uns sehnen…

Beziehungsstatus : kompliziert

Das hab ich bei mir auf FB so angegeben – seit Jahren schon. Dabei hab ich überhaupt keine Beziehung 😅 – ausser zu mir selbst vielleicht.

Ich kenne andere, die diesen Beziehungsstatus leben. Aber wieso ist das so ? Wieso ist oder bleibt man in einer Beziehung, wenn sie kompliziert ist ? Was ist daran interessant ?

Aber wenn ich so darüber und mich selbst sinniere, verkompliziere ich meine Beziehungen ja grösstenteils wohl selbst… oder wieso bin ich immer von denen angezogen, die so oder so unerreichbar sind ? Ist das irgend ein Schutzmechanismus oder einfach nur schizophren ?

Wenn ich jemanden wirklich mag, dann zeig ich das auch (manchmal wohl zu sehr, zu viel, zu oft). Und wenn dann nichts oder weniger als erwartet zurück kommt, bin ich irgendwie frustriert. Ja, ich weiss, man sollte nicht von anderen erwarten, dass sie gleich agieren wie wir (wie ich). Aber dieses Gefühl kommt einfach. Und dann denke ich, dass ich den anderen damit nerve, störe und er sich dann (meinem Empfinden nach) irgendwie abweisend verhält.

Wenn ich in eine Beziehung investiere (ob Liebes- oder Freundschftsbeziehung), dann ganz oder gar nicht – aber das ist wohl falsch. Denn bis jetzt hatte ich noch nie eine Liebes-Beziehung (auch wenn es nur wenige waren) die wirklich so verlief, wie ich mir das wünsch(t)e … Vielleicht liegt es an der unterschiedlichen und gegensätzlichen Logik von Mann und Frau ? Aber ich kenne Männer, die doch ansatzweise gleich ticken wie ich…

Es muss an mir liegen, anders kann ich mir das nicht erklären. Aber was, oder besser wie, kann ich (es) ändern ? Soll ich mich verbiegen und anders werden als ich bin – gegen mein Naturelle ? Man kann doch irgendwie nicht aus seiner Haut, oder ?

Meine gedankliche Reflexion ist grad auf Hochtouren… aber irgendwie kann ich das alles grad nicht in Worte fassen…