Die Balance in einer Freundschaft


Es gibt Gespräche, die sich im Kreis drehen. Man erklärt, klärt, versucht, eine andere Perspektive zu zeigen – und doch landet man immer wieder am selben Punkt.
Nicht, weil der andere nicht zuhören will, sondern weil er so fest in seiner Sicht verankert ist, dass kein anderer Gedanke wirklich durchdringt.

Vieles ist gut gemeint. Sorge, Interesse, Anteilnahme – all das kann man spüren. Und doch kann es anstrengend werden, wenn sich alles immer wieder um dasselbe dreht. Wenn Worte, so wohl sie auch gemeint sind, mehr festhalten als verstehen wollen.

Was ich mir wünsche, ist kein Schweigen, keine Distanz. Ich wünsche mir einfach, dass das Gespräch wieder Raum bekommt – für Leichtigkeit, für andere Themen, für gegenseitiges Entdecken.
Ich erzähle viel aus meinem Leben, vielleicht zu viel. Und manchmal merke ich, wie unausgeglichen das ist. Der andere weiss vieles – von Sorgen, Wegen, Zweifeln. Aber umgekehrt bleibt vieles im Dunkeln.

Es wäre schön, auch ein Stück des anderen Lebens kennenzulernen. Nicht alles, nicht im Detail. Nur so viel, dass es wieder ein Miteinander wird – kein Monolog, kein Kreisen um immer dasselbe.

Denn Freundschaft bedeutet nicht nur, füreinander da zu sein. Sie bedeutet auch, sich gegenseitig zu zeigen – mit allem, was man ist, nicht nur mit dem, was man sieht.

Manchmal genügt ein geöffnetes Fenster, damit das Licht wieder auf beide Seiten fällt. Und plötzlich ist da wieder Wärme – still, aber spürbar.

Ein Kommentar zu “Die Balance in einer Freundschaft

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