Tag-Archiv | Gebet

Ruhig und still

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Gott,
wie ruhig und still es hier ist.
Weit und breit niemand, der etwas von mir will.
In dieser Kirche muss ich keinem Rede
und Antwort stehen.
Hier kann ich durchatmen.
Hier darf ich sein, wie ich bin.
Deshalb komme ich gerne.
Deshalb fühle ich mich wohl hier.

Gott,
wenn es bei dir so ist wie hier,
so ruhig und still,
wenn du mich so lassen kannst,
wie ich bin,
wenn du mir so viel Raum gibst zum Atmen
und mich zu keiner Antwort zwingst,
dann könnte ich mich wohl fühlen bei dir.
Dann komme ich gerne –
zu dir.

Amen

Nonne

Manchmal denke ich „jetzt werd‘ ich Nonne“.

Seit gestern habe ich verschiedene Dokumentar-Sendungen geschaut, welche über berühmte Nonnen berichten.

Zum Beispiel über Lucia dos Santos, welche gemeinsam mit 2 ihrer Cousins eine (respektive 6) Marienerscheinung (en)(Das Wunder von Fatimà) – hatte und schlussendlich Nonne wurde. Eine aussergewöhnliche Geschichte, welche viele Fragen in mir aufwirft.

Oder die Geschichte der heiligen Thérèse de Lisieux, welche von der römisch-katholischen Kirche heilig gesprochen wurde. Ebenfalls eine erstaunliche Geschichte, welche mich nachdenklich stimmt.

Irgendwie faszinieren mich solche Geschichte.

In unserer heutigen Zeit lebt eine Nonne natürlich nicht mehr wie damals. Wenn man Serien wie „Um Himmels Willen“ sieht, scheint es eher hektisch zu sein. Obwohl, diese Serie ist wohl nicht sehr realistisch – auch wenn ich sie total gerne sehen.

Aber manchmal hätte ich gerne ein „einfaches“ Leben wie damals. Man musste sich keine wirklichen Sorgen über Geld oder sonstige Verpflichtungen machen. Man verbrachte seinen Tag mit Arbeit, Gebeten und Stille. Ja, manchmal vermisse ich die Stille in unserer hektischen Welt und ich frage mich, ob die Menschheit es jemals wieder auf die Reihe kriegt, sich „ent-schleunigt“ und wieder „normal“ wird… allerdings : was ist normal ?

Kurz & Gott

Ihr erinnert Euch vielleicht noch an diesen Post.

Ich habe mir das Buch bestellt… es ist super ! Werde demnächst hier einige Gebete veröffentlichen 😉

kurzundgott

 

Es ist ein kleines, handliches Buch. Irgendwie erinnert es mich an ein Gebetsbüchlein für einen Gottesdienst 😉

Mein Glaube macht mich stark !

Ja, ich bin bekennede Christin und ich schäme mich auch nicht, das zu sage!

Ich war dieses Wochenende bei meiner besten Freundin und sie wollte unbedingt mit mir in einen Gottesdienst unserer Kirche (christkatholisch Kirche). Hauptgrund ihres Wunsches war eigentlich, Leute kennen zu lernen, denn sie hat keine Familie und die wenigen Freunde die sie hat, wohnen alle mindestens 100km von ihr entfernt.

st-beatus

St Beatus-Kirche, Thun

Natürlich freute ich mich darüber, dass sie in den Gottesdienst gehen wollte. Vorallem auch, weil der dortige Pfarrer unser ehemaliger Pfarrer ist und ich ihn sehr gut kenne. Die St Beatus Kirche ist ein kleines Kirchlein, etwas erhöt und hinter Bäumen. Es ist nicht leicht, sie zu finden, doch wenn  man dann die Treppen hochgegangen ist, erfreut man sich eines wunderbaren Ausblicks und einer wirklich herzigen Kirche.

Der Pfarrer staunte nicht schlecht, als er mich im Kirchenbank erblickte und ich merkte, dass er sich sehr darüber freute. Am Schluss hat er mich sogar offiziell vor allen begrüsst und gesagt, wer ich bin (na ja… schliesslich spiele ich in unserer Kirchgemeinde das Harmonium, kümmere mich um die Website und bin Synodal-Delegierte… 🙂 ).

Meine Freundin war ziemlich unbeteiligt im Gottesdienst. Sie las nicht, sprach nicht, sang nicht und kam auch nicht zur Kommunion. Ich fand es ein wenig ungeschickt, dass sie so „apathisch“ da sass. Ausserdem flüsterte sie mir einmal zu „Das ist nicht meine Welt“. Ich nickte nur mit dem Kopf – denn ich war ziemlich konzentriert und genoss das gemeinschaftliche Gebet.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich meinen Glauben habe, denn ich denke, dass Menschen mit Glauben (egal welcher: Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, etc… – und ich meine nicht die Fanatiker! ) einfach ein „reicheres“ Leben haben als andere. Es gibt mir Kraft und Gelassenheit. Ich vertraue auf Gott wie man so sagt. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass ich ein „Frömmeler“ bin. Ich würde nicht jeden Sonntag zur Kirche gehen, denn um die Kraft Gottes zu spüren, brauch ich nicht unbedingt eine Kirche. Gott ist überall: In der Natur, in der Musik, in meinen eigenen vier Wänden. Manchmal gehe ich allerdings sehr gerne in eine Kirche, allein, einfach um die Stille in unserer hektischen Welt zu geniessen; um zu beten; um in mich zu hören. Und ich bin sicher, dass ich durch meinen Glauben viele Situationen besser meistere (gemeistert habe).

Mein Glaube gibt mir die Möglichkeit, Dinge hinzunehmen wie sie sind. Ich hätte etliche Beispiele, doch darauf werde ich vielleicht in einem späteren Post eingehen 😉