Eins nach dem anderen


Seit meinem letzten Beitrag ist etwas mehr als eine Woche vergangen und ich dachte, es wäre mal wieder Zeit für ein kleines Update.

Was Monsieur betrifft, ist der Kontakt tatsächlich wieder reger geworden. Noch nicht ganz so, wie ich es mir wünschen würde, aber doch deutlich mehr als noch vor ein paar Wochen.

Wir schreiben wieder öfter, es kommen auch wieder spontan Nachrichten von ihm und vor ein paar Tagen wollte er mich sogar zurück rufen. Ich war nämlich unbeabsichtigt auf die Videocall-Taste gekommen… Natürlich ausgerechnet an dem Abend, an dem ich bei Mama war. Typisch ! Wochenlang hätte ich praktisch jederzeit telefonieren können und wenn Monsieur dann auf die Idee kommt, mich anzurufen, sitze ich natürlich nicht zu Hause.

Aber wir holen das nach.

Ansonsten habe ich im Moment genügend andere Dinge, die mich beschäftigen.

Heute Vormittag zum Beispiel steht der Termin bei der Schlichtungsstelle wegen meiner Wohnung an.

Seit April läuft die Geschichte mit der Kündigung nun schon und heute sitze ich also um 9.50 Uhr dort. Allein.
Mein Ex-Mann fand das natürlich nicht besonders schlau und meinte, ich sei halt zu naiv und müsse da mit einem Anwalt oder sonst jemandem hingehen. Ich sehe das etwas anders.

Sowohl von der Verwaltung als auch von anderer Seite wurde mir geraten, die Kündigung anzufechten. Also habe ich das gemacht. Ich habe meine Unterlagen dabei, weiss, worum es geht und werde versuchen, meine Situation so gut wie möglich zu erklären. Erstaunlicherweise bin ich nicht einmal besonders nervös.

Und dann war da noch gestern Nachmittag. Eine Begegnung, auf die ich wirklich gut hätte verzichten können.

Eine Frau kam zu uns, weil sie an eine Abdankung wollte. Ich habe mir wirklich die grösste Mühe gegeben, ihr ruhig zu erklären, dass sie am falschen Ort sei und wohin sie sich stattdessen wenden müsse. Aber sie wollte nichts davon hören. Sie bestand darauf, dass sie am richtigen Ort sei. Nicht mal als ich ihr auf ihrem mitgebrachten Schreiben schwarz auf weiss beweisen konnte, dass sie am falschen Ort ist, glaubte sie mir nicht. Ich bot ihr an, sie zu begleiten, denn es war nur etwa 100m von da entfernt.

Aber je mehr ich versuchte, ihr zu erklären, dass ich durchaus verstand, was sie suchte, dass sie es aber bei uns nicht finden würde, desto ungehaltener und aggressiver wurde sie.

Und dann wurde es endgültig absurd.

Sie erklärte mir nämlich, sie sei Katholikin, und fragte mich allen Ernstes, ob ich sie deshalb nicht hineinlassen wolle. Ähm … nein. Ich wollte sie nicht „nicht hineinlassen“. Ich versuchte seit geraumer Zeit, ihr zu erklären, dass das, was sie suchte, nicht hinter unserer Tür war.

Die ganze Situation wurde zunehmend unangenehm, weil sie meine Erklärungen überhaupt nicht mehr hören wollte. Sie hatte entschieden, dass sie richtig war, Punkt. Sie meinte, ich sei unfähig, unhöflich und überhaupt sei das eine Zumutung ! Ich hasse solche Situationen. Aber ich war die ganze Zeit – äusserlich – ganz ruhig. Ich versuche in solchen Situationen meistens zuerst einmal, das Ganze nicht noch weiter eskalieren zu lassen. Nach gut 10 Minuten aggressiven und absurden Argumenten, entschied sie dann, auf dem Absatz kehrt zu machen und wütend davon zu laufen.

Die Sache hat mich danach noch eine ganze Weile beschäftigt. Nicht, weil diese Frau für mein Leben irgendeine Bedeutung hätte, sondern weil ich Mühe damit habe, wenn man versucht, jemandem zu helfen – und am Ende dafür angegriffen wird.

Aber gut. Neuer Tag. Heute habe ich andere Dinge zu erledigen.

Zuerst also die Schlichtungsstelle. Und danach warte ich auf meinen Garagisten.

Mein Honda hat nämlich beschlossen, dass 20 Jahre offenbar genug sind. Bei der nächsten Expertise kommt er nicht mehr durch und die notwendigen Reparaturen wären so teuer, dass es schlicht keinen Sinn mehr macht.

Mein Garagist hat zum Glück bereits ein anderes Auto für mich in Aussicht. Kein Luxusgefährt – brauche ich auch nicht. Es soll fahren, zuverlässig sein und mich möglichst nicht gleich wieder finanziell ruinieren. Die Konditionen wären für mich machbar und meinen Honda würde er sogar noch übernehmen.

Nun muss er mich nur noch anrufen.

Und deshalb werde ich heute vermutlich bei jedem Klingeln meines Telefons zusammenzucken und hoffen, dass die Garage dran ist.

Aber eines nach dem anderen.

Jetzt trinke ich erst einmal meinen Kaffee, mache mich fertig und gehe um 9.50 Uhr zur Schlichtungsstelle.

Und dann schauen wir weiter.

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