Von der Tremola bis zum Lagerfeuer 😊


Ich sehe gerade, dass mein letzter Blogbeitrag vom 26. Mai ist. Zwei Wochen also, die irgendwie wie im Flug vergangen sind. Und wenn ich so zurückblicke, ist in dieser Zeit doch einiges passiert.

Am letzten Maiwochenende war ich im Tessin, genauer gesagt in Lugano, an der Nationalsynode. Da die Anreise doch recht weit ist, sind wir bereits am Donnerstag losgefahren, damit wir am Freitagmorgen um 9.30 Uhr vor Ort sein konnten.

Für die Fahrt haben wir den Weg über den Gotthardpass und die alte Passstrasse, die Tremola, gewählt. Eine wunderschöne Strecke. Ich war zuletzt als Kind dort gewesen und konnte mich kaum noch daran erinnern.

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Nach rund sechs Stunden Fahrt – inklusive zweier Pausen – kamen wir gegen 18.45 Uhr im Hotel an. Dort wartete allerdings eine unerfreuliche Überraschung auf uns.

Unser Zimmer sei um 18.30 Uhr anderweitig vergeben worden.

Bitte was?

Die wenig freundliche Dame an der Rezeption erklärte, sie habe bereits am 2. Mai eine E-Mail geschickt, weil es ein Problem mit der Kreditkarte gegeben habe. Diese E-Mail habe ich allerdings nie erhalten. Darauf meinte sie nur, dafür könne sie nichts.

Hallo?

Wenn man auf eine wichtige Nachricht keine Antwort erhält, könnte man ja vielleicht noch einmal schreiben oder sogar telefonieren. Zumal die Zimmer über die Christkatholische Kirche Schweiz reserviert worden waren.

Immerhin wurde der Dame die Situation irgendwann selbst etwas unangenehm. Nach einigen Telefonaten fand sie schliesslich ein Zimmer im Hotel Pestalozzi, etwa 200 Meter weiter. Rückblickend war das sogar die bessere Lösung. Das Hotel war deutlich sympathischer, der Parkplatz kostenlos und am Ende haben wir sogar noch Geld gespart. Obwohl das Zimmer 20 Franken pro Nacht teurer war, kostete der Parkplatz nichts. Im ursprünglich gebuchten Hotel hätten die zwei Nächte Parkplatz zusätzlich 50 Franken gekostet.

Das Zimmer lag im vierten Stock, war klimatisiert und bot eine fantastische Aussicht auf den Luganersee und den San Salvatore.

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Am Samstagabend ging es dann zurück nach Hause. Nach der Fahrt war ich doch etwas müde.

Am Sonntag besuchte ich den Abschiedsgottesdienst des anglikanischen Pfarrers in Lausanne mit anschliessendem Mittagessen. Als ich gegen 16 Uhr wieder zuhause war, wollte ich eigentlich nur noch schlafen.

Trotzdem erwachte ich in der Nacht um drei Uhr mit Migräne. Ich nahm ein Medikament und versuchte weiterzuschlafen, was nur mässig gelang. Entsprechend meldete ich mich am Montagmorgen im Büro und erschien erst gegen 11 Uhr zur Arbeit. Zum Glück wurde es im Laufe des Tages besser.

Am Dienstag hatte Sohnemann seinen Termin mit dem Fahrlehrer. Ich war ja schon einige Male mit ihm unterwegs und fand, dass er sich gut macht. Das bestätigte auch der Fahrlehrer. Sein Fazit: sehr gutes Niveau und vermutlich nur zwei bis drei Fahrstunden nötig. Das hat mich natürlich gefreut.

Am Mittwoch kam der Sanitär wegen einer undichten Stelle im Badezimmer vorbei. Er machte ein paar Fotos und war zehn Minuten später wieder weg. Mal schauen, wie es weitergeht.

Weniger erfreulich war die Nachricht am Abend: Unsere Chorleiterin wird uns verlassen. Obwohl ich es bereits wusste, hat mich das ziemlich getroffen. Ich mag sie sehr – sowohl musikalisch als auch menschlich. Nach der Probe standen mir sogar ein wenig die Tränen in den Augen.

Am Donnerstagabend waren Claudius und ich in Estavayer für ein Picknick verabredet. Leider hatte das Wetter andere Pläne. Also sassen wir schliesslich unter einer Autobahnbrücke zwischen landwirtschaftlichen Maschinen und assen auf umfunktionierten Paletten. Nicht ganz das, was wir geplant hatten – aber irgendwie hatte es trotzdem seinen Charme.

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Der Freitag stand im Zeichen von Homeoffice. Mittags kam Mama zum Essen vorbei und am Nachmittag brachte Töchterchen mir Ashka zum Hüten. Sie hatte ein Geburtstagsessen mit Freunden.

Der arme Hund schien etwas deprimiert zu sein. Die meiste Zeit lag sie im Badezimmer und wollte nicht einmal richtig zu mir kommen. Vor einiger Zeit hatte Ashka einen Unfall, musste die Nacht in der Tierklinik verbringen und am nächsten Tag operiert werden. Inzwischen ist alles wieder gut verheilt, aber seitdem scheint sie etwas Verlustangst entwickelt zu haben. Töchterchen muss ihr das Alleinsein wohl langsam wieder beibringen.

Am Samstagmorgen ging es dann zusammen mit Bruderherz, Sohnemann und meinem Neffen nach Frankreich ins Haus von Papa.

Wir haben gemeinsam geschaut, wer welche Sachen übernehmen möchte. Das war teilweise schön, teilweise auch etwas seltsam. Manche Gegenstände wecken sofort Erinnerungen.

Bruderherz verschlief einen grossen Teil des Nachmittags. Am Abend haben wir grilliert und danach lange draussen am Feuer gesessen. Aus «noch ein bisschen» wurde schliesslich halb drei Uhr morgens. Wir haben viel geredet, gelacht, Chansons française gehört und es war ein toller Abend.

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Am Sonntag war ich bereits um halb sieben wach. Das Feuer vom Vorabend war noch warm. Zusammen mit meinem Neffen haben wir ein kleines Feuer neu entfacht. Fast ein bisschen wie Camping.

Nach und nach sind die anderen ebenfalls aufgestanden und kurz vor 14 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg zurück in die Schweiz.

Bruderherz und ich haben uns beim Fahren abgewechselt. Wobei «abgewechselt» vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist, denn ich bin ungefähr zwei Drittel der Strecke gefahren und er ein Drittel. Aber das ist völlig in Ordnung. Ich sitze sowieso lieber selbst am Steuer als auf dem Beifahrersitz.

So sind diese zwei Wochen vorbeigegangen: mit einer Synode im Tessin, einer Hotelpanne, Migräne, schönen Begegnungen, traurigen Nachrichten, Familienzeit und einem Wochenende voller Erinnerungen.

Und nun ist schon wieder Montag.

Ich sitze im Büro, bin müde und habe das Gefühl, ich könnte problemlos zwei Wochen Ferien gebrauchen.

Leider fragt mein Terminkalender nicht nach meiner Meinung.

Also gibt’s jetzt erst einmal einen Kaffee. Und dann mache ich das, was ich eigentlich immer mache: weitermachen.

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