Das Sternchen erholt sich… die unerwartete Rekation auf die Kontaktaufnahme von M. legt sich langsam.
Wir haben geschrieben und gewisse Dinge geklärt und erklärt. Einige Dinge haben mich emotional sehr berührt und gestern Abend hätte ich wirklich Frank gebraucht. Aber er war nicht da. Heute geht es mir aber bedeutend besser und ich fasse mich langsam.
Es ist sicher auch gut, dass ich heute Abend nach Basel zu meiner Lieblingstante fahre. Es wird mir helfen, auch mit ihr noch darüber zu reden.
@Frank und @M. : das bedeutet nicht, dass ich Euch nicht schreiben werde 😅 … Ihr kennt mich ja … und ich hab Euch beide lieb und Eure Freundschaft bedeutet mir enorm viel !
Da sind sie wieder, diese Nachtgedanken Und die verblassten Erinnerungen kommen dann Grad alles ist irgendwie am wanken Verschwommenes nimmt wieder Form an.
Mein Fels in der Brandung ist die letzten Tage etwas abwesend. Also nicht, dass wir nicht schreiben, aber ich habe das Gefühl, irgend etwas stimmt nicht. Er wird das natürlich abstreiten, aber ich spür es einfach. Und gerade jetzt bräucht ich ihn…
Gedanke 1 Wenn man jemanden zwar kennt, ihn aber noch nie gesehen hat, kennt man ihn dann wirklich ? Manche sagen, man kann sich nicht kennen, wenn man sich noch nie gesehen hat. Ich glaube das nicht – oder zumindest : ich will das nicht glauben.
Kommt es darauf an, was für Gespräche man führt ? Natürlich kann man sich hinter einem Whatsapp oder einer Email anders geben, als man wirklich ist. Wenn das Gegenüber einem vis-à-vis sitzt, traut man sich vielleicht weniger, wirklich zu sagen, was man problemlos schreibt ?
Aber ich glaube trotzdem, dass man den anderen nach einer gewissen Zeit kennt, mehr oder weniger erahnen kann, was für eine Reaktion kommt und es einem auch wichtig ist, wie der andere denkt, fühlt, empfindet.
Wie in jeder Beziehung – ob freundschaftlich oder amourös – denkt man an den anderen, stellt sich Fragen, wenn (lange) keine Reaktion oder Antwort kommt, macht sich vielleicht sogar Sorgen.
Frank ist so ein Freund. Ich kenne ihn, ohne ihn wirklich zu kennen. Er sagt oft, dass ich ihn ja gar nicht kenne – und doch wage ich zu behaupten, dass ich ihn relativ gut kenne. Aber vielleicht täusch ich mich ? Wie würde er wohl reagieren, wenn ich eines Tage plötzlich vor seiner Tür stehen würde ? Wäre er enttäuscht ? Wär ich enttäuscht ?
Gedanke 2 Eine gute Freundin von mir, ein paar Jahre jünger, ist dabei sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ihr Papa bald sterben wird. Sie überspielt das ziemlich und jedesmal wenn ich sie frage, wie es ihr geht, antwortet sie rethorisch „gut- und dir ?“ . Das ist eine Art Selbstschutz, denn ich weiss genau, dass es sie sehr beschäftigt und wenn es dann soweit ist, wird es ihr erst bewusst werden, wie sehr es sie trifft. Ich fühle sehr mit ihr und wenn ich daran denke, wie ich mich dabei fühlen würde, verwerfe ich den Gedanken sehr schnell wieder … ich will mir das gar nicht vorstellen !
Gedanke 3 Eine andere gute Freundin von mir, gleich alt wie ich, hat niemanden auf der Welt ausser ihrem Hund. Keine Familie, keinen Partner, nur ihren Hund. Sie tut alles für „ihr Kind“ .
Ihre Lebensgeschichte ist eher tragisch : Aufgewachsen im Heim, Vater Alkoholiker, Mutter im Rotlichtmilieu. Hat auf der Strasse gelebt, war Drogenabhängig von 12 bis 20 und schaffte den Entzug. Da hab ich sie auch kennen gelernt, als wir 20 waren. Und zwar dort – auf einem Bauernhof bei Leuten die ich kenne – wo sie den Entzug durchgezogen hat. Heute lebt sie von 100% IV. Ihr Körper ist total kaputt. Reden kann man mit ihr sehr gut, denn durch ihre Lebenserfahrungen hat sie gewisse Sichtweisen die jemand, bei dem immer alles glatt lief, niemals haben könnte.
Wir haben seit bald 30 Jahren regelmässig Kontakt, und wenn ich kann, dann helfe ich ihr. Wie z.B. nächsten Mittwoch. Da werd ich zu ihr fahren und ihren Husky hüten, damit sie zum von der IV gefordeten psychologischen Termin gehen kann.
Wenn ich an sie denke, muss ich sagen, dass mein Leben eigentlich super ist – trotz meinen Sorgen um die Kinder oder meiner finanziellen Kriese.
Grundsätzlich bin ich kein eifersüchtiger oder neidischer Mensch. Ich mag es den anderen gönnen, wenn sie glücklich sind, oder wenn sie sich Dinge leisten können. Mich stört auch nicht, wenn ich sehe, dass einige 3 oder 4 Mal pro Jahr weg fahren – ist doch schön für diese Leute, wenn sie es sich leisten können.
Es gibt allerdings manchmal Situationen, da bin ich eifersüchtig, obwohl ich eigentlich nicht mal wirklich einen Grund dazu habe. Aber das ist so ein Gefühl, das einfach plötzlich hoch kommt. Gerade gestern war so eine Situation. Und heute wurde ich nochmal darauf angesprochen und habe erklärt, dass ich das nicht bewusst extra mache – das kommt einfach.
Witzigerweise hab ich das nur bei gewissen Leuten und nicht mal bei denjenigen, wo solch eine Reaktion noch als „normal“ angesehen werden könnte…
Es gibt Leute, die reagieren manchmal heftig auf eine Aussage – andere widerum überhaupt nicht. Und wenn etwas geschrieben ist, ist es sowieso schwieriger zu reagieren, weil ja keine Intonation im Satz ist.
Vorhin habe ich jemandem eine Nachricht geschickt und diese Person hat es negativ aufgefasst – dabei war es absolut nicht negativ – im Gegenteil. Und dann musste ich mich erklären, damit diese Person das richtig versteht. Dazu hab ich eine Sprachnachricht geschickt. War dann besser.
Und dann kam z.B. hierauf – bis jetzt – keine Reaktion… ich hätte mir zumindest eine kleine gewünscht.
Ich hätte gern ein Mittelmass 😀 . Aber ist nicht schlimm. Ist jetzt einfach grad so ein Gedanke.
Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll… Seit mehr als 1 Jahr kommunizieren wir ziemlich intensiv und täglich. Es wird mir mehr und mehr bewusst, wie wichtig Du für mich bist und dass ich nie gedacht hätte, jemanden wie Dich kennen lernen zu dürfen.
Ich habe manchmal Zweifel. Ich weiß nicht, ob das ewig dauern wird, aber ich weiß, dass ich Dich niemals vergessen kann, denn die Seiten die für Dich in meinem Buch bestimmt sind, sollen eine Ansammlung von tausend Farben werden.
Auch wenn wir nicht immer gleicher Meinung sind : mit Dir kann man debattieren, diskutieren, Neues lernen, staunen und manchmal verwundert sein. Und auch wenn Deine Worte manchmal hart sind, sind sie ehrlich und sehr bereichernd für mich. Ich fühle mich nicht wohl, wenn ich keine Nachricht von Dir bekomme … wenn es diese Stille gibt… ich mich frage, ob was los ist … und ich weiss nicht recht, wie ich damit umgehen soll.
Du sagst oft, dass ich Dich nicht kenne… dabei glaube ich, dass ich Dich besser kenne als Du denkst…und ich habe manchmal Schiss, alles zu vermasseln, weil ich Dich vielleicht zu oft störe… ich befürchte manchmal, dass Du eines Tages genug davon hast und mir nicht mehr antwortest oder mich sogar blockierst… das wär wirklich sehr, sehr schlimm für mich.
Es wird nie mehr als eine Freundschaft sein, das ist mir klar – aber es ist eine der intensivsten und mir wichtigsten Beziehungen die ich je hatte... und ich hoffe, dass das versprochene Essen irgendwann statt findet…
Also wenn ich gewissen Usern von X Geld verlangen würde, um mir gewisse Texte oder Bilder anzusehen, ich würde glatt reich werden…
Ich frag mich, warum die das tun ? Was erhoffen sie sich damit ?
Ich habe aber auch ein paar sehr liebe und tolle Männer auf X gefunden, mit welchen ich ab und zu schreibe. Und einer ist sogar mehr als nur eine virtuelle Bekanntschaft geworden. Claudius und ich sind seit fast 4 Monaten zusammen. Ich mag ihn und irgendwie liebe ich ihn auch – auch wenn ich offen zugeben muss, dass er mich wohl mehr liebt als ich ihn. Er schreibt und sagt es mir täglich. Manchmal ist es erdrückend und fast zu viel . Aber er tut mir gut.
Was ich bei Claudius etwas vermisse, bekomm ich von Frank täglich : gut formulierte Nachrichten, in einem doch eher gehobenen Deutsch. Ich liebe es, wenn ich Texte lese (oder Nachrichten), die nicht nur aus „was hast Du gegessen?“, „Hast du gut geschlafen“, „Ich geh jetzt einkaufen“ , etc bestehen… Aber ich habe immer irgendwie Zweifel, dass Frank irgendwann mal was zustösst und dann einfach nichts mehr kommt. Dieser Gedanke beschäftig mich sehr…
Es gibt Menschen… und es gibt MENSCHEN – Es gibt Freunde … und es gibt FREUNDE
Ich habe das grosse Glück, solche MENSCHEN und FREUNDE in meinem Leben zu habe.
Einer davon ist Frank. Ich weiss gar nicht, was ich ohne ihn machen würde – wie hab ich das gemacht, bevor ich ihn kannte ? Er ist immer da… manchmal zwar geht es eine Weile, bis er antwortet… und ich muss mich manchmal zurück halten, dass ich ihm nicht ständig schreibe. Aber er ist für mich fast sowas wie der Fels in der Brandung. Auch wenn er manchmal sehr rational und fast etwas hart ist, fühle ich mich irgendwie in Sicherheit. Seine moralische und auch sonstige Unterstützung ist unglaublich und ich hoffe wirklich, dass diese Freundschaft noch lange bestehen wird und nie endet !
Und dann gibt es da noch ein älteres Ehepaar. Beide über 80 und ich besuche sie regelmässig. Wir machen dann immer Tea-Time. Ich geh gegen 16h hin, wir trinken Tee, reden und meistens bleib ich 2 oder 3 Stunden. Sie haben mir auch vor ein paar Monaten mal Geld geliehen, und eigentlich wär ich heute zu ihnen gegangen, habe aber gestern abgesagt, weil ich z.Z. einfach zu viel anderes im Kopf habe. Ich habe erklärt, dass ich mit dem Auto Probleme hätte und ich mich melden würde, sobald ich eine Lösung hätte und wieder mobil sei. Kurz darauf kam zurück, dass sie mir zwar mit dem Auto nicht helfen können, aber dass ich das geliehene Geld nicht zurück zahlen müsse. Ich war sprachlos.
Auch meine Arbeitskollegen sind immer sehr herzlich, mit Worten (manchmal auch Taten) sehr unterstützend und verständnisvoll. Gestern Abend hat mir einer der Kollegen verschiedene Links für Gebrauchtwagen geschickt.
Auch wenn es mir teilweise nicht so gut geht, bin ich doch äusserst dankbar, solche lieben MENSCHEN und FREUNDE zu haben.
Das 1. Treffen mit Claudius war am 2. April … und seit dem 16. April sind wir zusammen. Wir führen eine Fernbeziehung, allerdings sehen wir uns ca. 1 x die Woche.
Claudius ist sehr lieb und aufmerksam. Zu meinem Geburtstag habe ich einen Strauss rote Rosen bekommen und einen kleinen Glas-Elefanten (ich sammle Elefanten aller Art).
Rote Rosen von Claudius – Tulpen von Mama – gemischter Strauss von Bruderherz
Letzten Samstag ist er nach Neuchâtel an mein Konzert gekommen (das übrigens wie die 2 anderen in Lausanne und Genf ausverkauft und ein voller Erfolg war).
Victoria Hall GenfEglise Rouge Neuchâtel
Anschliessend bin ich mit zu ihm gegangen und habe bei ihm übernachtet. Als ich dort angekommen bin, dachte ich, ich komme in ein Teenager-Zimmer. Überall hat es Fan-Artikel seiner Lieblings-Hockey-Mannschaft – sogar sein Bettzeug hat das Logo… Die grosse Vitrine mit Dragon-Ball Figuren im Wohnzimmer fand ich irgendwie auch etwas irritierend… es hat mich etwas „abgeschreckt“ irgendwie. Ich habe aber nichts gesagt – noch nicht ? Ich weiss es nicht. Wir haben ja nicht vor zusammen zu ziehen – also kann er in seiner Wohnung die Einrichtung haben, die er will. Aber ganz ehrlich : es ist mir nicht so wohl in dieser Wohnung.
Seit Montag abend ist er bei mir (er hat Dienstag und Mittwoch meistens frei weil er oft am Wochenende arbeitet). Dienstag morgen ist er in den Baumarkt gefahren und hat das Material gekauft, welches nötig war, um meinen Balkon besser Katzensicher zu machen. Um 10h hat er mir ein Foto geschickt – es war gemacht. Als ich abends nach Hause kam, hatter er für uns gekocht. Sohnemann hat auch mitgegessen. Eigentlich alles schön und gut, aber irgendwie bin ich froh, wenn er heute abend wieder geht… ist das normal ?
Gesamthaft gesehen läuft es ja eigentlich gut. Es ist der Anfang… und ich mag Claudius eigentlich sehr… irgendwie bin ich aber nicht „verliebt“ wie das mit Pierre der Fall war. Aber ich will nicht ins alte Muster zurück und Claudius ist sehr aufmerksam, total in mich verliebt, macht fast alles für mich. Und ich sage mir immer wieder, die paar Dinge, die mich an ihm irgendwie manchmal stören sind vielleicht 20% von seinem Gesamtwesen. Die anderen 80% sind positiv – und auf diese 80% will ich mich konzentrieren.
Und doch, ich schreibe weiterhin mit Just W., habe auf X (vormals Twitter) ein paar Kontakte und natürlich mit Frank. Frank ist und bleibt mein absoluter Lieblings-Chat-Partner. Und wäre er nicht so weit weg, ich glaub, da könnte… nein, ich schreib das jetzt nicht. Es ist unrealistisch…
Ich habe mit Frank schon länger immer wieder die Diskussion darüber, dass man Gefühle hat, oder hatte, sie zulässt oder unterdrückt, sich hinter der selbst aufgebauten Mauer versteckt, weil man zu sehr verletzt wurde, oder – im Gegenteil – sie zulässt mit dem Risiko, zu leiden.
Frank sagt immer, er hätte keine Gefühle. Es gehe ihm ohne besser. Ich kann das irgendwie fast nicht glauben, dass man keine Gefühle hat.
Ein Ausschnitt aus der gestrigen / heutigen Diskussion :
Frank : Gefühl i.e.S ist langzeitlich etwas Negatives. Etwas für Sie nicht. boelleli : Gefühl muss nicht negativ sein oder werden (kann es, da geb ich Ihnen recht) …. Definieren Sie „etwas“ … Frank : Das was ich für Sie empfinde boelleli : Hat empfinden nicht mit Gefühl zu tun ? Frank : Das ist eine Definitionssache boelleli : Was versteht man unter empfinden? Bedeutungen: [1] mit den menschlichen Sinnen (etwas) wahrnehmen. [2] ein bestimmtes Gefühl erleben. Frank : Sowas Gegenseitiges möchte ich nicht durch Gefühl i.e.S. in Frage stellen.
Wie seht Ihr das ? Kann man wirklich Gefühllos / Gefühlskalt sein ? Ist etwas empfinden das gleiche wie Gefühl haben ?