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Warten…

Manchmal denke ich, dass ich mein Leben mit Warten verbringe. Bei gewissen Dingen muss man warten, dass ist mir klar und logisch, aber bei anderen Sachen gäbe es vielleicht Möglichkeiten, etwas zu beschläunigen, wenn man nicht einfach passiv wartet.

Jemand sagte mir, dass ich – was Pierre betrifft – passiv warten soll. Aber wär pro-aktives Warten nicht besser…? Diese Warterei lähmt mich zunehmend. Ich hätte eigentlich tausend Dinge zu tun (Steuererklärung, Haushalt, Mozart üben, Sohn in den Hintern treten, ausmisten, lesen, schreiben,…), aber ich hab einfach die Kraft nicht… und dann wird das Warten zur Qual.

Und wärend ich so warte, „strickt es“ in meinem Kopf. Ich stelle mir tausend Fragen und bekomme keine Antworten. Ich kann mir nur irgendwelche Ausreden vorstellen, oder Schreckens-Zenarien, oder negative, traurige Erklärungen.

Es kommt vor, dass ich mir manchmal sage, ich sollte zwischenzeitlich andersweitig schauen. Und es gäbe vielleicht auch jemand. Aber diese Person gibt mir zu verstehen, dass das – aus verschiedenen Gründen, die ich hier nicht erläutern will, die ich teils verstehe und akzeptiere, teils aber auch nicht – nicht möglich ist und er nicht will. Und das habe ich auch zu akzeptieren – man kann niemande zu etwas zwingen – auch wenn es manchmal schwer fällt.

Vielleicht ist es irgendwann zu spät, weil ich einfach zu lang gewartet habe – oder der andere zu lang wartet, mich mindestens zu informieren, was er vor hat oder möchte ? Dann sieht’s irgendwann so aus :

Wie macht Ihr das, oder was macht Ihr, wenn Ihr auf etwas wartet, das mit Sentimentalität zu tun hat ?

Vielleicht ist es

.. mein Schicksal, dass ich immer und immer wieder ins Straucheln komme, wenn sich Pierre meldet ? Ich nerv Euch sicher langsam damit, aber ich muss es einfach nochmal und nochmal schreiben, damit’s besser wird.

Eine Freundin sagt mir :

Sie hat ja so recht – und ich bin einfach zu tolerant und zu verständnisvoll. Ich entschuldige und dulde vieles, auch wenn es für mich eigentlich schmerzlich ist. Aber ich kann nicht aus meiner Haut.

Und ich bin davon überzeugt (ja, ich weiss, einige werden sagen, ich mach mir was vor, red mir was ein, etc), dass Pierre ebenso leidet, nur kann er das irgendwie anders handhaben. Oder er funktionniert einfach nur. Sein grosses Problem (welches eigentlich relativ einfach beseitigt werden könnte) ist seine Ehe, respektive die fixe Idee, dass er sich (aus welchen absurden Gründen auch immer) nicht trennen kann. Ich weiss einfach nicht, wie er so 20 Jahre und länger leben kann… ?

Ich habe seit 3 Tagen wieder dieses betäubende, fast unerträglich Kribbeln in mir. Am liebsten würd ich irgendwo hinsitzen und heulen. Mach ich natürlich nicht, aber es ist zermürbend…

Schlecht geschlafen

Ich habe heute Nacht sehr schlecht geschlafen. Bin immer wieder erwacht, hatte heiss, kalt… und bin heute morgen mit Kopfschmerzen erwacht.

Inzwischen habe ich eine Tablette genommen und bin im Büro. Ja, ich sitze hier vor meinem PC im Office und schreibe in meinem Blog… ich habe einfach nichts zu tun. Ich habe eigentlich Ferien, ohne Ferien zu haben… Einerseits hab ich so mehr Ferien 🙂 … wenn ich dann 2 Wochen weg bin (ab 14. August) sind alle anderen Kollegen (ausser einer) wieder zurück. Andererseits ist der Tag manchmal sehr lang, wenn man einfach im Büro sitzt und wartet, bis Abend ist. Also suche ich mir halt andersweitig Beschäftigung und schreibe hier ein wenig.

Ich höre mir gerade Vivaldi’s Konzert für 2 Celli, RV 531 an :

Ich habe vorhin auf dem Weg zur Arbeit den Anfang dieses Konzerts im Auto gehört und es mir jetzt nochmal ganz zu Gemüte geführt. Ja, ich habe das Privileg im Büro mit Kopfhörern Musik hören zu können. Deshalb kann ich auch an Tagen wie heute, wenn ich nichts zu tun habe, Musik hören, Dokumentare ansehen, etc… Ich kannte dieses Konzert nicht. Ich kenne Vivaldi sowieso nicht so gut. Jedenfalls passt es zu meiner aktuellen Stimmung… allerdings würde Mozart’s Fantasia, KV 397 fast besser passen…

Zurück zum eigentlichen Titel diese Beitrags. Ich habe also schlecht geschlafen. Eigentlich weiss ich ja wehalb – ich will es mir aber nicht eingesteh’n ! Obwohl ich gar nicht wieder in diese Verfassung fallen will ! Es nervt mich ungemein und ich mache es immer wieder. Wenn Ihr meine Blogeinträge von gestern und vorgestern lest, wisst Ihr wovon ich rede…

Ich bin – wieder einmal – am warten.

Mein Chat-Partner auf WhatsApp ist süss und versucht mir zu sagen, wie ich mich verhalten soll. Aber ich finde immer irgend eine Ausrede, respektive Argument, um es nicht zu tun (was er vorschlägt) – obwohl er absolut recht hat ! Aber ich tu’s trotzdem nicht… 🤦🏻‍♀️ . Und dann, gestern Abend, hat er plötzlich nicht mehr geschrieben… ich hab ihn vielleicht genervt ? Aber vielleicht ist ihm etwas dazwischen gekommen ? Oder er ist einfach eingeschlafen (obwohl es noch nicht sehr spät war, aber gut). Na ja, hoffe er meldet sich heute…

Ich stelle mir grad‘ die Frage…

… wie erfahre ich, wenn jemand – der weit weg wohnt und den ich z.B. nur virtuell kenne – einen Unfall hat oder sogar stirbt ?

Ich werde mich wohl fragen, ob etwas passiert ist wenn ich über längere Zeit nichts von diesem Menschen höre, aber wirklich wissen kann ich es irgendwie ja nie.

Das beschäftigt mich jetzt grad enorm… Ich finde diese Vorstellung total schrecklich. Eine Ungewissheit die eigentlich nie eine konkrete Anwort bekommt wird …

Wie seht Ihr das ?

Melancholie

La Mélancolie, huile sur toile (H. 171 cm., L. 128 cm.), œuvre réalisée par Domenico Fetti vers 1618-1623, acquise en 1685 par Louis XIV et conservée au musée du Louvre sous le n° de Réf. INV 281, et photographiée en 2013 lors de son exposition temporaire dans la „Galerie du Temps“ au Musée du Louvre-Lens (France).

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Melancholie ist das unvermeidliche Schicksal derer, die (zu) viel denken.

Allein

Ich fühl mich grade sehr allein.

Meine Tochter ist ja nun schon seit ein paar Wochen weg – und ich habe mich daran gewöhnt. Mein Sohn ist heute für 2 Tage weg zu meinem Bruder nach Basel. Ich freu mich für ihn, denn das tut ihm gut. Und eigentlich ändert das auch nicht viel, denn wenn er zu hause ist, sitzt er sowieso meistens im Zimmer. Und eigentlich bin ich gern ab und zu allein.

Aber heute abend habe ich so ein Gefühl in mir. So ein trauriges Gefühl. Ich kann’s nicht wirklich beschreiben. Es zieht sich alles irgendwie zusammen und ich möchte fast weinen.

Die Katzen fehlen mir auch. Heute hat Töchterchen ein Foto geschickt :

Ich habe sie vergrössert und dann kamen mir fast die Tränen. Ehrlich gesagt hätte ich nie gedacht, dass mir die beiden so fehlen werden.

Na ja, es wird wieder vorbei gehen… werd mich mal ein bisschen mit Musik ablenken …

Nähe

Seit einigen Tagen habe ich eine gewisse Nähe zu einer Person aufgebaut. Es ist überhaupt keine körperliche Nähe, eher eine geistige. Ausserdem ist besagte Person – wie soll’s auch anders sein – weit weg von mir.

Jedenfalls bin ich einerseits sehr froh über diesen regen Austausch via Whatsapp und andererseits stimmt es mich manchmal fast etwas traurig. Nicht weil dieser Mensch mir Dinge schreibt die mir nicht gefallen – im Gegenteil – sondern weil dieser Mensch weit weg ist.

Jeder sollte seine festen Wurzeln haben, aber doch in der Nähe des anderen sein.

Reelle Nähe spüren fehlt mir manchmal schon. Ich meine jetzt nicht unbedingt körperliche Nähe, sondern die Nähe des Austausches mit dem Gegenüber. Miteinander über Gott und die Welt diskutieren, sich dabei anschauen, vielleicht mal auf die Schulter klopfen oder in den Arm nehmen (ohne Hintergedanken !), den anderen lesen indem man seine Reaktionen nicht nur liest oder hört sondern auch sehen kann… ja, das fehlt mir manchmal.

Sich über Whatsapp austauschen ist wirklich toll und ich möchte es auch überhaupt nicht missen, aber auch da gibt es Erwartungen. Wenn man weiss, dass der andere die Nachricht gesehen hat, aber keine Antwort gibt, fängt man (ich zumindest) sofort an, sich zu hinterfragen. Wäre ich der Person gegenüber, würde ich sofort an seiner Reaktion merken, ob ich jetzt vielleicht was falsches gesagt habe. Dabei kann es ja tausend Gründe geben, wieso man nicht antwortet. Aber es liegt wohl in der menschlichen Natur (meiner menschlichen Natur), sich über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen.

Falls diese Person diesen Post hier jemals lesen sollte, wird sie sich darin erkennen. Dann möchte ich darauf hinweisen, dass es in keinster Weise ein Vorwurf ist ! Es sind einfach meine momentanen Gedankengänge.

RIP Christoph

Habe soeben erfahren, dass ein ehemaliger Freund meiner Lieblingstante am Sonntag an einem Herzinfarkt verstorben ist 😳.

Ich kannte ihn relativ gut, denn als ich mit 15 jedes Wochenende zu meiner Tante nach Basel fuhr (sie war damals 30) und wir zusammen „die Stadt unsicher machten“ 😅 , war er oft auch mit dabei. Ich habe viele tolle Erinnerungen an ihn und diese Zeit…

RIP lieber Christoph 🌈 – und das ist speziell für Dich :

Heute genau so aktuell…

… wie damals, als Dietrich Bonhoeffer aus seiner Zelle am 2. März 1944 an seine Familie unter anderem folgendes schrieb :

… Es gibt heute so wenige Menschen, die an das 19. und 18. Jahrhundert noch innerlich und geistig Anschluss suchen; die Musik…, die Theologiqe …, die Philospohie…, die heutige Weltanschauung aus der … Vergangenheit – aber wer ahnt überhaupt noch, was im vorigen Jarhundert, also von unseren Grossvätern, gearbeitet une geleistet worde ist, und wieviel von dem, was sie gewusst haben, ist uns bereits verloren gegangen ! Ich glaube, die Menschen werden eines Tages aus dem Staunen über die Fruchtbarkeit dieser jetzt vielfach so missachteten und kaum gekannten Zeit nicht herauskommen. – …

Ich fand ja Bonhoeffer schon immer gut, aber je mehr ich von seinen Briefen lese, desto begeisterter bin ich. Er spricht mir sehr oft aus der Seele… und seine Gedanken sind über 80 Jahre alt und immer noch aktuell !

Das musste ich jetzt einfach kurz mit Euch teilen – jetzt les ich weiter 🙂 Schönen Sonntag Euch allen !

Spenden

Manchmal denke ich, ich mache jetzt einen Spenden-Aufruf .

Wenn ich manchmal sehen, wofür Menschen spenden und dabei vergessen, dass es in ihrem direkten Umfeld viele gibt, die – salop gesagt – „aus dem letzten Loch pfeifen“, „auf dem Zahnfleisch gehen“, „dem Abgrund nahe sind“ es auch nötig hätten… da frage ich mich doch, wieso man nicht zuerst „den Eigenen“ hilft, bevor man Geld ins Ausland schickt (und nicht mal sicher ist, dass es auch da ankommt, wo es sollte…) ! Ich gebe und teile gern, aber erst versorge ich meine Familie, meine Landsleute bevor ich anderen helfe.

Ich habe heute meine Zahlungen gemacht. Na ja, was soll ich sagen … nachdem ich nur das strikte Minimum bezahlt habe, bleiben mir für den ganzen Monat Mai noch knapp CHF 200.-. Davon sollte ich einkaufen und tanken (das sind die 2 Sachen, die wirklich nötig sind, um essen und arbeiten gehen zu können).

Ich weiss echt nicht, wie ich erneut einen Monat so überleben soll… ich kann nicht schon wieder auf FB eine Anfrage stellen. Laut Gruppenregel darf man sich nicht jeden Monat melden.

Ich versuche auch Sachen wie Kleider, nicht genutzte Kaffeemaschine, nicht genutzter Sodaclub, und vieles mehr zu verkaufen, aber die Leute haben selbst kein Geld und ich bringe die verschiedenen Dinge einfach nicht los. Ich mache unser Brot selber, versuche so billig wie möglich einzukaufen (meistens vor Ladenschluss, weil dann einiges reduziert ist), gehe praktisch nie aus, nehme mein Mittagsessen immer von zu Hause mit, kaufe mir praktisch nie etwas.

Ich habe 3 Jobs (ich bin kaufmännische Angestellte) . 1 x 80% + 1 x 15% + 1 x 10% …. wer rechnen kann, stellt fest, dass ich 105% arbeite. Dann habe ich ab und zu einen Auftrag um Homepages zu erstellen oder bei schon gemachten Websites ein Update zu machen. Aber das kommt 2-3 Mal pro Jahr vor. Diese Arbeit erledige ich dann abends oder am Wochenende.

Ich weiss wirklich nicht, was ich noch machen soll.

Manchmal denke ich, wieso ich keinen gut situierten Mann hatte (oder habe). Wieso musste ich an jemanden geraten, der – obschon er Jurist ist und eigentlich vieles gut kann – einfach nichts auf die Reihe kriegt. Er ist (immer noch!) auf dem Sozialamt.

Ich habe mich damals nach der Scheidung raus gekämpft. Habe alles getan, um Arbeit zu finden… schlussendlich verdiene ich mehr als damals, jedoch habe ich auch mehr Ausgaben. Wenn man auf dem Sozialamt ist, zahlt man weder Steuern noch Krankenkasse. Artzrechnungen, Brille, Orthodont, etc werden vom Solzialamt übernommen. All diese Sachen zahle ich heute selber und so habe ich schlussendlich zwar mehr Lohn, aber auch mehr Ausgaben und eigentlich unter dem Strich ca CHF 1’000.-/mtl weniger. Dazu kommt auch, dass ich weder vom Kindsvater eine Alimente bekomme (wie auch, Sozialgeld ist nicht da um Alimente zu bezahlen. Und die Stelle, welche das in solchen Fällen übernimmt, zahlt nur bis zum 18. Lebensjahr), noch sonstige Hilfe. Töchterchen ist in Ausbildung (da bekomme ich Kinderzulage, was aber nicht enorm ist), Sohnemann sucht eine Ausbildung oder Arbeit (da bekomme ich gar nichts). Ich arbeite sozusagen für 3 Erwachsene, für welche ich praktisch alles bezahle. Töchterchen hat einen Lehrlingslohn. Sie zahlt ihre Telefonrechnung und ihre Kleidung uns sonstige persönliche Dinge, aber alles andere geht auf meine Rechnung…

Wenn also jemand eine Idee hat, was ich tun könnte, um monatlich mehr einzunehmen – oder falls jemand eine Spende machen will 🙂 – ich bin dankbare Abnehmerin, denn langsam aber sicher kann ich nicht mehr !