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Warten…

Manchmal denke ich, dass ich mein Leben mit Warten verbringe. Bei gewissen Dingen muss man warten, dass ist mir klar und logisch, aber bei anderen Sachen gäbe es vielleicht Möglichkeiten, etwas zu beschläunigen, wenn man nicht einfach passiv wartet.

Jemand sagte mir, dass ich – was Pierre betrifft – passiv warten soll. Aber wär pro-aktives Warten nicht besser…? Diese Warterei lähmt mich zunehmend. Ich hätte eigentlich tausend Dinge zu tun (Steuererklärung, Haushalt, Mozart üben, Sohn in den Hintern treten, ausmisten, lesen, schreiben,…), aber ich hab einfach die Kraft nicht… und dann wird das Warten zur Qual.

Und wärend ich so warte, „strickt es“ in meinem Kopf. Ich stelle mir tausend Fragen und bekomme keine Antworten. Ich kann mir nur irgendwelche Ausreden vorstellen, oder Schreckens-Zenarien, oder negative, traurige Erklärungen.

Es kommt vor, dass ich mir manchmal sage, ich sollte zwischenzeitlich andersweitig schauen. Und es gäbe vielleicht auch jemand. Aber diese Person gibt mir zu verstehen, dass das – aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht erläutern will, die ich teils verstehe und akzeptiere, teils aber auch nicht – nicht möglich ist und er nicht will. Und das habe ich auch zu akzeptieren – man kann niemande zu etwas zwingen – auch wenn es manchmal schwer fällt.

Vielleicht ist es irgendwann zu spät, weil ich einfach zu lang gewartet habe – oder der andere zu lang wartet, mich mindestens zu informieren, was er vor hat oder möchte ? Dann sieht’s irgendwann so aus :

Wie macht Ihr das, oder was macht Ihr, wenn Ihr auf etwas wartet, das mit Sentimentalität zu tun hat ?

Femme d’affaires

Eine gute Freundin meinte heute morgen via whatsapp: Du bist inzwischen eine richtige Geschäftsfrau – immer ausgebucht und kaum Zeit um mit deiner Freundin einen Kaffee zu trinken 😉

Also so ganz unrecht hat sie ja nicht. Verglichen mit früher, als ich noch Tagesmutter war und wir uns jede Woche 2 bis 3 mal trafen. Inzwischen ist dies praktisch unmöglich, denn ich arbeite jeden Tag ausser Mittwoch am Nachmittag. Dann allerdings habe ich meistens irgendwelche Termine (Arzt, Zahnarzt, etc) und ich habe wirklich kaum Zeit…

can-stock-photo_csp10169074Tja, andererseits bin ich stolz auf mich selbst. Es hat ziemlich genau 6 Jahre gebraucht, bis ich seit der Trennung von meinem Ex-Mann wieder auf eigenen Beinen stehen kann und von niemandem mehr abhängig bin. Obwohl diese Zeit wie im Fluge vorbei ging, ist das doch eigentlich relativ lang: 6 Jahre!

Aber ich kann sagen, dass ich nun alles was ich wollte erreicht habe: einen Job der mir Spass macht und eine neue Wohnung. Natürlich gäb’s da schon noch was, aber es hat – zumindest momentan – keinen Zweck, sich darauf zu konzentrieren… solange diese gewisse Person nicht begreift und weiss was sie will und schliesslich etwas dagegen (oder dafür) unternimmt, mache ich mich nicht mehr damit verrückt!

Viel los… wenig Zeit

Mai und Juni sind wirklich die stessigsten Monate des Jahre !

Mein nächsten Tage (ich beginne jetzt mal am Freitagnachmittag):

Arbeiten von 14h-16h (Mama bringt und holt mich – denn mein „neues“ Occasion-Auto hole ich Dienstag).

Um 16h geht’s nach Hause und um 17h (wieder mit Mamas Auto) zur Generalprobe der Tanzaufführung der Kinder. Wann ich heute abend nach Hause komme? Keine Ahnung.

Samstag morgen Haushalt und einkaufen gehen – mein Papa kommt zur Aufführung und übernachtet dann bei mir. Um 14h (Danke Mama!) ins Theater – Vorbereitungen für die Tanzaufführung. Helfen schminken, ankleiden, frisieren. Dann um 17h Aufführung.

Sonntag morgen ausschlafen (Juhuuuu… endlich wieder mal. Aber wohl sowieso nur bis 8h oder so, länger kann ich so oder so nicht schlafen). Dann um 13h (Danke an meinen Nachbarn Philippe, der mich hinfährt) wieder ins Theater. 2. Aufführung um 15h. Danach muss ich (wohl – hoffentlich ! – mit Mama) nach hause und mich umziehen, denn um 19h muss ich in der Kirche in Lausanne sein zum Einsingen. Konzert mit meinem Chor um 19h45 – Es ist dieses Wochenende Musikfest in Lausanne…

Montag morgen habe ich eine Sitzung mit Lehrer, Logopäde, Schulpsycholog von Sohnemann. Nachmittags arbeiten von 14h-18h (Danke Bruderherz jetzt schon fürs bringen und Mama fürs holen). Nach hause und gemeinsam mit Sohnemann, Töchterchen und Mama (wer sonst !? ) zur Musikschule fahren, um dort Sohnemanns Saxophonkünste zu hören (es gibt ein Minikonzert).

Dienstag 2 kleine Kinder von 7h30 – 16h. Dann fahr ich 2Std mit Mama in den Aargau um mein Auto zu holen. Ja, der Typ arbeitet auch den ganzen Tag und kann nur abends. Werde dann wohl auch nicht vor 21h30 wieder daheim sein…

 

Also ich sag Euch, ich freu mich, wenn Juli ist … !

 

sich setzen…

Hör auf zu rennenfleur

Schalt das Radio ab

Leg deine Bücher hin

Zieh dich vom Gerede zurück

Isoliere dich in der Stille

Setz dich

Und lass die Stille kommen…

Sich hinsetzen für Gott.

Das ist, wie wenn du für ihn

ein Stück deiner Zeit meiselst.

Und wenn man liebt

hat man Zeit

Nicht wahr?

Sich still hinsetzen…

Für einmal

deine Sorgen knebeln

nicht mehr darüber reden.

Setz dich

Um Gott anzuschauen

und wenn man liebt

schaut man

Nicht wahr?

Sich hinsetzten für Gott

Sich mit ihm ausruhen

Seine Gegenwart kosten

Der, der liebt

setzt sich

nahe seinem Freund…

 

Original auf französisch (c) Charles Signer

– frei übersetzt by boelleli

Zeit

Haben wir genug Zeit?

In unserer heute hektischen Welt hört man oft: ich hab keine Zeit dazu – mir fehlt die Zeit – das braucht zu viel Zeit

Alles muss immer schnell und noch schneller gehen. Wieso eigentlich? Was haben wir davon, wenn wir alles schnell machen ? Ausser Stress eigentlich nicht viel.

Natürlich ist es toll, wenn man schnell per email etwas fragen kann, wenn man schnell im www eine Information findet, wenn man mit dem Auto noch schnell zur Tankstelle fahren kann, wenn man vergessen hat, Milch zu kaufen (allerdings dann das doppelte oder dreifache dafür zahlt)… Aber ist es wirklich nötig?

Früher brauchte man zwar länger, um etwas zu bekommen, zu erfahren oder zu machen. Aber ich glaube, die Menschen waren glücklicher. Natürlich war das Leben hart. Um essen zu können, musste das Feld bestellt, gepflegt und geerntet werden. Socken wurden gestopft (und nicht weggeschmissen und schnell neue gekauft). Kinder freuten sich über einen lang ersehnten Ausflug oder das Geburtstagsfest, über einen Restaurant-Besuch (als Kind war es für mich ein Ereignis, wenn wir an meinem Geburtstag nach Zürich ins Mc Donalds fuhren !). Die Adventszeit wurde gelebt und genossen – es ging nicht immer nur um Konsum. Heute fangen die Geschäfte schon im Oktober mit Weihnachtsdekoration an…. Zeit ist Geld …

Heute ist auch alles selbstverständlich. Ein Kindergeburtsagsfest muss immer übertrieben organisiert sein, Hochzeiten mit 300 geladenen Gästen sind normal (an meiner Hochzeit waren wir 20 Leute – Pfarrer inbegriffen), einen Ausflug an den XY-See ist langweilig – no action !

Ich bin noch keine 40 und fühle mich heute manchmal schon als wär ich 80. Der Satz „Früher war alles besser“ kommt mir fast täglich in den Sinn… Ich glaube, ich lebe wirklich in der falschen Zeit…

Eine schöne Zeit…

Der See von AvalachHeute im Auto lief dieses Lied . Es erinnerte mich augenblicklich an M.  und in mir zog sich irgendwie etwas zusammen. Das Gefühl war eigenartig.  Eigenartig, weil ich nicht erwartet hätte, dass es mich so trifft, wenn ich es höre… Ja! Es tat weh!

Wenn ich darüber nachdenke, dass – nachdem er den Schlussstrich gezogen hatte – wirklich eine totale Funkstille herrscht, finde ich dieses Verhalten doch sehr komisch, vorallem aber auch traurig. Ich hätte nicht – niemals – gedacht, dass er so ist. Blokiert auf FB, sein Blog gelöscht… ich frage mich, was wirklich passiert ist…

Ich hoffe, es geht ihm gut – ich bin ihm nicht böse, dass er unsere Beziehung beendet hat. Im Endeffekt war es wohl das Beste. Ich nehme mal an, das M. das hier liest und ich möchte ihm einfach sagen, dass es eine schöne Zeit war und ich ihn nie vergessen werde…