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An meine Tochter

Du warst ein heiß ersehntes Kind, ich habe schon mit dir gesprochen, als du noch in meinem Bauch warst, und ich habe mir geschworen, dass ich immer für dich da sein werde.

Heute spüre ich, dass du dich immer mehr von mir entfernst… ja, ich habe sicherlich Fehler gemacht – wie jeder andere auch – aber das tut weh.

Ich dachte immer, ich sei eine verständnisvolle, unkomplizierte, entgegenkommende Mama … aber ich habe das Gefühl, dass du mich für alles schuldig und verantwortlich machst.

Ja, ich habe einige Dinge nicht gesehen, die passiert sind, als du in der Schule warst oder auch danach, und ich mache mir schreckliche Vorwürfe, aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen.

(c) GettyImages

Du bist ein extrem introvertierter Mensch und es ist nicht leicht, Dinge über dich herauszufinden.

Ich hoffe, dass wir uns wiederfinden und dass wir wieder eine enge und gute Mutter-Tochter-Beziehung haben werden.

Ich liebe dich, ich habe dich immer geliebt und ich werde dich bis zu meinem letzten Atemzug lieben, egal was passiert ❤️.

Hab ich alles falsch gemacht ?

Manchmal denke ich, dass ich alles falsch gemacht habe. Oder ich frage mich, was ich wohl in einem früheren Leben verbrochen habe, um jetzt all das zu ertragen.

Ich war und bin eine Frohnatur; immer positif und eigentlich sehr unkompliziert. Doch wenn ich das Verhalten von gewissen sehr nahen Familienmitgliedern sehe, frage ich mich, was ich diesen mir wichtigen und herzverbundenen Leuten angetan habe.

Ich handle immer mit bestem Gewissen, versuche immer, dass alle zufrieden sind. Passe mich jeglichen Situationen schnell an. Bin immer offen für Neues. Meine Tür und mein Ohr steht jedem offen. Ich denke, dass ich ein herzlicher Mensch bin und niemandem – ob verwandt oder befreundet – schaden will.

Natürlich mache ich auch Fehler – schliesslich bin ich auch „nur“ ein Mensch und nicht unfehlbar. Aber mich so zu behandeln, als wäre ich Luft, sich so zu verhalten, dass ich mich fast schäme zu existieren, dass finde ich dann doch irgendwie ungerecht.

Ich bin grad ziemlich traurig und versteh die Welt nicht mehr…

Gute Reise, Djuna !

Heute mussten wir Djuna, Mamas 15-jährige Katzendame, über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Sie hatte leider akutes Nierenversagen… wir hätten sie noch an die Dialyse schliessen könnent, aber das hätten auch nur 3, 4 Tage mehr gebracht, denn eine Nierentransplantation wäre nicht in Frage gekommen.

Ich wünsche Dir, Djuna, dass du gut im Paradies ankommste und zusammen mit Bigi, Coco, Nakim, Jerrico, Strubeli, Pepette und all den anderen rumrennen kannst.

RIP Djuna

Wacht endlich auf !

Ich fühle mich immer mehr wie im Mittelalter 🤦 schau –》 die Herren, die dem Bauern die letzte Ziege wegnehmen, um Steuern zu zahlen … dass der Bauer verhungert und nicht mehr überleben kann, interessiert niemanden!


Die „Kleinen“ (im Klartext: Menschen, die wenig Einkommen haben) werden immer kleiner (ärmer) und werden mit allen Mitteln (Krankenkasse, Versicherungen, Steuern, etc.) belastet, müssen sich rechtfertigen, beweisen, aufgeben, auf sich nehmen …

… und die „Großen“ (d.h. diejenigen, die ein angemessenes Einkommen haben, oder ein Einkommen im Überfluss) werden immer größer (reicher), gehen einkaufen, wann sie wollen, haben VIP-Vorteile auf allen Ebenen, gehen auf Reisen (auch wenn sie mehr bezahlen müssen, das beeinträchtigt sie nicht), …

Die Mittelschicht gibt es nicht mehr!

Das Leben wird immer teurer, die Gehälter folgen seit mindestens 30 Jahren nicht mehr !

… Und dann gibt es tatsächlich Leute, die es wagen zu sagen, dass es in der Schweiz keine armen Menschen gibt 😤🤦😫.

Wann wird etwas passieren? Wann beginnen die Menschen (die Bevölkerung !) aufzuwachen und zu verstehen?

Schicksalsschlag

Am Mittwoch habe ich immer Chorprobe.

Am Nachmmittag  bekamen wir vom Comité (wir sind zu dritt momentan) eine Meldung vom Präsidenten, er könne heute abend nicht kommen. Eine Fall von höherer Gewalt sei der Grund und wir sollten bitte den Schlüssel irgendwie organisieren.

Ok, die andere Person des Comités konnte es arrangieren und holte den Schlüssel fürs Probelokal.

Als ich kurz vor 20h dort ankam, war besagte Person schon da und fragte mich, ob der Präsident mich auch angerufen hätte ? – Nein, wieso ? Und jetzt kam die schockierende Nachricht : er könne nicht kommen, denn sein 7-jähriger Sohn sei heute morgen gestorben :-O Was ??? Oh mein Gott, ich war total erschüttert. Der Kleine hatte eine Form von Authismus, was ja aber nicht irgendwie tödlich ist, oder? Jedenfalls hätte er die ganze Nacht Brechdurchfall gehabt und sei am morgen durch Atemversagen gestorben. Corona ? Wir wissen es nicht, aber es war und ist einfach so traurig.

Ich musste dann den anderen Choristen die schreckliche Nachricht mitteilen – es hat allen einen ziemlichen Dämpfer gegeben.

Die Eltern (beide singen bei uns im Chor) tun mir so unendlich leid. Es geht mir irgendwie nicht aus dem Kopf und ich danke Gott, dass meine Kinder gesund sind.

Der kleine Simon ruhe in Frieden ❤

 

Unerwartet

Gestern hat mich mein Halbbruder angerufen um mir mitzuteilen, dass die Beerdigung am Mittwoch, 8. Januar, statt findet. Allerdings hätte Stiefmama den Wunsch geäussert, es in engstem Familienkreis zu tun. Das heisst : meine beiden Halbbrüder, mein Papa, sowie Burder und Schwester von Stiefmama.

… Ich dachte eigentlich immer, dass wir eine enge Verbindung haben. Ausserdem war sie Gotte (Patentante) von Töchterchen… ich frage mich, ob sie das wirklich so gewollt hat? Ok, sie war manchmal ein bisschen eigen, aber das hätte ich wirklich nicht erwartet ! Ich fühle mich ausgeschlossen…

RIP… :‘-(

Vor ca einer Stunde hat mein Papa uns mitgeteilt, dass Stiefmama gestorben ist. Es ist so traurig :‘-( … vorallem auch weil es Sohnemann’s Geburtstag ist.

Stiefmama hatte Krebs. Er wurde vor gut 2 Jahren diagnostiziert… nach etlichen Chemotherapien, wog sie schlussendlich noch 47kg, wollte nicht mehr essen und hatte nur noch Schmerzen. Sie ist jetzt an einem besseren Ort.

Auch wenn Stiefmama Ateist war, sage ich trotzdem :

Ich denke auch fest an meine beiden Halbbrüder, welche noch keine 30 sind und ihre Mama verloren haben; und natürlich meinen Papa, der seine Frau nach 30 Jahren Ehe hat gehen lassen müssen…

Meditativer Neujahrsspaziergang

Ich komme soeben von einem sehr meditativen Spaziergang durch meine kleine Stadt zurück. Als ich schon fast zu Hause war, kam folgende Nachricht von meinem Papa :

Meine Lieben
Es sind die letzten Tage von Stiefmama. Wir sind so oft es geht bei ihr. Sie haben jetzt alle Infusionen weggenommen. Sie erhält genügend Schmerzmittel, dass sie nicht leiden muss. Wir geben ihr immer wieder Wasser, weil sie Durst hat, sie atmet schwer, will aber den Sauerstoff nicht. Es ist sehr schwierig, mit ihr zu sprechen. Sie denkt klar, hat aber Mühe deutlich zu sprechen. Sie äussert ihre letzten Wünsche.
Es ist alles sehr traurig, wir wechseln uns ab, damit sie nicht alleine ist. Halbbruder 1 blieb gestern Sylvester bis um 00.15 Uhr bei ihr. Sie hat aber geschlafen.
Bis später wieder, macht’s gut und liebe Grüsse ringsum

Ich habe dann ein Foto (das 1. der untenstehenden) mit folgendem zurück geschickt :

In Gedanken bei Euch. Bitte Stiefmama sagen, dass wir sie fest lieb haben

Es ist alles so traurig irgendwie. Die Fotos von meinem Spaziergang sind dementsprechend eher melancholisch :

 

2020

Nun ist 2020 also da. Gestern Abend war Mama da. Töchterchen ging mit Herzbube Sylvester bei seinem Halbbruder feiern… war ein bisschen traurig – was ich Töchterchen aber natürlich nicht spüren liess.

Sohnemann hat auf seiner PS4 im Zimmer gezockt. WIr haben gegen 18h Apéro gegessen (da kam Sohnemann zu uns ins Wohnzimmer) und beschlossen gemeinsam, dass wir erst so gegen 22h essen (dann ist der Abend nicht so lang). Mit Mama haben wir am TV ein Theaterstück geschaut, welches im Häbse-Theater in Basel auf Baseldeutsch aufgeführt wurde. Es war wirklich amüsant.

Um Mitternacht haben wir angestossen und ein paar Freunden „Guets Neus“ via whatsapp gewünscht. Die erste Nachricht, welche ich um 00h00 bekam war von Töchterchen. Ich glaube, sie hatte irgendwie ein bisschen ein schlechtes Gewissen… Gegen halb zwei hab ich Mama nach Hause gefahren. Als ich bei mir wieder ankam, schaute ich noch Dinner for One und trank noch die Flasche Clairette de Die fertig (das tönt, als hätt ich mich abgefüllt 😀 – war aber nicht der Fall) . Gegen 3h war ich im Bett.

Irgendwie war der Abend ein wenig melancholisch. Wir haben zwar gelacht und gegessen, angestossen und uns gegenseitig umarmt, und doch war irgendwie etwas komisch. Vielleicht lag es daran, dass mein Papa mir – nachdem ich ihn irgendwann am Nachmittag fragte, wie’s so geht – folgendes geantwortet hat: „Ja, ja es geht. Halbbruder 1 ist noch da und bleibt, Halbbruder 2 ist gestern gegangen und kommt übermorgen wieder. Stiefmama ist im Krankenhaus und wird aufgepäppelt, damit sie schmerzfrei zu Hause sterben kann. Wunder nicht berücksichtigt.“ Das hat mich schon ziemlich traurig gemacht…